Samstag, 13. September 2008

Das Glück liegt in Benin

Fünf Millionen Euro? Warum nicht! Aber bitte diskret und anonym, nicht so wie bei Günter Jauchs SKL-Show. Genau um diese Summe ging es dann auch, als mich eine E-Mail aus dem kleinen afrikanischen Staat Benin erreichte. Darin wurde mir von einem angeblichen Rechtsanwalt eine herzzerreißende Familientragödie geschildert, die damit endet, dass genau ich auch den Nachnamen dieser Familie trüge. Er – der Winkeladvokat – habe Zugriff auf das Erbe dieser Benin-Irions, wenn, ja wenn ich mich nur als deren nächststehender Verwandter ausgäbe. Ich bräuchte mich um nichts kümmern, lediglich meine Kontaktadresse melden, anschließend einen mir zugesandten Vertrag unterzeichnen.

War da nicht mal was? Nigeria-Connection, Phishing, Ausspähen von Kontodaten und Kreditkartennummern? Wie ich gerade all diese Warnsignale vor meinem geistigen Auge in den Wind schlage und schon mal die Milliönchen ausgebe, kommt ein Kollege, grinst und fragt. „Na, welche Vornamen-Initialen haben sie bei deinem angeblichen Verwandten genommen? Ach so, auch B.J., genau wie bei mir vor drei Tagen.“

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Freitag, 12. September 2008

Immer nur gute Laune?

Ist Ihnen, liebe Leser, auch schon mal aufgefallen, dass es Zeitgenossen gibt, die stets pfeifenderweise unterwegs sind? Gleich ob im Auto, beim Stadtbummel oder nach dem Sport unter Dusche. Mit der kleinen Melodie auf den Lippen – sei es nun eine alte Schnulze oder der aktuelle Radio-Hit – erwecken sie den Eindruck, permanent gut aufgelegt zu sein. Schön für sie, beneiden die einen. Gibt’s doch gar nicht, mutmaßen die anderen. Immer nur gute Laune? Schier unglaublich! Wagen wir mal einen Vergleich mit der Tierwelt. Vielleicht ist es bei den Immer-Pfeifern ähnlich wie bei den Katzen. Denn mit ihrem sonoren Schnurren vermögen Samtpfoten durchaus Zweierlei zu sagen: „Ich fühle mich gerade behaglich wohl“ oder „Ich bin jetzt ziemlich angespannt.“ Im letzten Fall wollen die Tiere Stress-Situationen durch Schnurren übertünchen und sich durch diesen, nennen wir’s mal Reflex, selbst wieder zur Ruhe bringen. Ob es bei den Pfeifern auch so ist? Eine Feldstudie möchten wir nun nicht anstellen, sondern begnügen uns mal mit einem nachdenkenswerten Zitat aus der renommierten Wochenzeitung „Die Zeit“, wo es heißt: „Pfeifen ist ein Akt aktiv gelebter und konkreter Utopie.“

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Donnerstag, 11. September 2008

Verräterische Autoschilder

Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viel man eigentlich über seine Mitmenschen erfahren kann – einfach nur durch einen Blick auf das Auto-Nummernschild? Die Wunsch-Autokennzeichen sprechen Bände: Die Zahlenreihe „1960“ zum Beispiel. Sie verrät mit Sicherheit das Geburtsjahr des Fahrers. „1359“ ist bestimmt auch ein Geburtsdatum. 1.3.59 – logisch. Auf manchen Nummernschildern wimmelt es nur so von Glückszahlen. Es ist verblüffend, wie viele „111“, „2222“ und „555“ durch die Gegend fahren.

Man kann fast schon ein Quiz daraus machen. Was verbirgt sich hinter „1998“? Nein, das kann nicht das Geburtsjahr des Fahrers sein... Aber vielleicht steht die Zahl ja für das Baujahr des Autos. Wenn nicht, dann ist dem Besitzer aber zweifellos am 1.9.98 etwas Bedeutsames widerfahren. Prüfung bestanden? Hochzeit? Geburt des Stammhalters?

Übrigens: Auch die Buchstaben sind oft vielsagend. Gern genommen: Initialen. Vor Ihnen fährt ein „AH“? „A“ wie Arthur, Arnold, Alfred, Andreas? Oder Annika, Angelika, Adelheid? „H“ vielleicht für Hoffmann, Hartmann, Hofele... Oder gehört der Wagen vielleicht A-ndrea und H-orst? Man darf der Phantasie freien Lauf lassen. Schauen Sie doch einfach mal genauer hin und rätseln Sie mit...

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Mittwoch, 10. September 2008

Der Wert jeden einzelnen Tages

Heute soll eines der größten Experimente der Physik starten. Die Wissenschaftler des Kernforschungszentrums CERN in Genf setzen ihren gigantischen, unterirdischen Teilchenbeschleuniger in Gang. In der riesigen, 27 Kilometer langen Röhre, dem „Large Hadron Collider“ (LHC) werden Wasserstoff- Atomkerne mit bisher unerreichter Wucht ineinander krachen .

Der LHC hat mit 120 Megawatt den Strombedarf wie Genf. Ein Magnetfeld, 100 000-fach stärker als das der Erde, hält die Wasserstoff-Kerne auf Kurs. Die Anlage, 150 Meter unter der Erde , wird auf rund minus 271 Grad Celsius gekühlt. Was damit erreicht werden soll? Die Wissenschaftler wollen, kurz gesagt, eine Art „Urknall“ simulieren und sehen, woraus sich ganz am Anfang aller Dinge die Existenz an sich speiste.

Dass dabei auch winzige „Schwarze Löcher“ entstehen könnten, ruft Mahner wie den Tübinger Chaosforscher Prof. Dr. Otto E. Rössler auf den Plan. Solch ein Schwarzes Loch könne zur Apokalypse führen, so Rössler.

Nun wollen wir alle mal so optimistisch sein und den Herren von CERN glauben, die zwar einräumen, Schwarze Löcher könnten entstehen, die würden sich aber sofort wieder auflösen.

Allein der hypothetische Gedanke daran, dass alles Bekannte, die ganze Welt, einfach alles, worüber wir doch – Hand aufs Herz – allzu gern schimpfen und jammern, aufhören könnte zu existieren, allein dieser Gedanke reicht, um die Sonne ein wenig heller scheinen zu lassen und die Welt und die Mitmenschen so kostbar erscheinen zu lassen, wie wir sie jeden Tag wahrnehmen sollten.

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Dienstag, 9. September 2008

Ein Hoch auf die Vereine

Ohne Vereine wäre in den meisten kleinen Flecken „tote Hose“ angesagt. Denn nicht überall sitzt ein Michael Maier, der wie in Ratshausen für ein ausgefülltes Kulturprogramm sorgt. Die Kollegen und Gemeinderäte wissen daher sehr wohl, was sie an ihren Kapellen, Wanderfreunden, Fußballclubs oder Narrenzünften haben. Sie sind es schließlich, die dafür sorgen, dass was „geht“, Besucher von auswärts kommen und so eine Gemeinde attraktiv machen.

Doch Vereine leisten noch viel mehr. Herausragende Beispiele gibt es hierfür genug. Gerade im oberen Bezirk. Dort hat man sich zusammengeschlossen, um alten und baufälligen Gebäuden neues Leben einzuhauchen. St. Peter und Paul in Nusplingen, der Wasserturm in Benzingen und „S’Käpelle“ in Harthausen sind herausragende Beispiele dafür. Deshalb sind die Verantwortlichen meist auch nicht kleinlich, wenn sie außerhalb der üblichen Förderung um Finanzspritzen gebeten werden, zum Beispiel für neue Uniformen, Sportutensilien, Rasenmäher oder schweres Gerät. Dies sollte auch in Zeiten klammer Kassen so bleiben. Denn es ist schon schwierig genug, Menschen zu finden, die sich engagieren wollen. Nicht nur aus Zeitgründen, sondern weil sie oft Kritik ausgesetzt sind. Deshalb die Frage an die ewigen Meckerer: Können Sie sich ein Leben in ihrem Heimatort ohne Konzerte, Turniere, Narretei, Zeltfeste oder überregionale Großveranstaltungen vorstellen? Deshalb am besten Mund halten oder selbst ein Amt übernehmen.

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