Weißwurst-Frühstück mit Mappus

Landtagswahl 2011

Weißwurst-Frühstück mit Mappus

Balingen, 15.02.2011

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Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Günther-Martin Pauli MdL kommt Ministerpräsident Stefan Mappus am Sonntag, 20. Februar, um 11Uhr in das Bizerba-Restaurant „Waagschale“ zum Weißwurst-Frühstück. Nach dem Wechsel von Günther H. Oettinger zur Europäischen Kommission wählte der Landtag den bisherigen Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion am 10. Februar 2010 zum neuen Regierungschef von Baden-Württemberg.

Stefan Mappus MdL ist 1966 in Pforzheim geboren, evangelisch, verheiratet mit Susanne Verweyen-Mappus und hat zwei Söhne. Er ist seit 2009 Vorsitzender der CDU Baden-Württemberg. Der Landtagsabgeordnete Günther-Martin Pauli MdL lädt alle Interessierten zum Gespräch und zur Diskussion aktueller politischer Themen ein.

Enttäuschender Mappus in Balingen

Unter einer Wahlveranstaltung verstehe ich, dass der Hauptredner dem Wahlvolk nach seiner Ansprache, Rede und Antwort steht, um zu überzeugen. Leider verschanzte sich Herr Mappus nach seiner Rede hinter seinen Getreuen und einer Weißwurst. Und mit vollem Mund spricht man ja bekanntlich nicht.
Hier kurz meine Meinung zu den Themen, die Herr Mappus ansprach:
1. S21.
1.1. Hat ein Ministerpräsident eines Bundeslandes das Recht Demonstranten zu kritisieren, die die Länge der Amtszeit der CDU mit der Amtszeit von Mubarak in Frage stellen? Wenn er selbst doch maßgeblich am Einsatz der Polizei am 30.09.2010 in dem eine genehmigte Schüler-Demonstration auf brutalste Art und Weise niedergeschlagen wurde, politische Verantwortung trägt? Bei dieser Demonstration wurden Menschen von der Polizei auf eine Wiese geschickt, um anschließend auf der Wiese von Wasserwerfern verletzt und auch schwer-behindert geschossen zu werden.
Außerdem, welche Macht, wo auch immer um 0.30 Uhr Baumfäll-Maßnahmen vornimmt, hat meiner Meinung nach was zu verbergen. Welcher Nachbar käme auf die Idee 30 Minuten nach Beginn der gesetzlichen Baumfällzeit einen Baum mitten in der Nacht zu fällen?

1.2. Herr Mappus brachte wieder ins Gespräch, dass ohne S21 und ohne die Anbindung nach Ulm Stuttgart abgehängt würde? Dieses wurde in der Schlichtung mit seinem Parteikollegen Heiner Geißler eindeutig als unrichtig festgestellt und wurde von Herrn Geißler hart kritisiert.
Ist es nicht ungehörig (Sprachgebrauch Mappus) solche Unwahrheiten weiterhin unters Wahl-Volk zu streuen???

1.3. Warum verschweigt Herr Mappus, dass es S21 lt. Schlichtung nicht mehr gibt? Es muss lt. Schlichtung S21 plus heißen. Nur ist S21 plus mit zusätzlichen 2 Gleisen, zusätzlichen Tunneln und Gleisanlagen, zusätzlichen Sicherheitsanlagen und, und, und nicht finanzierbar. Die Gelder vom Bund müssen aus rechtlichen Gründen gestrichen werden, weil nicht genügend Dividenden %Punkte bei diesem Objekt zu erwarten sind. Und es findet sich kein Geldgeber, der das Geld zusätzlich investiert. Zumal das Bahngelände nun für die Stadt Stuttgart als riesen Millionen-Verlust zu Buche schlägt, da die Grundstücke nur mit dem Auftrag „Wohnen für einfache Leute“ und nicht wie geplant, als „Palastbauten für Banken und Versicherungen“ versilbert werden kann. Aber vielleicht spekuliert Herr Mappus, wie seine Vorgänger Spät und Öttinger auf eine dotierte Stellung bei der Firma Herrenknecht AG (Tunnelbaufirma für die Tunnel von S21 und Stuttgart - Ulm). Wen würde es wundern?

2. EnBW
Herr Mappus steht immer noch hinter dem Kauf von 45 % Anteil an der EnBW (6 Milliarden) mit dem Argument, es wäre gut für ein Bundesland, wenn es seine Energiequellen in eigener Hand hat. Richtig, da stimme ich Herrn Mappus voll zu, Nur warum sagt Herr Mappus dann einige Tage nach dem Abschluss vor laufenden Kameras, man könne diese Anteile in einigen Jahren gewinnbringend verkaufen? Selbst Herr Teufel verteidigte 1999 mit Nachdruck den Verkauf der EnBW. Möge sich der Leser hier seine eigenen Gedanken machen.

3. Arbeitslose
Richtig ist, dass die Statistik aussagt, es gibt immer weniger Arbeitslose. Aber wie sagte doch mein Statistikprofessor: Statistik lügt. Richtig, denn die Arbeitslosenzahlen sinken, doch die Harz IV Empfänger steigen pro Monat um ca. 200.000. Nur wo erfährt der mündige Wähler, dass es z. Zt. schon weit über 7,1 Millionen Harz IV Empfänger gibt. Die Schnittmenge, also Empfänger, die sowohl Arbeitslosengeld als auch Harz IV erhalten kann man getrost vernachlässigen, da genügend arbeitslose Menschen in Fördermaßnahmen untergebracht sind, und daher nicht als Arbeitslose zählen. Wenn ich richtig rechne, komme ich bei 60 Millionen Arbeitswilligen und 10 Millionen Arbeitslosen incl. Harz IV Empfänger auf rund
16 % Arbeitslose. Ich höre immer nur Aufschwung. Aufschwung für wen?

4. Bildung:
Herr Mappus umgarnte in seiner Rede die Menschen, die Kinder und Enkelkinder haben. Wer hat die nicht? Herr Mappus meinte, Sie seien doch das wichtigste. Zumal Baden-Württemberg von jeher keine Rohstoffe, sondern nur Wissen anbieten könne. Dazu ein paar Beispiele: Lehrer – 17/ 18jährige Schüler.
Lehrer zeigt auf das größte Land im Südosten Südamerikas? Frage, wie heißt dieses Land? Nach Schweigen in der Klasse traut sich ein Schüler zu sagen: Sahara.
Lehrerfrage: Wo liegt Freiburg: Nach langem Schweigen eine Schülerantwort: Zwischen München und Hamburg.
Lehrerfrage: Wo liegt Baden-Württemberg und zeigt auf die Länderkarte der BRD. Der Schüler zeigt auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Soweit zum Bildungsstand und dem Wissen, also der Zukunft in Baden-Württemberg. Selbst wenn das Land und die Stadt Stuttgart nur 18 % (vorausgesetzt die %e stimmen) des Gesamtbetrages für Stuttgart 21 und die Strecke Stuttgart – Ulm zahlen müssen, wäre es nicht sinnvoller, die 18 % in Bildung und nicht in Projekte, die uns vielleicht etwas schneller, auf jeden Fall etwas unsicherer und geistig etwas ärmer machen, zu investieren?
Bernd Hempel am 21.02.2011 11:48:15

Wirklich schwache Veranstaltung

Die Nähe zum Bürger drückt die Landesregierung ja auf reichlich komplexe Art und Weise aus. Das durfte auch die junge Frau erfahren, die von Sicherheitsleuten aus dem Raum begleitet wurde. Glück hat sie ja noch einmal gehabt, daß es ihr nicht wie denen am 30.9 ergangen ist. Aber auf Kritik regiert Herr Mappus wohl nicht so gut. Die Rottweiler, die angereist waren, um ihre Sorgen kunzutun, wurden ebenfalls geflissentlich ignoriert. Das ist also dann Bürgernähe 2.0
Ein Leser am 20.02.2011 21:26:44

Nicht einmal zu "Einheimischem" reichts bei denen

Weisswurst ist eine schwäbische Spezialität, das wusste ich bislang nicht oder ist das ein Wink dahin, dass wir bereits bayrische Filzokratie offen leben?
Man lernt wohl nie aus, oder gibt es keine anständigen Maultaschen oder was immer man, wenn man auf Dummenfang geht, Lokalpatriotisches verzehren könnte?
Aber vielleicht verspätet er sich auch, dass die Weisswurst das 12eläuten hört.
Mit einer Fleischvergiftung wäre er auch mir herzlich willkommen!
Roland Späth am 16.02.2011 13:55:57

Mappus in der Waagschale

Lustig, diese Überschrift zielt schon fast auf die Wichtigkeit der Wahl ab. Wenn ich früh genug wach werde, dann komme ich auch in die Waagschale bei Bizerba/ Balingen, denn ein Gespräch mit Herrn Mappus trete ich ziemlich aufgeschlossen gegenüber. Herzlich willkommen in Balingen.
apassionata am 15.02.2011 19:00:30
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