„Die Ungeduld ist verständlich“
Großes Interesse an Podiumsdiskussion zur B 27-Umfahrung in Endingen
Balingen-Endingen, 03.02.2011 von Rosalinde Conzelmann
Zur Podiumsdiskussion über den aktuellen Planungsstand der B 27-Umfahrung von Endingen, Erzingen und Schömberg hatte der Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß seinen Kollegen Dr. Andreas Scheuer mitgebracht. Scheuer ist Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und war gestern auf einer Stippvisite im Kreis. Der Bundespolitiker hatte nachmittags vor den Bürgermeistern und Kreisräten zur Verkehrsinfrastruktur im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen in der Schlossscheuer in Lautlingen gesprochen.
Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann, der mit seinen Stadtplanern auf dem Podium Platz genommen hatte, erinnerte in einer kurzen Chronologie an die lange Planungszeit der Umfahrung. „Die Ungeduld ist verständlich“, stellte er fest und forderte die Bundespolitiker auf, „das Signal an Bund und Land zu schicken, dass die Planung weitergehen und wir in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden“.
Wie sehr die Endinger und Erzinger Bürger belastet sind, verdeutlichten die Zahlen, die das Planungsbüro von Professor Gunter Kölz, der an diesem Abend die Moderation übernahm, ermittelt hat. Unter den rund 22 000 Autos, die täglich durch den Ort fahren, sind 800 Lastzüge, 700 Lieferwagen und rund 100 Busse. Die Verkehrslawine zerschneidet den Ort in zwei Hälften. 70 bis 80 Prozent sind Durchgangsverkehr.
Gerne hätte Dr. Scheuer den Zuhörerinnen und Zuhörern die selbe gute Nachricht wie den Lautlingern wenige Stunden zuvor, überbracht: Deren Umfahrung ist nämlich einen Planungsschritt weiter, während die B 27-Umfahrung für Endingen, Erzingen und Schömberg sich im derzeit noch Stadium „vordringlicher Bedarf“ mit Sternchen befindet. „Jetzt müssen sie darum kämpfen, dass weiter geplant wird und sie im Bundesverkehrswegeplan 2015 in den vordringlichen Bedarf kommen.“
Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger und Endingens Ortsvorsteher Walter Ladenberger mahnten mit eindringlichen Worten die Dringlichkeit der Umfahrung an, die ein Thema der ganzen Raumschaft sei. „Es ist fünf vor 12“, so Sprenger. „50 Jahre Planungszeit sind genug“ , ergänzte Ladenberger.
Wie groß der Unmut bei den Endingern ist, zeigte sich in der anschließenden Diskussion. Die Bürger sind es leid, Jahr um Jahr vertröstet zu werden und wollen endlich einen Fortschritt sehen. „Jetzt muss Verkehrsministerin Tanja Gönner her“, forderte Stadträtin Helga Zimmermann-Fütterer mit Vehemenz. Denn das „Land-Bund-Spielchen“ reibe die betroffenen Bürger auf.
