„Alkohol ist ein großes Thema“
Im Portrait: Karin Maier – Die Schulsozialarbeiterin will für Jugendliche Perspektiven schaffen
Stetten a.k.M., 16.03.2011 von Susanne Grimm
Zusammen mit der Suchtberatungsstelle Sigmaringen, der Schulleitung, dem Suchtpräventionslehrer, der Polizei und Vertretern der Gemeinde will sie am 24. März einen runden Tisch bilden. Gemeinsam soll herausgefunden werden, wie man Perspektiven und Raum für die Jugendlichen schaffen kann.
„Alkohol ist ein großes Thema“, so Karin Maier, die erst kürzlich im Gemeinderat Bilanz über das Jahr 2010 gezogen hat. „Ich sorge mich um die Jugendlichen, die im ungeschützten Rahmen trinken“. Da es in Stetten keine Einrichtung gebe, wo sich die Jungen treffen können, geschehe das unkontrollierte Konsumieren in der Öffentlichkeit, beispielsweise in den Buswartehäuschen oder an der Hilb. Dass ein Treffpunkt nötig ist, weiß Karin Maier aus Erfahrung.
Im Stettener Schulzentrum hat sie mit Hilfe der Schüler einen Raum als „offenen Treff“ eingerichtet, der den Schülern nach der Schule zur Verfügung steht und der auch rege genutzt wird. Allerdings nur bis um 14.30 Uhr. „Es tut mir immer leid, wenn ich sie auffordern muss, zu gehen, weil ich schließen muss. Ich bin mir sicher, hätten wir bis 18 Uhr auf, würden sie bis zum Schluss bleiben“. In dem Raum gibt es einen Tischkicker, Darts, ein Sofa, Tisch und Stühle, sowie eine Wohlfühlecke mit Sitzsäcken am Boden und einer Fototapete an der Wand, die Palmen, Sand und Meer zeigt.
Die Suchtprävention ist absolut wichtig, unterstreicht Karin Maier, aber „mit der 50 Prozentstelle, die wir hier haben, ist das nicht zu schaffen“. Sie listet die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit auf, die die Beratung von Schülern, Eltern und Lehrer umfasst, weiter sind Klassenprojekte zu begleiten und durchzuführen, wie beispielsweise zu den Themen Medienkonsum, Mobbing und Teambildung. Das Beratungsangebot wird gut angenommen, wobei 90 Prozent der Gespräche durch Initiative der Schüler zustande kommt. Die Gesprächsinhalte umfassen familiäre Probleme, Schülerkonflikte, sowie schulische Probleme. Aber auch Gewalt, Sucht und Mobbing sind Themen. Bei Elterngesprächen stehen Erziehungsfragen, Vermittlung in Konflikten, Schwierigkeiten mit Lehrern sowie das Verhalten in der Schule im Mittelpunkt. Fast 60 Prozent ihrer Arbeitszeit fließt in das offene Angebot für Schüler. In ungezwungener Atmosphäre wird hierbei Vertrauen geschaffen, die die Schüler befähigt, sich irgendwann zu öffnen.
„Ich hatte einen Schüler, der ein halbes Jahr lang das offene Angebot nutzte, erst dann hat er über die ihn belastenden Dinge gesprochen“.
