Freitag, 31. Oktober 2008

Hitverdächtig!

Ein kleiner Junge summt sein Lieblingslied lautstark in den Telefonhörer mit dem Wunsch, „dass ihr das jetzt spielt“, zwei Freundinnen nehmen Urlaub, um gemeinsam von morgens bis abends Radio zu hören und ja keinen der 1000 Hits zu verpassen. Ich ertappe mich dabei, dass ich nach dem Haustüraufschließen sofort den Radioknopf ansteuere und lautstark bei den alten Rockfetzen mitsinge. Bei Alice Coppers „Poison“ drehe ich so richtig auf, dass sogar mein alter roter Kater kurz sein Ohr „verschüttlad“, wie wir Schwaben so schön sagen. Zudem vermute ich bei jedem zufrieden grinsenden Autofahrer, der mir entgegenkommt, dass der jetzt bestimmt auch die SWR 1-Hitparade hört. Musik macht glücklich. Eine Erkenntnis, die der bekannte Ulmer Hirnforscher Professor Dr. Dr. Manfred Spitzer seit Jahren Eltern predigt, um ihre Sprösslinge vor dem Computer und Fernseher wegzulocken. Denn das macht dumm. Diese These ist wissenschaftlich belegt. Zurück zur Musik. Ich würde mir wünschen, dass diese Musikbegeisterung auch in die vielen Gesangvereine und Chöre überschwappt. Denn die haben landauf, landab Nachwuchssorgen. Das wäre dann so richtig hitverdächtig! Und würde zudem noch mehr Menschen glücklich machen.

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Mittwoch, 29. Oktober 2008

Halloween contra Luther

Die Erinnerung an Martin Luther hat Konkurrenz bekommen. Seltsam gekleidete Gestalten, Fratzen und Masken rennen durch die Straßen; an den Haustüren heißt es: „Süßes, sonst gibt's Saures“. Halloween wäre wohl die überwiegende Antwort, wenn man in den Schulen fragen würde, welches Ereignis denn am letzten Oktobertag gefeiert werde. Und die Antwort auf die Zusatzfrage: „Was ist Allerheiligen?“. Wahrscheinlich vielfach Achselzucken oder die lapidare Feststellung: „Ein Feiertag, der dieses Jahr leider auf einen Samstag fällt“. Der Lauf der Zeit macht nun mal auch vor dem Kalender nicht Halt. So fand in der Vergangenheit in Hartheim regelmäßig ein Halloween-Umzug statt, die Straßberger Burgnarren lassen es heuer mit einer Rockband so richtig krachen. Undenkbar wäre auf der anderen Seite vor Jahren wohl aber auch die ökumenische Zweisamkeit gewesen. In Winterlingen treffen sich am 31. Oktober Katholiken und Protestanten aus der Seelsorgeeinheit Straßberg in der evangelischen Kirche zum Auftakt einer „Liturgischen Nacht“. Danach geht es mit Fackeln gemeinsam zur Feier des Allerheiligenfestes ins katholische Gotteshaus. Ob Party oder Besinnung – am Wochenende ist jedenfalls für alle etwas geboten, frei nach dem Motto: Jeder so, wie's ihm gefällt!

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Dienstag, 28. Oktober 2008

Sonntägliche Kauflaune

Wer am Sonntag in Albstadt unterwegs war, traute seinen Augen kaum: Die Stadt, vor allem Ebingen, war am Pulsieren, die Menschenmassen drängten sich durch die Fußgängerzonen, kurzum: es war richtig was los im Städtle. Ganz so, als gäbe es etwas umsonst. So war es natürlich nicht, doch hatten die Geschäfte ihre Pforten geöffnet. Nicht nur zum Schauen wie beim „Tag der offenen Tür“, auch die Kasse durfte klingeln. Der Sonntagsverkauf muss, zumindest wenn man die Szenen von vorgestern Mittag als Beleg heran zieht, ein phänomenaler Erfolg gewesen sein. Erfreulich für Albstadt, erfreulich für den Handel. Allerdings fragt man sich schon, warum gerade am Sonntag die Leute bis kurz vor Ladenschluss in die Geschäfte stürmen. Gut, werktags wird gearbeitet, aber warum beschert nicht auch der Samstag solche ein Bild? Sonntagsverkauf-Kritiker hören ob des Erfolgs in Gedanken schon die Stimmen des Handels nach noch mehr Sonntagsverkäufen. Erst eins, dann zwei, dann drei.... oder doch gleich amerikanische Verhältnisse? Nein, lieber nicht.

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Samstag, 25. Oktober 2008

Kreuz und quer verbunden

Es gibt sie, die kleinen Wunder des Alltags. Ausgerechnet Kunst, über die man ja trefflich streiten kann, hat kreuz und quer Verbindungen geschaffen. Konkreter gesagt von Balingen über Dotternhausen bis nach Schömberg.

Wuchtiger Stahl auf dem Acker, hölzerne Kerle auf dem Markplatz, eine aus hunderten von Strohhalmen zusammengesetzte Wolke, wie ein Schirm über Wiesengrund gespannt: Wer in den Sommermonaten auf Tour ging, die Stadttore hinter sich ließ und zu Fuß oder auf dem Drahtesel dem lockenden Ruf der Natur folgte, dem begegnete auf dem Hohenzollernweg, der die drei Gemeinden verbindet, nicht nur die grandiose Landschaft, sondern auch Kunst im öffentlichen Raum. Die gefiel und aneckte, provozierte, staunen machte, die Gedanken fliegen ließ. Was kann ihr besseres passieren ? Kunst stellt und braucht diesen Anspruch.

Die Organisatoren jedenfalls sind hellauf begeistert. Wie viele Leute sich im öffentlichen Wohnzimmer der „Skulp Tour“ wohl gefühlt haben, bleibt zwar offen. Wie hätte man den Strom von Wanderern und Radlern erfassen sollen ? Und über Geld redet Balingens Stadthallenchef Ulrich Klingler nicht gerne, lässt sich lediglich ein „natürlich defizitär“ entlocken. Die Kunst hat allerdings geschafft, dass drei Kommunen noch enger zusammenrücken wollen. Weil sie das Potenzial erkannt haben, das in der Region steckt. Mit ihren Aussichten und Ansichten. Sie besser zu positionieren für den Tourismus, schafft man aber nur mit vereinten Kräften. Und mit Querverbindungen, für die manchmal auch Kunst sorgt.

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Freitag, 24. Oktober 2008

1000 Mal berührt ...

Wie häufig kommen Sie pro Tag in Kontakt mit anderen Menschen? Sei es Händeschütteln, eine liebevolle Umarmung oder auch bloß hintereinander in der Warteschlange stehen. Das wissen Sie nicht genau? Sollten Sie aber, denn nur dann kann in Zukunft vielleicht schon im Voraus berechnet werden, ob Sie eine Grippe bekommen oder nicht. An der passenden mathematischen Formel knobeln derzeit 50 Mediziner und Mathematiker in Rottenburg. Sie wollen berechnen, wie sich Infektionen ausbreiten. Dazu müssten die Experten allerdings genau wissen, wer wen wie oft berührt und mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird. Sind diese Variablen bestimmt könnte die Formel vielleicht folgendermaßen lauten: Wer berührt wen im Quadrat mal die Häufigkeit der Kontakte und Berührungen, daraus die dritte Wurzel ziehen und das Ergebnis durch die Virus-Übertragungswahrscheinlichkeit teilen. Ganz schön kompliziert. Bis diese Rechnung aufgeht gilt für mich weiterhin die Formel: „kf10M1“ – sprich: krank fühlen, 10 Euro Praxisgebühr zahlen, Medizin einnehmen und eine Woche lang krank sein.

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