Donnerstag, 30. Oktober 2014 von Holger Much

Die Welt ist klein

Die Welt ist ja so klein. Und spannend verflochten. Nehmen wir beispielsweise Pink Floyd. Das erste Studioalbum seit 20 Jahren der 1965 gegründeten Psychedelic-Rock-Giganten wird am 7. November erscheinen, ein Datum, auf das ich wahrlich hinfiebere. Zumal ich zu Gilmore, Mason und Co. ja fast einen ganz persönlichen Draht habe. Naja - um ein paar Ecken herum wenigstens.

Denn das neue Floyd-Werk „The endless river“ wurde unter anderem von Phil Manzanera produziert, dem ehemaligen „Roxy Music“-Gitarristen. Manzanera produzierte auch ein Album von „Poems for Layla“, einer Berliner Ostfolk-Rockband um den Sänger Nikolai Tomas, bei der die Geigerin Anne da Wolff mitspielte, die ihrerseits wieder mit der früheren „Lemonbabys“-Sängerin Diane Weigmann zusammenarbeitet. Weigmann selbst sang auf mehreren Hits der Band „Die Ärzte“, bei denen nun schon seit vielen Jahren Rodrigo Gonzales am Bass steht, der früher bei den „Rainbirds“ für die tiefen Töne sorgte.

Ende der 80er Jahre waren die „Rainbirds“, natürlich mit Rod Gonzales, in der Zollern-Alb-Halle auf Tour und signierten ihre damalige aktuelle Langspielplatte (ja, so was gab's damals noch) sehr freundlich einem aufgeregten jungen Gymnasiasten, der seit kurzem beim ZAK als Freier Mitarbeiter angefangen hatte und sich heute unbändig auf die neue Scheibe von Pink Floyd freut. Alles ist verbunden.

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Was ist eine LP?


Herr Much, bitte ausführlich erklären. Ihren Kommentar lesen eventuell Personen, die auf die Frage „was ist ein Gugelhupf?“ ganz selbstverständlich antworten:“ Wenn mir der Laptop vom Schoß fällt.“

Übrigens: Die erste Single Arnold Layne, noch mit dem Gründer Syd Barrett, steht in meinem Plattenschrank. Und das Doppelalbum Ummagumma ebenfalls – aber signiert von allen Bandmitgliedern.
von Lothar Gerstenecker am 30.10.2014 23:58:54

Mittwoch, 29. Oktober 2014 von Volker Schweizer

Niedliche Hexen bringen Glück

Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass zu Halloween gar kein so großer Hype mehr gemacht wird? Es gibt sie zwar noch, die furchterregenden Masken und Gummizähne, doch in den Läden fristen sie eher ein Schattendasein. Dafür sind die Regale voll mit Christbaumkugeln und Kerzen in allen nur erdenklichen Farben – mit Weihnachten lässt sich eben doch ein größerer Reibach machen. Auch in den Prospekten, die samstags in den Briefkasten flattern, werden nur noch wenige Kostüme, vor allem für Erwachsene, angeboten. Vor Jahren waren die Blätter voll davon. Und vor Jahren fanden regelmäßig aufwendige Partys statt, zum Beispiel in der Straßberger Schmeienhalle, die immer zum Bersten voll war. Lange ist es her. Die Kinder haben ihren Spaß aber nicht verloren. Bei dem ein oder anderen werden sicherlich wieder kleine niedliche Hexen oder Geister vor der Tür stehen und „Süßes sonst gibt’s Saures“ rufen. Tun Sie Ihnen den Gefallen, es soll Glück bringen und kostet nicht viel!

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Dienstag, 28. Oktober 2014 von Holger Much

Nur Matsch

Um die 16 Grad soll die Durchschnittstemperatur dieses Sommers gelegen haben, hat mir jemand erzählt. Und das dürfte – gefühlsmäßig – schon hoch gegriffen sein. Der kälteste Sommer seit 40 Jahren. Man breite den Mantel des eisigen Schweigens über diese missratene Jahreszeit.

Was mich aber viel mehr daran erinnert, wie sehr aus der Art geschlagen der Sommer war, ist der Sumpf vor dem Haus, der zuvor mal mein Garten war. Das Albstädter In-Wohngebiet Stiegel liegt knapp unter 1000 Meter, nach zwei Fingerbreit Erde kommt purer Stein. Stein, durch den jeder Tropfen Wasser in Rekordgeschwindigkeit nach unten sickert und die Erde-Lehm-Kruste oben knochentrocken zurücklässt. Fingerbreite Risse im gelben Rasen waren oft normal. Früher.

Nun wuchert als Folge des ewigen Regens das Gras giftig grün und halbmeterhoch. Mähen ist jedoch fast nicht möglich, weil der Rasenmäher im Schmodder steckenbleibt. Die Holzterrasse ist mit Algen überzogen und Pilze schauen durch die Ritzen. Mein handwerklich begabter Nachbar hat mit dem Bau eines großen Schiffes begonnen. Immerhin gefällt das den Fröschen, Molchen und Kröten im Garten. Irgendwer hat immer was davon.

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Samstag, 25. Oktober 2014 von Holger Much

Das Desaster mit dem Deckel

Manchmal schafft man Dinge, die man niemals auch nur annähernd hinbekommen würde, wenn man den Auftrag dazu bekäme. So wie ich letztens in der Küche. Mit der Absicht, ein formschönes Spiegelei zum Frühstück zu zaubern, hantierte ich virtuos in der Küche. Zwischen Kaffeekochen, Toast brutzeln, Schinkenscheiben dekorativ auf Teller anordnen und Tomatenschnitze schneiden legte ich – betont sanft und feenflügelleicht – kurz einen Topfdeckel auf die Gusseisenpfanne, in der das Spiegelei verheißungsvoll vor sich hin brutzelte.

Nach etwa einer halben Minute wollte ich den Deckel wieder entfernen. Die Betonung liegt auf wollte. Der Deckel, minimal kleiner als der Pfannendurchmesser, war ein Stück in die Pfanne gerutscht und saß dort nun fest. Bombenfest. Keine noch so rohe Gewalt konnte ihn von seinem Platz bewegen. „Vakuum“, dachte ich, in komplexen physikalischen Fragen bewandert, und schlug ein Loch in den Deckel. Vergebens. Auch der nicht wirklich logische Versuch, die mysteriös-festverschweißte Deckel-Pfannen-Kombi durch Abkühlen voneinander zu lösen, scheiterte kläglich.

Lobenswerterweise besitze ich ein ganzes Arsenal von Pfannen – dem Frühstück stand daher nichts im Wege. Der Deckel übrigens ließ sich auch einen Tag später nicht von der Stelle bewegen und landete, samt Pfanne und eingeschlossenem Spiegelei, im Müll.

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Freitag, 24. Oktober 2014 von Rosalinde Conzelmann

Du!

Peter Maffay ist schuld, dass ich gestern morgen beinahe in einen Blitzer gefahren bin. Denn seine Schnulze „Du“, das Lied aller Verliebten aus den 70er Jahren, lief im Radio, als ich ins Geschäft gefahren bin. Maffay hat meine Jugend begleitet, seine Lieder ratterten auf unseren Kassettenrekordern rauf und runter. Und nun lief dieser Schmachtfetzen gestern morgen im Radio auf Platz 309 in der SWR-1-Hitparade. Ich musste einfach mitsingen – es hat ja sonst keiner gehört – und schwelgte so in Erinnerungen, dass ich den Blitzer gerade noch rechtzeitig gesehen habe. Glück gehabt. Beim nächsten Hitparadensong, Nummer 310, bin ich dann abrupt aus meinem Tagträumen erwacht: Mit harten Gitarrenriffs holten mich die Rockveteranen Iron Maiden mit ihrem Song „Halloween be the Name“ zurück in die Wirklichkeit raus aus Maffays heiler Welt. Darum höre ich die Hitparade so gerne.

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Abgestumpfte Sinnesempfindungen?


Wer rümpft nicht schon ostentativ die Nase oder hält sich die Ohren zu, wenn er Maffay hört?
von Lothar Gerstenecker am 25.10.2014 12:38:08