Februar 2011

Rosenfeld, 03.02.2011

Verschlepptes Aus

Fußball: Sportfreunde-Insolvenz zieht sich in die Länge

Verschlepptes Aus
Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen die klammen Sportfreunde Isingen verzögert sich. Zunächst sollte dies am vergangenen Dienstag geschehen, mittlerweile steht als Termin der 1. März im Raum.

Die Hoffnung stirbt zuletzt – auch bei den Grün-Weißen. Doch der Umstand, dass Dr. Axel Kulas die Insolvenz gegen die Sportfreunde nun doch nicht, wie zunächst angenommen, am 1. Februar eröffnet hat, ist wohl eher als zunächst nicht zwingend angedachte, doch notwendige Verzögerung anzusehen, denn als der plötzlich wiedergekehrte Glaube der Isinger, dass der wirtschaftlich angeschlagene Verein seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern nun doch nachkommen könnte.

„Es sind noch einige Dinge zu klären, denen sich der Insolvenzverwalter nun widmen muss“, begründet Andreas Biffar den nach wie vor unsicheren, allerdings sehr realistischen neuen Termin für die Eröffnung. Und dennoch macht sich in der Rosenfelder Teilgemeinde Zuversicht breit. Es gäbe Interessenten für die Reithalle, betont der Klubvorsitzende. Jedoch müssten diese erst die Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, meint Biffar weiter, der nicht glaubt, dass dieser Vorgang bis zum 1. März beendet sein wird. Ohnehin wäre die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vermutlich auch dann nicht mehr abzuwenden. Und da kommen die Fußballer ins Spiel.

Der abstiegsgefährdete Noch-Landesligist müsste im Falle einer Insolvenz in die Bezirksliga runter. Allerdings nur dann, wenn die Grün-Weißen auch die Rückrunde zu Ende spielen könnten. Die Zeichen hierfür stehen schlecht. Biffar betont: „Wir trainieren derzeit mit 24 Mann, Isingern und Brittheimern.“ Darunter seien auch einige ältere Kicker, die nochmals ihre Stiefel ausgepackt hätten, um dem Verein zu helfen: „Aber mit zwei Mannschaften können wir daher wohl kaum in die Rückrunde gehen.“ Man werde den Kooperationspartner TSV Brittheim ganz sicher nicht vor den Kopf stoßen, sagt der Sportfreunde-Chef.

Da jene Akteure der zweiten Mannschaft, der SGM Isingen 2/ Brittheim, die aus dem Stammverein TSV Brittheim kommen – im Gegensatz zu den grün-weißen Kreisliga-Fußballern – nicht in der Landesliga spielberechtigt wären, das heißt nicht aushilfsweise in die „Erste“ aufrücken dürfen, ist eine Abmeldung der Landesliga-Truppe vom Spielbetrieb vielfach realistischer, als die zweite Garde aus der Kreisliga A 1 zurück zu ziehen. „Wir versuchen weiter alles, um eine Mannschaft auf die Beine zu stellen“, versichert Biffar, „doch es wird sehr schwierig.“

Zumal das Gros der Spieler die Sportfreunde längst verlassen hat. Auch da gibt es Neuigkeiten: Christoph Bogenschütz wechselt zum Ligarivalen SV Stetten. Landesligist SG Empfingen (Staffel 3) hat sich die Dienste von Esad Güven gesichert, auch Andreas Jastremsk geht wohl dorthin. In die Bezirksliga, zum SV Dotternhausen, zieht es Jerome Grossetête und Jens Hoch. Beim SVD war auch Fabian Jaber im Gespräch, doch dieser, verrät Biffar, wolle nun eine Pause einlegen. Etwas überraschend werde auch Stefan Toninger aussetzen. Dem SV Tieringen (Bezirksliga) schließt sich Mario Koch an. Die Brüder Burak und Furat Yorumlaz spielen künftig für den A-Ligisten 1. FC Burladingen. Keeper Bülent Pesket hat sich der SGM Endingen/Roßwangen angeschlossen, wohl als Spielertrainer. Gemeinsam mit Baris Pesket, Onur Camur und Harun Ergen nimmt der Isinger Ex-Kapitän den außergewöhnlichen Weg von der Landes- in die Kreisliga B.

 

Die Chancen stehen schlecht

März erwacht die Landesliga aus dem Winterschlaf. Dann müssten die SF Isingen beim SV Rangendingen antreten. Ob es dazu kommt, entscheiden die Verantwortlichen der Grün-Weißen erst Ende Februar. Derzeit stehen die Chancen, dass die Sportfreunde die Landesliga-Rückrunde beenden können, schlecht. Fast alle Kicker aus dem Kader der „Ersten“ haben den finanziell angeschlagenen Klub zwischenzeitlich verlassen. Geblieben sind Jan und Kai Schwarz, Torhüter Maximilian Hesselbarth, Julian Rontke, Lukas Vögele, Kevin Nota und Kevin Schmid, der die Isinger seit dem Abgang von Richard Maier gemeinsam mit Stephan Leopold coacht.

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Abstieg, FC07 Albstadt, Insolvenz.

Kommentare unserer Leser


Butter bei de Fische...

als langjähriger Fußballinteressierter im Kreis muss ich dieses Wischiwaschi von Herrn Biffar kritisieren. Die Isinger sollen endlich die Hosen runterlassen und sagen, was Sache ist. Warum dieser Schuldenberg zustande kam, wie jedes Jahr die Entlastung durch die Mitgliederversammlung möglich sein konnte. Man könnte meinen, dass Herr Biffar den Ernst der Lage noch nicht erkannt hat. Wir sprechen hier nicht von einer offenen Rechnung für 2 Tore oder 4 Eckfahnen...
von im Herzen VfB am 04.02.2011 10:29:43

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