Aus Grün-Weiß wird bald Schwarz-Gelb: Isingens Mittelfeldstratege Fabian Foelsch (rechts) schließt sich zur Landesliga-Rückrunde wohl dem Ligarivalen TSV Frommern an.
Aus Grün-Weiß wird bald Schwarz-Gelb: Isingens Mittelfeldstratege Fabian Foelsch (rechts) schließt sich zur Landesliga-Rückrunde wohl dem Ligarivalen TSV Frommern an. Foto: Fuhrmann.

Zollernalbkreis, 05.01.2011

Isinger Massenflucht

Fußball-Landesliga: Rangendingen sucht neuen Trainer

Isinger Massenflucht
Massenflucht bei den Sportfreunden Isingen: Dem finanziell angeschlagenen Landesligisten laufen die Fußballer weg. 18 von 25 Grün-Weißen haben sich bereits abgemeldet. Doch wohin führt ihr Weg?

Zum Ligarivalen FC 07 Albstadt schon einmal nicht, zumindest nicht zwangsläufig, betont Öner Topal. Zwar räumt der Trainer der Blau-Weißen ein, nach der Bekanntgabe des wohl besiegelten Zwangsabstiegs der Isinger den Blick auf zwei Akteure im grün-weißen Dress geworfen zu haben. Doch eigentlich hätte der Landesliga-Zweite keinen Grund, sich derzeit zu verstärken. Gespräche seien nicht geführt worden, und würden auch nicht auf Teufel komm' raus geführt: „Wir haben eine starke Hinrunde gespielt und wollen nun versuchen, Tabellenführer Friedrichshafen anzugreifen.“ Und doch sagt Topal auch: „Wenn wir uns verstärken müssen, dann erst zur neuen Saison – und das nur, wenn wir den Aufstieg schaffen sollten.“ Zumal der langzeitverletzte Armin Hotz wieder zurückgekehrt sei und auch die A-Jugend Optionen biete.

Einen „Neuen“ hat der FCA bereits begrüßt: den Oberliga erfahrenen Jan Dehner (zuletzt TSG Balingen). Topal: „Jan wollte unbedingt zu uns kommen und er passt menschlich auch gut ins Team.“

Fabio Gallinaro wird da deutlicher. Isingens Mittelfeldmann Fabian Foelsch werde sich aller Voraussicht nach seiner Mannschaft anschließen, sagt der Spielertrainer des TSV Frommern, der die Sportfreunde früher selbst trainiert hatte und Foelsch in dieser Funktion 2004 von der TSG Balingen zu den Isingern lotste. Foelsch selbst bestätigte gestern die Spekulationen. „Ich habe mir bereits vor dem Jahreswechsel Gedanken über einen neuen Verein gemacht und mich für Frommern entschieden.“ Das Argument der Ehre, mit dem die Isinger Verantwortlichen in den letzten Wochen versucht hatten, die Spieler zu halten, lässt der 26-Jährige nicht gelten. Es habe im vergangenen Jahr interne Entwicklungen gegeben, die ihm den Wechsel im Endeffekt leicht gemacht hätten, sagt er vielsagend. Isingens Fußball-Vorstand Kai-Uwe Schwarz meint: „Wir sind von der Entwicklung teilweise auch überrascht worden.“ Einige Abgänge hätten sich angedeutet, „von anderen sind wir sehr enttäuscht“.

Fix sei der Foelsch-Transfer allerdings noch nicht, beide Vereine hätten noch Modalitäten zu klären, betont Ralf Schneider. Diese könnten jedoch erst abgeschlossen werden, wenn Insolvenzverwalter Dr. Axel Kulas aus seinem Urlaub zurückgekehrt sei, fährt Frommerns Spielleiter fort, der zugibt, mit drei weiteren Isingern in Kontakt zu stehen. Gallinaro berichtet, dass er nach den Winter-Abgängen von Martin Graef (Ziel unbekannt), Jusuf Ceylan und Melik Erdogan (beide wohl FC Onstmettingen) im offensiven Bereich Verstärkung brauchen könnte – und ein Auge auf Martin Horn geworfen habe. Auch Bülent Pesket ist offenbar bei den Schwarz-Gelben im Gespräch. Der Keeper bestätigte, dass er die Rückrunde bei einem anderen Landesligisten beenden werde und „ich ab dem 1. Juli bei der SG Endingen/Roßwangen als Spielertrainer tätig werde“.

Ganz andere Sorgen hat unterdessen der SV Rangendingen. Die akut abstiegsbedrohten Mühlwasen-Kicker stehen zur Landesliga-Rückrunde ohne Trainer da. Interimstrainer Thomas Gulde hat, wie abgesprochen, sein Amt zur Winterpause niedergelegt. Abteilungsleiter Jürgen Gnant ist ratlos: „Wir haben noch keine Lösung gefunden.“ Die Trainersuche sei schwierig, der „Neue“ müsste wohl mit der Bezirksliga planen, aber „die Rückrunde mit Anstand zu Ende spielen“. Gnant, der nach dem Rücktritt des langjährigen Funktionärs Dieter König einen Berg an Arbeit beseitigen musste (und muss), ergänzt: „Unser Kader hat personell die Untergrenze erreicht.“ Man halte Ausschau nach neuen Kickern, „doch das ist ein Teufelskreis“: Ohne Trainer, keine Neuzugänge: „Ideal wäre ein Gesamtpaket aus Spielertrainer und drei Neuzugängen. Hätten wir das rettende Ufer im Blick (der SVR hat 19 Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, d. Red.), wäre die Suche sicher nicht so schwer.“

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Insolvenz, Abstieg.

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