Samstag, 23. Mai 2015 von Karl-Otto Müller

Nachtigall, ick hör dir . . .

Rottweil oder Meßstetten? Der Knast treibt uns um. Sensibel sind unsere Antennen bei diesem Thema, hinter jeder Silbe versuchen wir die Antwort zu erheischen, erst recht, wenn sie aus Ministermund erschallt. Wie in dieser Woche. Das Projekt „Großgefängnis in Meßstetten“ könnte mitnichten dortige Infrastrukturprobleme lösen, wehrte der Justizminister den Hinweis auf erhaltenswerte Bundeswehr-Sportanlagen ab. Und tags darauf in Rottweil soll derselbe Minister mit dem Hinweis für seinen Großknast geworben haben, sporttreibende Vereine könnten selbstverständlich auch die Anlagen der Justizvollzugsanstalt nutzen.

Nachtigall, ick hör dir trapsen. Ob der Minister mehr weiß?

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Freitag, 22. Mai 2015 von Karl-Otto Müller

Ihren Ausweis, bitte!

Balinger mussten draußen bleiben. Als ob sie das Gefängnis in Meßstetten nichts anginge. Es waren nicht wenige Nicht-Meßstetter, die ebenfalls am Mittwochabend von Justizminister Stickelberger quasi Informationen aus erster Hand über das mögliche Großgefängnis in Meßstetten hören wollten. Des Ministers Kommen war ja laut genug angekündigt.

Vor Ort aber wurden Albstädter, Balinger, Schömberger rüde abgewiesen: Halt, Ihr Ausweis, bitte! Und wenn darauf als Adresse nicht die Stadt Meßstetten ausgewiesen war, dann durfte, nein musste man draußen bleiben.

Die Ausweiskontrolle zur Infoveranstaltung, sie fand einerseits der Sicherheit wegen statt, mehr aber noch sollten am Mittwoch die Plätze den Menschen vorbehalten bleiben, die unmittelbar von LEA und Knast tangiert sind, eben Meßstetter. Die Themen sind heikel genug, da tut die Politik gut daran, den Menschen sensibel zu begegnen. In diesem Fall scheint dies in Meßstetten ein weiteres Mal gelungen – von Vernunft getragene Politik, ganz gleich, ob der Knast kommt oder nicht, ob die LEA geht oder bleibt.

Natürlich geht das in Balingen, in Albstadt ebenso an, unter diesen Umständen aber haben wir Verständnis – und, in aller Bescheidenheit: die objektive Zusammenfassung Stickelbergers Informationen im ZAK.

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Donnerstag, 21. Mai 2015 von Klaus Irion

Zollernalbkreis hat streikfrei

Der Zollernalbkreis überaltert, die Landflucht hält an, neue große Gewerbe- und Industrieansiedlungen sind eher Mangelware. Drei Tatsachen, ein großes Problem. Auch der Verweis auf weiche Standortfaktoren, allen voran dort leben zu können, wo andere Urlaub machen, zieht offensichtlich nicht mehr. Aber halt, es gibt ja noch einen knallharten Standortvorteil, den die Firmen und kommunalen Wirtschaftsförderer so wohl noch nie kommuniziert haben. Der Zollernalbkreis ist quasi streikfreie Zone.

Sieht man mal von der IG Metall ab, die im Arbeitskampf immer wieder einmal rote Gewerkschaftstupfer auch in Balingen und Albstadt setzt, scheint der (berufliche) Alltag der Menschen von Bechtoldsweiler bis Schörzingen, von Heiligenzimmern bis Blättringen abzulaufen, wie der Titel eines französischen Spielfilmklassikers: „Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss.“ Oder hatten die Eltern unter uns in den vergangenen Wochen Probleme, weil sie vor verschlossenen Kitas oder Schulhorten standen? Musste einer von uns auf verspätete Post warten?

Die Ausnahme ist der Streik der Lokführer. Ja, die Schnellverbindungen zwischen Stuttgart und Sigmaringen durch den Zollernalbkreis fahren dann zumeist nicht. Aber selbst da gibt es ja noch die gute alte Hohenzollerische Landesbahn, die ihren Fahrplan einhält. Arbeitgeberfreundlicher geht es doch gar nicht mehr. Warum also nicht im Zollernalbkreis investieren? Ach ja, natürlich dürfen sich auch die nicht-streikenden Erzieherinnen und Erzieher und die Postangestellten im Zollernalbkreis nach Ende ihres Nicht-Arbeitskampfes über Lohnerhöhungen, bessere Arbeitszeiten- oder -bedingungen freuen. Ob das solidarisch und gerecht ist? Das muss die jeweilige Gewerkschaft bei ihren Nicht-Streikaufrufen für die Zollernalb beantworten, und das ist wieder ein ganz anderes Thema.

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Mittwoch, 20. Mai 2015 von Volker Schweizer

Ausflug mit Geschichte

Es müssen nicht immer unzählige Kilometer zurückgelegt werden, um einen erlebnisreichen Sonntag zu verbringen. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? – diese Floskel ist uralt, enthält aber etwas Wahres. Von unserem Besuch in Sigmaringen waren wir Balinger, die es eigentlich mehr in Richtung Tübingen oder Stuttgart zieht, ziemlich angetan. Die Fußgängerzone ist zwar klein, aber wirklich sehenswert. Obwohl es vor Menschen nur so gewuselt hatte, mussten wir auf Eis und Kaffee nicht verzichten – dank der zahlreichen Cafés und Restaurants. Viel Spaß bereitete den Kindern die riesige Wippe vor dem „Stadttor“. In großes Staunen versetzte sie die schöne Kirche und vor allem das prächtige Schloss. Und so verging die einstündige Führung auch wie im Fluge. Mein Wissen wurde am Abend sogar noch erweitert. Zur besten Sendezeit strahlte der SWR just die Dokumentation „Deutsche Dynastien: Die Hohenzollern“ aus. Der „Geschichtsunterricht“ war somit der perfekte Abschluss eines gelungenen Ausflugstages.

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Dienstag, 19. Mai 2015 von Rosalinde Conzelmann

Grillen Sie noch?

Grillen Sie noch oder barbecuen Sie schon? Ja, es gibt ein neues Freizeitvergnügen in unserer neuen schönen Welt, das Barbecue – kurz BBQ. Und das hat bei weitem nichts mehr mit dem guten alten Grillen zu tun, für das Holzkohle und ein einfacher Rost genügten. Oder dem Aufspießen von Würstchen oder Kartoffeln über einem Lagerfeuer, für das ein paar Steine und Holz ausreichen. BBQ ist hipp und wird zelebriert. Und es kommt aus den Staaten, wo bekanntlich alles protziger ist. Vor allem Männer frönen dem neuen Freizeitvergnügen, zu dem natürlich die richtige Ausstattung gehört. Vom Kugelgrill mit Pizzastein und extra Rost für knusprige Rindersteaks über den Smoker, mit dem man(n) auch räuchern kann bis hin zur Outdoorküche auf der Terrasse – der Handel hat reagiert, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Und da die Deutschen bekanntlich die Grillmeister der Nation sind, sahnen derzeit nicht nur die Hersteller dieser Hightechgeräte ab, auch die Zulieferer haben längst erkannt, dass sich mit den drei Buchstaben BBQ richtig Geld verdienen lässt. Ob mit Gewürzen, eingelegten Steaks oder der passenden Schürze und dem Grillbesteck. Es gibt sogar Lektüre über dieses Nobelgrillen und Wettbewerbe, bei denen die Grillmeister zeigen können, was sie drauf haben. Mal sehen, wie lange der Trend noch anhält. Bestimmt gibt es schon BBQ-Verweigerer, die die Maxime „zurück zum guten alten Grill“ ausrufen. So ein Smoker macht sich auch als ausgefallene Gartendeko für Geranien und Petunien gut.

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