Dienstag, 21. Oktober 2014 von Karl-Otto Müller

Kein Zug kein Sprit

Vergangenen Sonntag, 20.30 Uhr: Zwei Dutzend Zapfsäulen, aber kein Tropfen Sprit mehr. Noch immer rollen Fahrzeuge auf das Gelände der Balinger Aral-Tankstelle in der Wilhelm-Kraut-Straße, der Tankwart indes winkt ab: „Wir sind leer, versuchen Sie es mal bei Shell.“ Ein jeder rollt mit seinen letzten Tropfen weiter.

Der Grund: der Lokführer-Streik. Keine Züge, kein Benzin. Mit diesen spektakulären Streikaktionen auf der Schiene war auch der Straßenverkehr am Wochenende massiv betroffen. Nicht nur ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen, weil Züge und S-Bahnen stehen blieben, nein, diese zusätzlichen Straßenkilometer fordern ihren Tribut an den Tankstellen – siehe Aral in Balingen.

Tatsächlich ließ sich am Sonntag auch nach 20.30 Uhr der persönliche Mangel bei der zweiten Balinger Tankstelle beheben.

Gleichwohl: Als Wenig-Bahnfahrer wurde mir in dieser Minute deutlich, dass Schiene und Straße sich nicht erst am Bahnübergang überschneiden.

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Balinger Ferien(s)pass?

Benzinsuche ist im Trend!

Die neue Sportart macht deutlich, dass die lustvolle Freizeitbeschäftigung längst auch die Menschen auf der Schwäbischen Alb erfasst hat.

Zahlreiche Zusatzangebote wie Schlauchbootfahren auf der Eyach können separat gebucht werden!
von Lothar Gerstenecker am 21.10.2014 19:59:55

Samstag, 18. Oktober 2014 von Holger Much

Weg mit den Schlotterhosen

Heute mal ein Appell an die Herren der Schöpfung: Vergesst endlich diese provinzielle, peinliche „Mode“, die Hosen unterhalb des Hinterns zu tragen. Wenn man dabei nur die mehr oder minder geschmackvolle Unterhose sieht, ist das ja schon albern genug, doch gerade noch zu ignorieren.

Aber in letzter Zeit musste ich es immer öfter erleben, dass die sich mit solcher „Mode“ vergeblich als cool darstellenden Herren – erstaunlicherweise in schon fortgeschrittenerem Alter – bückten, die Boxershorts rutschen dabei unglücklich mit und präsentierte dabei das unbedeckte bleiche Hinterteil des Trägers. Nähere Details verschweige ich hier gnädig. Kurz: der Anblick war selten nett. Und zudem vollkommen unerwünscht.

Daher meine dringende Bitte an alle breitbeinig gehenden Schlotterhosenträger: Bitte lasst es! Zumal diese tief peinliche Art, die Hose zu tragen, schon längst out ist. Nun zwängt man sich als hipper Jungmann in knackenge Beinkleider, aus denen man sich jeden Abend herausschneiden muss. Das sieht zum einen viel cooler aus. Und der Rest der Bevölkerung wird nicht mehr mit Körperteilen konfrontiert, die lieber im ewigen Dunkel blieben.

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Die Dinger haben sogar Namen

Herr Much,
die Dinger heißen Arschhänghose und das Resultat ist ein Maurer-De­kolle­té. Wussten Sie das etwa nicht?
von Lisa Witsch am 18.10.2014 11:50:58

Der bewegte Mann

Modisches Coming-out!

Dress for success“ lautet das Gebot der Stunde. Der Mann besinnt sich auf Produkte, die eine gewisse Transparenz suggerieren.
Nicht nur für das eigene Selbstbild.

von Lothar Gerstenecker am 18.10.2014 19:09:21

Freitag, 17. Oktober 2014 von Volker Schweizer

Von O bis O

Haben Sie schon die Reifen gewechselt? Dieser Tage flatterte mir von meinem Autohaus ein Schreiben ins Haus: „Wenn’s erst mal schneit, wollen alle zu uns ...“ Ich also fix einen Termin ausgemacht. Nur ungern erinnere ich mich an eine Schreckensfahrt von vor zwei Jahren, als der Winter Mitte Oktober quasi über den Abend kam. Um Halbsechs in strömendem Regen aus der Redaktion. Zwei Stunden später noch starker Regen in Balingen, auf dem Lochenpass dann schon die ersten kleinen Flöckchen und in Oberdigisheim bereits eine schneebedeckte Fahrbahn. Obernheim präsentierte sich bereits als (Alp-)Traum in Weiß. Kaum passierbar war der kleine Weiler Tanneck. Mit Sommerreifen schlingerte ich zum Bürgerstammtisch. Selbst die eigentlich schneeerprobten Obernheimer wurden von den Wetterkapriolen überrascht und hatten ihre liebe Not. Der Schultes musste sogar die Straßenmeisterei anrufen, um einen „Bahner“ in den entlegensten Zipfel des Kreises zu ordern. Seither halte ich mich beim Fahren mit den Winterreifen streng an die Faustregel „von O bis O“ – von Anfang Oktober bis Ostern.

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Donnerstag, 16. Oktober 2014 von Benno Schlagenhauf

Mieses Karma

„Hochmut kommt vor dem Fall“, „Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“, und Sepp Herbergers „Ein Spiel dauert 90 Minuten“ – diese Weisheiten waren Layvin Kurzawa, Spieler der französischen U21-Fußball-Nationalmannschaft, komplett egal, als er sich im Qualifikationsspiel für die U21-EM zu einer dreisten und im Nachhinein für ihn sehr peinlichen Aktion hinreißen ließ.

Es läuft die 86. Minute im entscheidenden Rückspiel zwischen Frankreichs und Schwedens Nachwuchsteams. Schweden führt nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel mit 3:0 und wäre für die EM qualifiziert. Doch dann trifft Layvin Kurzawa und Frankreich wäre weiter. Der Jubel bei den Franzosen ist riesig, besonders bei Torschütze Kurzawa, der sich frech vor den schwedischen Spielern aufstellt, salutiert und seine Gegenspieler veräppelt und verhöhnt. Dass die Schweden bei dieser überheblichen Aktion die Nerven behalten haben und sich keine Rote Karte wegen einer Beleidigung oder Tätlichkeit einfingen, verdient schon Respekt.

Doch die Geschichte wird noch besser: Weil ein Fußballspiel nun mal 90 Minuten dauert, haben die Schweden Zeit, ihrerseits ein Tor zu schießen. Was sie postwendend auch tun. Nach dem Schlusspfiff ist Schweden für die U21-Europameisterschaft qualifiziert.

Später haben die Schweden ihrem Gegner noch Grüße aus der Umkleidekabine geschickt. Das ganze Team posierte in Kurzawas frecher Torjubel-Pose. „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ – noch so eine Weisheit, die sich Layvin Kurzawa merken sollte.

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Mittwoch, 15. Oktober 2014 von Klaus Irion

Die gute alte D-Mark

Die architektonische Moderne hat dieser Tage im Balinger Au-Stadion Einzug gehalten. Flutlichthell und freundlich erstrahlt die nagelneue Tribüne. Ihre Feuertaufe hat sie vergangenen Freitag beim Spiel gegen Pfullendorf erfahren. An die „gute“ alte Holztribüne erinnert nichts mehr. Oder sagen wir mal fast nichts. Denn noch steht das Kassenhäuschen auf dem Stadionvorplatz. Ein hölzerne Reminiszenz an längst vergangene Fußballtage. Es hat etwas, dieser Kontrast von Vergangenheit und Gegenwart. Das I-Tüpfelchen am Holzhäuschen aber ist die Tafel, auf der die Eintrittspreise für die Oberligaspiele vermerkt sind. Erwachsene bezahlen demnach neun, Rentner, Jugendliche und Bundeswehrangehörige sieben und Frauen vier D-Mark. Das ist jetzt kein Währungsfehler, kein Rückfall in die Zeit vor dem 1. Januar 2002. Die „DM“ steht dort tatsächlich noch auf dem Schild. Ein nettes geschichtliches Überbleibsel in Zeiten, in denen sich angeblich immer mehr Fußballfans ob der allgegenwärtigen Kommerzialisierung wieder Amateurteams und deren Spielen zuwenden. Vielleicht schon heute Abend, wenn die TSG hoffentlich noch weiter Richtung Tabellenspitze aufrückt.

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