Donnerstag, 25. September 2008

Radfahren und Glasscherben

Radfahren ist gesund, macht fit und, gemessen an den derzeitigen Temperaturen, härtet ab. Also fahre ich, so oft es geht, mit dem Fahrrad in die Redaktion. Auch Termine in der Innenstadt sind mit dem Fahrrad leichter zu erreichen, weil ich nicht lange nach einem Parkplatz suchen muss. Ganz abgesehen von der Einsparung an Emissionen. Misslich wird die Lage bei Niederschlag. Doch das sind eigentlich alles kleine Fische. Richtig gefährlich sind die immer wieder auftauchenden Haufen von Glasscherben auf den Radwegen. Teilweise sind, ganz offensichtlich, die Glasflaschen im Übermut auf dem Radweg zertrümmert worden. In diesen Fällen handelt es sich zweifelsfrei um Schnaps- und Bierflaschen. Oder es ist eine Glasflasche aus einer Einkaufstasche oder einem -korb gerutscht und auf dem Weg zersplittert.

Aber egal, aus welchem Grund die Glasscherben im Weg liegen, sie bilden eine Gefahr für den Radfahrer, zumindest aber für die Reifen. Da ist dann nämlich ganz schnell die Luft raus und mit einem Platten fährt es sich schlecht. Aber nicht nur die erwachsenen Radfahrer schweben in Gefahr, auch jeder andere, der den meist kombinierten Rad- und Fußweg benutzt. Meist liegen die Scherben an unübersichtlichen Stellen. Wer so etwas entdeckt, denke an den Nächsten und schiebe sie, wenn möglich, beiseite.

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Mittwoch, 24. September 2008

Kommt die „alte Dame“ ?

Zum Glück ist richterlicherseits geklärt, dass der Begriff „Altweibersommer“ nicht frauenfeindlich ist. Eine ältere Dame hatte gegen die Bundesrepublik geklagt, da sie sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sah, wenn in den Berichten des Deutschen Wetterdienstes das Wort „Altweibersommer“ verkomme. Das Darmstädter Landgericht wies die Klage ab, da weder eine Herabwürdigung einer betroffenen Gruppe, also der „alten Damen“ noch ein Angriff auf die Ehre gegenüber einer Person vorliege. Damit dürfte ein Tagebucheintrag, der aktuell auf Chancen für einen „Altweibersommer“ aufmerksam macht, rechtlich sein.

Mitte September bis Anfang Oktober stellt sich in Mitteleuropa fast jedes Jahr eine stabile Hochdruckphase ein, die nicht nur der Bauernkalender „Altweibersommer“ nennt. Der Name rührt von den im Frühlicht glitzernden Spinnweben her, die im Sonnenlicht wie silbergraue Haare erscheinen. Der Vergleich der Spinnfäden mit dünnen, silbernen Haaren alter Frauen, hat verbunden mit mancherlei Mythen im Volksmund zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Namen „Altweibersommer“ hervorgebracht.

Zwar war bisher in diesem Spätsommer das stabile Hoch noch zu weit nördlich und damit für uns an der falsche Stelle, doch geben die aktuellen Wetterkarten Anlass zur Hoffnung, dass sich das Hochdruckgebiet bis zum Wochenende Richtung Süden verlagert und auch hier die Temperaturen tagsüber wieder bis auf 20 Grad steigen können. Doch wird man die Heizungen und Öfen am besten anlassen, denn trotz warmer Nachmittage können nachts die Temperaturen kräftig in den Keller gehen und in Gärten und Terrassen sollte man sich auf möglichen Bodenfrost einstellen.

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Dienstag, 23. September 2008

Mit Spucke geht alles

Gestern hätten wir den Welttag des Meeres begehen können. Der heutige Tag bietet noch Platz - ihn haben weder Umweltschützer noch UNESCO bislang als Plattform entdeckt. Aber morgen geht's schon weiter mit dem Tag der Raumfahrt. Ende des Monats gibt's dann einen Gedenktag für den Welt-Tourismus - warum auch immer. Sinn und Unsinn reichen sich in diesem Kalendarium nahtlos die Hand.

Am 25. September steht uns der Tag der Zahngesundheit ins Haus. Nun weiß inzwischen jedes Kind, dass Zahnpflege enorm wichtig ist für den Erhalt gesunder Beißerchen. Bei einer spontanen Umfrage auf der Straße würden gewiss 80 Prozent der Leute auf die Frage, wie oft man am Tag die Zähne putzen sollte, richtig antworten: Morgens, mittags und abends. So lehrt es der Zahnarzt, so predigt es seit Jahrzehnten die Werbung. Eine große Krankenkasse präsentiert zum Tag der Zahngesundheit einen neuen Alleskönner: Spucke. Hilft beim Kauen, killt Bakterien. Ganz so neu sind diese Erkenntnisse nicht. Aber werbewirksam verpackt. Damit dieser besondere Saft seine volle Wirkung entfalten kann, empfiehlt nämlich die örtliche Zahnklinik dieser Krankenkasse den Griff zum Zahnflegekaugummi. Die Hersteller wird's besonders freuen.

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Samstag, 20. September 2008

Gibt es noch Gentlemen ?

Ab und an stellt man sich als weibliches Wesen diese Frage: „Gibt es noch Gentlemen?“ Ja! Selbst in Zeiten der unbedingten Emanzipation und vermeintlich schwindender Kultur gibt es Gentlemen.

Sie halten uns Frauen die Türe auf, helfen uns in den Mantel oder machen für eine alte Dame im Bus den Sitzplatz frei. Aber es ist wohl so, dass diese zuvorkommenden männlichen Exemplare immer seltener werden. Hilft mir ausnahmsweise jemand in den Mantel, ist dieser Herr sicher jenseits der 30. Denn welche Mutter schärft ihrem Sohn heute noch ein, einer Frau den Mantel abzunehmen ? Die meisten Mütter würden von ihrem Halbstarken sicher nur zu hören bekommen, wie altmodisch und uncool sie mal wieder seien. Dabei gibt es doch genug Frauen - eben auch junge - die sich durch einen Mann, der sich wie ein Gentleman verhält, erst zur Dame erhoben fühlen.

Aber Vorsicht, liebe Männer! Möchten Sie nun im Restaurant für ihre weibliche Begleitung die Rechnung bezahlen, sollten Sie zuweilen mit dem Schlimmsten rechnen: Die emanzipierte Amazone ist beleidigt und fühlt sich von Ihnen erniedrigt. Wird man(n) also angeblafft mit: „Ich mach das selbst! Dafür brauche ich keinen Mann!“, geben bald auch geduldige Gentlemen diese Höflichkeit der alten Schule auf. Schade, denn ich begegne gerne einem Gentleman!

Aus diesem Grund und im Namen aller Frauen, die ebenso „altmodisch“ denken wie ich: Halten Sie uns weiter die Wagentür auf! Sie werden in den meisten Fällen mit einem charmanten Lächeln belohnt werden.

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Freitag, 19. September 2008

Was schreib' ich bloß?

Diese Frage werden sich schon viele gestellt haben, als sie sich bei einer Hochzeit, einem runden Geburtstag und einem anderen Familienfest im Gästebuch verewigen sollten. Virtuelle Grüße erwarten aber auch Freunde oder Kollegen mit eigener Internetseite. Mit einem simplen „Danke für die Einladung“ oder „Tolle Seite. Mach' weiter so“ will man sich nicht einreihen. Heutzutage sollte es schon etwas ausgefallener sein. Entdeckt habe ich beispielsweise ein Kreuzworträtsel, einen eingeklebten „Geduldsfaden“, das Rezept für einen Lieblingskuchen oder eine Lobeshymne auf den Koch. Und im Netz? „Die Seiten hier sind ein Genuss, durchgehend vom Anfang bis zum Schluss“, so der Reim auf einer Familienhomepage. Immer noch besser, als wie in einem anderen Fall frech auf Rechtschreibfehler hinzuweisen. Da war es früher doch viel einfacher. In Poesiealben – gibt's die heute im Computerzeitalter überhaupt noch? – bemühte man bei literarischen Klemmen Goethe oder Schiller. Und wenn einem gar nichts eingefallen ist, hat es auch ein Abziehbild getan.

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