Mittwoch, 26. November 2014 von Holger Much

Alte Helden kommen wieder

Früher – das waren noch Zeiten. Da gab es noch richtig gute Musik! Und da gab es Sendungen wie „Formel eins“ oder die „Plattenküche“ mit Frank Zander, in denen man die neuesten Videos samt der dazugehörenden Musik ins heimische Wohnzimmer geliefert bekam. Später dann konnte man immerhin auf MTV oder Viva der Kombination aus optischem und akustischem Musikgenuss frönen.

Heute bringen die früheren Musiksender zumeist grausige Zeichentrickserien oder so genannte, noch viel grausigere „Realityshows“. Und wenn man dann wirklich mal Musik erwischt, dann, gestehe ich, trifft diese nicht mehr wirklich meinen Geschmack.

Aber andererseits kommen grad all die alten Helden wieder: AC/DC lassen mit einer neuen Scheibe von sich hören, Pink Floyd haben mit „The Endless River“ ihr finales Album abgeliefert und Steven Demetre Georgiou, der heute Yusuf Islam heißt und früher als Cat Stevens Welthits schrieb, hat ebenfalls eine neue Platte aufgenommen und geht auf Tour.

Auf Tour gehen auch die alten Recken von Queen, Roxy-Musik-Ikone Brian Ferry und Punk-Schmolllippe Billy Idol. Flötenderwisch Ian Anderson geht streng auf die 70 zu und ebenfalls auf Tour, genauso wie die Frost-Elektronik-Pioniere Kraftwerk. Und die Grande Dame Kate Bush füllte 22 Mal das Hammersmith Apollo in London. Leider ohne mich. Dennoch: wenn der Prophet eben nicht zum Berg, sprich, die gute Musik nicht in mein Wohnzimmer kommt, dann kommt eben der Berg zum Propheten. Eigentlich gar nicht schlecht: So kommt man wenigstens mal hinter dem Ofen vor. Und live ist Musik sowieso viel besser. Vielleicht sieht man sich in den Konzertsälen dieser Welt.

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Es gibt den Wind, den Regen und die Rolling Stones

Stones forever!
von Lisa Witsch am 26.11.2014 11:21:08

Antwort auf Es gibt den Wind, den Regen und die Rolling Stones

Hello darkness my old friend ...
von Lothar Gerstenecker am 26.11.2014 13:38:07

In Afrika ist Muttertag.

Ich rede von Stones, nicht Simon & Garfunkel. In Afrika ist Muttertag.
von Lisa Witsch am 26.11.2014 16:30:55

Antwort auf In Afrika ist Muttertag.

Muttertag in Afrika?

War da nicht ein Lied mit Humba-humba-tätärä?

von Lothar Gerstenecker am 26.11.2014 16:47:43

Schon klar- ich bezog mich auf die Aussichten!


2000 Light years from home!
von Lothar Gerstenecker am 26.11.2014 16:36:34

Dienstag, 25. November 2014 von Karl-Otto Müller

Unser teuerstes Pflaster

In kaum einer anderen Region Deutschlands gebe es so viele gute Lagen wie im Südwesten, schreibt gestern Handelsblatt-Online: „Hier gehen Immobilienkäufer auf Nummer sicher“. Und anbei eine Karte, aus der die attraktivsten Standorte ersichtlich sind. Keine Frage, allen voran Stuttgart, Freiburg, Tübingen. Übrigens, Letzteren trauen Experten auch gerade bei Neubauten durchaus die gefürchtete Immobilienblase zu.

Und die Zollernalb? Nun gut, wir spielen sicherlich mindestens eine Liga tiefer. Das ist kein Beinbruch, das hat durchaus auch seine Vorteile. Weil es auf der Zollernalb glücklicherweise nicht die Regel ist, dass Wohnen einen Großteil des Monatseinkommens auffrisst.

Gleichwohl stellen die Handelsblatt-Redakteure auch auf der Zollernalb ein Gefälle der Mietpreisentwicklung fest: An der Spitze als attraktivstes Pflaster der Zollernalb liege – nicht wie etwa gedacht die Kreisstadt, nein: Dotternhausen als einzige Triple-B-Region mit Mietpreissteigerungen in 2013 von 17 Prozent. Balingen kam derweil auf elf, Hechingen auf neun und Bisingen auf sieben Prozent. In Albstadt machen die Analysten eine Mietpreissteigerung von immerhin sechs Prozent aus.

Weit abgeschlagen indes als Schlusslichter im Kreis rangieren Straßberg mit minus drei Prozent, Meßstetten und Obernheim gar mit minus fünf Prozent.

Zumindest um obige Blasen muss man sich hier nicht sorgen.

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Nichts vergessen?

Leider wurde vergessen zu erwähnen, dass nach Einrichtung der Landesflüchtlingserstaufnahmestelle und weiterhin angestrebtem Großgefängnis die Immoblilienpreise in Meßstetten eine rasante Talfahrt erleben dürften. Das nenne ich mal eine wirklich verantwortungsvolle und vorausschauende Politik. Nicht umsonst sind die auch Mietpreise in Meßstetten ganz unten.
von Lisa Witsch am 26.11.2014 09:54:11

Samstag, 22. November 2014 von Volker Schweizer

Hauptsache laut und schrill

Obwohl die Privatsender ihren primitiven Mist längst aus dem Nachmittagsprogramm verbannt haben, gibt es im deutschen Fernsehen Talkshows noch wie Sand am Meer. Ein Format sticht aus der Masse aber als höchst sehenswert heraus: Das SWR-Nachtcafé. Jeden Freitag freue ich mich darauf, im besonderen natürlich auf Wieland Backes, der seriös und respektvoll mit seinen Gästen umgeht. Er lässt sie ausreden und stellt kompetente Fragen. Schade also, dass der Österreicher Ende des Jahres endgültig aufhört. Wenn es nur mehr so unaufgeregte und souveräne Moderatoren geben würde. Auch im Radio. Wer morgens Nachrichten hören möchte, braucht starke Nerven. Die Radiomacher, mittlerweile meist im Doppelpack, versuchen sich, an Witzigkeit und Spontanität zu übertrumpfen. Da wird gegackert, ins Mikrofon geschrien und jeder noch so schlechte Witz alle Viertelstunde erneut zum „Besten gegeben“. Hauptsache laut, schrill und schräg. Ich informiere mich mittlerweile über die Neuigkeiten aus der Nacht kurz in den öffentlich-rechtlichen TV-Morgenmagazinen.

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Es gibt auch ÖR-Mist

Nach meiner Erfahrung können auch öffentlich-rechtliche TV-Morgenmagazine primitiver Mist sein. Einziger Lichtblick ist hierbei ARD-Wetterfritze Donald Bäcker und beim ZDF ist die Qualität nach dem Abgang von Ben Wettervogel für mich signifikant gestiegen.
von Lisa Witsch am 24.11.2014 11:35:03

Das tut weh!

Wer Wieland Backes gut findet, lebt meiner Meinung nach nicht in dieser Welt.
von Lisa Witsch am 23.11.2014 11:16:07

Antwort auf Das tut weh!

Das unerschöpfliche Chaos dieser Welt!
von Lothar Gerstenecker am 24.11.2014 12:46:55

Antwort auf Das tut weh!

P.S.: Es erklärt aber so einiges.
von Lisa Witsch am 23.11.2014 11:18:02

Medienqualität: Es geht abwärts!


Medienforscher sprechen, was inzwischen politisch recht unkorrekt ist, schnörkellos von qualitätsniedrigen Medien.
von Lothar Gerstenecker am 22.11.2014 12:19:05

Na dann...

Das erklärt alles.
von Lisa Witsch am 22.11.2014 12:09:52

Freitag, 21. November 2014 von Benno Schlagenhauf

Ein Wühltisch über drei Etagen

Zugegeben: Es war sicherlich nicht gerade eine meiner besten Ideen, ausgerechnet an einem Samstag ins „Milaneo“ – Stuttgarts neuen Einkaufstempel – zu fahren. Shopping gehört ja sonst schon zu meinen Lieblingshobbys, doch wer sich dieses kostspielige Freizeitvergnügen (zeitweise) abgewöhnen möchte, dem empfehle ebenfalls einen Wochenendausflug in das erst kürzlich eröffnete Einkaufszentrum.

Während schon die Besuchermassen auf den Gängen zwischen den Geschäften immens sind, potenziert sich der Andrang in bestimmten Läden auf ein Vielfaches. Unzählige Kunden, die ein Klamottengeschäft, das mit besonders günstigen Preisen wirbt, besuchten, taten sich ein Gedränge und Geschiebe an, wie man es sonst nur aus den ersten Reihen vor der Bühne eines Rockkonzertes erlebt. Die Möglichkeit, irgendwo stehen zu bleiben, um sich ein Kleidungsstück genauer anzusehen, gibt es kaum. Im zäh fließenden Besucherstrom wird man einfach mitgespült. Wie von einem Lavafluss – mit mäßigem Tempo aber dennoch unaufhaltsam. Kleidungsstücke werden also im Vorbeigehen aufgepickt und bei Nicht-Gefallen zurückgeworfen oder gleich auf den Boden fallen gelassen. Da ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, dass die bemitleidenswerten Mitarbeiter versuchen, die Kleidungsstücke wieder ordentlich zu falten und Ordnung in den Laden zu bringen. Innerhalb kürzester Zeit verwandeln die Kunden geordnete Verkaufsregale in einen Wühltisch, der über drei Etagen reicht. Wie ein Heuschreckenschwarm fallen sie über die Ladentische her.

Wer in diesem Chaos die Kleidungsstücke seiner Wahl gefunden hat, den erwartet eine letzte Nervenprüfung: eine 100 bis 200 Meter lange Warteschlange quer durch den ganzen Laden, deren Ende von einem Mitarbeiter markiert wird, der ein Schild mit „zur Kasse“ hochhält.

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Donnerstag, 20. November 2014 von Daniel Seeburger

Die Leser im Wartezimmer

„Voll auf die Presse“, hieß die Überschrift, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) kürzlich über eine in Auszügen veröffentlichte Rede von Außenminister Steinmeier stellte. Er ging unter anderem auf die Veränderungen der Printmedien durch das Internet ein. Die Journalisten seien die Bergleute des 21. Jahrhunderts, meinte er und verwies auf die Krise des Kohlebergbaus Ende des vergangenen Jahrhunderts. Bergleute gebe es heute so gut wie keine mehr, auf einen kritischen Journalismus könne unsere Demokratie allerdings nicht verzichten. Durch das Internet gebe es nun in der Gesellschaft eine „fünfte Gewalt“, nämlich ein Publikum, das nicht nur den Politikern, sondern auch den Journalisten auf die Schultern klopft – oder aber auf die Finger haut, meinte der Außenminister. Interessant auch der Artikel bei Spiegel Online über den 16-jährigen Moritz, der erstmals in seinem Leben eine Zeitschrift kaufte. Sechs Stunden lang kämpfte er sich auf einer Zugfahrt durch ein Geo-Heft über Kapitalismus. Er war enttäuscht. Sein Fazit: „Ich bin es gewohnt, meine Informationen in der endlosen Weite zu suchen, nicht in begrenzten 173 Seiten“. Mir selbst wurde der strukturelle Wandel der Medien vor kurzem in einer Arztpraxis bewusst. Unter anderem Geo, Focus, Eltern und Öko-Test, dazu weitere Special-Interest-Formate lagen zum Lesen im Wartezimmer aus. Von den sechs Wartenden lasen zwei eine Zeitschrift, vier beschäftigten sich mit ihren Smartphones, obwohl auf einem Schild gebeten wurde, die Handys auszuschalten. Tags drauf beim Facharzt ein ähnliches Bild: Sieben Wartende, vier surften im Netz, zwei schmökerten in Zeitschriften. Nachdem ich sah, dass der Spiegel schon vergeben war, zückte auch ich mein Handy – und besuchte Spiegel Online . . .

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„auf einen kritischen Journalismus könne unsere Demokratie allerdings nicht verzichten.“


Stimmt –aber:
Das Ganze wird zwar Information genannt, tatsächlich aber handelt es sich um PR: Man ist stets darauf bedacht, gut dazustehen. Kritische Punkte hingegen werden weggelassen.

Die Medien werden auf subtile Weise gefügig gemacht. Ausgeprägt ist das vor allem in den Wirtschaftsressorts, da Unternehmen auch Anzeigenkunden sind.

Die PR-Branche hat – im Gegensatz zum Journalismus – eine blühende Zukunft!
von Lothar Gerstenecker am 20.11.2014 13:46:00