Ein strammer Wintermonat

Dezember brachte den kältesten Tag und die mächtigste Schneedecke des Jahres

Balingen, 07.01.2011 von Helga Jetter

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Ein Dezember, wie er im Buche steht, erlebten wir im vergangenen Monat. Es war so kalt wie schon seit Jahren nicht mehr.

Der Dezember 2010 war im Rückblick ein strammer Wintermonat. Er brachte mit minus 15,6 Grad den kältesten Tag und mit 22 Zentimeter die mächtigste Schneedecke des vergangenen Jahres hervor. Zudem lag auf Stationshöhe an 23 Tagen eine geschlossene Schneedecke. Des weiteren war der Monat um 2,6 Grad zu kalt – nach dem Dezember von 1996 der zweitkälteste Dezember der vorausgegangenen 30 Jahre, fast doppelt so feucht aber auch um einiges sonnenscheinärmer als üblich. Alles in allem ein Winterwetter, das bundesweit erheblich den Verkehr zu Land, Wasser und Luft beeinträchtigte. Aber das Dezemberwetter brachte auch mal wieder die so von vielen ersehnte „Weiße Weihnacht“, und dies in einem Maße, wie schon lange nicht mehr da gewesen.

Durchschnittlich (seit 1979 gerechnet) ist es bei uns im Dezember plus 1,2 Grad warm, an Niederschlag fallen im Monat 63,4 Liter auf den Quadratmeter, und die Sonne scheint 63,3 Stunden. Der Dezember 2010 weist dagegen eine Durchschnittstemperatur von minus 1,4 Grad, 120,4 Liter Niederschlag und 42,5 Sonnenscheinstunden aus.

Kalt und mit Schneefall begann der Dezember. Vom vorausgegangenen November bedeckten noch 14 Zentimeter Altschnee die Flur. In der ersten Dezemberwoche schneite es zwar immer wieder etwas, ohne aber die Schneedecke merklich anwachsen zu lassen. Abschmelzen und Zusammensacken hielten sich dem Neuschnee gegenüber die Waage.

Vom 5. bis zum 9. Dezember schneite und regnete es dann heftig. Insgesamt kamen in diesen vier Tagen alleine 57,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Schnee und überflutete Straßen führten landesweit zu Verkehrsbehinderungen. Am 8. Dezember wurde dann der Monatshöchstwert von plus 12,8 Grad registriert, und es wehte ein böiger Wind. Kurz danach war der Schnee auf Stationshöhe auf kläglich Reste verschwunden und die Tag- und Nachttemperatur blieb im Plusbereich. Nennenswert neuen Schnee gab es wieder ab dem 12. Dezember. Der blieb dann bis zum 20. des Monates liegen. Gleichzeitig war es winterlich kalt. Zum astronomischen Winteranfang (22. Dezember) zeugten jedoch nur noch zusammengeschobene Schneehaufen von der weißen Pracht. Neuerlicher Regen und stürmischer Wind mit relativ milden Temperaturen hatten ihn aufgeräumt.

Mit dem Messtermin in den Frühstunden des Heiligen Abend setzte dann neuer Schneefall ein, so dass man mit etwas großzügiger Bewertung von einer dann folgenden „Weißen Weihnacht“ sprechen kann. Streng genommen sollte schon zum Messtermin der Boden mit wenigstens einem Zentimeter Schnee bedeckt sein, um dieses Prädikat zu erhalten.

Zur Erinnerung: Die letzte weiße Weihnacht wurde auf Stationshöhe im Jahr 2003 registriert. Damals lagen über die Feiertage eine drei Zentimeter starke Gesamtschneedecke – übernommen aus den Vortagen von Weihnachten. Im Dezember 2010 fielen an Neuschnee alleine am Heiligen Abend 19 Zentimeter und bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag war die Gesamtschneedecke auf 22 Zentimeter angewachsen. Das ist die größte Menge an Neuschnee und die mächtigste Schneedecke des ganzen Jahres 2010. Um ähnliche Werte zu finden, muss man bis ins Jahr 1981 zurück blicken.

Mit Bilderbuch-Winterwetter zeigte sich der zweite Weihnachtsfeiertag im Zollernalbkreis. Er brachte auch den kältesten Tag des vergangenen Jahres hervor. Kurz vor Sonnenaufgang an diesem Tag sackte die Temperatur auf minus 15,6 Grad Celsius ab. Bis dahin war der 16. Februar mit minus 12,9 Grad der kälteste Tag gewesen.

Die letzten Tage des Dezembers waren dann etwas milder und meist nebelig trüb, doch die geschlossene Schneedecke hielt sich über die Jahreswende hinaus. Das Jahr endete mit minus 3,9 Grad Celsius um Mitternacht.


Für die Statistik: Das Wetter im Monat Dezember

Die Durchschnittstemperatur betrug minus 1,4 Grad. 2009 lag sie bei plus 1,0 Grad, und im Durchschnitt seit 1979 bis 2009 war es bei uns im Dezember plus 1,2 Grad warm. Frosttage wurden 24 registriert und Eistage, an denen das Thermometer ganztägig unter null Grad anzeigt, gab es insgesamt 15.

Regentage mit einem oder mehr als einem Liter Niederschlag pro Quadratmeter wurden 16 gezählt, und in der Summe kamen 120,4 Liter zusammen. Im Jahr 2009 waren es im Dezember 82,7 Liter, und im Durchschnitt seit von 1979 bis 2009 sind es 63,4 Liter.

Schnee gab es an 21 Tagen, und eine geschlossene Schneedecke wurde an 23 Tagen registriert.

Nebel (Sichtweite unter einem Kilometer) gab es auf Stationshöhe an fünf Tagen.

Der Wind frischte an

fünf Tagen mindestens bis auf Windstärke 6 (39 und mehrStundenkilometer) auf.

Die Sonne schien an der Beobachtungsstation in Heselwangen 42,5 Stunden lang, im Dezember von 2009 waren es 58,9 Stunden und im Schnitt seit 1990 sind es 63,3 Stunden.

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