Freitag, 13. Februar 2009

Freitag, der Dreizehnte

Au weia, heute ist Freitag, der 13. Ist das nicht ein rabenschwarzer Tag, an dem sich an allen Ecken und Enden Unheil zusammenbraut und alle gut gemeinten Aktionen schief gehen ? Ist die Zahl dreizehn nicht jene, die als Stockwerk in Nobelhotels nicht auftaucht ? Ein Tag an dem man am besten keine Arbeiten in der Schule schreibt? Alles Unfug und Aberglaube, wie ich selbst erfahren habe. Im Fach Französisch am Balinger Gymnasium war es mir vergönnt, an einem Freitag, dem 13., meine beste Französischnote zu schreiben, nämlich eine glatte eins. Das beste Resultat „ever“. Das ist zwar schon lange her, aber ich habe es nicht vergessen. So etwas prägt sich im Gedächtnis ein. Immerhin waren damals, in der zehnten Klasse, drei verschiedene Aufgaben zu lösen. Ein Diktat musste geschrieben, ein Text übersetzt und vorgegebene deutsche Sätze mit der richtigen grammatikalischen Konstruktion in Französisch wieder gegeben werden. Und so nehme ich einen Freitag, den 13., eher gelassen, wenn nicht sogar freudig an. Und da an diesem Tag ja nichts weiter dran ist, als ein Freitag mit einer 13, ist es wohl auch nicht weiter tragisch, dass eben heute der europäische Tag der Singles begangen wird, einen Tag vor dem Valentinstag. In diesem Sinne allen einen schönen Tag.

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Donnerstag, 12. Februar 2009

Es ist genug

Ich mag den Winter, bin selbst ein Januarkind. Aber allmählich habe ich genug von Kälte, Matsch und den Überraschungsmomenten, wenn ich morgens in exponierter Albstädter Höhenlage aus dem Fenster schaue und weiß, dass ich mich sputen muss. Der Kaffee wird schnell im Stehen getrunken, dann geht's zum Frühsport an der Bahnschaufel.

Es ist genug. Obwohl es fürs Jammern keinen Grund gibt. „Quinten“ fegte handzahm über die Alb, hat kaum Schaden angerichtet. Dafür ist über Nacht der Winter mit Macht zurückgekehrt. Für den Februar nicht ungewöhnlich. Das Gefühl spielt einen Streich, gaukelt vor, die Eiszeit dauere schon eine Ewigkeit. Weiße Pisten und gute Loipen wären ein kleiner Trost - ob's klappt ?

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Mittwoch, 11. Februar 2009

Der Himmel auf dem Kopf

Die Gallier fürchten nur, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte – wissen wir aus der Asterix-Lektüre. Mir geht es da ähnlich. Mit einer Ausnahme. Nahmen die alten Gallier den Besuch beim Zahnarzt offensichtlich mit links, so tritt mir der Angstschweiß auf die Stirn, wenn ein Zahnarzttermin ansteht.

In der vergangenen Woche ließ es sich nicht mehr vermeiden. Ein Weisheitszahn meldete sich unaufgefordert, ein pochender Schmerz wies eindeutig darauf hin, dass der Störenfried raus wollte. Weit über eine Stunde habe es gebraucht, bis sie von ihrem Weisheitszahn befreit gewesen sei, erzählte mir eine Kollegin. Eine Bekannte musste nach der Weisheitszahnbehandlung gar für zwei Tage in die Klinik nach Tübingen und ein Freund erzählte mir, dass er nach seiner Zahnbeseitigung ausgesehen habe wie ein verprügelter Hamster.

Die Nacht vor dem Zahnarztbesuch konnte ich nicht mehr schlafen und dachte ernsthaft daran, mein Testament aufzusetzen.

Auf dem Behandlungsstuhl war ich einer Ohnmacht nahe. Mein Zahnarzt rüttelte kurz links, kurz rechts am Zahn – und raus war das Monster. Nach 30 Sekunden! „Das war's“, meinte er lapidar. Ungläubig fragte ich nach, was jetzt noch folgen werde. „Nichts“, sagte er, „wir sind fertig“. Da war ich dann doch etwas enttäuscht. Und ich verstand plötzlich die Gallier, die sich lediglich vor dem Himmel fürchten, der ihnen auf den Kopf fallen könnte.

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Dienstag, 10. Februar 2009

Vom Fasten und der Wüste

Haben Sie schon mal gefastet? Ich meine, so richtig gefastet? Keine Diät, kein FDH, sondern Fasten? Nichts essen, nur Wasser und Kräutertee trinken? Nein? Vergessen Sie's. Das Leben stemmt sich gegen einen.

Im christlichen Festkalender geht die österliche Fastenzeit, auch Quadragesima genannt, dem Osterfest voran. In Bezug auf das Fasten Jesu in der Wüste wurde die Fastenzeit auf 40 Tage und Nächte festgelegt, begonnen wird eigentlich am Aschermittwoch. Doch Quadragesima hin, Wüste her, in unserer heutigen Gesellschaft laufen hinterhältige Mechanismen, um dem nach innerer Einkehr und Magenleere Strebenden sein Vorhaben zu erschweren.

Ich habe die Tradition Tradition sein lassen und schon vorher mit Fasten angefangen. Was es aber auch nicht leichter macht. Auf dem morgendlichen Weg durch die Stadt suchen sich betörende Düfte von Bäckereien und vom Imbiss nebenan den Weg zielgerichtet in die Nase.

Die Geräusche einer frischen Knusperkruste, wenn der Kollege in ein schnödes Milchbrötchen beißt, werden zu lockend-quälenden Sirenenklängen. Im Hirn pulsiert nur ein Wort, titanisch und fordernd: „Essen“.

Wer dann auf der Suche nach banaler Ablenkung abends den Fernseher einschaltet, ist vollends verloren: Mit zielgerichteter Boshaftigkeit werden die empfindlichen Sinne mit Werbung für knackige Würstchen, duftende Pizzas, für Chemo-Schnitzel zum Toasten oder prächtig-pralle Hamburger gepeinigt, während die Willenskraft auf dem Zahnfleisch geht. Jetzt weiß ich, warum die wahren Asketen zum Fasten in die Wüste gehen.

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Samstag, 7. Februar 2009

Fortuna mag mich nicht

Ich gehöre wirklich nicht zu den passionierten Lotto-Spielern auf dieser Welt, die Ziehung für Ziehung ein und denselben Schein mit ein und denselben Glückszahlen bei der Lotto-Annahmestelle ihres Vertrauens abgeben. Ich bin allenfalls Gelegenheitsspieler und kreuze ganz sporadisch, wirr und ohne System neue Zahlen an. Gewonnen habe ich mit dieser Strategie noch nie. Deshalb dachte ich mir Anfang Januar: Neues Jahr, neues Glück und gab drei Wochen lang jeden Samstag und jeden Mittwoch ein und denselben Schein ab. Sie werden es sich denken können – natürlich ohne Erfolg. Just an jenem Mittwoch jedoch, als ich beschloss, wieder Gelegenheitsspieler zu sein und meine Lottoaktivität erst mal wieder zur -Passivität werden zu lassen, verkündete ARD-Lottofee Franziska Reichenbacher doch tatsächlich vier meiner Zahlen. Ausgerechnet! Darauf fasste ich den Vorsatz: Ich spiele nie wieder. Dieses Vorhaben löste sich direkt in Luft auf, als der jüngste Lottojackpot in ungeahnte Spähern anwuchs. Doch auch die rund 40 Millionen hatte Fortuna nicht für mich vorgesehen. Wie gemein. Gemeiner war da nur, dass direkt in der darauf folgenden Ziehung nicht nur drei Richtige, sondern auch die letzten zwei Zahlen im Spiel 77 auf mich gewartet hätten – hätte ich nur meinen Schein abgegeben.

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