Bilder von Panikrocker Udo in Stadthalle?

Grüne und FDP stehen Fortführung der Kunstausstellungen kritisch gegenüber – Mehrheit dafür

Balingen, 30.03.2011 von Rosalinde Conzelmann

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Es wird auch in Zukunft in der Stadthalle Kunstausstellungen geben, allerdings werden diese auf kleinerer Flamme gehalten. Die Mehrheit im Gemeinderat will die Erfolgsgeschichte nicht abreißen lassen.

Auslöser der „Kunstdebatte“, die gestern im Gemeinderat geführt wurde, war das Defizit aus dem „Wiener Dreiklang“. Die Stadt musste dafür nicht nur ihre in guten Ausstellungszeiten angehäufte „Kunstrücklage“ plündern, sondern weitere 90 000 Euro zuschießen. Oberbürgermeister Helmut Reitemann stellte fest, dass die Stadt ihren guten Ruf als Kunststadt nicht verlieren möchte: „Deshalb wollen wir an den Ausstellungen festhalten, allerdings in veränderter Form.“ Als zukünftige Richtschnur können von 30- bis 40 000 Besuchern ausgegangen werden. Mit diesen Zahlen werde man dann kalkulieren, um das finanzielle Risiko im Zaum zu halten. Zudem soll jede Ausstellung im Vorfeld mit dem Gemeinderat abgesprochen werden.

Wie zu erwarten war, hielt Stadthallenchef Ulrich Klingler „ein flammendes Plädoyer“ für die Fortsetzung der „Balinger Erfolgsgeschichte“. Man dürfe sich durch Misserfolge nicht aus der Linie bringen lassen und Balingen spiele, sportlich gesprochen, „noch immer in der 1. Bundesliga“, wenn gleich der Zenit der 90er-Jahre überschritten sei.

„Wir wollen unseren guten Namen als Kunststadt nicht beerdigen lassen“, meinte SPD-Stadtrat Kurt Haigis. Seine Fraktion werde deshalb dem Verwaltungsvorschlag zustimmen und könne auch zukünftig mit „einem kleinen Defizit“ leben. Die FDP stimmte mit vielen „Wenn und Aber “ zu. Peter Harich sprach von einer „letzten Chance“.

„Wir werden uns enthalten“, kündigte Erwin Feucht für seine Fraktion an. Die Zeiten hätten sich geändert und den angebotenen Alternativen würde es an Kreativität fehlen. „Wir hätten uns eine Grundsatzdebatte gewünscht“, so der grüne Stadtrat. Seine Ratskollegin Susanne Kieckbusch holte weiter aus und nannte den Grund für die „neutrale“ Haltung: „Es braucht eine neue Konzeption.“ Die Erfolge der großen Balinger Ausstellungen seien ihrer Einzigartigkeit zuzuschreiben, was wiederum mit der Person Roland Doschka zusammenhänge. „Wir sind dagegen, weil das zu Ende ist.“

Zu den Alternativen hatte sich die Frauenliste schon mehr Gedanken gemacht. „Warum holen wir denn nicht Udo Lindenberg, Günter Grass oder BAB-Sänger Niedecken nach Balingen?“, blickte Sabine Klaiber fragend in die Runde. Mit einer „kleineren Variante“ könne die Liste zukünftig durchaus leben.

„Den Mut haben, weiterzumachen“ und zukünftig Künstler in die Stadt holen, „die Farbe präsentieren“, lautete der Vorschlag der CDU von Klaus Hahn. Auch Werner Jessen von den Freien Wählern sprach sich für die Fortsetzung der Kunstausstellungen unter neuen Bedingungen aus. Mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen fand der Verwaltungsvorschlag die erforderliche Mehrheit.

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