Montag, 14. Juli 2008

Ein Hoch auf die „Linke“

„Unser Kind soll mit der richtigen Hand schreiben.“ Ein Satz wie in Stein gemeißelt. Gefallen erst vor wenigen Monaten. So jedenfalls berichtete neulich die Klassenlehrerin meines Sohnes beim Elternabend. Sie ahnen es schon: „Richtig“ wurde gleichgesetzt mit „rechts“. Mir hat es glatt die Sprache verschlagen. 31 Jahre ist es jetzt her, dass mir meine Eltern meinen ersten Schulfüller kauften. Wie stolz war ich damals auf meinen „Pelikan“ – so viel Schleichwerbung darf schon sein, denn so viel verschiedene Füller gab es anno 1977 noch nicht. Und schon gar nicht spezielle Füller für Linkshänder wie ich einer bin.

Noch zehn, 20 Jahre vor meiner eigenen Einschulung war es quasi undenkbar gewesen, dass ein Kind mit der „falschen“ Hand zu schreiben lernt. Heute sieht es glücklicherweise anders aus. Denn nichts ist unangebrachter, als ein Kind auf rechts umgewöhnen zu wollen. Das sollten sich alle Eltern ins Stammbuch schreiben, die befürchten, mit links würde die Tinte nur so übers Papier verschmiert. Keine Angst, liebe Linkshänderkind-Eltern, das wird passieren, geht aber irgendwann vorbei. Übrigens: Am 13. August ist Weltlinkshändertag.

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Freitag, 11. Juli 2008

Schweiß für den kultigen Fetzen

Heute geht mit dem City-Sprint der Prolog des Albstadt-LBS-Bike-Marathons über die Bühne. Damit fällt wiederum der Vorhang zum größten Sportevent im gesamten Zollernalbkreis.

Dass 86 Kilometer auf zwei Stollenreifen nicht von Pappe sind, erklärt sich von selbst. Zumindest, wenn man weniger als sechseinhalb Stunden benötigen darf, um eben das in den Händen zu halten, weswegen man – keiner gibt's zu – eigentlich mit-„radelt“ . . . Klar, der sportliche Ehrgeiz steht im Vordergrund. Und der gesundheitliche Aspekt. Und vielleicht noch der Spaß, gemeinsam im Team auf die Piste zu gehen. Vielleicht tut man sich die 1600 Höhenmeter inklusive aller Schürfwunden, des Muskelkaters am Tag danach, eventuell kaputter Fahrradschläuche und blauer Flecken (vom vielen „auf-die-Schulter-klopfen“?) auch an, um das Feeling zu erleben bei der Zieleinfahrt von Tausenden beklatscht und bejubelt zu werden. Aber 'mal ehrlich – der eigentliche Grund, sich das alles anzutun ist doch mit Sicherheit Kult, knallbunt, atmungsaktiv und mit dem Schriftzug „Finisher“ versehen.

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Donnerstag, 10. Juli 2008

Die Welt ist voller Wunder

Ich gebe es zu: Ich bin fasziniert von Haushaltstipps. Wobei jetzt nicht von denen die Rede sein soll, die ohnehin schon jeder kennt. Wie etwa: Salz beseitigt Rotweinflecken im Teppich. Oder: Essig macht Edelstahltöpfe blank. Nein, solche Tipps meine ich nicht. Sondern jene, bei denen ich mich frage: Wie kommt man bloß auf so was? Durch Zufall? Oder gehen hier verkappte Forscher ganz gezielt ans Werk und probieren alles durch, was der Kühlschrank bzw. das Gewürzregal so hergibt? Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass Buttermilch Schimmelflecken den Garaus macht? Oder dass Zimt, wenn man ihn auf die Erde von Topfpflanzen streut, kleine Fliegen vertreibt? Ob's funktioniert, weiß ich leider nicht. Die Buttermilch hab ich getrunken und den Zimt letztes Jahr fürs Weihnachtsgebäck aufgebraucht. Was ich aber unbedingt versuchen muss: CDs mit Kratzern lassen sich offenbar retten, wenn man sie in einem Gefrierbeutel ins Gefrierfach packt. Kälte soll auch helfen, wenn Wollpullover kratzen. Ein paar Stunden in die Gefriertruhe und schon ist der Pulli flauschig. Die Welt ist voller Wunder...

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Mittwoch, 9. Juli 2008

Ich bin kein Trendsetter!

Nein, ich glaube ich bin kein Trendsetter. Ich trage keine superweiten Marlenehosen – die Gefahr, bei meinem Alltagstempo ständig drüberzustolpern, ist mir zu groß, habe keinen Bock auf grellbunte Kutten im Ethnolook – weil es sich anfühlt, als hätte ich mir einen Sack umgehängt, finde pinkfarbene, mit Strasssteinchen geschmückte Krallen – ganz modern als Nail Art bezeichnet – überhaupt nicht kunstvoll, weil sie nach einer Stunde Gartenarbeit alles andere als appetitlich aussehen und weigere mich, knallenge, kurz geschnittene Jeans über meine Hüften zu ziehen – weil ich nicht aussehen will wie eine Presswurst. Und im übrigen auch keine 150 Euro für ne superhüftige Designerjeans ausgeben will, die es meiner Meinung nach eh nur in Kleidergröße 36 und 38 geben sollte. Trends sind trotzdem klasse. Mit Wonne lese ich die Stylingtipps in den Frauenzeitschriften, ziehe meinen Hut vor modischen „Paradiesvögeln“, lasse mich inspirieren und freue mich, dass ich meinen eigenen Stil gefunden habe. Wie sagte schon mein Papa zu uns Kindern, „ma' ka it noach jedera Kuhflieg' schlaga“. Recht hat er.

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Dienstag, 8. Juli 2008

Kein blinkendes Vorbild

Mit den Kreisverkehren haben die Autofahrer noch so ihre liebe Not. Selbst in Albstadt, wo es besonders viele (fast 20 immerhin) dieser schicken runden Kreuzungsregelungen gibt. Doch trotz ausgiebigen Übens, das Rondell verkehrskonform zu passieren, patzen hier noch immer viele Autofahrer. Ja, das Blinken, meine ich. Sei es nun aus Unwissenheit, Bequemlichkeit oder Gleichgültigkeit heraus, richtig geblinkt, nämlich „rechts“ beim Ausfahren aus dem Kreisel, wird allenfalls von jedem Zweiten. Schade. Besonders aber, dass selbst Verkehrsteilnehmer mit amtlicher Vorbild-Funktion es mit der korrekten Lichtzeichen-Gebung nicht immer so genau nehmen. Erst gestern Morgen, auf dem Weg ins Geschäft, musste ich in Tailfingen diesbezüglich wieder über unsere Polizei staunen. Das Schöne daran: Auch unser aller Freund und Helfer ist nur Mensch. Mit Fehlern und Versäumnissen.

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