Geislingen, 18.06.2011

Neues Domizil mit „Rössle“-Flair

Narrenzunft Geislingen baut den alten städtischen Bauhof zum Vereinsheim um

Neues Domizil mit „Rössle“-Flair
Seit es die Narrenzunft gibt, feiert sie ihre Saalfasnacht im Gasthaus „Rössle“. Das Traditionshaus ist seit Mai Geschichte, im neuen Domizil der Zunft aber wird ein Stück Wirtshausgeschichte weiterleben.

Vor dem Abriss des Gebäudes hat „Rössle“-Wirt Hermann Kübler der Narrenzunft das großzügige Angebot gemacht, sich zu „bedienen“. Damals stand schon fest, dass die Zunft bald vom Schloss in ein neues Domizil umziehen wird. Wie berichtet, hat der Verein den alten Bauhof der Stadt gekauft, um sich dort für die Zukunft einzurichten.

Bevor jedoch das alte „Rössle“-Mobiliar – die Zunft hat die Kühltheke aus- und die Garderoben abgebaut sowie Stühle und Tische übernommen – aufgestellt wird, liegen noch arbeitsreiche Monate vor den Vereinsmitgliedern. Denn die Sanierung des zweistöckigen Gebäudes aus dem Jahr 1954, das vor der Bauhofnutzung eine Baufirma war, soll zum Großteil in Eigenleistung erfolgen.

Seit über vier Jahrzehnten ist die Narrenzunft Geislingen (NZG) im Schloss untergebracht. Nicht erst seit die Diskussion über die zukünftige Nutzung des Schlosses angefacht ist, und die Stadt das ehemalige Gasthaus „Harmonie“ zu einem Vereins-und Bürgerhaus umbauen will, hat sich die Zunft nach neuen Räumen umgeschaut. „Im Schloss ist es einfach zu eng“, sagt Zunftmeister August Schädle. Es gibt keinen Lagerraum und der Vereinsraum bietet nur Platz für rund 40 Leute. „Wir haben schon unter meinem Vorgänger Karl Wisbauer nach einem größeren Domizil gesucht“, so Schädle, der seit sieben Jahren an der Vereinsspitze steht.

Mit dem Kauf des alten Bauhofes für 30 000 Euro beginnt für die Narrenzunft, die zwischen 600 und 700 Mitgliedern zählt, eine neue Ära. Obwohl der Verein dank der bisherigen, sparsamen Haushaltsführung über ein gutes, finanzielles Polster verfügt, ist das Budget für den Umbau knapp bemessen. „Wir rechnen mit 60 000 Euro für die Sanierung und wollen auch nicht mehr ausgeben“, sagt Schädle, der deshalb bereits auf Sponsorensuche für die Baumaßnahme geht. „Das mache ich persönlich“, betont der Geislinger. Die Mitglieder dagegen werden angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Die gesamte Baumaßnahme wurde beim Landesprogramm „Stadtkernsanierung“angemeldet und die Narrenzunft kann mit einem 30-prozentigen Zuschuss rechnen.

Im Erdgeschoss, das der Bauhof als Fahrzeughalle genutzt hat, will die Narrenzunft eine Kleiderkammer, Lagerflächen und einen Sitzungsraum schaffen. In den oberen Stock kommt die Zunftstube, die Platz für 80 Personen bietet, sowie die Küche, die aus Kostengründen vom Schloss mitziehen wird. Auf beiden Etagen sind Sanitäranlagen vorgesehen. Das Dachgeschoss soll als Jugendraum ausgebaut werden.

Die Liste der Maßnahmen ist lang: Die Fenster müssen erneuert, Zwischenwände gezogen und ein Estrich verlegt werden. Die Sanitärarbeiten soll eine Fachfirma ausführen, aber beim Verputzen, Streichen und Fliesenlegen ist Eigenleistung geplant. Selbst die Planung wird nicht außer Haus gegeben: „Das macht unser Mitglied Jens Bürkle.“

Ursprünglich war geplant, dass die Narrenzunft die Fasnetseröffnung am 11. 11. 2011 bereits im neuen Heim feiert. „Das wird aber nichts“ ist Schädle realistisch. Er hält einen Einzug zum Jahresende aber für machbar.

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