Dienstag, 16. September 2014 von Benno Schlagenhauf

Termin mit der Vergangenheit

Das Schöne am Beruf des Journalisten ist es, immer wieder neue Menschen kennen zu lernen. Ebenfalls schön ist es, dass man durch die Arbeit Leute trifft, die man lange nicht mehr gesehen hat. Manchmal hat man somit nicht nur einen einfachen beruflichen Einsatz, sondern einen Termin mit der eigenen Vergangenheit. So klopfte bei mir in der vergangenen Woche ganz unvermittelt gleich zweimal die eigene Kindheit an.

Als ich die Einladung zum Seniorenfahrtraining in Straßberg durchlas, fiel mir ein Name ins Auge; irgendwoher kannte ich ihn. Als ich dann beim Termin angekommen war, wusste ich es wieder: Bei diesem Polizisten, der nun den Senioren Tipps zum sicheren Autofahren gab, hatte ich in der Grundschule das richtige Fahrradfahren gelernt.

Einen Tag später der nächste Gruß aus etwas späterer Kindheit: Ich schrieb zum Jubiläum der Aidswaisen-Hilfe der Kirchengemeinde St. Josef in Ebingen. Vor zehn Jahren gab es zugunsten des Projekts eine Radelaktion auf Hometrainern, an der Schüler der damaligen 7a des Gymnasium Ebingen teilgenommen haben. Auch ich. Elisabeth Hausch, die das Hilfsprojekt seit zehn Jahren begleitet, hat zum Pressegespräch Archivbilder von der Radelaktion mitgebracht. Auf einem davon ein heutiger ZAK-Redakteur. Ein Foto, das ich bisher noch nicht zu sehen bekommen habe.

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Samstag, 13. September 2014 von Maya Maser

Obamas Kampf

Der „IS“ soll zerschlagen und unschädlich gemacht werden, das ist das erklärte Ziel der Strategie von Barack Obama – ganz bewusst genau dreizehn Jahre nach den Angriffen auf das World Trade Center. Per Luftangriffe natürlich. Den harten Job am Boden sollen doch die Anderen erledigen. Zu abstrus in meinen Augen. Die Bevölkerung ist ein Häuflein Elend. Sie wurde durch den jahrelangen Bürgerkrieg stark geschwächt. Wie sollen die noch gegen die reiche und bis auf die Knochen bewaffnete Organisation, die sich „Islamischer Staat“ nennt, ankommen?

Als 1991 alles losging, war ich noch mit dem Klapperstorch unterwegs. Doch obwohl ich quasi eine geschichtliche Quereinsteigerin bin, fahren mir die allabendlichen Nachrichten aus dem Irak durch Mark und Bein. Der „IS“ – seine Mitglieder sind teilweise jünger als ich – zeichnet Brutalität und Blutrünstigkeit aus.

Obamas Strategie? Ein bisschen Krieg, mal eben kurz eingreifen, um dann das Land wieder sich selbst zu überlassen. Glaubt irgendjemand, so dieses „Krebsgeschwür“ bekämpfen zu können? Wir schreiben das Jahr 2014. Unsere Welt hat schon so einige bewaffnete Konflikte miterlebt, die meistens böse ausgingen. Angeblich lernen wir Menschen ja aus unseren Fehlern. Wie gesagt: angeblich. Da frage ich mich: Können wir Konflikte denn nicht auch ohne Gewalt lösen? Yes, we can. Nicht wahr, Herr Obama?

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Die Welt ist Ba, Ba, Babylon!



Die hängenden Gärten von Babylon gehören zu den sieben Weltwundern der Antike.
In manchem ähneln sich deren Besucher der Moderne aber trotzdem: Sie vernahmen das Geschwätz ihrer Zeit mit Skepsis ...

von Lothar Gerstenecker am 13.09.2014 19:15:17

Freitag, 12. September 2014 von Gudrun Stoll

Ein Hoch auf die Amateure

Wir sind stolz auf unsere Dichter und Denker, schätzen unsere Querköpfe und Rebellen. Bemerkenswert neben der Vielzahl an Käpsele und Genies, die aus dem Ländle kommen, ist auch die Zahl der Natur- und Freilichtbühnen in Baden-Württemberg. 17 sind's, um exakt zu sein. Sie präsentieren sich so unterschiedlich und vielfältig wie das Land, sind regional verwurzelt und stehen in der Regel in Regie eines Vereines und seiner talentierten Amateurschauspieler. Diese schöpfen aus einem reichen literarischen Fundus, spielen Shakespeare und Schiller, lassen den berühmten „schwäbischen Gruß“ des Götz von Berlichingen durch die Zuschauerreihen hallen, leben ihre komödiantische Ader in den Rollen des Don Camillo und seines Widersachers Peppone aus.

Wie die prominenten Kollegen aus Film und Fernsehen freuen sich auch die Laiendarsteller über den Applaus des Publikums. Er gebührt ihnen für Probenfleiß, Leistung, Spielfreude und die Bereitschaft, über die Sommermonate fast an jedem Wochenende auf der Bühne zu stehen und dabei Wind und Wetter zu trotzen.

Ich besuche seit vielen Jahren gerne die Aufführungen der Waldbühne in Sigmaringendorf. Sie gehört zu den ältesten Bühnen im Land, verfügt über einen großen Stab an guten Darstellern, weiß Stücke passend auszuwählen. Die Zuschauer wissen diese erfolgreich umgesetzte Rezeptur zu schätzen. Schon 2013 verzeichnete die Bühne eine neuen Besucherrekord. Ihn konnten die beiden diesjährigen Stücke toppen. Allein das Kinderstück „Ronja Räubertochter“ sahen 10 085 Zuschauer. Das Erwachsenenstück „Die Päpstin“ stellte mit 7123 Zuschauern alles bisher Dagewesene in den Schatten. Die Freude beim gesamten Ensemble ist riesengroß. Die 17 000er-Marke ist geknackt, Ansporn und Anspruch zugleich für die Theatermacher. Und ein guter Grund, um Glückwunsche ins Laucherttal zu senden. Denn es gibt sie doch noch, die gute Samstagabend-Unterhaltung, die unsere Fernsehmacher schon lange nicht mehr beherrschen.

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Donnerstag, 11. September 2014 von Rosalinde Conzelmann

Jahreszeiten Durcheinander

Am Samstag war es wieder soweit, der zwischenzeitlich alljährliche Einkaufsschock erwischte mich völlig unvorbereitet: Endlich Sonne, Terrassenwetter, Freude auf einen Grillabend und dann das: Im Supermarkt in den Regalen gibt es die ersten Lebkuchen und Dominosteine. Hey, wir haben Anfang September und sind froh, wenigstens noch einen Hauch von Altweibersommer zu bekommen nach den verregneten, kühlen Tagen. Von Weihnachten will ich noch nichts wissen, geschweige denn schmecken oder riechen. Ich fand es schon schlimm genug, dass mir nach meiner Rückkehr aus dem sonnigen Italien die Freude an meinen noch herrlich blühenden Sommerblumen vertan wurde, weil überall schon Heidekraut, Astern oder Schilfgras unter dem Motto „Herbstzauber“ angeboten wurden. Das war Mitte August!

Standhaft bleiben, einfach ignorieren, so meine erste Reaktion auf diese Marktstrategien, die kein Mensch versteht. Wer kann sich denn da noch von Herzen auf den wahren Herbstzauber im Oktober und Lebkuchenduft im Dezember freuen? Die Antwort kenne ich seit ein paar Tagen: Mein Mann. Ganz beiläufig meinte er, „gibt's eigentlich noch keine Lebkuchen? Wenn ja, kannst mir welche mitbringen.“ Okay. Und ich gehe zum Gärtner, „Herbstzauber“ einkaufen.

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Atemlos durch die Jahreszeiten!

Liebe Frau Conzelmann,

fahren Sie kurz runter nach Mailand.

Während bei uns der Sommer 2014 erst langsam Fahrt aufnimmt, wird in den Showrooms der Modebranche schon der Sommer 2015 verkauft.
Ich spreche von Damen-Mode.

Hat sich Ihr Mann darüber schon beklagt?

Männer sind einfach viel gelassener, gelle!
von Lothar Gerstenecker am 11.09.2014 17:59:02

Jed´r so wia er´s moog ...

Warum nur wird jedes Jahr am frühzeitigen Angebot von Lebkuchen usw. rumgemäkelt - der Handel wird´s wohl verkaufen, sonst wäre die Ware nicht im Angebot.
Also gibt´s doch ein zu befriedigendes Verlangen der Kundschaft - wenigtens teilweise ;-)

Richten Sie bitte die besten Grüsse an Ihren Mann aus, der sich auch nicht vom Kalender einengen läßt - von Lebkuchen-Liebhaber zu Lebkuchen-Liebhaber.
Lebkuchen soll man essen, wenn sie schmecken - egal ob August oder Dezember.

Sodele - ond jetzt an scheena Obladalebkuacha mit Schokladieberzug ond an Kaffee.
von Robert Kode am 11.09.2014 13:17:30

Mittwoch, 10. September 2014 von Holger Much

Entspannung ist so eine Sache

„Schriiieck“ – man hört fast das Geräusch, dass die Kalksteinplatten möglicherweise machen, wenn sie unter hohem Druck gegeneinanderreiben und, wie es der Fachmann ausdrückt, „sich entspannen“. Und besser, sie entspannen sich öfter, mit kleinen Wacklern, als dass sich vieles aufstaut und es irgendwann wieder einen größeren Wackler gibt. Da gehört das laute „Schriiieck“ dazu.

Auch ich mache das gerne so. Um größere Wackler möglichst zu vermeiden, versuche ich mich regelmäßig zu entspannen. So wie erst kürzlich, als einer der wenigen, an einer Hand abzuzählenden, halbwegs warmen Abende es erlaubte, den Feierabend im Garten zu verbringen.

Da saßen wir also mit einem Tee, lauschten dem leisen Gezwitscher der Vögel, als plötzlich – „Schriiieck“ – nein, kein Erdbeben, sondern ein Nachbar, der am gefühlt einzig warmen, trockenen Abend in diesem Sommer meinte, draußen seinen Bastelarbeiten mittels Kreissäge nachgehen zu müssen. Ohrenbetäubend laut. Bei den einen gehört der Krach eben offenbar zur Entspannung. Bei mir definitiv nicht.

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