Rock-Sound mit christlicher Botschaft

Balinger Rockfestival hat sich als feste Größe in der Volksbankmesse etabliert

Balingen, 21.03.2011 von Renate Deregowski

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Für rund 1400 junge Besucher wurde am Samstag die Volksbankmesse zur musikalischen Pilgerstätte: Acht einheimische und internationale Bands boten auf zwei Bühnen satten Rock-Sound mit christlicher Botschaft.

Dass sich harte Gitarrenmusik in all ihren Facetten und christlicher Glaube und Lebensstil nicht gegenseitig ausschließen, bewies das Festival dieses Jahr bereits zum 17. Mal. Leah, Sängerin der schwedischen Formation „Scarlet Drop“ versuchte sich in der Akustik-Lounge an einem Erklärungsversuch: „Viele denken, wir Christen sind seltsame Kreaturen. Dabei sind wir auch nur Menschen, die mit den selben Dingen kämpfen müssen, wie alle anderen und die versuchen, ein positives Leben zu führen.“

Als Jugendliche sei sie suizidgefährdet gewesen, erzählt der Moderator Ed Einsiedler, und habe nach einer Führung gesucht, die sie in ihrem Glauben gefunden habe. Für so viel Stärke erntete sie von den zahlreichen Jugendlichen, die sich auf den Hockern niedergelassen und sich im Stehen um die Bühne geschart hatten, begeisterten und zustimmenden Applaus.

Themen wie Einsamkeit oder Hilflosigkeit und die gefundene Hoffnung im Glauben und bei Gott machen auch Liedtexte aus. Die vier Jungs von „d:project“ aus Dresden haben es in mehrdeutiger Weise in ihrem Stück „Bei dir“ umgesetzt. Wie sehr sie die Zuschauer vor der Hauptbühne mit ihrer Musik mitreißen, bewiesen sie, als Sänger Nathanael zum Hinknien auffordert. Binnen Augenblicken knien hunderte Jugendliche nieder, manche von ihnen falten die Hände zum Gebet, um dann mit dem Sänger gemeinsam mit einem Sprung wieder auf die Füße zu kommen.

Als feste Größe habe sich das Festival in Balingen inzwischen etabliert, freut sich Organisator Wilfried Rauscher. Der Blick auf den Parkplatz verrät es: Ulm, Konstanz, Tübingen, Waiblingen oder Tuttlingen sind nur einige der Kennzeichen, die neben den BL-ern stehen. Zwar sind es dieses Jahr etwas weniger Besucher, trotzdem lohnt es sich für alle Beteiligten. „Etwa 100 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz“, berichtet Rauscher, „die für einen reibungslosen Ablauf dieser Alkohol- und drogenfreien Veranstaltung sorgen.“

Auch wenn einige der jungen Besucher am späteren Abend am Rand des Zuschauerpulks vor der Bühne bereits am Boden saßen und sich vom kräftezehrenden Feiern ausruhten, ließ die Stimmung bei den Haupt-Acts „Everyday Sunday“ und „Spoken“ nicht nach. Letztere heizten dem Publikum mit ihrem harten Sound noch einmal mächtig ein, bevor „Freequency“ kurz nach Mitternacht einen zweiten Auftritt hatten.

Die Jungs aus Ulm hatten bereits früher am Abend ihren letzten Auftritt auf dem Festival, da sie sich letztes Jahr entschlossen hatten, als Formation aufzuhören. Trotzdem oder gerade deshalb rissen die Zuschauer dem Moderator Patrick Reusch die Karten für eines der kommenden Abschiedskonzerte aus den Händen.

Mit einem Jugendgottesdiens unter Leitung von Prediger Aleko Vangelist in der St. Georgskirche in Erzingen fand das Festival seinen kirchlich-geistigen Abschluss. Die Band „Everday Sunday“ sorgte am Sonntagvormittag für die musikalische Einrahmung.

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