Mittwoch, 22. Juli 2009 von Rosalinde Conzelmann

Wenn's hilft...!

Ich bin von Natur aus ein friedsamer, tierliebender Mensch. Das Wetter der vergangenen Wochen aber macht mich regelmäßig in den Abendstunden fuchsteufelswild. Ich fühle mich zuweilen wie das „HB-Männchen“, das gleich in die Luft geht. Nein, ich schreibe nicht über das Wetter. Gartenfreunde ahnen es, es geht um die schleimige, gefräßige Horde, die mit Einbruch der Dunkelheit über meine Dahlien und Petunien herfällt. Auch Schnittlauch und Salbei tragen die schleimigen Spuren und bieten ein trostloses Bild. Keine Frage, dass dieses Thema unter Gartenbesitzern (neben dem Wetter) derzeit das Thema Nr. 1 ist. Doch ich habe mit den „Brutalo-Methoden“ mancher Zeitgenosse meine Probleme. Ich greife weder zur Gartenschere noch zu Salzlösungen, um das schleimige Problem in meinem Blumengarten zu lösen. Beim Geburtstag meiner Schwägerin bekam ich den ultimativen Tipp: Einsammeln, die Plastiktüte fest verschnüren und über Nacht einfrieren – ein sanfter Tod ist den Plagegeistern so gewiss, die am nächsten Tod in der Biotonne „beerdigt“ werden. In meiner Familie ruft diese Lösung nicht nur Begeisterung hervor, aber ich passe schon auf, dass Pizza und „Schneckentütchen“ nicht in einem Fach liegen. Allemal besser, als in der Nacht mit einer Stirnlampe auf dem behelmten Kopf im Garten zu liegen, um den Schnecken aufzulauern und sie im hohem Bogen auf die Bundesstraße zu werfen. Das ist jetzt kein Witz, hat mir der Beobachter dieser schaurigen Szene versichert.

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Freitag, 10. Juli 2009 von Rosalinde Conzelmann

„Spare in der Zeit. . .“

In Zeiten der weltweiten Finanzkrise haben die Deutschen das gute alte Haushaltsbuch neu entdeckt. Zumindest raten die Verbraucherschützer verschuldeten Haushalten, jeden ihrer Ein- und Ausgabenposten akribisch aufzulisten, um einen Überblick zu bekommen. Allerdings werden Durchhaltevermögen und Disziplin verlangt, denn das Büchlein muss ein Jahr lang geführt werden, damit auch wirklich alle Ausgaben erfasst werden. Tag für Tag. Und das in Zeiten, in denen kaum noch einer zu Stift und Papier greift und dafür lieber den PC anschaltet, um Zahlen papierlos zu verschieben.

Ich hab's mal versucht und nach vier (!!!) Tagen genervt aufgegeben, weil meine „Zettelwirtschaft“ außer Kontrolle geriet. Belege verschwanden und tauchten dann Wochen später wieder unterm Autositz oder in der Handtasche auf, die Zeche vom Kneipenbesuch ging eh unter und meine Vorliebe mit EC-Karte zu zahlen, durchkreuzte immer wieder meine Sparpläne.

Ausreden? Vielleicht will ich es ja auch nicht in jedem Fall wissen, dass diese Ausgabe nun wirklich unnötig war. Denn dass die Methode Erfolg versprechend ist, steht außer Zweifel. Sagte doch unsere Großmutter schon, „spare in der Zeit, so hast du in der Not“. Und sparen kann man nur, wenn man weiß, was man ausgibt – Tag für Tag. Vielleicht starte ich ja doch noch einen Versuch. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, dass nicht alles aus der guten alten Zeit schlecht war und durchaus noch einen berechtigten Platz einnimmt in unserer hoch technisierten Welt.

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Dienstag, 16. Juni 2009 von Rosalinde Conzelmann

Nur das nicht!

Ich bin retro und nostalgisch. Ich mag diese bulligen alten Toaster, stöbere auf Flohmärkten nach altem Porzellangeschirr, Tafelsilber und bestickter Tischwäsche und kombiniere bei der Einrichtung gerne altes Holz mit glänzendem, funktionalem Chrom. Gestern jedoch traf mich fast der Schlag , als ich Radio hörte und der Moderator verkündete, dass die Dauerwelle wieder in Mode kommt. Das muss jetzt ein Scherz sein, dachte ich im ersten Moment. Aber wir haben ja schon Juni und nicht April. Also kein Scherz, sondern bitterer Ernst. Können Sie sich noch an die Zeiten erinnern, als es schick war, seine Haarpracht wuchtig und quadratisch zur Schau zu stellen? Wer „in“ sein wollte, nahm eine stundenlange Prozedur beim Friseur auf sich, um sich für viel Geld sein Haar mit chemischen Substanzen malträtieren zu lassen. Egal, wie es nachher aussah und egal, ob die dünnen Härchen dafür geeignet waren! Es gibt Menschen, deren Haare haben sich nie mehr erholt von ihrer ersten Dauerwelle. Etwas schonender war der „Afro-Look“ in den 70er-Jahren, denn die Haarwellen wurden luftgetrocknet, damit sie sich so richtig schön ringelten. Das war dann richtig cool und alternativ. Heute löst der Blick auf Fotos aus diesen krausen Zeiten in vielen Familien Heiterkeitsausbrüche aus. „Das soll Papa sein? Und wie sieht denn Mama hier aus? Ich weiß, alles kommt wieder und in der Mode ist kein Trend für immer vorbei. Aber das muss jetzt ja wirklich nicht sein! Mein Tipp: Die alten Passfotos als Warnung herzeigen.

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Freitag, 24. April 2009 von Rosalinde Conzelmann

Treppauf, bis man „blau“ ist

Können Sie sich vorstellen, dass es Spaß macht, 1600 Treppenstufen in nur knapp über zehn Minuten hochzuhetzen? Ich nicht. Ich komme schon beim Gedanken daran ins Schwitzen und meine Knie beginnen zu zittern. Aber offenbar muss es Spaß machen, denn der vierfache Weltmeister in dieser Disziplin, Thomas Dold, berichtet von „einem unglaublichen Glücksgefühl“ auf dem letzten Tritt. „Einfach geil, wenn du dich oben angekommen umfallen lässt“, offenbarte der Schwarzwälder einem Reporter. Und er muss es ja wissen, schließlich kennt er weltweit die höchsten Treppenhäuser wie kein anderer. Der Extremsportler ist ein gefragter Interviewpartner, weil er immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat. Zum Beispiel: „Ab dem 70. Stock ist eigentlich jeder blau“. So.So. Franz Koch von den Leichtathleten ist es gelungen, diesen „verrückten Vogel“ nach Geislingen zu holen. Er wird heute Abend zum Auftakt des 5. HGV-Halbmarathons ab 19.30 Uhr von seiner ungewöhnlichen kraftzehrenden Leidenschaft in der Schlossparkhalle erzählen. Ich bin jetzt schon gespannt, welche Botschaften Dold, der übrigens auch im Rückwärtslaufen flink wie ein Wiesel ist, allen Adrenalin-Junkies verkünden wird.

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