Dienstag, 4. August 2009 von Thomas Godawa

Die Gymnastik am Handy

Ich weiß nicht, ob sie es schon einmal gesehen haben, oder ob es Ihnen aufgefallen ist, aber Menschen, die in der Öffentlichkeit mit dem Handy telefonieren, machen Gymnastik. Je nach dem, wer der Gesprächspartner am anderen Ende ist, fallen die Bewegungen aus. Ist es etwas Geschäftliches, gehen viele über in den Paradeschritt, schreiten geduldig mit gleicher Schrittlänge ein Oval ab, oder bewegen sich auf eine Linie vor und zurück. Dabei bleibt der Kopf leicht nach vorne gebeugt und die Stimme wird nicht über normale Lautstärke erhoben. Die Antworten fallen knapp und konzentriert aus, eine Unterbrechung von außen wird vermieden. Dafür verlässt man schon mal die Gruppe oder den Raum, auch um andere nicht zu stören.

Anders ist es bei Anrufen in der Freizeit. Die Form der Bewegung ist nicht festgelegt. Es kann sich um Umrundungen eines Gegenstandes handeln, das Durchqueren der Wohnung oder aber auch das Wippen auf einem Stuhl. Das Handy ermöglicht einem auch, sich nebenher etwas zu Trinken zu besorgen, oder auch einfach durch den Vorgarten zu staksen und dabei das sprießende Unkraut in Augenschein zu nehmen. Es gibt aber auch Telefonierer, die gleichzeitig gestikulierend Anweisungen an ihre Umgebung weiter geben, um den gerade aufgenommenen Arbeitsprozess weiter zu führen. Auch hier fällt die Körpersprache auf Grund der Bewegungsfreiheit und des befreundeten Gesprächspartners ungezwungener aus. Auf jeden Fall wird der Bewegungsdrang beim Telefonieren nicht mehr durch ein in der Wand befestigtes Kabel behindert.

Übrigens, Handy, kommt nicht aus dem Englischen, dort heißt es Mobile Phone. Der Legende nach ist der Begriff im Schwäbischen geprägt worden auf Grund der Nachfrage: „Händ di koi Schnur dran?“

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Samstag, 11. Juli 2009 von Thomas Godawa

Kochen ist Männersache

Guten Tag alle miteinander. Ich weiß nicht, ob sie es schon wussten, aber Kochen ist Männersache. Mehr denn je bin ich davon überzeugt, seit ich einige Folgen über das Thema Kochen auf dem Kulturkanal ARTE gesehen habe. Grundsätzlich sind nun einmal die besten Köche der Welt Männer. Mit einer Ausnahme, Sarah Wiener, aber die macht ja auch für andere heiße Sachen Werbung.

Der Meisterkoch an sich und von heute beschäftigt sich nicht einfach nur mit der Frage, wie kreiere ich ein neues Gericht, nein, es geht um die Rezeptur, die Geschmackskompositionen, neue Verbindungen. Kochen und Essen sind nicht mehr nur Genuss und Gaumenfreude, sie werden zur Wissenschaft. Was passiert also, wenn man sich die einfache und lapidare Frage stellt: Was ist Zucker? Zur Beantwortung dieser Frage nehme man einen der angesprochenen Sterneköche und es entwickelt sich daraus eine Wissenschaft. Wir tauchen hinein in die mikromolekulare Struktur der auf dem Teller befindlichen Substanzen, um dann die bestmögliche Komposition und Harmonie oder auch gerade das Gegenteil zu formen. Nun ja, ich bin froh, wenn ich in meiner Küche den Zucker nicht mit dem Salz verwechsle. Ich bin weiterhin froh, wenn ich ein leckeres Essen, es darf auch dreigängig sein, auf dem Herd und im Backofen für meine Familie auf den Tisch bekomme. Früher des öfteren unterstützt von meinem Sohn. Und siehe da, schon wieder Männer in der Küche. Tja, auch da können sie kreativ sein. Aber keine Sorge, auch meine Frau und meine Töchter kochen sehr gut.

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Dienstag, 7. Juli 2009 von Thomas Godawa

Eine Masse von Individualisten

Es ist die Zeit für Fahrradfahrer und Radler. Die Temperaturen sind mild, es ist lange hell und wenn es nicht gerade einen Gewittersturm gibt, kommt man auch relativ unbeschadet von A nach B. Aber in dieser Zeit ist eine Masse von Individualisten unterwegs. Radler sind keine homogene Gruppe, sondern so unterschiedlich wie ihr persönlicher Lebensstil. Da gibt es den Berufs-Radler, so will ich ihn einmal bezeichnen. Zu erkennen am bürotauglichen Outfit und der Aktentasche auf dem Gepäckträger oder Korb. Das Fahrrad ist gepflegt und verkehrssicher. Und er oder sie trägt Helm.

Dann gibt es den Gelegenheitsradler. Im Freizeitlook unterwegs, vielleicht Schläpple an, kurze Hose, T-Shirt, Käppi auf und das Fahrrad in einem Zustand, na ja. Die jugendlichen Radler sind gemeinhin auf einem Mountainbike unterwegs, oft mit Baseball-Cap und natürlich den unvermeidlichen Stöpseln des Walkman im Ohr. Ohne Musik geht eben nichts. Oder vielleicht soll das auch nur das Quietschen der Kette übertönen, weil nicht gepflegt und geölt. Allerdings lenkt die Musik im Ohr auch vom Verkehrsgeschehen ab.

Der bekennende Profi-Radler hat entweder ein Mountainbike oder ein Rennrad. Dazu die durchgestylte Kluft in Neonfarben, natürlich mit Helm, Sonnenbrille und Radlerhandschuhen. Sie treten einzeln auf, aber auch in Rudeln mit bis zu 20 und mehr Teilnehmern. Sie haben Ehrgeiz und wollen Strecke machen. Da kann man am Abend eines Radlertages schon mal einige hundert Kilometer präsentieren, aber hallo, mit dazugehöriger Panoramastrecke und ordentlich Höhenmetern. Allerdings kann es passieren, das diese Profi-Radler, so sie denn im Rudel auftreten, anderen Radlern gefährlich werden, denn die Masse als solche schiebt sich ungebremst nach vorne.

Da muss man dann schauen, das man als Berufsradler die Lücke zwischendurch findet. Doch allen ist gemein, der Spaß am Strampeln bei gleichzeitigem Kalorienabbau.

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Freitag, 5. Juni 2009 von Thomas Godawa

Schöne Heimat

Wir in Baden-Württemberg sind gesegnet mit einer schönen Heimat, die auch noch Abenteuer, Zerstreuung und Wissenswertes bietet. Das lässt sich auch anhand den vielen Publikationen belegen, die in den Verlagen im Ländle heraus gebracht werden. Da gibt es Sagenziele im Land, die schönsten Ausflüge zu den Urstätten der Kelten, Römer und Ritter, Wanderreiten auf der Alb, Höhlen- und Bergwerksziele, Unterwegs auf Jakobswegen zwischen Schwarzwald und Alb, Spazierziele am Bodensee oder Wandern mit dem Kinderwagen. Laut Umfragen sind die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg die zufriedensten Deutschen, die auch noch am längsten leben. Ja, wer hier lebt und arbeitet hat die richtige Entscheidung getroffen, im Land der „Cleverle“ mit den meisten mittelständischen Unternehmen, die viele Arbeitsplätze bieten und einer der niedrigsten Arbeitslosenquote der Republik. Und hier gibt es Bundesliga-Mannschaften, die auch noch einen ansehnlichen Fußball spielen und den Süden würdig vertreten. Und weil das alles so ist, stellt sich mir die Frage, warum muss Mario Gomez den VfB Stuttgart in Richtung FC Bayern München verlassen? Natürlich ist das auch Süden, halt nicht im Westen. Und natürlich gibt es da auch mehr Geld. Aber es gibt auch mehr Konkurrenz und längere Ersatzbänke, wie auch schon Prinz Poldi erfahren durfte. Ach, hätte doch die schöne Heimat ihren Bann behalten und damit unseren Super-Mario.

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