Dienstag, 18. September 2018 von Daniel Seeburger

Wer ist hier der Boss?

Die Organisation einer Hauswirtschaft plus Garten bedarf einer genauen Planung. Meine Frau und ich haben uns das aufgeteilt. Sie plant und verwaltet die hauswirtschaftliche Seite, also Einkauf, Putzen, Waschen, Bügeln – ich die technische, Belange, also Reparaturen, Instandhaltung, Rasenmähen, Hühnerversorgung. Wobei wir uns natürlich in allen Belangen gegenseitig zur Hand gehen. Soll heißen, ich putze auch die Wohnung und sie reinigt den Hühnerstall und ist auch sonst technisch sehr versiert. Beim Einbau unserer neuen Spülmaschine beispielsweise kam ich an meine Grenzen. Meine Frau regelte das dann problemlos und installierte sogar den Aquastopp. Als wir neulich aus dem Urlaub zurück gekommen sind, standen natürlich die hauswirtschaftlichen Arbeiten im Vordergrund und meine Frau spannte mich dementsprechend mit ein. Da hieß es dann mal einen Tag lang: „Könntest Du vielleicht die Wäsche aufhängen“, „Räume bitte die gebügelten Kindersachen in den Schrank“ oder „Du solltest noch Sprudel und Apfelsaft besorgen“. So schafften wir die Arbeiten, die nach zwei Wochen Urlaub angefallen waren, mit vereinten Kräften an einem Tag. Meine beiden Kinder hatten noch Schulferien und wurden Zeuge des gemeinsamen Werkelns. Abends dann, als wir vom Einkauf zurückkamen und unseren Kühlschrank wieder auffüllten, fragte der Achtjährige meine Frau, die neben mir am Kühlfach stand: „Du Mama, kann Papa nachher mit mir Fußball spielen oder was hat er sonst noch vor?“ Die Jungs schüttelten verständnislos die Köpfe, als wir in lautes Gelächter ausbrachen.

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Samstag, 15. September 2018 von Thomas Godawa

Wohin mit dem Auto?

Fast überall in England gibt es ein Problem mit dem Parkplatz für das Auto. Das mussten meine Frau und ich beim Urlaubsaufenthalt feststellen.

Nun, die Städte wurden gebaut, als es noch keine Autos gab. Jetzt gibt es sie und sie müssen untergebracht werden, wenn ich als Besucher komme. Natürlich wird die Park- and-Ride-Methode angeboten, weit außerhalb des Zielobjektes. In den Städten und Dörfern selbst gibt es auch Parkplätze, aber eben nur gegen Gebühr. Entweder ist diese über Karte an entsprechenden Automaten zu entrichten (wenn er denn funktioniert) oder es sind Münzen gefragt. Auch die Briten sind als Touristen im eigenen Land von dieser Vorgehensweise betroffen und finden das, nach eigenem Bekunden, ganz schön lästig. Für Touristen wie uns ist es deshalb ratsam, immer genügend Ein-Pfund-Münzen dabei zu haben.

Wir haben das sehr wohl beherzigt, um die Frage, wohin mit dem Auto, positiv und erfolgreich beantworten zu können. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Englische Gemeinden, die sich in einem Bürgerbegehren gegen den Gebührenwahn wenden und ihre Stadt „sauber“ halten wollen.

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Freitag, 14. September 2018 von Holger Much

Meine Mutter ist klasse

Ich bin jedes Mal tief beeindruckt, wenn mir meine Mutter wieder etwas aus der großen Abenteuerwelt der digitalen Möglichkeiten erzählt. In dem Bereich hat sie mir doch einiges voraus.

Egal ob SMS, Whats App oder Skype – sie ist in allen digitalen Kommunikationsmitteln firm. Wenn wir uns auf einen Kaffee treffen, schaut sie mindestens genau so oft aufs Handy wie ich. Auch in Facebook ist sie unterwegs, postet und kommentiert und ist mitten drin in Zuckerbergs faszinierendem Kosmos aus Likes, Memes und mehr oder minder sinnvollen Videos. Das hat auch den Nebeneffekt, dass ich auch in meinem virtuellen Freundeskreis mütterlicherseits nie unbeobachtet bin. Das ist auch besser so, dann benehme ich mich wenigstens nicht daneben.

Nein, ernsthaft, ich freue mich unglaublich, dass die Mama auch in diesem Bereich mit zu meiner kleinen virtuellen Familie gehört und genauso angeregt mit meinen Facebook-Freunden aus ganz Deutschland und darüber hinaus plaudert wie ich.

Während wir in Sachen Facebook oder bei den unterschiedlichen Apps zur Kommunikation noch halbwegs gleichauf sind, schlägt sie mich um Längen. Wenn es um weitere digitale Errungenschaften geht wie Onlinebanking oder Shoppen im Netz, ist sie mir über. Beiden Themen bin ich abhold – sollte ich aber dennoch mal etwas wissen müssen, frage ich meine Mutter. Dann denke ich mir im Stillen für mich, ob ich dereinst in dem Alter auch so up to date sein werde...

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Donnerstag, 13. September 2018 von Gudrun Stoll

Am Dialog hapert's

Mit der Einführung der Berufsarmee haben sich viele Türen geschlossen, die in Zeiten der Wehrpflicht offen standen für den Dialog zwischen Militär und Bürgergesellschaft, Bürgermeistern und Kommandeuren. Wohl kaum hätte es in jenen Zeiten derartige Irritationen über die Präsenz von Soldaten gegeben, die sich derzeit in der stillgelegten Zollernalbkaserne in Meßstetten aufhalten.

Diese Gruppe wurde, wie sich gestern mit einem Anruf beim Kommandanten des Truppenübungsplatzes Heuberg klären ließ, in den Räumen eingemietet, weil die Unterkünfte in Stetten a.k.M. aus allen Nähten platzen. Doch allein schon die Nachricht, dass auf dem Geißbühl Truppenbewegungen beobachtet wurden, löste in Meßstetten helle Aufregung aus. In der Stadt reagiert man sensibel auf alle Nachrichten, welche die Bundeswehr betreffen. Zumal die dürftigen Informationen aus den oberen Etagen von Generalität und Ministerium über eine mögliche Reaktivierung des Bunkers und Rückkehrpläne nach Sigmaringen viel Raum lassen für Mutmaßungen.

Dass nun auch noch bekannt wurde, dass ein großes Manöver von Nato und EU startet, dessen Ausläufer sich bis auf den Großen Heuberg erstrecken, hat die Gerüchteküche in Windeseile befeuert. Die Rathäuser auf dem Großen Heuberg rechtzeitig über diese ABC-Abwehrübung zu informieren, wäre Aufgabe und guter Stil des Landeskommandos Süd gewesen.

Vielmehr noch bewegt aber eine ganz andere Frage: Wenn das Heer ist Stetten a.k.M. über den Augenblick hinaus mehr Kapazität benötigt, wieso bringt der Bund dann die Zollernalbkaserne in Meßstetten nicht unverzüglich wieder in Schuss, anstatt Millionen in Neubauten zu stecken? Ein guter Anlass für unseren Abgeordneten, ganz energisch Druck zu machen.

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Mittwoch, 12. September 2018 von Daniel Seeburger

Schafe schubsen

Da liegt ein Schaf auf dem Rücken und kommt nicht mehr auf. Was machen Sie? Meine beiden Jungs waren beim Deichspaziergang an der Nordsee, nahe der dänischen Grenze völlig aus dem Häuschen. Da lag das arme Schaf wie ein Käfer auf dem Rücken, wackelte mit den Beinen und hat laut geblökt. Meine Vermutung: das Tier verendet. Unter rund 1000 Schafen, die da jenseits des Deiches am Friedrich-Wilhelm-Lübke-Loog die Salzwiesen beweiden, könne es schon mal zu Ausfällen kommen, erklärte der Papa dem Nachwuchs. Am nächsten Tag trafen wir den Landwirt und erklärten ihm die Situation. Der gute Mann hat laut gelacht. Ja, das komme immer mal wieder vor. Das Fell der Schafe sei schwer. Wenn die sich ausruhten, würden die manchmal nicht mehr hochkommen, erklärte er. Dann schubse er die Tiere leicht an – und fertig. Tags drauf lag wieder ein Schaf hinterm Deich. Ich rief meine Jungs zum Schafschubseinsatz. Allein, das Tier wollte partout nicht. Aus dem Schubsen wurde ein Anheben. Der Versuch, das Schaf auf die Beine zu stellen misslang und die Schafschubser gaben völlig außer Atem auf. Aber immerhin lag es nicht mehr auf dem Rücken. Was hatten wir falsch gemacht? Leider war der Urlaub schon am nächsten Tag vorbei und wir trafen den Landwirt nicht mehr. Aber ich habe da so eine Vermutung: Nicht alle Schafe, die liegen, kommen nicht mehr auf. Einige wollen sich einfach mal ausruhen. Und dann kommen da so idiotische schwäbische Touristen . . .

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