Der Meister und sein Werk: Interstuhl-Chef Werner Link und das Spitzenprodukt des Hauses, den Silver-Star.
Der Meister und sein Werk: Interstuhl-Chef Werner Link und das Spitzenprodukt des Hauses, den Silver-Star. Foto: kom.

Messstetten-Tieringen, 27.04.2011

Von Tieringen aus öffnen sich Horizonte

Interstuhl-Chef Werner Link feiert heute seinen 70. Geburtstag

Von Tieringen aus öffnen sich Horizonte
Sein Tieringer Unternehmen ist „seine Arena“. Die Geschicke des Hauses bei den Söhnen in guten Händen wissend, übernimmt Interstuhl-Chef Werner Link als Senior heute gerne die Rolle des „guten Geistes“, des väterlichen Freundes im Hause Interstuhl.

Vor fünfzig Jahren war es quasi der erste Hammerschlag auf dem Amboss – heute ist daraus der „Silverstar“ geworden. Der Designer-Stuhl ist bildhafter Ausdruck eines erfolgreichen Unternehmens und seines Chefs Werner Link. Das kommende Wochenende steht im Hause Interstuhl im Zeichen des Firmenjubiläums, heute feiert Firmengründer Werner Link seinen 70. Geburtstag.

Die ersehnte Frühlingssonne strahlt in die junge Interstuhl- Arena – Zufriedenheit strahlt aus den Augen des Seniorchefs Werner Link. Er genießt es, einen Moment lang in seinen Erinnerungen schwelgen zu dürfen. Innehalten. Rückblicken auf eine Erfolgsgeschichte, die er selbst geschrieben, besser gesagt geschmiedet hat. Er, der 1941 als Sohn des Schmiedemeisters in Tieringen zur Welt gekommen war. Dann ganz konsequent in die väterlichen Fußstapfen treten wollte. Schmiedemeister in Tieringen. Bereits nach einem halben Jahr habe er erkannt, wohin der Wagen rollt: Er sattelte um, erlernte das Kfz-Handwerk im Balinger Opel-Autohaus Narr. Es waren die Wirtschaftswunderjahre. Wünsche und Wachstum bestimmten den Alltag, aber es gab schon damals nichts ohne Fleiß.

Nach der 48-Stunden-Woche in der Werkstatt war für Werner Link noch nicht Feierabend, neben Autos gab es Hufeisen, Traktoren und Ackergerät – und für den findigen Mechanikermeister ganz nebenbei eine Marktlücke bei den zahlreichen Textilheimarbeitern, in den neuen Büros: Nähmaschinen-Tischgestelle und Stühle waren gefragt. Und Werner Link bediente den Bedarf.

Schon 1963 musste erstmals gebaut werden. 1969 bot sich der Standort am Ortsrand an. Zwei Jahre zuvor schon war der Name „Interstuhl“ geboren.

Aus fünfzig Jahren ließe sich so manches erzählen. Natürlich habe es auch Rückschläge gegeben. Bisweilen seien seine Wege steinig gewesen. Nicht selten hätten ihm kaum vermeidbare Risiken Kopfzerbrechen bereitet, immerhin war er schon bald nicht mehr für sich alleine verantwortlich:

1966 schloss er mit Karin Holik den Bund fürs Leben. Ein Jahr später ward Sohn Joachim geboren, 1969 Sohn Helmut. Die Familie und seine schnell wachsende Belegschaft, vielfach Menschen aus dem Heimatort, mit denen er aufwuchs, liegen ihm von jeher am Herzen. Denn Erfolge seien kaum alleine möglich, betont er an dieser Stelle. Sie sind Ergebnis eines bestens funktionierenden Teams – ein solches sehe er heute in seiner gesamten Belegschaft, aber natürlich auch in einem guten Miteinander an der Unternehmensspitze gemeinsam mit seinen Söhnen.

Und noch gehört auch er dazu. Ans Aufhören denkt er nicht wirklich, gerade weil ihm die aktive Arbeit als Geschäftsführer bis heute Spaß bereite. Zwar genieße er jede Stunde mit seinen vier Enkeln – Stunden, die er zugegebenermaßen seinen Söhnen als Vater einst vorenthalten habe, doch als Techniker bringe er sich bis heute gerne in die Entwicklungen seines Unternehmens ein:

Dafür stehe beispielsweise der „Silver-Star“, ein wahrer Chefsessel, der es zu vielfachem Weltruhm (bis hin in den jüngsten James-Bond-Streifen) gebracht hat. Immerhin vier Millionen Euro habe man für dessen Entwicklung in die Hand genommen – stolz präsentiert der Seniorchef das Spitzenprodukt. Sei es bester Beweis für die Leistungsfähigkeit des schwäbischen Sitzmöbelspezialisten, dessen Mitarbeiterstabs und einer ganzen Region. Letzterer ist Werner Link aufs Engste verbunden und unterstreicht gar zu gerne die lokale Ausgangssituation – der zum Trotze sich diese Unternehmenserfolge erreichen ließen.

Keine Sekunde habe er deshalb bis heute den Schritt in die Selbstständigkeit bereut, würde eine solchen jederzeit, auch heute, wieder wagen. Denn die Konkurrenz sei heute nicht größer als damals, allenfalls globaler. In der Selbstständigkeit „aber können Sie Ihre Persönlichkeit viel besser leben“, lautet seine Erfahrung. Voraussetzung allerdings sei nach wie vor „die Idee, die ich in ein Produkt oder eine Dienstleistung umsetzen möchte“. Dann fasziniere es ihn auch heute noch jedes Mal aufs Neue, prompte Erfolge (oder Enttäuschungen) zu erfahren. „Der Markt ist hier unbarmherzig“, sagt er.

Was schließlich den erfolgreichen Unternehmer ausmache? Nach der Aufzählung Werner Links scheint der Schwabe prädestiniert: Innovativ und risikofreudig müsse er sein, natürlich ehrlich und beständig, vor allem aber auch sparsam und haushaltsbewusst.

Diese Tugenden versuchte er stets in das gesamte Unternehmen hinein zu tragen. Es gehöre zu seinen guten Erfahrungen, dass das kollegiale und menschliche Miteinander sich unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit der Belegschaft und auf die Qualität der Produkte niederschlage.

Der Handwerksmeister, der heute gerne auf die doch bescheidenen Bildungschancen der damaligen Dorfschulsituation verweist, hat sich die Welt selbst erschlossen.

Fleiß und Flexibilität bescherten ihm erste Erfolge. Als jüngster im Land absolvierte er im Jahre 1963 seine Meisterprüfung im Kfz-Mechanikerhandwerk.

Aber auch der stete Respekt vor seinem Gegenüber ebneten ihm die Wege zum Erfolg. Mit unermüdlichem Einsatz weitete der klassische „Selfmademan“ seine Horizonte weit über die des beschaulichen Tieringens oder des Zollernalbkreises hinaus.

In der Begegnung lässt er den steten Respekt vor seinem Gegenüber spüren - die Mischung aus väterlichem Freund und vertrautem Kamerad machen den Charme dieser Begegnungen aus. Und ganz sicher auch den Erfolg für den Unternehmer Werner Link. Bereits auf dem Weg zu einer Weltmarktführer-Rolle bekanntermaßen Großes erreicht, setzt er gemeinsam mit seinen Söhnen Joachim und Helmut nur allzu gerne neue und höhere Messlatten. Die Horizonte scheinen für den Fleißigen derzeit noch endlos.

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