Freitag, 1. August 2014 von Rosalinde Conzelmann

Die Kunden von morgen

Es ist jedes Jahr dasselbe: Pünktlich zum Ferienbeginn werden die Einserschüler und Preisträger umworben. In Anzeigen oder auf Plakaten fordern Sportgeschäfte oder Buchhandlungen die guten Schüler auf, dass sie ihr Zeugnis mitbringen, um eine Belohnung in Form eines Buches oder eines T-Shirts abzuholen. Das hört sich im ersten Moment natürlich super an, dahinter steckt aber eine simple Marketing-Strategie, die zeigt, wie hart umkämpft der Markt ist und dass in jedem kleinen Kunden schon der Kunde von morgen steckt. Da hatten es unsere Eltern noch einfacher, die uns bei einem guten Zeugnis ein Eis spendierten oder einen anderen kleinen Wunsch erfüllten. Heute ist es Usus, das gute Leistungen in barer Münze aufgewogen werden. Es gibt Kinder, die schon vor der Zeugnisausgabe ausgerechnet haben, wie viel „Preisgeld“ es für die Einser und Zweiter gibt. Da wird der Wahlspruch vieler Generationen, dass man fürs Leben lernt, ad absurdum geführt. Schade, eigentlich. Aber es passt zu unserer Leistungsgesellschaft.

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Donnerstag, 31. Juli 2014 von Holger Much

Tonnenguggen und Vespern

Eigentlich wollte man ja gar nichts machen, wenn diesen Sonntag, 3. August, der vieldiskutierte neue Campingplatz in Albstadt seine Tore öffnet. Das offizielle große „Event“ zur Einweihung, verrät Baubürgermeister Hollauer, soll wohl erst dann stattfinden, wenn bis auf die Ferienhäuser alles steht. Doch so ganz ohne soll es nun auch nicht vonstatten gehen. Bereits jetzt stiefeln zahlreiche Albstädter an ihrem Feierabend neugierig über die Baustelle und nehmen den „Hang zum Glück“ in Augenschein. Und diesen Sonntag sollen es, glaubt man den Verantwortlichen, noch eine ganze Menge mehr werden, die mal höchstpersönlich einen Blick in die Wohntonnen werfen wollen. Und damit die erwarteten Besucherströme nicht gänzlich in die Röhre schauen , wurde nun doch schnell noch für etwas Bewirtung gesorgt, so dass der geneigte Albstädter Bürger zum Campingplatzbummel und Wochenendhäuschenbestaunen auch schon etwas Trinken und Vespern kann.So hat zumindest diesen Sonntag auch der überzeugte Nichtcamper etwas von Albstadts neuer, etwas teurer als beabsichtigt geratenen Touristenattraktion.

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Mittwoch, 30. Juli 2014 von Klaus Irion

Ein ärgerliches Schaumbad

Ein Schaumbad kann entspannend sein. Auch eine Schaumparty – ich selbst habe bislang noch keine erlebt – ist sicherlich für den einen oder anderen reizvoll. Gästen des Albstädter Spaßbads „Badkap“ ist dieser Tage jedoch angesichts von Schaum das Lachen vergangen. „Stell schnell das Wasser ab“, rief eine Bademeisterin ihrer Kollegin zu. Diese verschwand daraufhin flugs im Technikraum und brachte die allseits beliebte Wildwasserrutsche zum Erliegen. Einige Halbstarke, die auf halber Rutschenlänge noch die beiden „Ruhezonen“ belagert hatten, mussten genervt den Rückmarsch durch die zweite Hälfte der abrupt trockengelegten Röhre antreten. Am Rutschenausgang stand derweil eine völlig frustrierte Familie, die nicht fassen konnte, dass die Attraktion deretwegen sie kurz zuvor das Bad betreten hatte, nicht mehr laufen sollte. Der Grund für die Enttäuschung lag zu Füßen der Bademeisterin. Zwei leere Shampooflaschen, die „Spaßvögel“ ins heftig sprudelnde und entsprechend schäumende Wildwasser-Auffangbecken gekippt hatten. Ich selbst hatte Glück im Unglück. Die angepeilten drei Wildwasserrunden, die sich auf Drängen meines Sohnes am Ende zu elf Runden summiert hatten, lagen da bereits hinter mir.

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Dienstag, 29. Juli 2014 von Volker Schweizer

Unrühmlicher Eintrag

Meßstetten soll ins Guinness Buch der Rekorde eingetragen werden. Nein, nicht dafür, dass die Stadt seit Jahren schuldenfrei ist oder dafür, dass sie sich brüsten kann, bei der Höhe der Wohnbauförderung für junge Familien an der Spitze des Kreises zu liegen. Der Anlass ist eher unrühmlich. Nach wie vor gibt es auf Heubergshöhen keine einheitlichen Wegweiser zu öffentlichen Gebäuden und Plätzen, zu Betrieben ganz zu schweigen. Josef Fischer hat dies im Gemeinderat bedauert. Für die Zeit, und das sind über zehn Jahre, die die Stadt daran „arbeite“, müsse sie ins Guinness Buch kommen, meinte er augenzwinkernd. Hat sich der Wunsch aber eigentlich nicht schon überlebt? Braucht im Navi-Zeitalter und mit Hilfe von Google noch irgendjemand einen Schilderwald? Die Meßstetter wagen einen neuen Versuch. Der neu konstituierte Gemeinderat hat wieder eine Arbeitsgruppe „Verkehrsleitsystem“ gegründet. Anregungen können sich die vier Männer in Bitz holen, dort hat der Gemeinderat vor einer Woche ein Beschilderungskonzept beschlossen. Oder in Straßberg. Dort ließ die Gemeinde schon vor 15 Jahren an 15 markanten Standorten 30 Schilder platzieren. Alle in rot, passend zu den Straßenlampen und zum Ortswappen.

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Oh la la!

Der von „seinem“ ZAK immer hochgelobte Meßstetter Bürgermeister wird den gut fundierten Kommentar nicht toll finden. Gratulation dazu.

Wir können nur hoffen, dass der mutige Redakteur Schweizer für die Darstellung des Sachverhalts nicht büßen muss.
von Lothar Gerstenecker am 30.07.2014 10:48:36

Antwort auf Oh la la!

Verkehrsleitsystem in Meßstetten ist einfach. Einmal durch die Hauptstrasse und wenn die nicht befahrbar ist, Umleitung über die Gartenstrasse, für größere Projekte Umleitung über Wildgehege, Ringstrasse, alter Hau. Und das Rathaus wird man wohl auch ohne Verkehrsleitsystem finden. Von Lautlingen her kann man es sowieso nicht verpassen und das einzige Hotel der Stadt ist auch gleich nebenan. Wo ist das Problem? Es hat sich noch nie jemand in Meßstetten verirrt, höchstens nach Meßstetten.
von Otto Schneider am 30.07.2014 21:45:33

Samstag, 26. Juli 2014 von Dagmar Stuhrmann

Glückszwang im Urlaub

Waren Sie schon im Urlaub? Oder gehören Sie, wie ich, zu den Glücklichen, die „die schönsten Wochen des Jahres“ in diesem Sommer noch vor sich haben? Apropos schönste Wochen: Die Einschätzung eines Psychologen, die ich kürzlich gelesen habe, hat meine Vorfreude auf die freien Tage – ich gebe es zu – ein wenig getrübt. Urlaub sei oftmals mehr Stress als Erholung, sagt er und formuliert überspitzt: „Urlaub bringt das Schlechteste im Menschen zum Vorschein.“ Tatsache ist, dass der selbstgesteckte Erwartungsdruck hinsichtlich Entspannung und Glücksseligkeit (auf Knopfdruck) ganz schön an den Nerven zerren und, sofern man den Urlaub zu zweit verbringt, leicht zum „Beziehungskiller“ werden kann. Jede dritte Scheidung wird offenbar nach dem Urlaub eingereicht. Ist doch auch der „Glückszwang“ immens: Alles soll harmonisch sein, das Wetter super, die Stimmung unbeschwert, das Urlaubsziel paradiesisch... An den Urlaub werden so hohe Wunschvorstellungen geknüpft – da muss die Realität notwendigerweise dahinter zurückbleiben. Wer die „Sommerfrische“ (warum benutzt eigentlich niemand mehr dieses schöne Wort?) so richtig genießen will, der sollte also am besten nichts erwarten und es einfach so nehmen wie es kommt. In diesem Sinne: Erholen Sie sich gut!

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"Sommerfrische"



Sehr geehrte Frau Stuhrmann,

geschäumte Milch ins hohe schlanke Glas und rein mit dem starken Espresso. Den trinkt man gerne draußen im Straßencafé – bei entsprechenden Temperaturen auch unter den orangefarbenen Sonnenschirmen.

Bei der „Sommerfrische“ schmeckt der Espresso drinnen natürlich genauso gut!
Lesetipps: Madleine Bourdouxhe – „Auf der Suche nach Marie“ und „Unterm Pont Mirabeau fließt die Seine“.
Und für ganz kühle Sommertage: Sándor Márai – „Die Glut“.

Lassen Sie uns aber zunächst auf einen Wandel beim Wetter hoffen.


von Lothar Gerstenecker am 30.07.2014 11:21:13