Dienstag, 2. September 2014 von Rosalinde Conzelmann

Krimizeit in Balingen

Zu meiner Urlaubslektüre zählte dieses Jahr auch das Krimibüchlein der Balinger Autorin Silke Porath: „Hermingunde ermittelt in Balingen“. Angekündigt als Rätselkrimi entpuppten sich die 30 Geschichten als höchst amüsanter Lesestoff, zumal sich die Ermittlungen der Kommissarin mit der Schuhgröße 43 und dem beeindruckenden Namen Hermingunde Klythemnestra von Tollern-Achteck alle in Balingen abspielen und die Tatorte unter anderem in der Stadtkirche, im „Bären“, in den schicken Stadthäusern, die derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen oder auf den Tennisplätzen liegen. Sogar die Umkleidekabine in der Eishalle oder der Hundehighway in Heselwangen (Auf Hangen) sind Schauplätze teils blutiger Verbrechen. Bei der Täterfrage, die im Übrigen nach jeder Geschichte aufgelöst wird, reichen gesunder Menschenverstand und ein Hauch kriminalistischer Spürsinn aus, um auf die oder den Richtige(n) zu tippen. Aber eigentlich ist das Nebensache, denn das, was das Büchlein ausmacht, ist der zuweilen etwas spöttische, aber immer liebevolle Blick auf das Eyachstädtchen Balingen, seine Honoratioren (Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen sind bestimmt rein zufällig) und die netten Geschichten mit so viel Lokalkolorit. Ich habe selten so viel geschmunzelt bei der Lektüre eines Buches.

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Samstag, 30. August 2014 von Benno Schlagenhauf

Tankstopp mit Hindernissen

Die schönsten Reisegeschichten beginnen oft mit den Worten „Mein Navigationsgerät“, so auch meine:

Mein Navi hat mich auf der Rückfahrt von der italienischen Adria über einige Schweizer Bergdörfer geschickt, um den stundenlangen Stau vorm Gotthard-Tunnel zu vermeiden. Und im Gegensatz zu den armen gestrandeten Autofahrern, die ihrem Navi treu folgend in der Pampa landen, stimmte meinte Route, und ich gelangte rechtzeitig wieder auf die Autobahn. Es war menschliches Versagen, das zu dieser Reiseanekdote führte.

Mein geplanter Tankstopp fand wegen der neuen Route an irgendeiner Landstraße im Tessin statt. Erleichtert, dass der Tankautomat auch Euro nimmt, hatte ich völlig übersehen, dass an dem Ding nur ein Schlitz zum Geld-Einschieben, jedoch keiner für das Rausgeld war. Aber da war der 50-Euro-Schein auch schon im Gerät verschwunden.

Nun passen in meinen Kleinwagen selbst bei einem absoluten Vakuum im Tank erfahrungsgemäß maximal rund 40 Euro Sprit. Da mein Tank noch eine gute Reserve hatte, wartete ich vergeblich auf geschätzt 20 Euro – notfalls hätte ich auch Franken genommen – Wechselgeld.

Wohl angelockt durch meine ratlosen Blicke kam ein junger Schweizer auf mich zu, ein echtes Original, der mit jedem Satz, den er sagte, einen Spruch klopfte. „Tja, blöd“, seine amüsierte Reaktion auf meine Lage. Ob denn in mein winziges Auto überhaupt soviel Spritgeld reinpasse und ob ich die Zapfpistole schon eingehängt habe, denn dann könnte er ja selbst noch mit meinem Geld volltanken.

So endete mein schlauer Plan, günstig in der Schweiz zu tanken, in meinem bisher teuersten Tankstopp. Auf diesen urigen Typen zu treffen, hat den Ärger über das verlorene Geld jedoch schnell vergessen lassen. Denn diese Begegnung war das Geld locker wert.

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Freitag, 29. August 2014 von Lydia Wania

Drei Wochen ohne ...

Nein, um es gleich vorwegzunehmen: Ich hatte in meinem Urlaub nicht vor, auf irgendetwas zu verzichten. Ganz im Gegenteil, ich wollte meine freie Zeit in vollen Zügen genießen. Und nach drei Wochen merkte ich plötzlich: Ich habe in meiner freien Zeit keine einzige Minute vor dem Fernseher gesessen. Wie kann das sein? Normalerweise fläze ich abends ganz gerne auf dem Sofa, lasse mich von Günther Jauch und Co. berieseln und schlummere dann dabei irgendwann ein. Einfach herrlich. Würde mir das jemand für 21 Tage verbieten – schrecklich. Ich würde mich mit Händen und Füßen gegen ein solches Fernsehverbot wehren. Nicht, dass ich dem Dauerflimmern verfallen wäre, ich habe auch noch andere Hobbys. Aber dieses in die Decke gekuschelte Nichtstun mit seichter Unterhaltung hat schon was für sich. In irgendeinem Sender läuft immer etwas wenigstens halbwegs Interessantes. Nicht so im Urlaub. Irgendwie gab es jeden Tag ein besseres Alternativprogramm. Ich habe die Glotze schlichtweg vergessen. Obwohl es schon auch Möglichkeiten dazu gab, den viereckigen Kasten anzuschalten, schließlich war ich ja nicht auf einer einsamen Insel. Aber manchmal tut Vergessen, nicht nur Verzichten, wirklich gut.

Und wie ging es Ihnen? Hatte auch Ihr Fernseher Sendepause oder war er gerade wegen des schlechten Wetters in Dauerbetrieb? Vielleicht bleibt im Sommerurlaub Luft für ein kleines Resümee und Zeit, die Fernsehgewohnheiten zu überdenken.

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Donnerstag, 28. August 2014 von Volker Schweizer

So klein ist die Welt

Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen ... Zum Beispiel davon, dass man selbst auf entlegenen Flecken Leute aus der „Nachbarschaft“ trifft. War es vor zig Jahren der Meßstetter Bürgermeister am Kalterer See, checkten wir dieses Jahr mit einer Familie aus Hessen auf einem kleinen Bauernhof in Tirol ein. Schnell kam man ins Gespräch. Rottweil kannten sie nicht, Tübingen schon, Balingen erst recht. Und warum? Mit Verwandten feiern sie in den nächsten Wochen einen runden Geburtstag im Naturfreundehaus. Nett war auch die Begegnung mit einigen Heubergern, die wir zufällig in einem Freizeitpark trafen. Schnell kam man auf die geplante Flüchtlingsunterkunft zu sprechen. Unisono zeigten die Ausflügler Verständnis, bejahten das Vorhaben und lobten vor allem den Verlauf der zügig einberufenen Informationsveranstaltung. Und so endete mein dreiwöchiger Urlaub mit einem „Vorgeschmack“ auf das, was auch unsere Region noch lange beschäftigen wird: Das Thema, wie Asylbewerber unterbringen zu sind. Denn es deutet nichts darauf hin, dass sich die Konflikte und Krisen im Irak, in Syrien oder in anderen Ländern in nächster Zeit auch nur ansatzweise beruhigen werden.

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Mittwoch, 27. August 2014 von Volker Bitzer

Gut gebrüllt, US-Löwe

Schlimm, diese amerikanische Selbstbeweihräucherung. Ich rede von der Verleihung der Emmy-Awards in Los Angeles. Natürlich haben die US- oder zumindest englischsprachigen Serien wieder die Preise abgeräumt. Nicht verwunderlich. Wie immer halt. So ist diese Auszeichnungsorgie nicht mehr als ein Abklatsch der jährlichen Oscar-Verleihungen. Auch hier gibt es doch – genau genommen – nur sehr gute und brillante amerikanische Schauspieler und Filme. Alle anderen Akteure auf der Welt – so scheint es – müssen wohl Laiendarsteller oder zweit- und drittklassige Mimen sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass äußerst selten Nicht-US-Bürger zu Ehren kommen? Oder andersrum: Ein Großteil der Auszeichnungen auf amerikanische Konten geht. Naja, auch nichts Neues, dass sich die Amis ja recht gerne, Schulter klopfend, ihre eigenen Orden umhängen. Nur wäre es dann angebracht, Wettbewerbe wie „Emmy-Awards“ als nationale Lorbeer- und Eigenlob-Meisterschaften für amerikanischen Serienmist (natürlich mit dem obligaten, eingeblendetem Gelächter) zu deklarieren. Und hierzulande ist das dann so spannend, wie wenn ein Eisbär von einer Eisscholle ins eiskalte Nordpolarmeer springt.

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Nicht richtig informiert

„Natürlich haben die US- oder zumindest englischsprachigen Serien wieder die Preise abgeräumt.“

Ja, natürlich haben sie das: Der Emmy Award ist schließlich auch ein amerikanischer Fernsehpreis – was sonst, wenn nicht amerikanische Serien, sollte damit ausgezeichnet werden?

Ausländische Produktionen werden mit dem International Emmy Award ausgezeichnet.

Für Ihre Recherche können SIE sich jedenfalls keinen Orden umhängen.
von Miriam Muschkowski am 27.08.2014 13:25:41

Antwort auf Nicht richtig informiert

"Für Ihre Recherche können SIE sich jedenfalls keinen Orden umhängen."

Sie meinten wohl einen EMMY!
von Lothar Gerstenecker am 27.08.2014 16:29:00

Antwort auf Antwort auf Nicht richtig informiert

Er will sich ja auch keinen Orden umhängen, er will lediglich seine Hausaufgaben machen, sprich den Redaktionsblog mit Buchstaben füllen.
von Otto Schneider am 28.08.2014 09:23:25