Zwei Arten, Fußball-Stadien umzubauen

Im WFV-Pokal prallen mit TSG Balingen und 1. FC Heidenheim nicht nur sportliche Welten aufeinander

Zwei Arten, Fußball-Stadien umzubauen

Balingen, 09.08.2011 von Klaus Irion

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Mit dem WFV-Pokal-Gastspiel des 1. FC Heidenheim bei der weht heute (18 Uhr) wieder ein Hauch von Profifußball durch Balingen. Doch nicht nur sportlich trennen die beiden Vereine inzwischen Welten.

Die Fußballer der TSG Balingen träumen von der Regionalliga. Einen ersten Schritt in diese Richtung wurde kürzlich im Balinger Gemeinderat vollzogen. Das Gremium fasste einen Grundsatzbeschluss, im Au-Stadion eine neue Haupttribüne für knapp fünf Millionen Euro errichten zu lassen (der ZAK berichtete). Eine bautechnisch betrachtet schlichte Notwendigkeit, die auch den Leichtathleten des Vereins zugute kommen wird. 600 Sitzplätze sowie Funktions- und Sanitärräume soll die Tribüne bieten.

Wohin eine Stadiondiskussion führen kann, wenn der Verein sportlich Erfolg hat, zeigt das Beispiel des heutigen Balinger Gegners, des 1. FC Heidenheim. Beinahe wären sich beide Teams bereits einmal in der Oberliga begegnet. Doch im Jahr des Balinger Aufstiegs, im Jahr 2008, schaffte Heidenheim seinerseits den Sprung in die Regionalliga. Die bereits zuvor begonnenen Überlegungen für einen Stadionneubau nahmen Formen an.

Am Ende wurde das alte Albstadion in eine reine Fußball-Arena mit 8000 Sitz- und Stehplätzen verwandelt, wurden 11,8 Millionen Euro verbaut. Die Stadt zahlte rund sieben Millionen Euro, der Verein 2,8 Millionen Euro und das Immobilien-Unternehmen „Gagfah“ sicherte sich für weitere zwei Millionen Euro die Namensrechte an der neuen Fußballarena. Alles schien bestens, doch dann „passierte“ der erneute Aufstieg in die 3. Liga. Da der Deutsche Fußball-Bund hierfür aber Stadien mit mindestens 10 000 Zuschauerplätzen vorschreibt, erweiterte man die Arena um weitere 2000 Plätze. Die Gesamtkosten stiegen auf 14,1 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr kaufte die Stadt Heidenheim den Stadionnamen nach nichtöffentlicher Gemeinderatsentscheidung wieder zurück, nur um ihn anschließend dem Heidenheimer Maschinenbau-Riesen „Voith“ zu verkaufen. Und so heißt das Stadion nun „Voith-Arena“. Nach drei Spieltagen liegen die Heidenheimer auf Platz zwei, einem Aufstiegsplatz für die 2. Bundesliga. Und wer hätte es gedacht. In der Schublade liegen bereits Umbaupläne für eine Arena mit 15000 Plätzen – wiederum Mindestanforderung des DFB. Erst vor Wochenfrist sorgte die Mannschaft von der Ostalb bundesweit für Furore, warf den großen SV Werder Bremen aus dem DFB-Pokal.

Und nun steht also wieder der Pokal auf dem Programm. Allerdings geht es dieses Mal um den des Württembergischen Fußballverbands (WFV). Und diesen würde nur zu gern auch einmal die TSG Balingen gewinnen. Ist ein Pokaltriumph doch gleichbedeutend mit der Teilnahme am DFB-Pokal.

Im vergangenen Jahr waren die Balinger zunächst äußerst erfolgreich, schlugen den damaligen Regionalligisten SSV Ulm, nur um dann kurz darauf kläglich gegen Bezirksligist Kirchentellinsfurt auszuscheiden. Vergleichbar wäre der damalige Erfolg der Kirchentellinsfurter mit einem heutigen Erfolg der Balinger gegen den Drittligisten.

Für die Vereine schade ist, dass die Saison und auch die ersten WFV-Pokalrunden alle Jahre wieder mit dem Beginn der baden-württembergischen Sommerferien zusammenfallen. Und so rechnen die TSG-Verantwortlichen nicht mit einem großen Zuschaueransturm. Positiv wiederum ist die Tatsache, das Partien gegen Heidenheim nicht als so genannte Risikospiele gelten. Damit entfallen heute Abend auch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.

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