Montag, 24. Dezember 2018 von Holger Much

Der rote Stern soll leben

Er ist klein, grün-rot, wohnt in einem blassblauen, antiken Blumentopf und wurde auf den Namen Willi getauft. Willi, der winzige Weihnachtsstern.

Mein ganzes Leben lang habe ich es noch nie geschafft, auch nur einen einzigen Weihnachtsstern länger als maximal zwei Monate durchzubringen. Dann starben sie alle eines traurigen, viel zu frühen Todes. Doch dieses Jahr hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich wollte wenigstens einen der um die Festtage als Wegwerfpflanze massenhaft verkauften Bäume retten.

Immerhin, so habe ich mittlerweile während eingehender Recherche gelernt, wird Euphorbia pulcherrima aus der Familie der Wolfsmilchgewächse in seiner Heimat (Mexiko, Mittel- oder Südamerika) bis zu vier Meter groß. Was er gar nicht mag, ist Kälte, ein Platz am zugigen Fenster ist tödlich. Auch zu viel Nässe ist von Übel. Am besten man beschert dem Pflänzchen immer dann ein zimmerwarmes Fußbad, wenn die Erde leicht angetrocknet ist.

Bisher hat Willi, in netter Nachbarschaft mit zwei Mini-Birkenfeigen und einem Bonsai-Farn, schon drei Wochen auf dem Buckel und zeigt keine Ermüdungserscheinungen. Drücken Sie mir die Daumen, dass er dort noch lange steht. Ich werde weiter berichten. In der Zwischenzeit wünschen alle Kollegen der ZAK-Redaktion sowie ich und natürlich Willi Ihnen, liebe Leser, wundervolle Festtage.

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Montag, 24. Dezember 2018 von Holger Much

Der rote Stern soll leben

Er ist klein, grün-rot, wohnt in einem blassblauen, antiken Blumentopf und wurde auf den Namen Willi getauft. Willi, der winzige Weihnachtsstern.

Mein ganzes Leben lang habe ich es noch nie geschafft, auch nur einen einzigen Weihnachtsstern länger als maximal zwei Monate durchzubringen. Dann starben sie alle eines traurigen, viel zu frühen Todes. Doch dieses Jahr hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich wollte wenigstens einen der um die Festtage als Wegwerfpflanze massenhaft verkauften Bäume retten.

Immerhin, so habe ich mittlerweile während eingehender Recherche gelernt, wird Euphorbia pulcherrima aus der Familie der Wolfsmilchgewächse in seiner Heimat (Mexiko, Mittel- oder Südamerika) bis zu vier Meter groß. Was er gar nicht mag, ist Kälte, ein Platz am zugigen Fenster ist tödlich. Auch zu viel Nässe ist von Übel. Am besten man beschert dem Pflänzchen immer dann ein zimmerwarmes Fußbad, wenn die Erde leicht angetrocknet ist.

Bisher hat Willi, in netter Nachbarschaft mit zwei Mini-Birkenfeigen und einem Bonsai-Farn, schon drei Wochen auf dem Buckel und zeigt keine Ermüdungserscheinungen. Drücken Sie mir die Daumen, dass er dort noch lange steht. Ich werde weiter berichten. In der Zwischenzeit wünschen alle Kollegen der ZAK-Redaktion sowie ich und natürlich Willi Ihnen, liebe Leser, wundervolle Festtage.

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Donnerstag, 18. Oktober 2018 von Holger Much

Der Genuss aus der Pappbox

Oft sind die einfachen Dinge doch die besten Dinge. Ich komme in den letzten Jahren immer mehr auf das vermeintlich Schlichte zurück, lerne das Einfache immer mehr schätzen. Woran das liegt? Ich kann den Grund hierfür offen gesagt nicht wirklich genau benennen. Vielleicht, und das darf ich nun mit dem Überschreiten der 50er-Grenze vielleicht sagen, liegt es einfach daran, dass man mit den Jahren im Einfachen zugleich auch das Wesentliche sieht.

Diese Einstellung kann natürlich zahlreiche Lebensbereiche betreffen, sei es die Wohnungseinrichtung, sei es die Frage, wie und wo – und für wie viel Geld – man seinen Urlaub verbringt. Oder man kann es natürlich auch an Nahrungsmitteln festmachen.

Da ist mir mittlerweile ein Käsebrot oder ein Wurstsalat oft lieber als ein aufwendiges viergängiges Menü.

Oder es ist einfach ein Glas frisch gepressten Apfelsaftes, dessen Geschmack einen in Begeisterung versetzt. Ein Bekannter hat Äpfel im Garten und diese aufgrund der schieren Menge pressen lassen. Nun habe ich eine Fünf-Liter-Pappbox in der Küche stehen und jeder Schluck ist eine Offenbarung.

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Mittwoch, 26. September 2018 von Holger Much

Ein kleiner Riss in der Welt

Wenn jemand stirbt, den man kannte und mochte, ist das immer eine unglaublich einschneidende Situation. So war ich jüngst auf der Beerdigung eines Familienmitglieds, das ganz unerwartet gestorben ist. Die Trauer überfällt einen, füllt einen ganz aus und verdrängt schnell alles andere.

Es ist natürlich zuallererst einfach die Trauer darüber, dass ein geschätzter Mensch einfach nicht mehr da ist. Das ist dann schwer zu begreifen. Und es ist auch die Trauer über den Schmerz seiner nächsten Angehörigen.

Dazu kommt aber noch das Gefühl, dass die eigene Welt plötzlich unvollständig ist. Dass da jemand eine Lücke im Gefüge des Lebens hinterlassen hat, einen Riss, der nie wieder gefüllt werden kann. Der Begriff „Nie mehr“ bekommt in solchen Situationen plötzlich eine sehr tonnenschwere Bedeutung von Endgültigkeit, auch für das eigene Leben und den eigenen Alltag.

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Freitag, 21. September 2018 von Holger Much

Das gibt fast einen Caprese

Gibt es eigentlich so etwas wie einen Pulitzerpreis für herausragende gärtnerische Glanzleistungen? Wenn ja, hätte meine Frau diese Auszeichnung mehr als verdient.

? Sie hegt und pflegt seit vielen Jahren drei Olivenbäumchen, die auch stets Jahr für Jahr tapfer austreiben und sogar ab und an kleine Blüten ausbilden. Man muss dazu sagen, dass die Bäumchen diese Leistung weder in den südlichen Gefilden von Balingen vollbringen, noch beispielsweise im relativ geschützten Talkessel von Ebingen, sondern auf den von eisigen Winden umbrausten Hochflächen des Tailfinger Wohngebietes Stiegel. Dort kann man in strengen Wintern von ferne eher Mammuts vorbeiziehen sehen als Olivenbäume züchten.

? Dennoch dürfen wir uns über eine kleine botanische Sensation freuen: Nach dem warmen Sommer hat eines der Bäumchen doch tatsächlich eine einzige, winzige Olive hervorgebracht. Wenn das so weitergeht, haben wir in zwanzig Jahren genug Früchte, um einen Caprese aufzupeppen.

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