Dienstag, 26. August 2008

Spiderman trifft Robin Hood

Wer ist Ihr Filmheld: Superman, James Bond oder Robin Hood? Ich persönlich bin Batman-Fan. Der Fledermausgeselle aus Gotham City hat vielen anderen Filmhelden gegenüber einen Vorteil: Er muss nicht allein gegen das Böse kämpfen, sondern wird wenigstens zeitweise von Robin unterstützt. Dass so viele Filmhelden solo unterwegs sind, müsste gar nicht sein, wenn es nach jenen 1000 Männern ginge, die kürzlich bei der Umfrage eines Bierkonzerns mitmachten. Danach gefragt, welche Filmhelden sie am liebsten einmal im Duett sehen würden, wählten sie Spiderman und Robin Hood auf Platz eins, dicht gefolgt von Terminator und Lassie. Auf Platz drei landeten Nemo und Die Blues Brothers. Aberwitzige Paarungen! Man stelle sich vor, Terminator trifft auf Lassies Herrchen, den Bauernjungen Timmy, oder Clownfisch Nemo blubbert unter Wasser „Everybody Needs Someone To Love“.

Wer selber Filmheld-Ambitionen hat, kann im Internet übrigens einen Test machen, der verrät, welcher Held man im wahren Leben wären. Ich bin scheinbar am ehesten Forrest Gump oder Indiana Jones. Allerdings habe ich angeblich auch Ähnlichkeiten mit dem grünen Zeichentrickgesellen Schrek.

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Samstag, 23. August 2008

Dabei wollte ich nur helfen

„Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht“ ist so ein Sprichwort, dem ich im Normalfall herzlich wenig abgewinnen kann, da ich in der heutigen Zeit der Ellenbogen bereits gute Absichten hoch schätze. In sogar bester Absicht habe ich jüngst einer guten Freundin den eiligen Gang zur nächsten Tankstelle angeraten, um beim Auto Öl nachzufüllen. Wir hatten uns frühmorgens – Kinderferienspiele beginnen auch Samstags unglaublich zeitig – beim Kaffeetrinken getroffen, und sie erzählte, dass sie auf dem Weg ins Breisgau sei. Allerdings würde da so ein Lämpchen blinken.

Bei der Tankstelle wurde ihr dann auch gleich sehr freundlich geholfen, kräftig Öl nachgefüllt, und los fuhr sie gen Freiburg. Auf der Fahrt passierte es dann: zuerst ging ein Gang nicht mehr rein, dann blockierte der andere, dann ging gar keiner mehr rein...

Dem zu Hilfe gerufenen Automechaniker qualmte beim vorsichtigen Öffnen der Motorhaube nicht nur das unverschlossene, heiß-spritzende, offenbar zu hoch eingefüllte Öl entgegen, den dazugehörigen Deckel fand er bald darauf im Gang-Getriebe, wo er sich verklemmt und das Schalten zum Glücksspiel gemacht hatte. So viel zu gut gemeinten Ratschlägen. Na ja, jeder kann ja mal was vergessen, ist ja menschlich. Aber trotzdem: Nächstes Mal helf ich höchstpersönlich beim Ölnachfüllen – eines der wenigen Dinge, die ich am Auto erledigen kann.“

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Freitag, 22. August 2008

Bildung ist notwendig

Bildung ist mehr denn je notwendig - und berufliche Ausbildung gehört dazu. In einem Fernsehinterview neulich in der ARD wurde der Ausbildungsleiter eines Betriebes der Metallbranche befragt, warum er denn seine Ausbildungsplätze nicht besetzen könne? Nun, er habe wohl 150 Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildungsstellen gesichtet, aber keinen nehmen können, weil die ja noch nie etwas mit Metall zu tun gehabt haben. Aber hallo, wo leben wir denn ? Können wir uns tatsächlich den Luxus noch leisten, ausbildungswillige junge Menschen wegzuschicken.

Bereits vor gut einem Jahr hat auch die hiesige IHK in einem Aufruf ihre Mitgliedsbetriebe gemahnt, jetzt Auszubildende einzustellen, denn nach dem Jahr 2012 werde es keine mehr auf dem Markt geben. Wir können es uns also gar nicht mehr leisten, auch nur eine junge Frau oder einen jungen Mann nicht in Ausbildung zu bringen. Weder für die Aufrechterhaltung der Produktion, noch für die soziale und gesellschaftliche Zukunftsperspektive dieser jungen Generation und damit unserer Gesellschaft. Noch sind wir Exportweltmeister, weil sich unsere Kunden auf die Qualität unserer Produkte verlassen können. Doch das gute Image von „Made in Germany“ kann nur gehalten werden, wenn wir nicht eine einzige oder einen einzigen durch den Rost fallen lassen.

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Donnerstag, 21. August 2008 von gelöscht

Olympiareife Emotionen

Schön bunt sind sie, die Olympischen Spiele in China. Von den Organisatoren von vorne bis hinten durchgestylt, wird nichts dem Zufall überlassen. Dem aktuellen Lifestyle entsprechend, verkommt das Wesentliche, die Athleten mit ihren Leistungen, da manchmal nur noch zur reinen Nebensache, leider. Sportikonen wie der amerikanische Schwimmer Michael Phelps sind dabei natürlich die Lieblinge des IOC. Absolut werbetauglich, aber genauso aalglatt wie der Hightech-Schwimmanzug, in dem er von einem Triumph zum nächsten eilt. Und irgendwie beschleicht einen das Gefühl, dass die Wettkämpfe nicht mehr sind, als ein reines Schaulaufen, wobei der Sieger eigentlich schon lange fest steht.

Wie ein Befreiungsschlag war da der Dienstag, als gleich zwei deutsche Sportler für Furore sorgten. Nicht die Hambüchens der deutschen Delegation, nein, zwei Außenseiter setzten sich durch und holten Gold. Triathlet Jan Frodeno machte sich ein Tag nach seinem 27. Geburtstag selbst die schönste Freude. Wen wundert's, dass er noch Stunden nach seinem Coup völlig außer sich vor der Kamera ungewohnt lockere Interviews gab. Noch mehr Emotionen zeigte Gewichtheber Matthias Steiner, der seinen Gefühlen auf dem Podest freien Lauf ließ. Das Training war der Grundstein seines Erfolgs, die Liebe zu seiner verstorbenen Frau der entscheidende Turbo – nur so konnte er über sich hinauswachsen. Gerührt sah die Nation zu und hofft nun auf weitere olympiareife Emotionen.

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Mittwoch, 20. August 2008

Auf den ersten Blick

Der erste Eindruck ist entscheidend. In Sekundenschnelle, sagen die Wissenschaftler, entscheiden wir darüber, ob wir einen Menschen sympathisch finden oder nicht, ob wir Freund oder Feind in ihm wittern. Aber mit dem Augenkontakt ist es so eine Sache. Denn der direkte Blick ins Gesicht des Anderen sollte wohldosiert sein. Wir möchten zwar wahrgenommen werden, aber nicht angestarrt. Schrumpft der Abstand zwischen Fremden zu stark – zum Beispiel in einem voll besetzten Aufzug – wird's manch einem unangenehm und er schaut lieber auf den Boden. Ein direkter Blick ist eine Aufforderung, verrät die Bereitschaft, in Kontakt zu treten. Und signalisiert Ehrlichkeit. Man sagt: Wer die „Fenster der Seele“ nicht öffnet, wer einem also nicht in die Augen schauen kann, dem ist nicht zu trauen. Interessanterweise haben sich Verkehrsplaner in einem niederländischen Städtchen die Sache mit dem Augenkontakt zu Nutze gemacht. Verkehrsschilder, Ampeln und Gehwege wurden abgeschafft, Unfälle gibt es aber wohl trotzdem keine. Denn wenn man nicht weiß, was man tun soll, sucht man Blickkontakt, um sich auf diese Weise zu verständigen – und dann kann offenbar gar nichts mehr schief gehen.

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