Dioxin? Nicht bei uns im Kreis

Behörden geben Entwarnung: Giftskandal betrifft keine heimischen Betriebe

Zollernalbkreis, 13.01.2011 von Hannes Mohr

Anzeige
Der Skandal um das Gift Dioxin in Futtermitteln, zieht weite Kreise. Doch auf der Zollernalb ist das wohl kein Thema – zumindest nicht bei heimischen Betrieben. So die Auskunft des Landwirtschaftsamtes.

Die Verbraucher sind in diesen Tagen ziemlich verunsichert. Nachdem bekannt wurde, dass norddeutsche Viehbetriebe dioxinverseuchtes Futtermittel an ihre Tiere verfütterten, kaufte man Fleisch oder Eier plötzlich mit einem mulmigen Gefühl im Magen. Denn Dioxin ist ein Gift, das bei höheren Mengen bis zum Tod führen kann. Doch vielmehr kann es Chlorakne oder verstärktes Tumorwachstum bei krebskranken Menschen verursachen.

Dabei gibt es im Zollernalbkreis keinen Grund zur Panik – solange man auf heimische Produkte setzt. Franz Keßler, Leiter des Landwirtschaftsamtes des Zollernalbkreises, beruhigt: „Bei uns im Kreis müssen wir uns keine Sorgen machen.“ Grund sei die flächengebundene Milchvieh-, Schweine und Geflügelhaltung. Soll heißen, heimische Betriebe füttern ihre Tiere hauptsächlich mit selbst angebautem Futter. „Zukäufe sind eher die Ausnahme. Und wenn doch, dann sind diese streng kontrolliert“, erklärt Keßler weiter.

Bis jetzt gab es auch keine Fälle von Dioxin im Zollernalbkreis. Auch von Hofschließungen ist die Region verschont geblieben und es gab bislang keinen Grund zur Beanstandung. „Futtermittelkontrollen führen wir zwar nicht selbst durch“, erklärt Dr. Gabriele Wagner, Leiterin des Amts für Veterinärwesen im Zollernalbkreis, „aber das dafür zuständige Regierungspräsidium gibt uns sofort Bescheid, wenn etwas entdeckt wird.“ Das sei bis jetzt nicht der Fall gewesen. Wagner ist froh darüber und ist sich sicher, dass in Baden-Württemberg und im Kreis auch weiterhin alles ruhig bleibt.

Als Grund nennt sie ebenfalls den heimischen, geschlossenen Kreislauf. Denn die Bauern produzieren ihr Futter meist selbst. Das damit gefütterte Vieh wird von den heimischen Metzgern abgenommen und im Schlachthof in Balingen geschlachtet. „Im Zweifel fragt man beim Metzger nach, woher das Fleisch stammt“, rät Wagner.

Auch Jürgen Greß, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Zollernalb (KHS), kann beruhigen. „Das Fleisch unserer Metzger kommt überwiegend von heimischen Höfen.“ Die KHS habe Informationsschreiben an alle Metzgereien geschickt. In ihnen stehen wichtige Informationen rund um den Dioxin-Skandal. „Dadurch bekommen die Bürger bei ihrem Metzger direkt vor Ort alle nötigen Informationen“, erzählt Greß. Zudem lobt er die strengen Kontrollen des Regierungspräsidiums und des Landratsamts: „Das gibt zusätzliche Sicherheit.“ Auch seiner Meinung nach bleibt es im Kreis ruhig.

Und wenn man Eier kaufen will? „Auch hier gilt die Regel, aus heimischer Produktion kaufen“, sagt Wagner. Zumindest aber aus Baden-Württemberg. Diese Eier erkennt man an dem Stempel, den jedes Ei trägt. Die „08“ steht dabei fürs Ländle. „Im Zweifelsfall hat man immer noch die Möglichkeit, direkt beim Hof einzukaufen. Da ist man auf der sicheren Seite“, empfiehlt Wagner.

Wer also hier im Kreis produziertes Fleisch oder Eier kauft, scheint nichts falsch zu machen. „Unsere Produkte kann man ganz ohne Bedenken kaufen, verzehren und genießen“, sagt Keßler – nicht ohne Stolz.

Jetzt Mitmachen

Anzeige
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook