„Outlaws“ horten Waffen
185 Polizeibeamte durchsuchen 13 Einrichtungen der Rockergruppe
Balingen / Rottweil, 04.08.2011
In der vergangenen Woche wurden 13 verschiedene Einrichtungen der Motorradgang von der Polizei durchsucht. Dabei wurde ein Vielzahl von Waffen, Schlagwerkzeugen, Rauschgift und verbotene Arzneimittel beschlagnahmt.
Ausschlaggebend für die Durchsuchungen waren zwei Vorkommnisse im vergangenen Jahr. Anfang April wurde in den Abendstunden in Schwenningen scharf geschossen. Die Schüsse richteten sich gegen ein Lokal, in dem sich zu diesem mehrere Mitglieder der „Red Devils“ aufhielten. Dabei gingen die Scheiben zu Bruch, verletzt wurde niemand. Der oder die Täter flüchteten mit einem Fahrzeug. Der zweite Vorfall ereignete sich im September in Rottweil. Der ehemalige Präsident des „Gremium MC“, heute bei einer Rottweiler Unterstützergruppe der Motorradgang „Hells Angels“, fuhr mit seinem Fahrzeug vor das Clubheim. Dort wurde auf ihn geschossen und der Vorderreifen getroffen. Er selbst blieb unverletzt. Beide Schießereien zielten auf Rockergruppierungen ab, die den „Hells Angels“ nahe stehen. Die beiden Rockergruppen konkurrieren in Süddeutschland um Einflussgebiete.
Aufgrund des Vorfalls in Rottweil ermittelte eine Sonderermittlungsgruppe der Polizeidirektion Rottweil. Der Verdacht richtete sich gegen Mitglieder der Rockergruppe „Outlaws“. Durch die Ermittlungsgruppe wurde elf Durchsuchungsbeschlüsse in den Landkreisen Calw, Freudenstadt, Balingen und Villingen-Schwenningen beantragt. Dabei wurde bei der gesamten Führungsspitze der Outlaws des Chapter Schwenningen und Horb die Privatwohnungen und zum Teil die Geschäftsräume sowie die Clubhäuser durchsucht. Dabei fand die Polizei ein Arsenal an scharfen Waffen, Munition, Stich- und Schlagwerkzeugen. Die Beamten beschlagnahmten kleinere Mengen Betäubungsmittel von Amphetamin, Speed, LSD und Marihuana . In einem Fahrzeug fand die Polizei ein funktionierendes Blaulicht, das im Notfall auf dem Dach montiert werden konnte.
In Ehrendingen, im Kanton Aargau in der Schweiz wurden zwei Wohnungen von der Schweizer Polizei durchsucht. Dabei konnte die Polizei mehrere scharfe Waffen, von der Pumpgun bis zur Maschinenpistole mit Schalldämpfer und mehr als tausend Schuss Munition beschlagnahmen.
Durch die weiteren Ermittlungen wurden die beiden Straftaten in Schwenningen und Rottweil aufgeklärt. Die Tat in Rottweil wurde einem 34-jährigen Führungsmitglied der Outlaws Horb nachgewiesen. Beim Zugriff waren 185 Polizeibeamte beteiligt. Unter anderem auch Sondereinheiten aus Bayern, Hessen und Baden-Württemberg und der Schweiz.
