Schwarzwild vermehrt sich in freier Natur wie auch im Wildgehege Meßstetten sehr schnell. Um die Population in Grenzen zu halten, wird es stark bejagt. Wildschweinfleisch aus der Region könne aber bedenkenlos verzehrt werden, betont auch der Vorsitzende des Wildgehegevereins Meßstetten, Alfred Fauser.

Messstetten, 26.04.2011

Tschernobyl hat keine Auswirkungen mehr

Wildschweinfleisch aus der Region ist nicht belastet – Regelmäßige Kontrollen vom Land

Tschernobyl hat keine Auswirkungen mehr
Die Aufregung über radioaktiv belastetes Wildschweinfleisch sei Expertenmeinungen zufolge in unserer Gegend unbegründet. Schwarzwild sei infolge des Tschernobyl-GAUs 1986 nicht mehr belastet.

Dies bestätigen sowohl der Landesjagdverband Baden-Württemberg, der sich auf Proben des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Freiburg beruft, als auch hiesige Jagdexperten.

Das radioaktive Cäsium-137 soll durch die Nahrung der Wildschweine, zum Beispiel durch Hirschtrüffel, die lange Zeit hohe Mengen an Cäsium speichern, aufgenommen werden. Alfred Fauser, Vorsitzender des Wildgehegevereins Meßstetten, möchte Angst und Skepsis nehmen und die Menschen beruhigen: „In den letzten Jahren war die radioaktive Belastung von Schwarzwild, also Wildschweinen, überhaupt kein Thema mehr.“

Er weiß von keinem konkreten Fall in der Region, bei dem Wildschweinfleisch in irgendeiner Weise verstrahlt gewesen sei und hofft daher, dass dieses vorgebliche Problem in unserer Region nicht hochgespielt werde. Dem stimmt auch Kreisjägermeister Karl Hagg von der Jägervereinigung Zollernalb zu. Die letzten eingereichten Proben seien immer bedenkenlos gewesen.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg bestätigt dies ebenfalls mit einer Stellungnahme im Internet. „Verbraucher können sich in Baden-Württemberg darauf verlassen, dass kein kontaminiertes Schwarzwild auf den Markt gelangt“, heißt es dort. Seit 2006 werde Schwarzwild in Baden-Württemberg auf eine radioaktive Belastung untersucht.

In Landkreisen, in denen eine radioaktive Belastung häufiger auftritt – dies seien vor allem Kammlagen in Bereichen des Schwarzwalds und Teilen des Enzkreises – werde jedes Stück Wildfleisch vor der Weiterverwendung an eigens eingerichteten Messstellen untersucht.

In den übrigen Teilen des Landes werde es stichprobenartig auf Radioaktivität geprüft, zentral vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt mit Sitz in Freiburg ausgewertet und einmal jährlich veröffentlicht. Lagen zu Beginn der Messungen im Jahr 2006 baden-württembergweit der Mittelwert bei 594 Becquerel (Bq) je Kilogramm und knapp 30 Prozent der Proben über der 6000er-Grenze, sank der durchschnittliche Strahlungswert im vergangenen Jahr auf 287 Bq je Kilogramm Wildschweinfleisch. Im Jahr 2010 lagen außerdem nur noch 12,9 Prozent der ausgewerteten Proben über dem Grenzwert.


Über den Grenzwert radioaktiver Belastung bei Wildfleisch:

Die Aktivität von radioaktiven Stoffen wird in Becquerel (Bq) angegeben. Sie gibt die mittlere Anzahl der Atomkerne an, die pro Sekunde radioaktiv zerfallen.

Der Grenzwert der Cäsium-137-Belastung liegt bei 6000 Becquerel je Kilogramm Wildfleisch.

Zur Veranschaulichung rechnet das CVUA Freiburg den täglichen Konsum von radioaktiv belastetem Wildschweinfleisch mit 4000 Bq auf ein Jahr hoch: Diese Menge radioaktiver Strahlung entspräche etwa der eines Wohnsitzwechsels von Schleswig-Holstein in den Südwesten Baden-Württembergs. Andere Quellen vergleichen die Strahlendosis mit der eines Langstreckenfluges

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Kommentare unserer Leser


Was heißt hier "Region"?

Die Frage, die sich stellt ist die, wie der Begriff "Region" definiert wird. Gemäß u.a. Artikel des Südkurier von vorgestern sind die Wildschweine bei St. Blasien noch verstrahlt:
http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/st-blasien/Wildschweine-noch-verstrahlt;art372619,4858416

Sicher hat die Tschernobyl-Wolke die Region Meßstetten verschont, anders ist es nicht erklärbar, dass die Wildschweine bei St. Blasien verstrahlt sind und die bei Meßstetten nicht.
Träumen Sie weiter, Herr Fauser!
von Leo am 01.05.2011 01:23:46

Statistik

Glaubt man den Statistikern, so ist die Wahrscheinlichkeit für einen Super-Gau alle 10.000 Jahre gegeben. Hört sich an, wie "fast ohne Risiko". Doch die Statistik gilt für jedes einzelne AKW. Und weil es 400 davon gibt, kommt man mathematisch auf 25 Jahre. Das heißt, es ist sehr warhscheinlich, dass alle 25 Jahre in Super-Gau in einem der 400 AKWs passiert. Wie die Fakten leider beweisen, hat selten eine Statistik so gut mit der Realität übereingestimmt.

Wer an dieser Technik festhält, nimmt dieses Risiko ganz bewusst in Kauf.
von Hans Schön am 26.04.2011 23:00:27

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