Mittwoch, 18. Juli 2018 von Gudrun Stoll

Bruno in der Postmoderne

Um Himmels Willen nein: Ich will im Juli nicht in weihnachtliche Themen abschweifen. Man kann ja froh sein über jeden sonnigen und warmen Tag, der Lust macht auf Freibad, Freizeit und die bald beginnenden Ferien. Aber bis der letzte Schultag endlich naht und auch in den Firmen und Handwerksbetrieben die Arbeit für kurze Zeit ruht, heißt die Parole: Mindestens einmal am Tag ganz langsam bis Zehn zählen, den Stress wegatmen und die Gehirnzellen mal kurz durchlüften. Kurz vor der Sommerpause herrscht eine Hektik und Terminfülle, wie man sie aus den so gern als besinnlich verbrämten Tagen kennt, bis sich am 24. Dezember das letzte Türchen am Adventskalender öffnet – womit wir wieder beim Thema wären. . .

Gemeinderäte und Kreistag packen in ihre letzten Sitzungen vor der Sommerpause eine Themenfülle, die jegliches Maß sprengt. Der Veranstaltungskalender fürs anstehende Wochenende ist angehäuft mit Events, die ausreichen würden für ein Monatsprogramm. Dann folgt die Saure-Gurken-Zeit, früher ein Fall für Nessie, Problembär Bruno oder Kaiman Sammy. Heute stopfen Selfies und aufgepeppte Onlinenachrichten die scheinbare Langeweile des Sommerlochs.

Schade, denn wir gönnen uns auch in der Sommerfrische keine Ruhe mehr. Dabei hätten wir diese Zeit der Reflexion über diese irre gewordene Welt und ihre aus dem Ruder laufenden Politiker bitter nötig.

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Mittwoch, 18. Juli 2018 von Nicole Leukhardt

Von Hamstern und Ministern

Meine Tochter saß neulich wutschnaubend auf dem Sofa. Einerseits, weil die Rabenmutter darauf bestanden hat, dass der Fernseher ausgemacht wird. Andererseits, weil ich herzlich über ihren Verhörer gelacht hatte. „Ich will Erwin und die Chipmunks sehen“, hatte sie protestiert. Ich habe vergeblich versucht, sie zu überzeugen, dass der Anführer der Comic-Streifenhörnchen Alvin und nicht Erwin heißt. Sie ahnen es – ich hatte keine Chance. Dabei habe ich mich auch schon öfter völlig verhört. Dass es in dem Lied der Gruppe „Ich + Ich“ nicht um einen sich echauffierenden Nager handelt, habe ich recht schnell verstanden. Der Sänger singt nämlich „Es tobt der Hass, da vor meinem Fenster“. Einen tobenden Hamster vor dem Fenster finde ich persönlich aber einfach witziger. Erst vor wenigen Monaten allerdings hat mein Mann mir unter schallendem Gelächter erklärt, dass die Kriegsminister aus Nenas Hit 99 Luftballons keineswegs eine liebevolle Beziehung zum Treibstoff haben. Ich hatte nämlich immer „99 Kriegsminister streichelten Benzinkanister“ gesungen. Das Streichholz habe ich da nie gehört.

Wie geht's Ihnen, haben Sie sich auch schon mal über seltsame Textzeilen gewundert? Schreiben Sie's mir, Erwin, der Hamster und ich freuen uns schon!

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Dienstag, 17. Juli 2018 von Holger Much

Knuddeln mit Vizemeistern

So ganz persönlich, ich gebe es zu, kann ich mit Sport im Allgemeinen und mit Fußball im Besonderen nicht viel anfangen. Da fehlt mir ein besonderes Gen, das man benötigt, um in sportlichen Aktivitäten anderer oder im Denken in Mannschaften und Tabellen Faszination zu finden.

Die Freude, die jüngst in Albstadt zu spüren war, kurz nachdem die WM entschieden war, hat mich aber dennoch berührt. Die paar wenigen Autos mit französischen Flaggen, die von Fahrern mit glücklichen Gesichtern durch die Straßen gelenkt wurden, Kroaten, die begeistert ihren zweiten Platz feierten und mich, als ich Fotos für den ZAK machte, einfach mal spontan umarmten, all das fand ich herzerwärmend. Dass Fußball auch anders kann, dass es auch Aggression und Gewalt gibt, weiß ich. Hier jedoch begegneten sich teils wildfremde Menschen, beglückwünschten sich und freuten sich für den anderen.

Es ist schön, so etwas erleben zu dürften – gerade in den heutigen Zeiten.

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Samstag, 14. Juli 2018 von Holger Much

Der Mehltau beschäftigt

Mit so einer großen Resonanz hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Vielen herzlichen Dank. Vor wenigen Tagen hatte ich um Tipps gegen Mehltau gebeten. Das Thema scheint wirklich vielschichtig zu sein.

Eine freundliche Dame hat mir nicht nur am Telefon von der Möglichkeit erzählt, mittels eines aus Ackerschachtelhalmen (Zinnkraut) gekochten Sudes den bösen weißen Belag zu bekämpfen. Sie hat mir freundlicherweise sogar ein Paket mit den wirkkräftigen Halmen in die Redaktion geschickt. Eine andere Dame schwört auf etwas namens „effektive Mikroorganismen“, die am besten präventiv angewendet werden sollten. Auch frische Bio-Kuhmilch soll gegen die Pilze helfen.

Ich lernte zudem, dass es falschen und echten Mehltau gibt, der eine mag Feuchtigkeit, der andere ist ein Schönwetterpilz. Einfach abschneiden, riet mir jemand. Eine ganz Reihe von Leuten gaben an, selbst ratlos zu sein und baten mich, ihnen von den mir zugetragenen Lösungsmöglichkeiten zu berichten, was ich hiermit gern tue.

Eine Bekannte, die in einem Pflegeheim arbeitet, fragte zudem die betagten Bewohner. Die rieten zu Spritzmitteln. Als die Bekannte abwinkte und meinte, man wolle nichts Chemisches, richtete man ihr aus, dann solle ich einfach die Finger vom Anbau von Träuble lassen.

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Freitag, 13. Juli 2018 von Daniel Seeburger

Hühner mit Regenjacken

Als Halter von sechs Gartenhühnern schaut man natürlich auch in einschlägigen Gruppen bei Facebook vorbei, um sich Tipps geben zu lassen. Da habe ich beispielsweise mitbekommen, dass das Federvieh sehr gerne Apfelwickler verspeist. Und zwar bevor die sich in die Äpfel eingenistet haben und die Frucht wurmstichig wird. Doch wie fast alles auf der Welt, ist nicht alles uneingeschränkt gut. Soll heißen, meine Hühner fressen zwar den Schädling auf, setzen sich dann aber mit größter Freude auf den Apfelbaum und genießen die Aussicht. Mit der Folge, dass sich die Äste biegen und zu brechen drohen. Aber das ist nicht das einzige Problem. Die Vögel knabbern die Äpfel an. So habe ich nicht nur keine Würmer mehr in den Äpfeln, ich habe überhaupt keine Äpfel mehr. Ein Obstnetz über dem Baum schafft Abhilfe. Dafür muss ich nun tagtäglich die vorwurfsvollen Blicke meiner gackernden Damen aushalten. Das sind kleine Probleme angesichts der Dramen, die sich da in der Hühnergruppe bei Facebook abspielen. Was er denn bei Regen mit seinen Hühnern tun solle, wollte da ein frischgebackener Hühnerhalter wissen. Seine Vögel hätten Regenjacken im Stall hängen, antwortete ein Witzbold. Ganz im Ernst: Meinen Hühnern macht Regen nichts aus. Und wenn er ihnen dann doch zu heftig wird, kommen sie von selbst in den Stall. Um die Regenjacken zu holen.

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