Wärmenetz von großem Interesse

Mehr als 250 Zuhörer kamen zur Informationsveranstaltung in die Festhalle Dotternhausen

Dotternhausen, 17.02.2011 von Siegfried Seeburger

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Das in Dotternhausen geplante Wärmenetz findet bei der Einwohnerschaft größtes Interesse. Zur gemeinsamen Informationsveranstaltung von Gemeinde mit dem Projektunternehmen juwi kamen mehr als 250 Zuhörer.

Offensichtlich war der Besucherstrom stärker, als vom Veranstalter erwartet, denn der große Saal musste nachgestuhlt werden. Bürgermeisterin Monique Adrian ging nach der Begrüßung kurz auf die Entwicklung des Projektes ein, bis zurück in das Jahr 2008, als man sich im Gemeinderat intensiv Gedanken darüber machte, wie man von den hohen Energiekosten der gemeindeeigenen Gebäude wegkomme, denn immerhin habe man damals 98 000 Liter Heizöl im Jahr verbraucht.

Im weiteren Planungsverlauf habe es Rückschläge gegeben, bestimmte Vorstellungen mussten aus technischen Gründen verworfen werden, bis man schließlich in der Firma juwi ein verlässliches und professionelle Partnerunternehmen gefunden habe. Folgt man dem Präsentationslogo so heißt es jetzt: „Die Energie ist da!“ Geplant ist der Ausbau eines Nahwärmenetzes in fünf Stufen. Der Leiter des Gesamtprojekts, Jörg Wirtz, assistiert von Yannic Bonin und Betriebsleiter Bernd Varchmin, gab einen breiten Einblick in die bisherige Entwicklung des Vorhabens.

Das im Industriegebiet stehende Holzheizkraftwerk bringe eine Leistung von 1,2 Megawatt. Ein Bio-Energiehof und eine Photovoltaikanlage auf dem Unternehmensareal im Industriegebiet sind weitere Komponenten zur Herstellung von Pellets und Holzbriketts, die mit betriebseigenen Fahrzeugen in die Region geliefert werden. Vorgesehener Betriebsbeginn dafür ist Herbst 2011. Zehn Arbeitsplätze sollen entstehen.

Beim Wärmenetz spricht der Projektleiter vorerst von einer Insellösung, wobei in einer ersten Stufe die kommunalen Gebäude angeschlossen werden. Der zentrale Energieverteiler dafür soll in der Sporthalle liegen.

Die Netzlänge beträgt von dort aus insgesamt 595 Meter. Dabei fallen für die Gemeinde Investitionskosten in Höhe von 600 000 Euro an. Eine Versorgung der kommunalen Gebäude vom Heizkraftwerk im Industriegebiet aus, rechne sich dafür vorerst nicht, denn die Netzlänge betrage rund 1,5 Kilometer, führte Jörg Wirtz aus.

Das Gesamtprojekt lebt von der Zahl der Wärmeabnehmer. Geplant ist, dass der Hauptstrang eines geplanten Wärmenetzes vom „Großen Acker“ über die noch zu bauende neue Kreuzung der Bundesstraße 27 und dann entlang der Schloss- und Schulstraße bis zur Sporthalle führt.

Ein weiterer Ausbau des Netzes ist technisch möglich, muss jedoch stets neu kalkuliert werden. Wirtz betont: „Je mehr dabei sind, um so günstiger wird die Versorgung über das Wärmenetz“. Und weiter: „Sind alle Voraussetzungen erfüllt, könnte Mitte des Jahres mit der Realisierung des Wärmenetzes begonnen werden, die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts könnte noch zur Heizperiode 2011/2012 erfolgen“. Die Gemeinde hat vor kurzem an alle rund 670 Haushalte im Ort Fragebögen verschickt.

Davon sind 145 zurückgekommen. Das Ganze hat allerdings noch wenig Aussagekraft, so dass auf diesem Gebiet noch nachgearbeitet werden muss. Die Preise für Hausanschlüsse sind vergleichsweise fest. Nach den Ausführungen des Projektleiters liegen sie bei rund 4 500 Euro, der Grundpreis soll 70 Euro betragen Die reinen Energiekosten dürften momentan noch über den Öl-Heizkosten liegen, sind aber auf längere Zeit als konstant und sicher zu kalkulieren.

Sehr ausführlich referierte der juwi-Projektleiter über ein Genossenschaftsmodell als Basis einer angepassten Versorgungsstruktur mit starker bürgerschaftlicher Akzeptanz. Zu diesem Punkt heiße es „Taten statt warten“, meinte Jörg Wirtz und schlug vor, im April eine Gründungsversammlung dafür durchzuführen. Bei der anschließenden Diskussion ging es neben zahlreichen technischen Details auch um einen möglichen Insolvenzfall, um die Höhe der privaten Investitionskosten und vor allem darum, ob in dem Holzheizkraftblock kurzerhand auch Müll verbrannt werden könne. „Wir können hier nicht einfach Müll reinwerfen; das geht nicht“, war die klare Antwort des Gesamtprojektleiters.

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