Weniger Sonne und ziemlich kalt
Das vergangene Jahr wartete mit einigen Wetterkapriolen auf
Balingen, 13.01.2011 von Helga Jetter
Das Jahr 2010 war im Witterungsverlauf zu kalt, durchschnittlich feucht und sonnenscheinärmer als üblich. Im Winter 2009/2010 lag an 15 Tagen eine geschlossene Schneedecke. Der Februar trug zur Winterbilanz vor allem Schnee bei: Bei 31 Zentimetern lag die Neuschneesumme. Der Winter 2009/2010 weist eine Mitteltemperatur von minus 0,3 Grad aus, der kernige Winter kann mit 68 Frosttagen, 91 Zentimetern Neuschneesumme und mit einer geschlossenen Schneedecke an 49 Tagen aufwarten.
Auch das Frühjahr war durchwachsen. Der März war zweigeteilt. Auf eine noch streng winterliche erste Monatshälfte folgte ein halber Monat mit frühlingshaften Temperaturen. Die Temperaturspanne reichte von minus 11,7 Grad bis plus 21,4 Grad. Der April war wärmer, sonnenscheinreicher und trockener als üblich. An 26 von 31 Tagen regnete es im Mai. In der Summe kamen 136,7 Liter pro Quadratmeter zusammen. Insgesamt war das Frühjahr 2010 kälter (7,7 Grad gegenüber 8,2 Grad Durchschnittswert), deutlich feuchter (321,7 Liter gegenüber 235,3 Liter) und mit etwas weniger Sonnenschein (476,2 Stunden gegenüber 518,7 Stunden) versehen.
Vor der Sommer kam, war der Juni zu kalt, zu nass und sonnenscheinarm. Im letzten Monatsdrittel drehte sich das Wetter, sodass in der Gesamtbilanz der Monat sogar etwas zu warm ausfiel. Der Juli zeigte sich im letzten Monatsdrittel mehr herbstlich als sommerlich: Es regnete zu Beginn der Sommerschulferien. Nach kurzer Abkühlung nach der ersten Juliwoche war dann bis zur Monatsmitte jeder Tag ein sogenannter Sommertag mit 25 und mehr Grad Celsius. Der August verhagelte die Sommerbilanz. Bundesweit wurde der feuchteste August seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen registriert. Auf der Zollernalb war der August beim Niederschlag durchschnittlich, ansonsten war der Monat etwas zu kalt und deutlich sonnenscheinärmer als üblich. Der Sommer brachte es auf 39 Sommertage.
Etwas zu trocken, etwas mehr Sonne, aber auch etwas kälter als üblich zeigte sich das September-Wetter. Das Wetter im Oktober war dreigeteilt. Nach einem goldenen Auftakt folgte eine Periode mit verregnetem und fast winterlichem Wetter, um dann den Monat mit ruhigem, kühlen und teils nebligem Wetter, aber auch mit sonnigen und warmen Tagen ausklingen zu lassen. Am 20. Oktober fiel auf den Höhen der Albberge der erste Schnee. Auf eine viel zu warme erste November-Hälfte folgte eine winterliche Hälfte mit ungewöhnlich viel Schnee und strengem Frost.
Der Dezember zeigte sich als strammer Wintermonat, der um 2,6 Grad zu kalt ausfiel, in dem eine Neuschneesumme von 70 Zentimetern zusammenkam und an 23 Tagen eine geschlossene Schneedecke lag. Aber es gab auch wieder einmal weiße Weihnachten mit allein 19 Zentimetern Neuschnee an Heiligabend.
Die Jahresmitteltemperatur betrug 8,1 (Durchschnittswert 8,6) Grad Celsius. An Niederschlag fielen 888,2 (873,0) Liter auf jeden Quadratmeter. In der Summe hatte das vergangene Jahr 134 (129) Regentage. Die größte Regenmenge binnen 24 Stunden fiel an der Messstelle vom 17. auf den 18. Juni mit 38,5 (45,3) Litern pro Quadratmeter. An 17 (25) Tagen wurden Gewitter registriert. Nebel gab es an 32 (30) Tagen, und die Sonne schien am Beobachtungsort 1738,7 Stunden lang. Frost gab es 2010 an 108 (99) Tagen.
Der kälteste Tag des Jahres war der 26. Dezember mit minus 15,6 Grad Celsius und entsprach somit genau dem Durchschnittswert aus den 31 vorausgegangenen Jahren. Geschneit hat es im Jahr 2010 an 58 (39) Tagen. Eine geschlossene Schneedecke lag an 72 (40) Tagen. Zählt man allen gefallenen Schnee im Jahr 2010 zusammen, so kommt man auf eine Neuschneesumme von 190 Zentimetern (89) – mehr als doppelt so viel wie durchschnittlich. Wärmster Tag des Jahres 2010 war der 10. Juli mit 33,6 (32,9) Grad Celsius.
