Freitag, 29. August 2014 von Lydia Wania

Drei Wochen ohne ...

Nein, um es gleich vorwegzunehmen: Ich hatte in meinem Urlaub nicht vor, auf irgendetwas zu verzichten. Ganz im Gegenteil, ich wollte meine freie Zeit in vollen Zügen genießen. Und nach drei Wochen merkte ich plötzlich: Ich habe in meiner freien Zeit keine einzige Minute vor dem Fernseher gesessen. Wie kann das sein? Normalerweise fläze ich abends ganz gerne auf dem Sofa, lasse mich von Günther Jauch und Co. berieseln und schlummere dann dabei irgendwann ein. Einfach herrlich. Würde mir das jemand für 21 Tage verbieten – schrecklich. Ich würde mich mit Händen und Füßen gegen ein solches Fernsehverbot wehren. Nicht, dass ich dem Dauerflimmern verfallen wäre, ich habe auch noch andere Hobbys. Aber dieses in die Decke gekuschelte Nichtstun mit seichter Unterhaltung hat schon was für sich. In irgendeinem Sender läuft immer etwas wenigstens halbwegs Interessantes. Nicht so im Urlaub. Irgendwie gab es jeden Tag ein besseres Alternativprogramm. Ich habe die Glotze schlichtweg vergessen. Obwohl es schon auch Möglichkeiten dazu gab, den viereckigen Kasten anzuschalten, schließlich war ich ja nicht auf einer einsamen Insel. Aber manchmal tut Vergessen, nicht nur Verzichten, wirklich gut.

Und wie ging es Ihnen? Hatte auch Ihr Fernseher Sendepause oder war er gerade wegen des schlechten Wetters in Dauerbetrieb? Vielleicht bleibt im Sommerurlaub Luft für ein kleines Resümee und Zeit, die Fernsehgewohnheiten zu überdenken.

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Donnerstag, 28. August 2014 von Volker Schweizer

So klein ist die Welt

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen ... Zum Beispiel davon, dass man selbst auf entlegenen Flecken Leute aus der „Nachbarschaft“ trifft. War es vor zig Jahren der Meßstetter Bürgermeister am Kalterer See, checkten wir dieses Jahr mit einer Familie aus Hessen auf einem kleinen Bauernhof in Tirol ein. Schnell kam man ins Gespräch. Rottweil kannten sie nicht, Tübingen schon, Balingen erst recht. Und warum? Mit Verwandten feiern sie in den nächsten Wochen einen runden Geburtstag im Naturfreundehaus. Nett war auch die Begegnung mit einigen Heubergern, die wir zufällig in einem Freizeitpark trafen. Schnell kam man auf die geplante Flüchtlingsunterkunft zu sprechen. Unisono zeigten die Ausflügler Verständnis, bejahten das Vorhaben und lobten vor allem den Verlauf der zügig einberufenen Informationsveranstaltung. Und so endete mein dreiwöchiger Urlaub mit einem „Vorgeschmack“ auf das, was auch unsere Region noch lange beschäftigen wird: Das Thema, wie Asylbewerber unterbringen zu sind. Denn es deutet nichts darauf hin, dass sich die Konflikte und Krisen im Irak, in Syrien oder in anderen Ländern in nächster Zeit auch nur ansatzweise beruhigen werden.

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Mittwoch, 27. August 2014 von Volker Bitzer

Gut gebrüllt, US-Löwe

Schlimm, diese amerikanische Selbstbeweihräucherung. Ich rede von der Verleihung der Emmy-Awards in Los Angeles. Natürlich haben die US- oder zumindest englischsprachigen Serien wieder die Preise abgeräumt. Nicht verwunderlich. Wie immer halt. So ist diese Auszeichnungsorgie nicht mehr als ein Abklatsch der jährlichen Oscar-Verleihungen. Auch hier gibt es doch – genau genommen – nur sehr gute und brillante amerikanische Schauspieler und Filme. Alle anderen Akteure auf der Welt – so scheint es – müssen wohl Laiendarsteller oder zweit- und drittklassige Mimen sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass äußerst selten Nicht-US-Bürger zu Ehren kommen? Oder andersrum: Ein Großteil der Auszeichnungen auf amerikanische Konten geht. Naja, auch nichts Neues, dass sich die Amis ja recht gerne, Schulter klopfend, ihre eigenen Orden umhängen. Nur wäre es dann angebracht, Wettbewerbe wie „Emmy-Awards“ als nationale Lorbeer- und Eigenlob-Meisterschaften für amerikanischen Serienmist (natürlich mit dem obligaten, eingeblendetem Gelächter) zu deklarieren. Und hierzulande ist das dann so spannend, wie wenn ein Eisbär von einer Eisscholle ins eiskalte Nordpolarmeer springt.

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Nicht richtig informiert

„Natürlich haben die US- oder zumindest englischsprachigen Serien wieder die Preise abgeräumt.“

Ja, natürlich haben sie das: Der Emmy Award ist schließlich auch ein amerikanischer Fernsehpreis – was sonst, wenn nicht amerikanische Serien, sollte damit ausgezeichnet werden?

Ausländische Produktionen werden mit dem International Emmy Award ausgezeichnet.

Für Ihre Recherche können SIE sich jedenfalls keinen Orden umhängen.
von Miriam Muschkowski am 27.08.2014 13:25:41

Antwort auf Nicht richtig informiert

"Für Ihre Recherche können SIE sich jedenfalls keinen Orden umhängen."

Sie meinten wohl einen EMMY!
von Lothar Gerstenecker am 27.08.2014 16:29:00

Antwort auf Antwort auf Nicht richtig informiert

Er will sich ja auch keinen Orden umhängen, er will lediglich seine Hausaufgaben machen, sprich den Redaktionsblog mit Buchstaben füllen.
von Otto Schneider am 28.08.2014 09:23:25

Dienstag, 26. August 2014 von Holger Much

Die Ansprüche sinken weiter...

Träume hat jeder. Kollege Klaus Irions Begeisterung erblüht, wie er uns jüngst in seinem Tagebuch verraten hat, beim Zocken von „Boulder Dash“, offenbar ein Uralt-Computerspiel. Da kann ich nun gar nicht mitreden, habe ich mir doch noch nie in meinem Leben die Zeit mit einem Computerspiel vertrieben. Und Volker Bitzer kommt ins Schwärmen, wenn er an einem lauen Sommerabend Tennis spielen kann. Das kommt meinen Präferenzen dann schon näher. Nicht dass ich nun unbedingt gelbe Filzbälle hin- und her klopfen wollte. Aber diese Sache mit dem lauen Sommerabend, die hätte schon was. Stattdessen: Temperaturen im einstelligen Bereich, eisiger Dauerwind, grauen Wolken und Regen. Und mit den sinkenden Temperaturen mitten in exakt der Jahreszeit, die man früher „Hochsommer“ zu nennen pflegte, in der man im Freibad schwitzte, in der Schule Hitzefrei bekam und bis spät in die Nacht auf der Terrasse grillte, sinken auch die Ansprüche: Nur ein paar wenige Tage an solchen lauen Sommerabenden im Garten sitzen und einen Feierabendkaffee trinken zu können, das würde mein Herz schon sehr erwärmen – und den ganzen Rest auch.

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"Die Ansprüche sinken weiter"

Ich träume auch und zwar von anspruchsvollen Redaktionsblogs.
von Otto Schneider am 28.08.2014 09:27:47

Antwort auf "Die Ansprüche sinken weiter"

Sehr geehrter Herr Schneider,
nichts erfreut mein Herz mehr als der zuvorkommend-heitere Humor anspruchsvoller Leser am Morgen. Ich möchte Sie dennoch freundlich darauf hinweisen, dass es sich bei unserem "Tagebuch" exakt um ein solches handelt. Bewusst haben wir in unserer Zeitung unser "Tagebuch" eingeführt, das auch Platz für Kleinigkeiten und Persönliches bietet, für das eben, was der große Kulturwissenschaftler Bausinger mit dem schönen Begriff der "Demut vor dem Alltäglichen" treffend beschrieb - und genau das ist es, was unglaublich viele unserer Leser schätzen - und wir übrigens auch. Sollte ihnen dieses bewusst gewählte Format dieser wenigen paar Zeilen nicht zusagen, bietet Ihnen unsere Zeitung sicherlich genügend anspruchsvolles Futter, um den hungrigen Geist zu schärfen. Weiterhin viel Freude und Vergnügen bei der Lektüre und beim klugen Kommentieren. :-)
von Holger Much am 28.08.2014 09:42:54

Sehr geehrter Herr Schneider,


bitte etwas mehr Fantasie. Ausserdem, nicht ganz üblich in unserer tristen Welt, wird ein Filzball von Herrn Much angeboten.

Wo bliebt Ihre Fantasie – äh Rückhand? Alle guten sommerlichen Aktivitäten sind in dem Kommentar aufgelistet, vor allem eisiger Dauerwind mit einem sehr tollen Gedankenanstoß.

Zum Beispiel ein Freibadbesuch. Der Mut zum Hingehen lohnt sich: Der Besuch ist zwar mit Überwindung gepaart, aber umwerfend vorteilhaft.
1.: Keine Parkplatzprobleme.
2.: Keine Warterei vor den Duschkabinen.
3.: Sie müssen keinen Liegeplatz unter einem Baum erkämpfen.
4.: Es liegt Ihnen keiner auf das Handtuch.
5.: Im Schwimmbecken können Sie ungestört Ihre Bahnen ziehen.
6.: Sie müssen kein Eis am Kiosk kaufen.
7.: Ihre Getränke werden nicht warm.
8.: Ihre Sonnenbrille wird nicht abgenutzt.
9.: Sonnencremeersparnis – damit lässt sich der Eintritt finanzieren.
10.: Und: Es gibt in Amerika Badehosen mit Pelzbesatz.

Super – für einen unvergesslichen Sommer, denke ich!

Und Professor Bausinger hätte ein weiteres Forschungsobjekt für seine Alltagskultur.




von Lothar Gerstenecker am 28.08.2014 22:26:25

Samstag, 23. August 2014 von Thomas Godawa

Aller guten Dinge sind drei

Es ist ein alter deutscher Spruch, abgeleitet aus dem germanischen Thing, was so viel wie Gerichts- und Volksversammlung bedeutet und drei Mal im Jahr statt fand. Nein, darum geht es nicht, wohl aber um die drei guten Dinge, in diesem Fall gelbe Badewannen-Quietsche-Entchen und davon benötigte ich drei, damit bei drei Enkeln keine Gefühle der Benachteiligung oder des Neids aufkommen und alle gleich behandelt werden. Ein großer Supermarkt hatte eben diese im Angebot zum Aktionspreis. Also nichts wie hin und drei Entchen schnappen. Pustekuchen, es waren aber nur noch zwei im Fach der Aktionspyramide. Zwei geht aber gar nicht, dachte ich so bei mir, schon die tränennassen Augen eines der Enkelkinder gewärtig. Also mach dich auf die Suche, sagte ich mir, vielleicht ist ja eins irgendwo anders unsachgemäß ablegt oder verlegt worden. Und siehe da, kaum hatte ich den Preishügel mehrfach umrundet und gut eine Viertelstunde lang meine Adleraugen schweifen lassen, schon fiel mir das dritte gelbe Badewannen-Qietsche-Entchen in die Finger. Es war versteckt unter einem Sandeimerchen. Egal, für mich war die Freude groß, denn nun waren aller guten Dinge drei. Eins mit Baseball-Cap, eins mit Musikkopfhörer und eins mit Zylinder und Gehstock. Na, also, geht doch.

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Kinder, Opa hat einen Artikel geschrieben!

Herzlichen Glückwunsch, das ist der Blog, auf den die Leser schon das ganze Jahr gewartet haben. Ich werde Sie für den Literaturnobelpreis vorschlagen.
von Otto Schneider am 23.08.2014 14:52:12