Dienstag, 18. August 2009 von Rosalinde Conzelmann

Das wär was für die Zeitung

Vor einigen Tagen hat sich eine alte Freundin von mir per E-Mail gemeldet. Aufgrund unserer unterschiedlichen Lebenslinien ist der Kontakt eingeschlafen. Sie ist jedoch eine treue ZAK-Leserin und schrieb mir, dass sie unsere Tagebücher immer sehr gerne liest. Sie ist ebenso wie ich eine Katzenfreundin. In meinem jüngsten Tagebuch über das Sommerloch und die Tiergeschichten ist ihr gleich eine eigene Geschichte eingefallen, „die eigentlich in die Zeitung gehört“, wie ihre Schwiegermutter nach dem glücklichen Ausgang festgestellt hat. Ich will die Geschichte nun weitergeben, denn sie zeigt, dass auch in der Tierwelt das Glück eine entscheidende Rolle spielen kann. Als meine Freundin eines Abend nach Hause kam, wurde sie von ihrem Kater Marsi nicht wie üblich empfangen. Auch am nächsten Tag tauchte er nicht auf und die Suchaktion der ganzen Familie blieb erfolglos. „Überall haben wir nach ihm gesucht, selbst beim Walken habe ich nach ihm gerufen“, so ihre Worte. Nach vier Wochen war eine Nachricht der Katzenhilfe auf ihrem Anrufbeantworter. Marsi war gefunden worden und aufgrund der Tätowierung konnte auch sein Besitzer festgestellt werden. Wie sich herausstellte, war Marsi nur sechs Häuser weiter eingesperrt gewesen, in einem Keller. Die Bewohner hatten es nicht bemerkt. Erst als eine Nachbarin sie fragte, ob sie sich eine Katze angeschafft hätten, schauten sie nach und entdeckten das abgemagerte Tier. In seinem Verlies hatte der Kater kein Licht, nix zum Fressen, aber etwas Grundwasser. „Das war wohl seine Rettung“, ist sich meine Freundin sicher, die nun einen „Glückskater“ im Hause hat und seine Rückkehr „wie ein Fest gefeiert hat.“

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Donnerstag, 30. Juli 2009 von Rosalinde Conzelmann

Wir warten...

Nach Wochen mit übervollem Terminkalender sehnen wir es herbei: das Sommerloch. Die Kommunalwahlen haben uns dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn noch hetzen wir von einer Verpflichtung oder Verabschiedung zur anderen. Die Vorfreude auf die nächsten ruhigen Wochen steigt aber merklich an. Dann beginnt die „Saure-Gurken-Zeit“ und das Warten auf ein sommerliches Tierdrama. Können Sie sich noch erinnern? Es ist acht Jahre her, als Kuno, ein 30 Kilogramm schwerer Waller in den Staaten für Schlagzeilen sorgte und die Zeitungsseiten füllte. Kuno ging dann doch ins Fangnetz und über seinen Mageninhalt wurde geschwiegen. Vor 15 Jahren stopfte ein echtes Krokodil, das in einem deutschen Badesee gesichtet wurde, das Sommerloch: Sammy, ein Minikaiman, drang sogar bis in die Tagesthemen vor. Der „Sammy-Spuk“ war nach einer Woche vorbei. Sammy hat das Ganze gut überstanden. Er lebt heute in einem Tierpark. Ein Schicksal, das Bruno, dem Braunbär, der im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet streunte, leider nicht vergönnt war. Seine kulinarische Vorliebe für Schafe kostete ihn schließlich das Leben. Er starb im Kugelhagel von drei Jägern, Tierschützer sprachen von einer „Tragödie“und halten Bruno in Ehren. Das ist jetzt schon drei Jahre her. Ich finde es ist mal wieder Zeit für eine richtig schöne tierische Sommerloch-Geschichte. Vielleicht büxt ja „Bo“, der kleine wuschelige Familienhund der neuen amerikanischen Präsidentenfamilie, aus. Das wäre an Dramatik sicher kaum zu überbieten!

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Mittwoch, 22. Juli 2009 von Rosalinde Conzelmann

Wenn's hilft...!

Ich bin von Natur aus ein friedsamer, tierliebender Mensch. Das Wetter der vergangenen Wochen aber macht mich regelmäßig in den Abendstunden fuchsteufelswild. Ich fühle mich zuweilen wie das „HB-Männchen“, das gleich in die Luft geht. Nein, ich schreibe nicht über das Wetter. Gartenfreunde ahnen es, es geht um die schleimige, gefräßige Horde, die mit Einbruch der Dunkelheit über meine Dahlien und Petunien herfällt. Auch Schnittlauch und Salbei tragen die schleimigen Spuren und bieten ein trostloses Bild. Keine Frage, dass dieses Thema unter Gartenbesitzern (neben dem Wetter) derzeit das Thema Nr. 1 ist. Doch ich habe mit den „Brutalo-Methoden“ mancher Zeitgenosse meine Probleme. Ich greife weder zur Gartenschere noch zu Salzlösungen, um das schleimige Problem in meinem Blumengarten zu lösen. Beim Geburtstag meiner Schwägerin bekam ich den ultimativen Tipp: Einsammeln, die Plastiktüte fest verschnüren und über Nacht einfrieren – ein sanfter Tod ist den Plagegeistern so gewiss, die am nächsten Tod in der Biotonne „beerdigt“ werden. In meiner Familie ruft diese Lösung nicht nur Begeisterung hervor, aber ich passe schon auf, dass Pizza und „Schneckentütchen“ nicht in einem Fach liegen. Allemal besser, als in der Nacht mit einer Stirnlampe auf dem behelmten Kopf im Garten zu liegen, um den Schnecken aufzulauern und sie im hohem Bogen auf die Bundesstraße zu werfen. Das ist jetzt kein Witz, hat mir der Beobachter dieser schaurigen Szene versichert.

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Freitag, 10. Juli 2009 von Rosalinde Conzelmann

„Spare in der Zeit. . .“

In Zeiten der weltweiten Finanzkrise haben die Deutschen das gute alte Haushaltsbuch neu entdeckt. Zumindest raten die Verbraucherschützer verschuldeten Haushalten, jeden ihrer Ein- und Ausgabenposten akribisch aufzulisten, um einen Überblick zu bekommen. Allerdings werden Durchhaltevermögen und Disziplin verlangt, denn das Büchlein muss ein Jahr lang geführt werden, damit auch wirklich alle Ausgaben erfasst werden. Tag für Tag. Und das in Zeiten, in denen kaum noch einer zu Stift und Papier greift und dafür lieber den PC anschaltet, um Zahlen papierlos zu verschieben.

Ich hab's mal versucht und nach vier (!!!) Tagen genervt aufgegeben, weil meine „Zettelwirtschaft“ außer Kontrolle geriet. Belege verschwanden und tauchten dann Wochen später wieder unterm Autositz oder in der Handtasche auf, die Zeche vom Kneipenbesuch ging eh unter und meine Vorliebe mit EC-Karte zu zahlen, durchkreuzte immer wieder meine Sparpläne.

Ausreden? Vielleicht will ich es ja auch nicht in jedem Fall wissen, dass diese Ausgabe nun wirklich unnötig war. Denn dass die Methode Erfolg versprechend ist, steht außer Zweifel. Sagte doch unsere Großmutter schon, „spare in der Zeit, so hast du in der Not“. Und sparen kann man nur, wenn man weiß, was man ausgibt – Tag für Tag. Vielleicht starte ich ja doch noch einen Versuch. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, dass nicht alles aus der guten alten Zeit schlecht war und durchaus noch einen berechtigten Platz einnimmt in unserer hoch technisierten Welt.

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Dienstag, 16. Juni 2009 von Rosalinde Conzelmann

Nur das nicht!

Ich bin retro und nostalgisch. Ich mag diese bulligen alten Toaster, stöbere auf Flohmärkten nach altem Porzellangeschirr, Tafelsilber und bestickter Tischwäsche und kombiniere bei der Einrichtung gerne altes Holz mit glänzendem, funktionalem Chrom. Gestern jedoch traf mich fast der Schlag , als ich Radio hörte und der Moderator verkündete, dass die Dauerwelle wieder in Mode kommt. Das muss jetzt ein Scherz sein, dachte ich im ersten Moment. Aber wir haben ja schon Juni und nicht April. Also kein Scherz, sondern bitterer Ernst. Können Sie sich noch an die Zeiten erinnern, als es schick war, seine Haarpracht wuchtig und quadratisch zur Schau zu stellen? Wer „in“ sein wollte, nahm eine stundenlange Prozedur beim Friseur auf sich, um sich für viel Geld sein Haar mit chemischen Substanzen malträtieren zu lassen. Egal, wie es nachher aussah und egal, ob die dünnen Härchen dafür geeignet waren! Es gibt Menschen, deren Haare haben sich nie mehr erholt von ihrer ersten Dauerwelle. Etwas schonender war der „Afro-Look“ in den 70er-Jahren, denn die Haarwellen wurden luftgetrocknet, damit sie sich so richtig schön ringelten. Das war dann richtig cool und alternativ. Heute löst der Blick auf Fotos aus diesen krausen Zeiten in vielen Familien Heiterkeitsausbrüche aus. „Das soll Papa sein? Und wie sieht denn Mama hier aus? Ich weiß, alles kommt wieder und in der Mode ist kein Trend für immer vorbei. Aber das muss jetzt ja wirklich nicht sein! Mein Tipp: Die alten Passfotos als Warnung herzeigen.

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