Artenschutz für Telefonzellen
Sie bleiben stehen: Stadt Albstadt setzt sich für den Erhalt öffentlicher Fernsprecher ein
Albstadt-Ebingen, 07.04.2011 von Holger Much
Folgende Telefonzellen wird die Telekom nach Gesprächen mit der Stadt nun nicht abbauen: in der Dorfstraße in Margrethausen, im Burgweg in Burgfelden, in der Balinger Straße in Laufen, in der Thanheimer Straße in Onstmettingen, in der Zillhauser Straße in Pfeffingen sowie auf dem Rathausplatz in Truchtelfingen bleiben die Fernsprechgeräte an ihrem Platz, bekommen als mittlerweile seltene Spezies quasi Artenschutz.
Die Welt ist vernetzt, jeder kommuniziert mit jedem über E-Mail, im Internet über Blogs und Foren und so genannte soziale Netzwerke, über Handy, Sms und Mms und was es sonst nicht noch Unverzichtbares in der Welt der interaktiven Kommunikation gibt.
Da davon ausgegangen wird, dass jeder Bürger ein Handy sein Eigen nennt, werden öffentliche Kommunikationseinrichtungen wie Telefonzellen oder, wie der Schwabe auch sagt, „Telefonhäusle“, immer mehr entbehrlich. Seit mehreren Jahren ist die Telekom nun dabei, die für sie unrentablen Standorte abzubauen. Aufgrund der erwähnten flächendeckenden Vollversorgung mit privaten Telefonanschlüssen im Festnetz einerseits und dem Ausbaustand der Mobilfunknetze andererseits habe sich, führt die Telekom ins Feld, das Verhalten der Bürger erheblich gewandelt. Die Nutzung öffentlicher Telefonzellen sei dramatisch zurückgegangen.
Doch die Stadt Albstadt setzt sich für dafür ein, dass quasi eine Basisversorgung an Telefonzellen im Stadtgebiet erhalten bleibt. In Gesprächen mit der Telekom konnte nun auch vereinbart werden, dass mehrere Telefonzellen an ihrem Standort belassen zu werden – es sind in der Mehrzahl die „einbeinigen“, offenen Fernsprechanlagen und schon lange nicht mehr die gelben Häuschen. Albstadts Pressesprecher Michael Röck zu diesem Aspekt: „Es gibt eben immer noch Leute, besonders Senioren, die kein Handy besitzen. Zudem ist nicht immer und überall Empfang. Für all jene Bürger möchten wir weiterhin einige öffentliche Fernsprechstandorte in der Stadt haben.“
