Einfühlsame Klänge begleiten den Leidensweg Christi
Ein imposantes Bild auf der Empore der Ebinger Martinskirche: Unter dem sicheren Dirigat von Brigitte Wendeberg erleben die Zuhörer die Matthäus-Passion von Bach.
Ein imposantes Bild auf der Empore der Ebinger Martinskirche: Unter dem sicheren Dirigat von Brigitte Wendeberg erleben die Zuhörer die Matthäus-Passion von Bach. Foto: Hans-Peter Merz.

Albstadt-Ebingen, 12.04.2011

Einfühlsame Klänge begleiten den Leidensweg Christi

Chöre, Solisten und Musiker gestalten grandiose Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Ebinger Martinskirche

Einen Höhepunkt Geistlicher Musik erlebten die Zuhörer in der Martinskirche. Auf dem Programm stand, passend zur Passionszeit, eines der großartigsten Werke der Musikliteratur: die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach.

Die Ausführenden waren Lucia Martinas, Sopran, Stefanie Schaefer, Alt, Cornel Frey, Tenor, Frank van Hove, Bass (Christus), sowie Boris Grappe, Bass (Arien). Es sangen der Chor der Martinskirche und der Ebinger Kammerchor. Die Orchesterbegleitung oblag der „Camerata Viva“, Tübingen. Die Gesamtleitung lag in den bewährten Händen von Kirchenmusikdirektorin Brigitte Wendeberg. Das Werk beschreibt den Leidensweg Christi. Bach schrieb mit seiner Matthäuspassion ein Werk mit so viel Dichte, Intensität und Dramaturgie, dass einem seine Musik förmlich unter die Haut geht.

Bereits der groß angelegte Eingangschor (doppelchöriger Chor, doppelchöriges Orchester) ließ in der Martinskirche aufhorchen. Schon bei den ersten Takten von „Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen“ war klar: Brigitte Wendeberg hatte ihre Chöre bestens vorbereitet. Mit viel Hingabe und Deklamation drückten diese das Leid des Volkes über den Kreuzestod Jesu aus, während der Chorsopran den Choral „O Lamm Gottes, unschuldig“ dazu sang. Die Chöre überzeugten durch gute Textverständlichkeit und rhythmische Präzision. Sie verschmolzen geradezu mit der Dirigentin zu einer Einheit und sangen während des ganzen Werkes engagiert und dynamisch differenziert.

Bei einer Passion muss der Chor sich flexibel auf ganz unterschiedliche Aufgaben einstellen. Er stellt u.a. das Volk dar und muss kurze und präzise Einwürfe, die so genannten Turba-Chöre singen. Einer der eindrucksvollsten Chöre war „Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden?“ Bach verlangt hier ein Höchstmaß an Konzentration, Virtuosität und schnellen Koloraturen, was allen Ausführenden bestens gelang. Völlig unterschiedlichen Charakter haben die Choräle, die in der Regel eher schlicht gehalten sind. Sie werden je nach Text dynamisch und von den Tempi her unterschiedlich interpretiert.

Das Orchester Camerata Viva gefiel während der ganzen Aufführung durch gutes Zusammenspiel und Homogenität und war ein einfühlsamer Begleiter. Auch die Instrumentalsolisten beeindruckten durch ihr filigranes Spiel und saubere Intonation.

Eine wichtige Aufgabe und ein großer Part in einer Passion kommt dem Evangelisten zu, stellt er doch die Rolle des Erzählers dar. Mit dem Tenor Cornel Frey hatte Brigitte Wendeberg eine ausgezeichnete Wahl getroffen, überzeugte er doch durch Flexibilität und Ausdruckskraft sowohl bei den Rezitativen als auch bei den Arien.

Die Sopranistin Lucia Martinas zeichnete sich aus durch ihre glockenreine Stimme und sang selbst in höchsten Lagen mühelos. Im Duett mit Altistin Stefanie Schaefer verschmolzen die beiden Stimmen klanglich miteinander. Schaefer fiel durch ihr samtig weiches Timbre auf. Bassist Frank van Hove, der Christi verkörperte, sang geschmeidig und ausdrucksvoll, so dass einen die Worte Jesu im tiefsten Innern bewegten.

Keine einfache Aufgabe fiel dem Bass Boris Grappe zu, hatte er die Rollen von Judas, Petrus, den Hohepriestern und Pilatus darzustellen. Außerdem sang er die anspruchsvollen Bassarien. Grappe konnte sich in die einzelnen Rollen gut hineinversetzen.

Einen würdigen Abschluss bildete der doppelchörige Schlusschor „Wir setzen uns mit Tränen nieder“. Exzellent herausgearbeitet waren hier die Seufzermotive und die Echostellen. Die Spannung wurde bis zum letzten Ton gehalten, eine hervorragende Leistung aller Mitwirkenden, allen voran natürlich Brigitte Wendeberg.

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