Wohnen und arbeiten
Bürgergespräch mit Bürgermeister Karl-Josef Sprenger
Schömberg-Schörzingen, 28.01.2011 von Siegfried Seeburger
Nach knapp vier Jahren seit der letzten Info-Veranstaltung waren heuer 22 Männer, darunter Gemeinde- und Ortschaftsrat Tommy Geiger, der Einladung ins Gasthaus „Sankt-Joseph-Stuben“ gefolgt. Die Männerrunde ließ sich aus berufenem Mund über Vergangenes und Künftiges in der Stadt- und Ortschaftsentwicklung informieren.
Er wolle beleuchten, was augenblicklich den Gemeinderat, Ortschaftsrat und die Verwaltung beschäftige, begann der Bürgermeister und richtete sein Augenmerk auf einzelne Projekte in Schörzingen.
Die Sanierung der Grundschule mit Gymnastikraum und Hohenberghalle wird im laufenden Jahr abgeschlossen. In das seit 2007 laufende Projekt seien dann rund 800 000 Euro geflossen, rechnete Karl-Josef Sprenger vor. Beim zentralen Schulstandort in Schömberg geht der Bürgermeister von einem Investitionsvolumen von über 1,8 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren aus: „Die schulischen Obliegenheiten haben in den von der Stadt zu schulternden Maßnahmen deutliche Priorität“. Lobende Worte richtete er an die Freiwillige Feuerwehr Schörzingen und bedankte sich für die zahlreichen Aktivitäten.
Das Thema „Hochwasserschutz“ ist bei der Einwohnerschaft von Schörzingen stets mit Beklemmung verbunden. Auf diesem Gebiet habe die Stadt in den Jahren 2009 und 2010, vor allem im Bereich „Sulzbach“, rund 270 000 Euro investiert, wobei die Fachförderung mit 20 000 Euro eher gering ausgefallen sei. Kurz streifte der Bürgermeister auch den Kindergartenbereich, die Straßensanierung, das Leader-Projekt „Erlebnistreff Oberhohenberg“ und die zum Ärgernis gewordene Radwegverbindung zwischen Schörzingen und der Nachbargemeinde Weilen unter den Rinnen.
Allerdings habe er augenblicklich beim besten Willen keine Hoffnung für eine schnelle Verwirklichung der aus Sicherheitsgründen zweifellos wichtigen Maßnahme, dämpfte Karl-Josef Sprenger die Erwartungen der Zuhörer. Bei all den anstehenden Aufgaben müssten die kommunalen Gremien zwangsläufig Prioritäten setzen, wobei der Radwegbau in die Kompetenz des Landkreises falle, die Kommune jedoch anteilige Kosten zu übernehmen habe.
Als besonders wichtig stellte das Stadtoberhaupt die Bereiche „Wohnen und Arbeiten“ heraus, die stark geprägt werden durch die Bereitstellung von Baugrundstücken und Gewerbeflächen einschließlich der notwendigen Infrastruktur.
In Punkto ärztliche Versorgung steht der Bürgermeister in Kontakt mit seinem Amtskollegen in Deilingen, um die seit längerer Zeit anstehende Arztfrage gemeinsam zu klären.
In seiner Gesamtschau stellte Karl-Josef Sprenger auch die Haushaltsentwicklung der Stadt dar. Trotz allen Problemen habe man immer noch investieren können, betonte er. Dabei sei während seiner Amtszeit die Pro-Kopf-Verschuldung in Schömberg von 418 Euro auf 240 Euro zurückgegangen. Die anschließende Diskussion war verbindlich im Ton, aber trotzdem klar und deutlich in der Sache. Dabei ging es vor allem um die Kosten für die Feuerwehr bei Hochwassereinsätzen, die stete Sauberhaltung der Wasserläufe, um eine offensichtlich überzogene Schutzmaßnahme auf einem Privatgrundstück und um den vor einiger Zeit noch intensiv diskutierten Umbau der alten Pfarrscheuer.
Der Radwegbau nach Weilen unter den Rinnen ist in Schörzingen ein sehr zentrales Thema, zum dem aus der Diskussionsrunde zahlreiche Vorschläge und Kommentare kamen. Der Bürgermeister bedankte sich am Schluss für das gezeigte Interesse und die wertvollen Anregungen, „die mich auch im täglichen Geschäft beschäftigen“.
