Donnerstag, 22. Dezember 2016 von Rosalinde Conzelmann

Luftholen an Weihnachten

Erst wenn Weihnachten im Herzen ist, liegt Weihnachten auch in der Luft! Dieses schöne Zitat hat mir der Geislinger Kindergarten St. Michael in seinem Weihnachtsgruß geschickt. Wie wahr, dachte ich mir. Auf Knopfdruck funktioniert es halt einfach nicht, dass diese besondere Stimmung, die Weihnachten auszeichnet, einen gefangen nimmt. Dass man sich von ganzem Herzen freut auf die Geburt Christi, auf die Tage mit der Familie, auf ruhige Stunden bei Kerzenschein und auf die Begegnung mit alten Freunden, die über die Feiertage heimfahren. Ja dann liegt Weihnachten in der Luft. Ich bin dennoch ins Grübeln gekommen, denn leider sieht die Realität anders aus. Wie in unserer Zeitung zu lesen war, erwartet die Hälfte der Deutschen, dass es über die Feiertage Streit gibt. Und das ist sicher nicht übertrieben. Zu hohe Erwartungen lasten auf dem Fest der Liebe, bei dem es einfach so sehr menschelt und dann halt auch kracht. Mein Wunsch an alle: Innehalten und ganz tief einatmen. Damit man einen Schnapper der Weihnachtsluft erwischt.

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Dienstag, 22. November 2016 von Rosalinde Conzelmann

Regelbrecher ohne Reue

Wir haben es getan und werden es ohne Skrupel wieder tun: Wir haben mit unserem Sonntagabendritual gebrochen und den Tatort sausen lassen. Ganz bewusst. Nach den beiden Psychotatorts an den Sonntagen davor hatten wir keine Lust auf einen weiteren enttäuschenden Fernsehabend. Zumal schon der Titel des 1001. Tatorts – „Es lebe der Tod“ – erahnen ließ, was die Zuschauer erwarten wird. Und dann noch Ulrich Tukur als Tatortermittler Felix Murot in seiner ihm eigenen melancholischen, irgendwie der-Welt-entrückten- Art auf der Jagd nach einem Frauenmörder. Soll nicht heißen, dass ich Tukur nicht gerne anschaue, aber auf das Themenfeld Einsamkeit, Selbsthass, Tod und Krankheit hatten weder ich noch mein Mann zum Ausklang des Wochenendes Lust. Stattdessen gab es Fantasy. Auch blutig, aber halt so weit weg vom richtigen Leben, dass man es genießen kann. Und dazu noch abendfüllend, obwohl die vielen Werbepausen auch manchmal nerven. Der Kinofilm „Der Hobbit – eine unerwartete Reise“ entschädigte uns für die Sonntage davor und wir haben beschlossen, dass wir auch in Zukunft wieder „fremdgehen“ werden, vorausgesetzt es gibt ein spannendes Kontrastprogramm zum Krimi im Ersten. Nächsten Sonntag kommt Teil zwei der Hobbittrilogie. Ich freue mich schon.

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Mittwoch, 2. November 2016 von Rosalinde Conzelmann

Ein Pool für unseren Gast

Zuerst dachten wird ja, unser neuer Familienzuwachs, ein kleiner roter Kater, hätte ein Häufchen in den Keller gesetzt. Das kann bei so einem Katzenbaby mal passieren. Als ich dann die Kehrschaufel holte, um die Hinterlassenschaft wegzuräumen, traute ich meinen Augen nicht. Das Häufchen bewegte sich und hatte braune Punkte auf seinem gelbbeigen Leib. Uppsala. Mein Mann eilte herbei und wir starteten sofort eine Rettungsaktion für unseren tierischen Besuch, einen verängstigten, aber unversehrten Frosch. Mein Mann füllte das Waschbecken mit Wasser und setzte unseren Gast in das „Bassin“, wo er sich, nun wieder in seinem Element, sichtlich wohlfühlte. Dort durfte er eine Weile ausruhen und wurde dann wieder ganz vorsichtig in die Freiheit entlassen. Wie der Frosch, aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich um eine Erdkröte, den Weg von unserem Garten in den Keller durch die Werkstatt gefunden hat, ist uns ein Rätsel. Gut, dass wir ihn noch rechtzeitig entdeckt haben.

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Samstag, 17. September 2016 von Rosalinde Conzelmann

Es fehlt was . . .

Als wir vor einem Vierteljahrhundert in Heselwangen unser Haus mitten im Dorfkern nur wenige Meter von der Kirche entfernt, bezogen haben, gab es die ersten Monate schlaflose Nächte, weil ich jede volle Stunde vom bis dato ungewohnten Glockengeläut aufgewacht bin. Aber der Mensch ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier und schon nach kurzer Zeit, habe ich das Läuten nicht mehr bewusst wahr genommen. Im Gegenteil, ich habe die Kirchturmuhr gerne schlagen gehört. Vor allem aber war sie mir über all die Jahre tagsüber ein treuer Begleiter, denn ich konnte von meinem Garten aus auf die Zeiger blicken und freute mich über meine „Freiluftuhr“. Seit meiner Rückkehr aus dem Urlaub ist alles anders: Bekannterweise ist die Glocke nach einem Brand in der Kirche verstummt. Wenn sich mein Blick – was er gewohnheitsmäßig immer noch mehrfach täglich macht – gen Kirchturm richtet, stehen die Zeiger auf zehn vor zwölf. Immer. Und zur vollen Stunde herrscht Stille. Was andere freuen würde, irritiert mich, denn mir fehlt unsere Kirchturmglocke. Ich kann es kaum erwarten, bis sie wieder Teil unseres Alltags ist.

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Dienstag, 30. August 2016 von Rosalinde Conzelmann

Kein Grund zur Panik, oder?

Der Aufruf der Bundesregierung, sich für den Katastrophenfall jedweder Art einen Vorrat anzulegen, hat meinen Mann und mich auch beschäftigt. Erst haben wir darüber gelacht, dann aber doch so unsere Gedanken dazu gesponnen. Und dabei mussten wir feststellen, dass wir schlechte Karten hätten im Falle einer Katastrophe. Konserven? Wenn's hochkommt, habe ich drei Dosen gehackte Tomaten und zwei Dosen Eierravioli im Küchenschrank stehen. Da sieht's beim Katzenfutter besser aus, unsere Miezen kämen also über die Runden. Außerdem bliebe ihnen ja noch die Mäusejagd. Mineralwasser? Okay, die Empfehlung von 28 Flaschen sind kein Problem, allerdings trinke ich bei diesem Wetter auch mal drei Liter am Tag. Heizöl? Der Tank ist derzeit halb voll. Spielt aber keine Rolle, denn die Heizung wäre ja tot ohne Strom. Dennoch müssten wir nicht frieren, Feuerholz für den Kaminofen ist noch rund ums Haus gestapelt. Aber ohne Heizung kein Duschwasser, aber wenigstens ne Kochstelle: unser Grill, die Gasflasche ist noch voll. Kartoffeln und Gemüse? Fehlanzeige. Beides schrumpelt bei mir nach ein paar Tagen zusammen mangels richtigem Lagerplatz.

Aber man kann doch auch mit Rotwein, Bier und Schokolade zehn Tage überleben, oder? Denn das geht bei uns nicht aus. Ach ja, meine Kiste mit den Kerzen ist ebenfalls immer gut gefüllt – alle Größen, alle Farben. Zehn romantische Tage bei Kerzenschein, einem lodernden Kaminfeuer und einem guten Tröpfchen – diese Vorstellung hat uns beruhigt schlafen gehen lassen. Um davor – wieder ganz ernst – festzustellen, dass wir hoffen, dass der Ernstfall nie eintreten wird.

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