Freitag, 2. November 2018 von John Warren

Keine Chance für die Drachen

Am Dienstag lief im TV die bekannte Unterhaltungsshow „Die Höhle der Löwen“, bei der mit Andreas Widmann sogar ein Balinger mitmachte (siehe „Balingen“). Die Fernsehsendung gibt es übrigens auch in rund 30 anderen Ländern. Die Geschäftsleute, die die Businessideen der Kandidaten bewerten und bestenfalls finanziell unterstützen, sind international auch als Tiger, Haie oder Drachen bekannt.

Unter dem Titel „Dragon's Den“ lief die Show in Irland. Drei der Geschäftsmänner, die in den vergangenen Jahren bei der Sendung als Investoren dabei waren, traten am Sonntag bei den Wahlen für das Amt des irischen Präsidenten an, der wie in Deutschland hauptsächlich repräsentative Aufgaben erfüllt. Der Unterschied: Der Präsident wird von der Bevölkerung direkt gewählt. Doch trotz dieser demokratischen Möglichkeit, hatte der Wahlkampf auf der grünen Insel einen mehr als faden Beigeschmack. Geradezu absurd, wie die Millionäre um die Gunst der Wähler buhlten.

Gegen den beliebten Amtsinhaber Michael D. Higgins, einem Politiker im traditionellen Sinn, kam allerdings keiner der Drachen an. Lediglich ein Kandidat des Trios – Peter Casey, der im Vorfeld der Wahl mit rassistischen Äußerungen gegenüber Minderheiten auffiel – bekam mehr als 20 Prozent der Stimmen.

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Donnerstag, 21. Juni 2018 von John Warren

Verbindung zu den 'Socceroos'

Geben Sie es zu! Sie haben doch bestimmt auch schon mal bei einer Internetsuchmaschine Ihren Namen eingetastet und nach Namensvettern gesucht. Das Resultat mag verblüffen. Da trägt doch glatt ein reicher Geschäftsmann, eine erfolgreiche Sportlerin oder ein Krimineller den selben Namen. Nur in ungünstigen Fällen mag eine Namensgleichheit Nachteile mit sich bringen. Der Frankfurter Medienunternehmer Joachim Löw bekommt aufgrund seines Namens zum Beispiel die besten Hotelzimmer.

Ich gestehe, auch ich habe schon meinen Namen gegoogelt. Neben einem republikanischen Gouverneurskandidaten aus South Carolina, einem Jazzmusiker aus Kanada und einem englischen Rennpferdtrainer findet sich in der Liste auch ein John Warren aus Australien. Der ehemalige Fußballer, der 2004 gestorben ist, führte sein Land bei der Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland als Stürmerstar an. Wegen seiner Verdienste um den Sport in seiner Heimat ist sogar der Preis für den besten Spieler der australischen Fußballliga nach ihm benannt. Diese Trophäe werde ich wahrscheinlich nicht mehr gewinnen. Trotzdem wünsche ich der australischen Auswahl, den 'Socceroos', viel Erfolg im heutigen WM-Gruppenspiel gegen Dänemark.

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Samstag, 16. Juni 2018 von John Warren

Einsamer Rekordhalter

Heute vor 16 Jahren ist Irland im Achtelfinale der Fußball-WM gegen Spanien ausgeschieden. Damals eine große Enttäuschung für mich. Obwohl die „Boys in Green“ zuvor in der Vorrunde Deutschland ein 1:1 abtrotzten und ein junger Robbie Keane bis zum Finale der einzige Spieler war, der den Titanen Oliver Kahn im deutschen Tor bezwingen konnte.

??Deutschland wurde später sensationell Vizeweltmeister. Doch auch Irland stellte einen WM-Rekord auf, der bis heute ungebrochen ist. Die Republik Irland ist nämlich das Land, das die meisten Teilnahmen hat und dabei gleichzeitig immer Runde eins überstand. In der Summe sind das zwei Achtelfinal- und eine Viertelfinalteilnahme. Den Rekord kann Irland dieses Jahr nicht verlieren, denn das Team hat sich für das Turnier in Russland nicht qualifiziert.

Deutschland ist übrigens auch ein Experte was die Vorrunde angeht. Ein vorzeitiges Aus gab es weder für die Auswahlen der BRD noch der DDR. Nur einmal scheiterte Deutschland in der ersten Runde. 1938 war in Runde eins, dem Achtelfinale, gegen die Schweiz Schluss. Kurz zuvor hatte Deutschland übrigens Österreich – und seine Nationalspieler – annektiert.

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Freitag, 1. Juni 2018 von John Warren

Tibet gegen Abchasien

Gestern ist die Weltfußballmeisterschaft gestartet. Die muss so heißen, damit es keine Verwechslung mit der Fußballweltmeisterschaft der FIFA gibt. An der Weltfußballmeisterschaft nehmen Staaten, Minderheiten, staatenlose Völker und Regionen, die nicht Mitglied der FIFA sind, teil. Alle Spiele werden in kleinen Stadien in und rund um die britische Hauptstadt London ausgetragen.

Ich habe auch ein paar Tipps für diejenigen, die nicht wissen, welche Mannschaft sie unterstützen sollen. Als Favorit geht Weltmeister Abchasien ins Rennen, die perfekte Mannschaft für erfolgsverwöhnte Bayern-München-Fans. Europameister ist dagegen die norditalienische Region Padanien. Vielleicht das richtige für die Fans des 1. FC Köln oder von Werder Bremen. Denn immerhin hat Claudio Pizarro, der ausländische Spieler mit den meisten Bundesliga-Toren, auch die Staatsbürgerschaft Italiens.

Die Isle of Man dürfte das Team für Freunde des englischen Fußballs sein. Immerhin liegt die Insel nur 48 Kilometer von der englischen Küste entfernt. Barawa, die Mannschaft der somalischen Diaspora in England, hat drei Spieler in seinem Kader, die sonst für das Team „Dortmund Youth“ in Kenia spielen. Na dann, viel Erfolg!

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Freitag, 11. Mai 2018 von John Warren

Die Kunst steht vor der Person

Vor 114 Jahren wurde der spanische Künstler Salvador Dalí geboren.

Ich bin zwar selbst bei weitem kein Kunstexperte, doch Werke wie die Beständigkeit der Erinnerungen, das Bild mit den geschmolzenen Taschenuhren, beeindrucken mich sehr. Auch ein Besuch des Dalí-Museums in seiner katalanischen Heimatstadt Figueres sei jedem Spanien-Touristen sehr zu empfehlen.

So beeindruckend die Kunst Dalís auch sein mag, so umstritten ist seine Persönlichkeit. Der Spanier war nicht nur ein ausgesprochener Narzisst, für seine Kunst mussten auch Tiere leiden. Außerdem war er ein Sympathisant des faschistischen Franco-Regimes.

Trotz allem finde ich, dass man die Kunst auch unabhängig von der Person ihres Schaffers betrachten und genießen kann. Sie ist ohnehin omnipräsent, ob es mir nun gefällt oder nicht. Das Logo der Lutscher-Marke Chupa Chups hat Dalí nämlich ebenfalls entworfen. Kann ein Markenlogo Kunst sein? In meiner Vorstellung kann es das.

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