Hunderte von Fischen gerettet
Der Fischereiverein Forelle Albstadt 1910 siedelt zahlreiche Tiere in tieferes Wasser um
Albstadt-Ebingen, 07.05.2011 von Holger Much
„Es waren genau 368 Bachforellen und 32 Mühlkoppen, Tiere in der Größe bis zu 20 Zentimeter“, erzählt Harald Mühle, der erste Vorsitzende des Fischereivereins Forelle Albstadt 1910. All jenen Tieren haben die Vereinsmitglieder jüngst das Leben gerettet. Denn die Fischer sehen sich immer mehr nicht als bloße Nutznießer, sondern als Beschützer und Bewahrer der Natur - vor allem der Natur rund um das nasse Element.
Bürger hatten bei der Stadtverwaltung angerufen und berichtet, in der Schmiecha würden die Fische sterben. Und tatsächlich: Durch die lange Trockenperiode war die Schmiecha an vielen Stellen zu einem kümmerlichen Rinnsal geschrumpft, die Fische versammelten sich in wenigen, langsam austrocknenden Pfützen im Bachbett. Gerade die in der Schmiecha häufig lebenden Bachforellen sind auf sehr sauerstoffreiches Wasser angewiesen - in den kleinen, kaum einen halben Meter tiefen Tümpeln wäre ihnen ein qualvoller Tod sicher gewesen.
Mit einem Spezialgerät wurde dann ein leichter Stromstoß ins Wasser gelassen, so dass die kurz betäubten Fische kurz an die Wasseroberfläche kamen. Dort konnten sie vorsichtig abgefischt, in einen bereitstehenden, mit Sauerstoff versorgten Tank gesetzt und von dort wiederum viele Kilometer abwärts Richtung Straßberg in tiefere, wasserführende Regionen der Schmiecha umgesiedelt werden. Vier Mann waren damit einen ganzen Tag beschäftigt. Die fröhlich schwimmenden Fische belohnten sie aber für die schweißtreibenden Mühen.
