Samstag, 20. Dezember 2014 von Rosalinde Conzelmann

Fritzle mag Weihnachten

Ich habe eine Weihnachtskatze, ätschegäbele. Fritzle ist ein halbes Jahr alt und ein freches, wildes, rotes Katerle. Seit ein paar Monaten gehört er zu unserem Haushalt und ist seither fast täglich für eine Überraschung gut. Dass er am liebsten mit unseren Socken, meinem Schal oder dem Feuerzeug spielt, beim Fressen gewöhnlich das Futter vor dem Napf in sich reinschlabbert oder mit nassen Pfoten durch das frischgeputzte Haus läuft, lässt mich als langjährige Katzenmama ziemlich kalt. Fritzle hat aber noch andere Talente, die mir ganz neu waren. Offenbar hat der Frechdachs einen Sinn für Weihnachten, denn er hat kürzlich das Moos aus unserer Krippe im ganzen Wohnzimmer und im Bad verteilt. Freudig saß er mit einem Zipfel Moos im Maul neben der Bescherung, auf Lob heischend ob seiner tollen Idee und fiel dann in einen tiefen Schlaf. Um seine Dekoration habe ich mich dann gekümmert.

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Freitag, 19. Dezember 2014 von Volker Schweizer

Zurück zu den Wurzeln

Über die wichtigsten Epochen der Weltgeschichte wissen wir einiges aus der Schule. Was im Unterricht nicht hängengeblieben ist, kann in Büchern nachgeschlagen oder im Internet gegoogelt werden. Doch wie sieht es um die eigene Vergangenheit aus? Wo kommen wir her, wo sind unsere Wurzeln? Ein Verwandter von mir hat sich diesen Fragen gestellt. Monatelang stöberte er in alten Akten der Heimatgemeinde, in Kirchenkonventsprotokollen und in Büchern des Rottenburger Diözesan-archives, er führte Interviews und sammelte aus alten Alben Fotos. Herausgekommen ist das „Ahnenbuch Weckenmann“. Auf über 130 Seiten sind Namen, Daten und Fakten, die lückenlos bis ins Jahr 1640 zurückreichen, nachzulesen. Es ist faszinierend und spannend zugleich, in der Zeit zurück zu gehen und daraus einen eigenen Stammbaum zu erstellen. Kinder und Jugendliche für das Leben ihrer Vorfahren zu begeistern, sollte deshalb nicht nur Aufgabe der (Groß-)Eltern sein, sondern auch der (Geschichts-)Lehrer und Vereine. Ahnenforschung zu betreiben ist nicht einfach, denn dafür gibt’s noch keine App.

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Suchmaske bei den Mormonen

Seit über 30 Jahren sehr empfehlenswert: Die wohl größte Online-Datenbank zu dem Thema ist die von den Mormonen.
www.familysearch.org

Die Suchmaske bei den Mormonen ist allerdings in Englisch aufgebaut.

von Lothar Gerstenecker am 19.12.2014 17:51:24

Zu früh!

Dafür ist in vielen Fällen die Zeit noch nicht reif, weil noch zu viele Nazis und deren Kinder leben, die nicht bereit sind, sich mit ihren bzw. den Fehlern der Eltern auseinanderzusetzen.
von Lisa Witsch am 19.12.2014 14:41:37

Donnerstag, 18. Dezember 2014 von Daniel Seeburger

Wirf Hirn ra!

Deutschland nimmt in diesem Jahr schätzungsweise 160 000 Flüchtlinge auf. An der Spitze allerdings stehen muslimische Staaten. In Pakistan gibt es 1,6 Millionen Flüchtlinge, im Iran 857 000, im Libanon 856 000, in Jordanien 642 000 und in der Türkei 610 000. Jesus war Jude. Zur Welt kam er in einem Städtchen, das heute zu Palästina gehört. Gesprochen hat er Aramäisch. Neuaramäisch wird heute noch in Teilen Syriens, des Iraks, der Türkei und des Irans geredet. Weihnachten feiert man seit 336. Der 25. Dezember für das Fest wurde gewählt, um den heidnisch-römischen Sonnenkult zu überlagern, nachdem das Christentum römische Staatsreligion geworden war. Zur Zeit der Völkerwanderung im vierten bis sechsten Jahrhundert nach Christus wurde Deutschland von Völkern wie den germanischen Goten, Sueben oder Alamannen infiltriert und inkulturiert. Es fand, so würde man heute sagen, eine Vermischung mit den Einheimischen statt. Diese Völkerwanderer waren früher nördlich und östlich der Donau angesiedelt. Der heilige Nikolaus wurde in Patara in Kleinasien, der heutigen Türkei, geboren und war Grieche. Der Weihnachtsmann trat erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts in der heute üblichen Form auf und wurde 1931 von Coca Cola weltweit berühmt gemacht. Sankt Martin war zwar Römer, geboren wurde er aber in Ungarn. Die Christianisierung Deutschlands vom fünften bis achten Jahrhundert war die Sache von irischen und schottischen Mönchen. Die ersten Weihnachtsmärkte in der heutigen Form gibt es seit etwa 100 Jahren.

Weshalb ich das alles schreibe? Weil ich angesichts unserer Geschichte die Argumentation von Pegida nicht verstehe. Und weil ich neulich eine ominöse „Bürgerinitiative Gohlis sagt Nein“ im Internet gefunden habe, die ernsthaft behauptet, in Deutschland werde Weihnachten schon seit Jahrtausenden gefeiert, und zwar „schon lange vor der Christianisierung“. Oh Herr, wirf Hirn ra!

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Jo iss denn heit scho Weihnachdn?

Herr Seeburger, ich denke, Ihre Recherchen waren nicht intensiv genug. Nach meiner Interpretation handelt es sich bei Weihnachten um die alte keltische Wintersonnenwende, deren zeitliche Ansiedlung von der Kirche deshalb gewählt wurde, um ein eigenes "Ereignis" im Volk zu etablieren. Früher ging das noch, weil die Kirche bestimmte, was gemacht wurde. Teilweise tut sie das heute nach meiner Wahrnehmung leider immer noch, lediglich die Gefolgschaft lässt langsam nach und das ist auch gut so. Wenn man die Wintersonnenwende christlich interpretieren will, kann man das gerne tun. Mein Vorschlag: "Die Geburt des Lichts" am kürzesten Tag im Jahr. Da Jesus selbst "das Licht der Welt" ist, macht das Ganze sogar Sinn. Jesus wurde aber nicht am 24. Dezember geboren, dieses Datum hat uns die Kirche aufoktruiert. Jesus wird jeden Tag geboren und er stirbt jeden Tag. Sparen Sie sich das Hirn für passendere Gelegenheiten auf.
von Lisa Witsch am 18.12.2014 15:50:34

Wirf Hirn ra!

Ein Geschichtsbuch täte es auch.
von Lothar Gerstenecker am 18.12.2014 19:19:04

Antwort auf Jo iss denn heit scho Weihnachdn?

Hallo Frau Witsch,
da liegen Sie falsch.
Das Christentum wurde erst 380 Staatsreligion im römischen Reich. Die Kelten wurden schon zu Beginn des dritten Jahrhunderts sukzessive von einfallenden Germanenstämmen aus ihren rechtsrheinischen Siedlungsgebieten vertrieben oder vermischten sich mit den Germanen (und den Römern). Es ist fraglich, ob die Kelten überhaupt je mit dem Christentum in Kontakt gekommen sind, außer in Irland und Schottland - und dort erst ab dem 5. Jahrhundert. Da wurde im Christentum aber schon lange am 25.12. Weihnachten gefeiert.

Ziel des Konzils von Nicäa, das 325 von Kaiser Konstantin einberufen worden war, war ein Religionsfrieden zwischen Christen und Heiden im römischen Reich. Der römische Sonnenkult feierte den 25. Dezember als den Tag des "Sol Invictus", des römischen Sonnengottes. Die Christen stülpten die Geburt Jesu, der "neuen Sonne", über diesen heidnischen Festag.
von Daniel Seeburger am 18.12.2014 16:10:40

Hirn? Ein Geschichtsbuch aus der Schulzeit reicht aus!


In meinem Schulgeschichtsbuch steht: Kaiser Konstantin berief 325 die erste allgemeine Kirchenversammlung nach Nicaea ein. Er wollte durch das Christentum die Völker seines Reiches in einem einzigen Glauben einigen. Darum versuchte er auch, die Glaubensstreitigkeiten innerhalb der Kirche beizulegen – wohlgemerkt, innerhalb der Kirche. Herr Seeburger, da liegen Sie daneben.

Außerdem wollte Konstantin dem heidnischen Rom ein zweites, christliches Rom gegenüberstellen. Auf dem Boden des alten Byzanz gründete er eine neue Hauptstadt, die nach ihm den Namen Konstantinopel erhielt.

Die Kelten kamen durch Verbindungen mit Frankreich bereits im 4. Jahrhundert mit dem Christentum in Kontakt. Nicht erst ab dem 5. Jahrhundert. Auch da liegen Sie nicht richtig.

Der Tag der Geburt Christi ist nicht bekannt. Er wurde auf den 25. Dezember festgelegt. Da muss ich Lisa zustimmen, ungern, aber es ist halt so.



von Lothar Gerstenecker am 18.12.2014 19:15:40

Antwort auf Antwort auf Jo iss denn heit scho Weihnachdn?

Ich weiß auch nicht, ob die Kelten mit den Christen in Kontakt gekommen sind, ich weiß nur, dass sie die Wintersonnenwende feierten und dass Weihnachten im zeitlichen Jahresverlauf sowohl bei der von Ihnen beschriebenen römischen Variante und dem kürzesten Tag bzw. der längsten Nacht im Jahr zusammenfallen. Ich bleibe dabei, dass die Kirche dieses Datum bewußt gewählt hat, um dem Ereignis ihre Bedeutung "überzustülpen". Schade, dass Sie meinen Kompromissvorschlag mit der "Geburt des Lichts" nicht akzeptieren.
Falls Sie an meiner Variante interessiert sind, hier noch was zum Nachlesen:
....sein.de/archiv/2006/dezember-2006/yul--jul--wintersonnenwende.html
von Lisa Witsch am 18.12.2014 17:27:27

Antwort auf Antwort auf Antwort auf Jo iss denn heit scho Weihnachdn?

P.S.: Auf den Weihnachtskarten meiner schwedischen Freunde steht immer "God Yul". Und die sind auch schon ein paar Jahre Christen. Schauen Sie mal, was es mit Yul (Jul) auf sich hat. Sie können aber gerne auch recherchieren, was "Ostara" mit Ostern zu tun hat. Noch so ein "geklauter" Titel.
von Lisa Witsch am 18.12.2014 17:46:13

Mittwoch, 17. Dezember 2014 von Jasmin Alber

Anleitung zum Glücklichsein

Um es gleich vorweg zu nehmen: Hier gibt es keine allgemeingültige Anleitung, um glücklich zu sein. Auch die „Happiness-Studie“ schafft das nicht auf über 70 Seiten. Dennoch stellen deren Macher interessante Thesen auf. Die meiner Ansicht nach einschneidendste: Die Ambient Awareness, also die Umgebungswahrnehmung, ist Internet und Social Media sei Dank eine andere. Fluch und Segen, gleichermaßen. Denn gerade weil man über die Plattformen mit seinem persönlichen Netzwerk aus Freunden, Bekannten, Familie und Kollegen einfacher als früher in Kontakt bleiben und Erlebnisse mit ihnen teilen kann, gibt es daran eine Kehrseite. „Die Erwartungen, was in der Freizeit zu erleben ist, steigen“, heißt es in der Studie. „Mit ihnen wächst auch die Angst, etwas zu verpassen.“ Die Jagd nach Zustimmungs-, sprich „Gefällt mir“-Bekundungen und Aufmerksamkeit kann also beginnen. Was auch mir regelmäßig auffällt, ist, dass offenbar bei einigen gänzlich alles festgehalten und veröffentlicht werden muss – nicht nur bedeutende Ereignisse. Das beginnt meist schon mit einem Foto des Frühstücks, das Phänomen des sogenannten „Food Porn“. Ist heute ein Konzert, sieht man vor der Bühne oftmals keine mitsingenden und tanzenden Fans, sondern hunderte Handydisplays, die das Geschehen auf der Bühne dokumentieren. Und es soll kein Rat mit erhobenem Zeigefinger sein – jeder muss das schließlich für sich selbst entscheiden –, aber ich frage mich, ob der Kuchen nicht genauso gut schmeckt, wenn ich kein Foto davon veröffentliche, und der Auftritt des Lieblingsstars nicht schöner im Gedächtnis bleibt, wenn ich ihn aufmerksam verfolge und stattdessen eben keine verwackelten Handyvideos davon habe. Dafür habe ich dann echte, kleine Glücksmomente – nur für mich.

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Den Menschen soll neue Lebensfreude vermittelt werden.


In Südkorea kann man seinen eigenen Tod vorwegnehmen. "Happy dying" heißen solche Seminare zum Beispiel. Sie sollen die Menschen glücklicher machen.

Die Liste der Teilnehmer reicht vom Oberschüler bis zum Rentner. Viele Unternehmen und Verbände meldeten ihre Beschäftigten oder Mitglieder an. Die Teilnehmer zahlen dafür 50 000 Won (etwa 36 Euro).

von Lothar Gerstenecker am 17.12.2014 14:52:42

Dienstag, 16. Dezember 2014 von Thomas Godawa

Wer kennt denn noch Rollerball?

Neulich saß ich vor dem Fernsehgerät um Wintersport zu schauen. Unter anderem wurde dort eine Eisschnelllauf-Disziplin angekündigt, die sich Massenstart nennt. Das ist eigentlich noch nicht weiter verwunderlich, denn den gibt es beispielsweise auch beim Biathlon. Hier war aber die Eisschnelllaufbahn gemeint. Und tatsächlich starten Teilnehmerinnen aus vielen Nationen gleichzeitig und machten sich auf 16 Runden im Eisstadion mit drei Sprintwertungen. Und der Kommentator verwies darauf, dass es hier Regeln einzuhalten gelte, es gehe hier ja schließlich nicht zu wie bei Rollerball. Und da wurde ich stutzig. Wer kennt denn noch Rollerball und kann mit diesem Querverweis etwas anfangen? Den Science-Fiction-Film mit James Caan in der Hauptrolle habe ich in meiner Jugendzeit gesehen, denn in die Kinos kam er 1975. Den jüngeren unter uns dürfte das also nichts mehr sagen. Doch beim Nachschauen im Internet durfte ich feststellen, es gibt ein Remake aus dem Jahr 2002 mit Jean Reno in einer der Hauptrollen. Schau an, schau an, dachte ich mir, Klassiker halten sich und werden gerne auch noch mal nachgeahmt. Meine Erkenntnis, der Begriff Rollerball hat sich also weiter getragen und ist doch bekannter als ich dachte, dem Internet sei Dank.

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Mich plagt ein gar fürchterlicher grippaler Infekt!
Noch verschnupfter werde ich,wenn ich Kommentare v. Fr. Witsch
lese,dieser geistige "Durchfall"schlägt mir auf den Dickdarm.
von Dieter Mller am 20.12.2014 20:39:56