Zusammenhalt in der Krise macht stark für Aufschwung
Tieringer Automobilzulieferer Mattes & Ammann wird heuer 60 Jahre alt – Das Festjahr wird leise, aber erfolgreich
Messstetten-Tieringen, 26.02.2011 von Karl-Otto Müller
Er wisse wohl, dass der 60. Geburtstag in der Biografie eines Unternehmens nicht unbedingt ein typisch rundes Datum sei, schmunzelt der Tieringer Unternehmer . . . „aber nach jüngsten Turbulenzen, die uns als Automobilzulieferer ebenfalls ganz ordentlich durchrüttelten, freuen wir uns, zu neuer Stärke zurückgefunden zu haben.“ Wie diese aussieht?
„Wir haben es geschafft, wir sind heute größer denn je“, verweist Christoph Larsen/Mattes auf die Firmendaten: rund 300 Mitarbeiter aus 16 Nationen (mit neun Religionen), sie produzieren rund um die Uhr (drei Schichten an sieben Wochentagen) mittels 480 Textilmaschinen auf rund 36 000 Quadratmetern 50 Millionen Quadratmeter Stoff pro Jahr.
Das Krisenjahr 2009 habe den Umsatz von 60 auf 45 Mio. Euro zusammenschmelzen lassen. Nur dank festem Zusammenhalt von Belegschaft und Geschäftsleitung, dank Kurzarbeit und Reduzierung der Gehälter sei es möglich gewesen, auf Kündigungen zu verzichten.
Wie richtig diese Unternehmenspolitik gewesen sei, bestätigte bereits das Folgejahr 2010, atmet Larsen/Mattes erleichtert auf: „Ein von niemand erwarteter Aufschwung füllte blitzschnell unsere Auftragsbücher und wir waren froh, alle Fachkräfte an Bord zu haben.“ Bereits jetzt sei absehbar, so der Unternehmer, dass eben im Jubiläumsjahr von Mattes & Ammann ein neuer Umsatzrekord jenseits der 60 Millionen Euro aufgestellt würde.
Weil dieser Erfolg maßgeblich dem Engagement und der Kompetenz aller Mitarbeiter zu verdanken sei, möchte Firmeninhaber Christoph Larsen/Mattes über die hauseigene, 2001 gegründete „Mattes & Ammann-Stiftung“ die Belegschaft teilhaben lassen. Zum Jubiläum stockte die Geschäftsleitung das Stiftungsvermögen um 250 000 Euro auf 750 000 Euro auf.
Eine Aktion, die ganz im Sinne der Seniorchefin Klara Mattes sei, betonte der Geschäftsführer, schließlich habe sie das Unternehmen als Damenoberbekleidungshersteller bis Mitte der 70er Jahre just unter der Maxime geführt, keine Anstrengung zum Wohle des Mitarbeiters, zu dessen Sicherheit zu unterlassen. Dies habe sich über Jahrzehnte in vielfach zertifizierter Qualität der hergestellten Ware ausbezahlt. In all diesen Disziplinen nehme Mattes & Ammann bis heute eine Pionierrolle in der Region ein.
