Freitag, 17. November 2017 von Thomas Godawa

Unterwegs in der Blechlawine

Es war ein ganz normaler Mittwochmittag, als ich nichtsahnend mit dem Auto in Richtung Stuttgart unterwegs war, um einen Termin wahrzunehmen. Und ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Ein Auto am anderen, ein Lastwagen am anderen und eine Baustelle nach der anderen. Nun halte ich es grundsätzlich für gut, wenn gebaut wird. Es entsteht etwas Neues, meist Vorteilhaftes. Doch hier auf der Straße war es nicht so. Das Einzige, was entstand, war eine Blechlawine. Teilweise im Schritttempo schob man sich über die immerhin vierspurige Fahrbahn. Gänzlich dramatisch wurde die Situation dann in den Außenbezirken der Landeshauptstadt. Hier trafen zu besagter Zeit Fußgänger, Busse, Radfahrer, Schüler und Pendler aufeinander. Der Wahnsinn. Ich hatte den Eindruck, alles zusammen stand kurz vor dem Kollaps. Und als ich mich auf den Rückweg machte, beseelt von der Hoffnung, im ländlichen Raum würde sich alles wieder entzerren – weit gefehlt. Im Rückwärtsfluten war die Lawine nicht minder klein.

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Freitag, 10. November 2017 von Thomas Godawa

Mein Handy war weg

Oh mein Gott, neulich hatte ich mein Handy verlegt und ich fühlte mich sofort verloren und einsam. Aber jetzt mal ohne Spaß und ganz im Ernst, mich überkam doch ein mulmiges Gefühl. Meine Anbindung zur Außenwelt war gekappt. Keine Anrufe und Nachrichten mehr, weder von der Familie noch von Freunden. Keine Aktualisierung der Jetzt-Situation und keine Möglichkeit mehr, in der Not Hilfe zu holen. Irgendwie fühlte ich mich ausgesetzt. Also habe ich mein Handy angerufen, aber es war natürlich auf „leise“ gestellt und eine Ortungsfunktion hat es auch nicht. Blöd. Also nochmals die Runde machen, Schubladen auf, unter die Papierstapel schauen. Nichts. Halt stopp. Nochmals nachdenken, wann war der Zeitpunkt, als ich mein Handy letztmals in der Hand hatte. Konzentration. Ja doch, ich habe Unterlagen zum Schreibtisch einer Kollegin getragen, um sie dort einzusortieren. Deshalb habe ich das Handy, das ich ja noch in der Hand hatte, kurz beiseite gelegt. Und siehe da, eben dort fand ich es wieder. Was für eine Erleichterung und was für ein Glück. Oder sind wir (Handynutzer) nicht doch ein wenig gaga?

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Freitag, 3. November 2017 von Thomas Godawa

Das Leben auf allen Vieren

In jüngster Zeit habe ich ganz persönlich die Erfahrung gemacht, wie es ist, auf allen Vieren zu leben. Unsere Zwillinge waren nämlich zu Besuch. Und da ist spielen auf dem Teppich angesagt, denn die Lütten sind gerade mal eineinhalb Jahre alt und also noch nicht so groß gewachsen. Es sind eher Sitzriesen. Also passt sich der Opa in der Höhe an, sonst läuft einem nämlich vor lauter Bücken das Blut in den Kopf und führt zu Ohrenrauschen. Und es hat andererseits schon was, mit den Knirpsen auf Augenhöhe zu sein. Immerhin sind dann die Bausteine, die Puppen, die Bücher und die Spielfiguren direkt vor meiner Nase und die „Zeichensprache“ des Nachwuchses deutlich zu erkennen. Doch bei aller Liebe zum Spielen auf dem Fußboden, das Zurückkehren in den aufrechten Stand ist doch etwas mühseliger geworden. Echt jetzt.

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Donnerstag, 26. Oktober 2017 von Thomas Godawa

Ein buntes Kaleidoskop

N icht immer ist der Herbst so gestaltet wie aktuell. Die Temperaturen sind angenehm, nicht zu kalt. Außer am Morgen, da ist es schon recht frisch. Doch egal, was ich sagen will ist, die Fülle der Farben ist beeindruckend, ein buntes Kaleidoskop, und es stimmt einen heiter. Die leichte Brise aus Südwest, die noch von Spanien her kommt, macht die Luft lau und die getrockneten Blätter der Bäume rascheln unter den Füßen. Ein wunderschönes Ambiente. Ich kann mich noch erinnern, früher haben wir große Hügel aus Blättern zusammen getragen und uns dann darin versteckt. Einen Herbstspaziergang sollte jeder noch noch einmal genießen, bevor die grauen Tage kommen. Gerade unsere Alb bietet sich dafür hervorragend an. Nichts wie raus, kann ich da nur sagen.

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Freitag, 20. Oktober 2017 von Thomas Godawa

Was Kinder sich merken können

Neulich war ich wieder einmal verblüfft über die mentalen Leistungen von Kindern. Es ging um ein Würfelspiel, das eine meiner Enkeltöchter unbedingt spielen wollte, ohne zu wissen, warum es eigentlich geht. Also, erst mal erklären und dann loslegen. Im Endeffekt handelte es sich um eine ähnliche Spielstrategie wie bei Memory. Karten merken und deren Platz nach dem Umdrehen wieder erkennen. Gespielt wird mit sechs Farbplättchen, die jeweils ein Kartensymbol abdecken. Der Würfel legt mit seinen Farbpunkten fest, welches Plättchen gespielt wird. Alles klar. Also der Würfel bleibt mit gelb oben liegen, dann ist das Kartensymbol unter dem gelben Spieleplättchen zu benennen. Ein Elefant, ein Clown, ein Auto und so weiter. Für unsere Vierjährige überhaupt kein Problem alle Symbole nach einem Mal Hinschauen unter den sechs Farbplättchen fehlerfrei zu benennen. Was Kinder sich alles merken können.

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