Kein falsches Signal aussenden
Angedachter Ausbau der Endinger „Alten Balinger Straße“ ein mehrfaches Politikum
Balingen-Endingen, 10.02.2011 von Klaus Irion
„Die Alte Balinger Straße wurde seit ihrem Bestehen noch nie richtig hergerichtet“, sagt Walter Ladenberger. Nun sieht der Endinger Ortsvorsteher die Zeit gekommen, dies nachzuholen, sie „auszubauen“. Das heiße aber auf keinen Fall, dass die Straße breiter werde, es gehe lediglich darum, dass sich die „Schlaglochpiste“, die laut Balingens Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler „jedes Jahr notdürftig geflickt wird“, auch zu einer vernünftigen Zufahrt für alle werde, die in die Endinger Turn- und Festhalle wollen. „Und das sind bei größeren Veranstaltungen auch vermehrt Auswärtige“, so Ladenberger.
Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass die „Alte Balinger Straße“ die kommunalen Gremien beschäftigt. Galt und gilt sie doch noch immer als „Schleichweg“ von der B 27 hinüber ins Gewerbegebiet „Gehrn“. „Und leider auch nach wie vor in umgekehrter Richtung“, berichtet der Ortsvorsteher. Dabei ist sie in Richtung Gewerbegebiet ab der Abzweigung zur Turn- und Festhalle für LKW und aus Richtung „Gehrn“ bis eben hierhin für PKW wie LKW komplett gesperrt. Allein, es halten sich viele Autofahrer nicht daran. „Erst neulich sind mir auf der Strecke zwischen Halle und Gewerbegebiet fünf Autos entgegengekommen.
Um es nicht noch mehr werden zu lassen und schon gar keine „Rennstrecke à la Schlikkuchen“ (Ladenberger) heraufzubeschwören, soll genau dieser Teil der „Alten Balinger Straße“ in seinem Holper-Zustand belassen werden. Doch ist das nicht der einzige Grund. Schließlich schneidet die angedachte Endinger Ortsumfahrung (B 27-Trasse), die gerade dieser Tage wieder heftig diskutiert wird, die „Alte Balinger Straße“ in diesem Bereich. „Und wenn dann die Ortsumfahrung endlich einmal realisiert wird, ist ein Straßenausbau in Richtung Gehrn ohnehin hinfällig, da die Alte Balinger Straße dann zur Sackgasse wird“, sagt Köhler. Der Nichtausbau in diesem Bereich kann aber durchaus auch als politisches Statement der kommunalpolitisch Verantwortlichen gesehen werden. Schließlich könnte eine mögliche Sanierung ein falsches Signal in Sachen Dringlichkeit der B27-Trasse in Richtung Land und Bund aussenden.
Ausgebaut werden soll also lediglich der Teil von der B 27 bis zur Abzweigung zur Turn- und Festhalle. Mithin der Teil, entlang dem auch Wohnhäuser stehen. Und das ist in diesem Fall nicht unwichtig. Schließlich müssten bei einem Straßenausbau die Anwohner 95 Prozent der Baukosten im Rahmen der baulichen Erschließung selbst bezahlen. Glücklich können sich lediglich einige Anwohner am Beginn der Straße, nahe der B 27 schätzen. „Hier ist die Alte Balinger Straße als historische Straße vermerkt, wodurch die Ausbaukosten von der Stadt Balingen übernommen werden müssten“, so Ladenberger.
Der Ortsvorsteher ist selbst gespannt, wie die Diskussion am kommenden Montag verlaufen wird. „Ich will der Diskussion in keinem Fall vorgreifen.“
