Mittwoch, 14. November 2018 von Rosalinde Conzelmann

Keller anstatt Kompost

Bye, bye Geranien hatte ich in meinem Tagebuch im Oktober angekündigt. Das hat eine Leserin, die ein Herz für Geranien hat, auf den Plan gerufen. Sie hat mir in einem Brieflein den Tipp gegeben, wie ich die dankbaren Blüher über den Winter bringe. Sie hatte sich zuvor sogar auf den Weg zur Redaktion gemacht, mich allerdings nicht angetroffen, weil ich unterwegs war.

Als ich die netten Zeilen erhalten habe, war es leider zu spät und meine Geranien schon auf dem Kompost beziehungsweise in der Biotonne. Ich werde den Zettel mit der Anleitung aber aufheben und im nächsten Jahr den Versuch wagen, die Blumen zu überwintern. Und an die aufmerksame Blumenfreundin sende ich ein dickes Dankeschön.

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Samstag, 10. November 2018 von Benno Schlagenhauf

Reise, Reise zu Rammstein

An der Nachricht, dass Rammstein auf große Europa-Tour gehen, war in den vergangenen Tagen kaum vorbeizukommen – selbst dann wenn man sich nicht groß für die Musik der Band interessiert. Wer Karten für eines der begehrten Konzerte haben wollte, brauchte Geduld, starke Nerven und eine gehörige Portion Glück, denn wer es am Donnerstag, an dem der Vorverkauf startete, überhaupt erst auf die völlig überlastete Website des Ticketanbieters schaffte, hing erst lange in Warteschleifen fest und musste dann zusehen, wie ein Spielort nach dem anderen „ausverkauft“ meldete.

Wie groß das Interesse an den Konzerten war, kann man schon an den Google-Suchanfragen ablesen: Dort war „Rammstein eventim“ mit über einer Million Anfragen der meistgesuchte Begriff des Tages.

Glücklich können sich diejenigen schätzen, die eines der begehrten Tickets ergattern konnte, denn alle Konzerte waren in kürzester Zeit ausverkauft.

Ich ging am Donnerstag auch mit zwei Laptops, einem Computer und einem Tablet parallel auf Ticketjagd. Aus den erhofften Stehplätzen in München oder Frankfurt wurden Sitzplätze in Wien – aber für solch ein Konzert nimmt man einen kleineren Umweg in die Stadt, die erst kürzlich wieder zur lebenswertesten der Welt gewählt wurde, doch gerne in Kauf. Und verglichen mit Barcelona, wo ein befreundeter Rammstein-Fan gelandet ist, ist es bis Wien ja nur ein Katzensprung.

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Freitag, 9. November 2018 von Volker Bitzer

Geldbeutel hilft bei Mülltrennung

Die Deutschen gehören zu den zuverlässigen Abfallsammlern und vor allem auch -Trennern. Ob das an ihrem in die Wiege gelegten Ordnungstrieb oder der aus der Vergangenheit resultierenden Obrigkeitshörigkeit liegt oder einfach nur an der puren Einsicht, sei dahingestellt. Wichtig ist, sie tun es! Und taugen damit als Musterbeispiel für viele andere auf diesem Globus, denen Müllberge, „Plastik-Ozeane“ und die Umwelt schnuppe sind.

Dass die deutsche Treue zur Mülltrennung aber nicht nur ein verordnetes Dekret, sondern sinnvoll ist, versteht jeder erst so richtig, wenn er mal mit eigenen Augen erleben durfte, wie aus vermeintlichem Abfall wieder ein kostbarer Wertstoff wird. So staunte auch ich nicht schlecht, als ich jüngst die ZAK-Leserfahrt nach Eppingen begleitete. Und hautnah erleben durfte, welche verwertbaren Rohstoffe zum Beispiel in Elektroschrott stecken. Wir berichteten darüber ausführlich mit einer Sonderseite (am Donnerstag) und online auf zak.de.

Schade ist es, dass sich der Recycling-Gedanke noch immer nicht in allen Köpfen verankert hat. Beispielsweise lassen viele, nicht selten jugendliche Konsumenten, leere Pfandflaschen oder Dosen einfach irgendwo liegen, „entsorgen“ sie im Restmüll oder schlimmstenfalls sogar in Feld und Flur. Das muss aufhören! Mein Vorschlag: Pro Flasche und pro Dose einen, oder besser gleich zwei Euro Pfand drauf; ähnlich wie bei Bierkrügen im Festzelt. Dann kommen sie garantiert in den Laden zurück.

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Mittwoch, 7. November 2018 von Gudrun Stoll

Die Jagd ist eröffnet

In Mannheim tobt ein Streit um den Sarotti-Mohr. Zwei alte Werbeschilder hängen seit Urzeiten über der Theke eines Kulturzentrums. Ein örtliches Bündnis, das sich für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen einsetzt, nimmt nun Anstoß an dem Relikt aus Kolonialzeiten.

Taugt als Zeichen gegen deutschen Alltags-Rassimus und Karawanen-Rhetorik des amerikanischen Präsidenten tatsächlich die Verbannung der Turban und Pluderhosen tragenden Werbe-Ikone in die Asservatenkammer? Die Firma Stollwerck hat schon vor Jahren auf die neuen Zeitläufte reagiert und im Logo den Mohren durch einen „Magier der Sinne“ mit goldener Hautfarbe ersetzt – hoffen wir inständig, dass kein Weltverbesserer darin ein Herabwürdigung asiatischer Bevölkerungsgruppen wittert.

„Die Jagd auf den Sarotti-Mohr“ ist eröffnet. Diesen Titel trägt ein Buch über die Sammelleidenschaft von Menschen. Verlag und Verfasser locken auf dem Cover mit der putzigen Kultfigur. Weg damit auf den Scheiterhaufen der Geschichte? Unter den Flohmarktschätzen schlummert noch mehr Sprengstoff, um unter dem Banner des Gutmenschentums gegen Diskriminierung, Chauvinismus und Frauenfeindlichkeit zu Felde zu ziehen: Alte Emailleschilder mit dem Konterfei rauchender Indianer und Araber, Heile-Welt-Reklame aus den Fünfzigern mit Mutti an Kochtopf und Waschmaschine. Ganz zu schweigen vom HB-Männle mit seinem Faible für Zigaretten. Igitt. Da könnte man ja gleich in die Luft gehen.

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Samstag, 3. November 2018 von Nicole Leukhardt

Der Agent aus der Ananas

Kindermund tut Wahrheit kund – Eltern wissen, dass einen solche Wahrheiten mitunter eiskalt erwischen. Zumindest, wenn das Kind, noch ohne wirkliches Verständnis von gesellschaftlichem Taktgefühl, Beobachtungen ungefiltert hinausposaunt, für die man sich als Mutter spontan das Loch im Boden herbeiwünscht. Man sollte allerdings auch stets aufpassen, was man selbst so von sich gibt. Denn Kinderohren sind noch verdammt gut und hören vor allem das, was nicht für sie bestimmt war. Als mir beim Frühstück neulich ein Stück Ei vom Löffel kullerte, erklärte mir meine Tochter augenrollend: „Du bist manchmal auch nicht die hellste Kerze auf der Torte.“ Sie haben mich selten so sprachlos erlebt. Dass eine Sechsjährige aber oft auch ihr unverständliche Dinge ihrer Lebenswelt einfach anpasst, wurde uns neulich bewusst. Als ich versuchte, ihr zu erklären, wer James Bond ist und anmerkte, dass sie den nicht kennen könne, überlegte sie kurz, runzelte die Stirn und sagte: „Klar kenn ich den. Schehmsbob ist ein Schwamm und wohnt in einer Ananas.“ Geben Sie's zu, darauf wären Sie auch nicht gekommen.

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