Donnerstag, 23. August 2018 von Volker Bitzer

Kreisel – fast eine runde Sache

Der Kreisverkehr ist eine tolle Erfindung. Sorgt er doch für einen flüssigen Verkehrsfluss aus zeitgleich mehreren Richtungen. Vorausgesetzt natürlich, dass ihn die Autofahrer auch richtig und zügig anwenden. Aber hier kommen manche automobilen Zeitgenossen immer noch gerne ins Stocken: Selbst in der Kreiselstadt Albstadt, wo das runde Verkehrsscharnier bereits in den 1990er-Jahren in großem Stil wiederbelebt worden ist und mittlerweile an zirka 20 Stellen schnelles Durchkommen garantieren soll. Halten sich alle an die Regeln, klappt das bestens. Nein, man braucht beim Einfahren nicht zu warten, bis der komplette Kreisel fahrzeugfrei ist. Beherzt einfahren ist die Devise. Ohne Blinker! Der ist überflüssig, denn wohin, außer rechts im Kreis herum, soll es denn gehen? Ja, er kann sogar in die Irre führen, wenn ein Wartender das Lichtzeichen falsch interpretiert.

? Raus aus dem Kreisel dafür mit Blinker. Nur das zeigt einem Wartenden, dass eine Lücke entsteht und er flugs reinfahren kann. Es wäre schön, wenn Blinkmuffel wenigstens hier nicht nur Egoismus walten ließen. Schließlich profitieren sie ja auch davon, wenn andere Verkehrsteilnehmer ihren Abbiegewillen – korrekterweise – per orangefarbenem Lichtzeichen zeitig kund tun. Das Prinzip Kreisverkehr ist ein solidarisches und funktioniert dann am besten, wenn alle richtig mitspielen.

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Mittwoch, 22. August 2018 von Holger Much

Die bunten Zecken kommen

I ch gestehe, dass es mich allein bei dem Gedanken ganz kräftig gruselt: Hyalomma heißt die Art Zecken, die eigentlich die Trocken- und Halbtrockengebiete von Afrika, Asien und ganz Südeuropa mögen. Doch nun mögen sie offenbar auch unser deutsches Klima.

In Niedersachsen und Hessen wurden bereits mehrere Exemplare der Parasiten gefunden, die mit einer schaurigen Größe von rund zwei Zentimetern Länge deutlich größer sind als unser Gemeiner Holzbock. Zudem haben die herzigen Tierchen hübsch gestreifte Beine.

Fast allen Tieren gegenüber, vom flauschigen Kaninchen bis zur warzigen Kröte, empfinde ich herzliche Zuneigung. Doch bei Zecken schaudert es mich. Allein die Vorstellung, so ein Tier krabbelt auf mir herum, verursacht mir Grausen. Diese neue tropische Art kann zudem noch Zeckenfleckfieber übertragen. Zudem gelten sie als wichtige Überträger des Krim-Kongo-Fiebers. Ich glaube, ich gehe künftig nur mit Ganzkörper-Schutzanzug spazieren. Oder ich bleibe am besten ganz zu Hause.

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Dienstag, 21. August 2018 von Gudrun Stoll

Ein Lob mit Gschmäckle

Um mit falschen Vorstellung aufzuräumen: Wenn sich Bundesminister zu einer Sommertour anmelden, ist das weder für die Gastgeber noch für die Presse ein Termin, der mit großem Vergnügen verbunden ist. Für Ursula von der Leyen gilt als Verteidigungsministerin Sicherheitsstufe 1. Sie genießt Personenschutz rund um die Uhr und ist nur in gepanzerten Autos unterwegs. In der Albkaserne konnte sich der Gast aus Berlin relativ frei bewegen, aber ein schützender Abstand blieb. Die Pressevertreter nahmen es gelassen hin, dass ein auf Sprengstoff trainierter Spürhund Kamerarucksäcke und Taschen beschnupperte.

Zündstoff im übertragenen Sinne bot die Sommervisite der Ministerin nicht. Das Resümee: Viel Aufwand für die Außenwirkung, jede Menge Medienvertreter auf der Jagd nach dem perfekten Bild, keine Zeit für bohrende Fragen, keine sensationellen Neuigkeiten. Dass in den Standort Stetten zig Millionen Euro investiert werden, ist hinlänglich bekannt. Einzig die Gästeliste gab Anlass zu Verwunderung. Wohlgemerkt aus lokaler Sicht. Stettens Bürgermeister und die Sigmaringer Landrätin durften am Gespräch hinter verschlossenen Türen teilnehmen. Plus der Bundestagsabgeordnete, der eh über die gesamte Visite im Windschatten der Ministerin und CDU-Parteikollegin segelte.

Diese Drei heimsten auch das ausdrückliche Lob von der Leyens für Gemeinden und Landkreise ein, welche die Bundeswehr schätzen und tragen. Auf der benachbarten, zur Visite nicht geladenen Zollernalb wird man's zur Kenntnis nehmen. Je nach Gemütslage verwundert, perplex oder fassungslos.

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Samstag, 18. August 2018 von Lydia Wania-Dreher

Mehr als ein Stück Papier

Ich bin ein Fan von kleinen Zetteln. Von kleinen Zetteln mit Botschaft. Ganz unverhofft läuft man an solche hin und meist verschönern sie einem – zumindest für einen Moment – den Tag. In meinem Urlaub hatte sich eine Gruppe die Mühe gemacht und jeden Tag einen Zettel mit einer Botschaft an die Spiegel in den Waschräumen gehängt. Darauf stand manchmal ein kleiner Satz, manchmal eine kurze Geschichte. „Was macht dein Leben reicher?“ oder „Was würdest du in dein Glücksglas füllen?“.

Dieses kurze Innehalten und Nachdenken fand ich wunderbar. Es waren mit meine schönsten Urlaubsmomente. Schon allein die Gedanken an Freunde, Familie oder Blumen auf einer großen Wiese machten mich ein klein wenig glücklicher. Und – ich freute mich jeden Tag auf die Waschräume.

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Freitag, 17. August 2018 von Pascal Tonnemacher

Fluch oder doch Segen?

Einkaufen. Kampf und Krampf zugleich, vor allem wenn es Richtung Kasse geht. Ja, ein bisschen zugespitzt ist das schon. Aber die Warterei zu den Stoßzeiten, die sich manchmal nicht vermeiden lassen, kann nerven. Ein wahrer Segen sind da sogenannte Selbstbedienungskassen. Gespenstisch leer sind diese Bereiche meistens, so meine Erfahrung. Die Leute scheinen sich nicht ranzutrauen, dabei ist es recht simpel. Alles abscannen, abstellen, bezahlen, gehen. Wer sich dann doch rantraut, ist nach 30 Sekunden mit einem kleinen Einkauf auch schon wieder am Auto. Und wenn es Probleme oder Unsicherheiten gibt, helfen erstens eine ausführliche Anleitung oder bislang immer nette und verständnisvolle Mitarbeiter. Für die kann diese Erfindung jedoch ein Fluch sein. Setzt sich der Trend durch, werden ihre Jobs an der Kasse wohl bald überflüssig. Der Kunde macht die Kassierer-Arbeit einfach selbst, der Konzern spart eine Menge Geld. Ob es dann wirklich schneller geht, wenn alle normalen Kassen durch SB-Kassen ersetzt wurden, bezweifle ich. Doch für kleine Einkäufe sind sie eine tolle Sache. Denn leider nicht jeder dreht sich in der Kassenschlange um und sagt „Oh, Sie hend nur paar Sacha, ganged se ruhig vor!“

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