Brack zutiefst enttäuscht
Handball: Balinger Bundesligist beim Kempa-Cup nur auf Platz sieben
Sindelfingen, 15.08.2011 von Reinhard Linder
Der einzige Lichtblick in diesem Sonntagsspiel war für HBW-Trainer Dr. Rolf Brack, dass sich kein weiterer Spieler verletzt hat. Ansonsten maß er dieser Partie keine große Bedeutung bei, schließlich hatte es sein Team in den vergangenen Wochen schon dreimal mit dem unterklassigen Gegner zu tun gehabt und jedes Mal klar gewonnen. Trotzdem war er zutiefst enttäuscht: „Selbst gegen eine stark Ersatz geschwächte Mannschaft waren wir nicht in der Lage, auch nur ansatzweise Qualität zu zeigen.“
Von Beginn an tat sich der Balinger Bundesligist schwer gegen den TVB und mühte sich zu einer 12:9-Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel geriet der HBW sogar mit 16:17 in Rückstand. Diesen konnte Balingen-Weilstetten zwar noch einmal umbiegen, kassierte allerdings kurz vor dem Abpfiff den Ausgleich zum 19:19, der ein Siebenmeterwerfen erzwang. Mit Ausnahme von Felix König zeigten sich alle HBW-Schützen treffsicher, mit zwei Paraden verhinderte Keeper Matthias Puhle eine Blamage des Favoriten.
Dabei hatte das Turnier um den Kempa-Cup für die Brack-Truppe ordentlich begonnen. Am Freitag führte sie in Wolfschlugen wie berichtet EHF-Pokalsieger Frisch Auf Göppingen phasenweise vor, unterlag am Ende aber mit einem Tor Differenz (26:27). „Das war eigentlich ganz gut mit Ausnahme des Ergebnisses“, urteilte Brack.
Und auch die ersten 30 Minuten am Samstag im Sindelfinger Glaspalast gegen die Rhein-Neckar Löwen waren überaus ansprechend. Die Stammformation mit Puhle im Tor, Benjamin Herth als Regisseur, Roland Schlinger und Alexandros Alvanos auf den Halbpositionen, Frank Ettwein und Dennis Wilke auf den Flügeln sowie Kapitän Wolfgang Strobel am Kreis, hielt mit der Millionärstruppe aus Baden problemlos mit und lag zeitweise sogar mit einem Tor vorne.
Erst als Brack in der zwölften Minute einen Blockwechsel vornahm und die Abwehr von einer 3:2:1- auf eine 5:1-Formation umstellte, die rasch einem 6:0-Defensivsystem wich, zeigten sich erste Risse. Die Löwen erzielten vier Buden in Folge, mit dem zusätzlichen Feldspieler versuchte der HBW-Coach die Defizite im Angriffsspiel zu kompensieren.
Die Maßnahme zeigte den gewünschten Erfolg, bis zur Pause wuchs der Rückstand nicht weiter an (12:15). Auch nach dem Seitenwechsel fanden die Mannheimer kaum ein Rezept gegen das permanente Überzahlspiel der Balinger. Diese verzauberten das Publikum im Sindelfinger Glaspalast mit drei Kempa-Toren, der Hallensprecher jubelte „Ettwein, den Mann ohne Angst“ sogar zum Helden hoch, als dieser bei einem Konter zwischen die Pfosten eilte und den überraschten Andy Schmid zu einem Fehlwurf zwang. Erst als der Sportwissenschaftler von den Fildern acht Minuten vor dem Abpfiff zum konventionellen Spiel mit sechs Angreifern zurückkehrte, setzte sich der Favorit ab und gewann mit 28:21. Zu allem Überfluss verletzten sich auch noch die Neuzugänge Fabian Gutbrod und Kai Häfner uns fielen für den Rest des Turniers aus.
Trotzdem blieb den Balingern noch die Hoffnung auf das Spiel um Platz fünf gegen den TV Großwallstadt. Die Voraussetzung war allerdings ein Sieg gegen den dänischen Vertreter KIF Kolding. Die Schwaben dominierten die erste Halbzeit, lediglich ihrer schwachen Chancenverwertung hatten sie es zuzuschreiben, dass sie zur Pause nur mit 13:12 führten. Im zweiten Durchgang brachten sie mit Ausnahme von Junioren-Weltmeister Felix König aber überhaupt nichts mehr zustande und gingen mit 24:29 unter, weshalb sie sich am Sonntag nicht mit ihrem Wunschgegner Großwallstadt messen durften, sondern wieder nur mit Bittenfeld
Die Begegnungen des HBW im Sindelfinger Glaspalast
Puhle; Alvanos (4), Herth (4/2), Schlinger (3), Wilke (3/1), Bürkle (2), W. Strobel (2), Ettwein (1), Gutbrod (1), Keinath (1), Häfner, König, Ilitisch, Wessig.
Spielfilm: 3:5, 8:7, 8:11, 12:15 – 14:18, 18:22, 29:26, 21:28.
HBW – KIF Kolding 24:29 (13:12):
Puhle, Bar; König (6), Wilke (5/1), Schlinger (4), Herth (3/2), Bürkle (2), Ettwein (2), Ilitsch (1), W. Strobel (1), Alvanos, Keinath, Wessig.
Spielfilm: 4:2, 8:7, 11:8, 13:12 – 16:16, 16:21, 19:26, 24:29.
HBW – TV Bittenfeld 23:22 (12:8):
Puhle, Bar; Alvanos (4/1), Keinath (4/1), Wilke (4/1), Herth (3/1), Ettwein (2), König (2), Schlinger (2), Bürkle (1), W. Strobel (1), Ilitisch, Wessig.
Spielfilm: 3:1, 3:3, 5:7, 12:8 – 15:16, 18:17, 19:19, 23:22. DILI
