Narrensamen in neuem Kleid

Auch die Kleinen sind für die Saison gerüstet: Ebinger Fasneter schaffen Kinder-Narros an

Albstadt-Ebingen, 11.01.2011 von Dagmar Stuhrmann

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Die Saison beginnt mit neuen Kleidern: Die Narrenzunft „Alt-Ebinga“ hat fünf Kostüme für den „Narrensamen“ angeschafft. Das Kinder-Häs ist, anders als das der Erwachsenen, nicht bestickt, sondern bemalt.

Die Ebinger Narrenzunft kann sich über mangelnden Nachwuchs nicht beklagen: Fünf närrische Nachkömmlinge werden die großen Narros und die Butza der Narrenzunft „Alt-Ebinga“ in dieser Fasnetssaison begleiten. Sie haben jetzt ein eigens für den Narrensamen entworfenes Kinder-Häs bekommen. „Das Häs der Kinder-Narros weist einige Besonderheiten auf,“ erklärt Matthias Schwarz, Vorsitzender und „Zunftfürst“ der Ebinger Narren. „Es wird in Eigenregie von Zunftmitgliedern per Hand bemalt und nicht wie der große Narro bestickt. Und weil Kinder relativ schnell aus dem Häs heraus wachsen, findet man auf dem Kinder-Narro-Häs auch nicht alle historischen Gebäude.“ Das wäre laut Jutta Reim, stellvertretende Vorsitzende, zu aufwendig und auch zu teuer. Sie ist Fachfrau bei diesem Thema, denn als „Zunftvogtin“ gehört es zu ihren Aufgaben, sich um alle Anliegen rund um das Häs der Zunft zu kümmern.

Neu eingekleidet geht im übrigen auch die Vorstandschaft in die neue Saison. Das bisherige Häs von Zunftfürst und Zunftvogt wurde per Beschluss des Narrenrates bis auf weiteres abgeschafft. „Der Samtfrack war zu empfindlich, was eine Ausbesserung bei Schäden oder Erweiterung aufgrund Zunahme der körpereigenen Masse zu teuer macht,“ erklärt Matthias Schwarz schmunzelnd. Der Narrenrat machte sich für eine Vereinfachung der Kostüme stark. Man entschied sich deshalb für eine Mischung aus Narro und Butza: schwarze Hose, weißer Narro-Kittel und der alte Vorstands-Hut, allerdings jetzt mit Fuchsschwänzen geschmückt.

Die Zunft ist somit im 125. Jahr nach der ersten öffentlich organisierten Fasnet durch das Narrenkomitee der Hutmachergesellen der Hutfabriken Daiber und Lieb sowie des Hutmacher-Gesangvereins Liederkranz für die diesjährige Saison gerüstet. In Ebingen sind die Narren am Schmotzigen Donnerstag in der Innenstadt unterwegs. Am Fasnet-Samstag, 5. März, laden sie zum Bürgerball in die Festhalle ein. Der Kartenvorverkauf beginnt am 24. Januar. Das „Duo SüdOst“ wird auch in diesem Jahr für die musikalische Umrahmung zuständig sein. Am Fasnetsmontag geht es auf die Kinderfasnet der Heilig-Kreuz-Gemeinde, anschließend findet ein Städtle-Rundgang statt.


Brauchtum wiederentdeckt: Die Ebinger Narren berufen sich auf die närrische Tradition

Blick zurück: Matthias Schwarz, der Chef der Narrenzunft „Alt-Ebinga“, erinnert an die närrische Tradition, auf die sich die Ebinger Narren berufen: „Am Fasnachts-Montag, 8. März 1886, waren die Ebinger zum ersten Mal auf der Straßenfasnet und bei einem öffentlichen Fasnachtsball im Gasthaus Stern, der später dann in das Gasthaus Unoth und danach in die Turnhalle verlegt wurde, als diese fertig gestellt war. Man kannte zwar Fasnachtsbälle aus früheren Jahren, diese waren allerdings überwiegend eigenen Mitgliedern vorbehalten.“

Die närrischen Wurzeln wollen die Ebinger Narren hegen und pflegen so gut es geht. Die Mühe wird in besonderer Weise belohnt: die Narrenzunft „Alt-Ebinga“ darf dieses Jahr als einzige junge Zunft am Weißnarrentreffen in Schwenningen am Neckar teilnehmen.

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