Eine düstere Krimiatmosphäre entsteht

Der Geislinger Filmemacher Martin Jehle räumt auf dem Sydney Film Festival zwei Preise ab

Geislingen, 23.12.2010

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Nach einem lebhaften und sehr produktiven ersten Semester in Sydney konnte Martin Jehle aus Geislingen auf dem Sydney Film School Festival zwei Preise entgegennehmen.

Im Ambiente des historischen chauvel cinemas, des größten Arthouse-Kinos Sydneys, wurden in zwei Tagen knapp sechzig Studentenfilme der letzten sechs Monate gezeigt und ausgezeichnet.

Prämiert wurde Jehle für seine Arbeit als director of photography für die 16-mm-Produktion „no soul, no service“, die an diesem Abend noch drei weitere Preise abräumen konnte. Der Film erzählt die Geschichte eines Detektivs, der in einer fiktiven futuristischen Version der 50er-Jahre mit einem Roboter zusammenarbeiten muss, um den Mord an seinem Kollegen aufzuklären. Der Film zitiert in stimmungsvoller Schwarz-Weiß-Fotografie die Filme der Schwarzen Serie und schafft durch den geschickten Einsatz langer Kamerafahrten, Jibarmshots, low-key-Lichtführung und Effekten wie Regen und Nebel eine düstere Krimi-Atmosphäre. Der Preis beinhaltet einen Tausend-Dollar-Gutschein für Filmentwicklung im Kopierwerk Deluxe. Den zweiten Preis erhielt Jehle für seine theoretische Arbeit an der Sydney Film School. Er wurde für eine case study zum australischen Kino mit dem Titel „strategies of authentification in shine“ ausgezeichnet.

Martin Jehle ist der Sohn des Schriftstellers Dr. Volker Jehle. Filmen ist die große Leidenschaft des jungen Mannes, der am Balinger Gymnasium 2002 sein Abitur gemacht und mit 19 Jahren seinen ersten Film gedreht hat. Das junge Filmtalent wurde in früheren Jahren bereits mit dem Jugendförderpreis der Videografika, der Bronzemedaille des Bundesfilmfestivals des BDFA ausgezeichnet sowie für den ersten Deutschen Nachwuchsfilmpreis nominiert.

Jehle studiert zurzeit für ein Jahr an der Sydney Film School im Zuge seines Studiums der Szenischen Künste an der Universität Hildesheim. Auf dem Festival lief zudem seine Dokumentation über eine australische Tatortreinigerin mit dem Titel „all gone, extreme clean“. Dieser Film wurde von der Schule intern zum zweitbesten Film des Semesters gewählt, konnte jedoch keine Trophäe gewinnen. Dafür aber hat der australische Fernsehsender foxtel zur Freude Jehles Interesse an dem Werk bekundet – zusammen mit dem Gutschein von Deluxe hat Jehle somit eine ausgezeichnete Basis für das kommende Semester geschaffen.

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