Wahrheit liegt in der Mitte

17. LBS Bike-Marathon: An neuer Passage scheiden sich die Geister

Wahrheit liegt in der Mitte

Albstadt-Ebingen, 06.07.2011 von Reinhard Linder

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Für viele Albstädter ist „ihr“ Bike-Marathon einer der Höhepunkte des Jahres. Die Teilnehmer freuen sich am Wochenende auf die tolle Stimmung an der Strecke, die anderen auf die Party am Abend.

Doch selten hat der Radsport-Event im Vorfeld für so viel Furore gesorgt wie seine 17. Ausgabe. Die Geister scheiden sich an einer rund 350 Meter langen, neuen Passage beim Onstmettinger Skilift. Ein Waldweg, der bei Nässe zum Schlammloch wird, führt oberhalb des Vereinsheims des Onstmettinger Skiclubs zu einer steilen, etwa 75 Meter langen Rampe, über die man die zweite Verpflegungsstation erreicht.

Gegen den bei Regen auftretenden Morast werde man noch etwas unternehmen, versichert Gerhard Renz, der gemeinsam mit Klaus-Dieter Boss gleichberechtigter Streckenkoordinator beim 17. Albstadt LBS Bike-Marathon ist. „Im Hinblick auf die Rampe gibt es verschiedene Stimmen“, erklärt der 43-jährige Funktionär vom SCO. Die Bandbreite reiche von: „Wie kann man so eine mörderische Abfahrt einbauen?“ bis hin zu: „Das ist ja eine Autobahn.“

Wie so oft, könnte die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen. Bei trockenem Wetter dürfte die mit Steinen befestigte Rampe selbst für Hobbybiker kein allzu großes Problem darstellen, aber einen „gewissen Kitzel“ mag auch Renz der Passage nicht absprechen: „Wir wollten einen neuen Impuls setzen. Schließlich ist das ein Mountainbike-Rennen, da gehört ein bisschen Mut dazu.“

Selbst wer nicht zum Onstmettinger Lifthaus pilgert, kann hautnah mit dabei sein und zuschauen, wie die Familienangehörigen und Freunde diese Stelle meistern. Denn der SCO hat eine Videokamera installiert, welche die Bilder live nach Ebingen auf einen Monitor auf dem Kurt-Georg Kiesinger-Platz sendet. Ohnehin wird die Bühne auf dem Festgelände zum Informationszentrum. Weitere Bildschirme geben Auskunft über den Rennverlauf. Sie empfangen permanent die GPS-Daten des die Spitzengruppe begleitenden Motorrads. Zudem flimmern die Zwischenzeiten der Teilnehmer von der Onstmettinger Schanze und von der Margrethausener Ochsensteige über die Mattscheiben und können natürlich auch im Internet abgerufen werden.

Eine weitere, nicht zu unterschätzende Neuheit betrifft die Organisation. Um im Falle eines Falles noch schneller Hilfe leisten zu können, gibt es eine Notfallzentrale, die den Einsatz von DRK, Feuerwehr, THW und Polizei koordiniert. Alarmiert wird sie beispielsweise von den 142 Streckenposten entlang der 86 Kilometer langen Strecke, die oft mit zwei Personen besetzt sind. Sollte sich jemand verletzen, sollte binnen Minuten eines der Fahrzeuge mit einem Rennarzt an Bord zur Stelle sein. „Unser Ziel ist es, die Anfahrtszeit zu verkürzen“, nennt Renz den Vorteil der Maßnahme. Insgesamt setzen die Veranstalter, neben dem SC Onstmettingen sind das die RSG Zollernalb und die Stadt Albstadt, elf geländegängige Fahrzeuge ein, vom Führungsauto, über den Personen- und Radrücktransporter bis zum Besenwagen und dem Aufräum-Lastwagen.

Die Einteilung dieser Fahrzeuge und der Streckenposten sowie die Ausschilderung des Rennkurses und seine Kontrolle obliegen Renz und Boss. „Aber wir sind nur ein kleines Stellwerk im großen Verbund ehrenamtlicher Helfer“, wissen die beiden genau, dass sie ihren Job ohne das freiwillige Engagement vieler Frauen und Männer gar nicht erledigen könnten. Mehr als 300 Vereinsmitglieder seien alleine am Samstag auf den Beinen, schätzt Renz, andere seien schon tags zuvor beim City-Sprint im Einsatz: „Ich denke, gerade dieses ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer trägt viel zu der besonderen Atmosphäre des Bike-Marathons bei.

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