Dankbar fürs Leben

Dem Alkohol den Kampf ansagen

Balingen-Frommern, 21.02.2011 von Hannes Mohr

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Das Treffen der Anonymen Alkoholiker in Frommern feierte letztes Jahr Jubiläum. Seit über 25 Jahren treffen sich gleich Gesinnte, die dem Alkohol den Kampf angesagt haben.

Am Freitagabend waren 16 Personen beim Treffen der Anonymen Alkoholiker (AA) anwesend. „Es waren auch schon über 25 Leute“, erzählt einer der Besucher. Die AA kommen ursprünglich aus den USA. Dort wurden sie in den 30er-Jahren gegründet. Mit der Armee kam die Selbsthilfegruppe in den 50er-Jahren nach Deutschland. In Frommern existieren die wöchentlichen Treffen seit März 1985. Die Gruppe finanziert sich nur durch Spenden – viele kommen aus den eigenen Reihen.

In dieser Runde wollen die Alkoholiker über ihr Erlebtes reden. Sie nennen sich nur bei dem Vornamen. Jeder bleibt anonym – außer er will selber aus der Anonymität heraustreten. In der Runde können sie ehrlich miteinander sprechen. Zulange hätten sie Menschen während ihrer Trinkphasen belogen, sagen sie selbst. Für viele war das AA-Treffen der erste Ort, an dem sie wieder ehrlich sein konnten. Nach dem Motto „Wen du hier siehst, was du hier hörst, wenn du gehst, bitte lass es hier“ können sie sich uneingeschränkt vertrauen.

Wesentlich ist, dass sie sich selber eingestehen, Alkoholiker zu sein. Deshalb beginnen sie auch jedes Mal ein Gespräch mit ihrem Vornamen und dem Satz „Ich bin Alkoholiker“. Nur die Einsicht dieser Krankheit, könne helfen, sie zu akzeptieren und mit ihr umzugehen.

Das Treffen beginnt mit den zwölf Schritten, die jedes Mal reihum vorgelesen werden. In ihnen ist die Erkenntnis der Krankheit aufgeschrieben und dass sie es nicht selbst schaffen können, mit dem Trinken aufzuhören. Sie erklären ihre Abstinenz mit einer höheren Macht: „Für den einen ist es Gott, für den anderen Buddha oder sonst wer, aber irgendwer muss uns hier rausgeholt haben“, erzählt einer der Alkoholiker. Danach melden sich die Mitglieder, wenn sie Mitteilungsbedarf haben. Jeder der etwas sagen möchte, darf solange und ununterbrochen reden, wie er es für richtig hält.

Ihre Geschichten sind zum größten Teil ähnlich. Das wissen sie selbst nur zu gut. Nur die Details variieren. Bei einigen fing die Alkoholkarriere früh in der Schule oder in der Lehre an. Man trank zu viel und zu exzessiv, bis man alles verlor. Erst nachdem sie aufgehört hatten zu trinken, bemerkten sie ihre wahren Gefühle und die damit verbundenen Probleme und Depressionen. Unbewusst wurde der Kummer all die Jahre weggespült. Durch die AA und die neu gewonnene Erkenntnis der Alkoholkrankheit können sie diese Probleme anpacken.

Die Teilnehmer sind dankbar für die Gruppe, dankbar für jeden von ihnen, der noch lebt. Auch verbietet die Gruppe niemanden das Trinken. Sie geben sich aber gegenseitig so viel Kraft, dass sie darauf verzichten können. Am Ende wünschen sie sich immer nur, 24 Stunden trocken zu bleiben. Bei vielen sind daraus Jahrzehnte geworden.

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Weitere Infos

Die Anonymen Alkoholiker treffen sich jeden Freitag, 19.30 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus Fronhof Frommern. Jeweils der erste Freitag im Monat ist offenes Meeting. Kontakt unter Telefon 07477/1874

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