Mittwoch, 21. April 2010 von Rosalinde Conzelmann

Zaudern?

Geht es Ihnen auch manchmal so, dass sie sich nur wundern, mit welcher Entschlossenheit manche ihrer Mitmenschen durchs Leben gehen. Durchaus auch ohne Rücksicht auf Verluste! Während ich in schwierigen Lebensfragen oftmals lange Hin und Her überlege und versuche alle Argumente abzuwägen, gibt es Zeitgenossen, die schnell entscheiden und dabei kein Zaudern an den Tag legen. Die machen sich dann aber auch keine Gedanken darüber, ob sie womöglich Porzellan zerschlagen oder andere vor den Kopf stoßen. Felsenfest sind sie davon überzeugt, immer das Richtige zu tun. Manchmal macht mich das ein bisschen neidisch, wenn ich aber darüber nachdenke, bin ich froh, dass ich anders bin. Vor allem dann, wenn andere betroffen sind oder unter meiner „Entschlossenheit“ leiden würden. Lieber schlafe ich noch eine Nacht darüber.

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Samstag, 3. April 2010 von Rosalinde Conzelmann

Frohe Ostern!

Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern: Neben Weihnachten war Ostern mit das Größte für mich und meine beiden Geschwister. Wir konnten es kaum erwarten, am Ostersonntag auf Nestersuche im Garten zu gehen. Um ehrlich zu sein, dabei ging es uns weniger um die Ostergeschichte als um die schönen Geschenke. Natürlich ging man auch in die Kirche. Aber anstatt der Predigt zu lauschen, biss man in Gedanken schon dem Schokohasen, der im Nest saß, das Ohr ab. Und da scheint sich wenig geändert zu haben. Gestern wurden im Radio Kinder nach dem Ostergeschehen gefragt. Ein kleiner Junge meinte, „der hatte doch acht oder neun Brüder“. Er meinte wohl die Apostel Jesus. Ein anderer erzählte, „dass er vier Tage lang ans Kreuz genagelt und dann in eine große Höhle geschleppt wurde.“ Auf die Nachfrage, wer denn er sei, kam die Antwort: „Gott hat gesehen, dass es sein Sohn ist.“ Gut aufgepasst! Völlig egal war es dagegen einem kleinen Mädchen, was Ostern für die Gläubigen bedeutet: „Da kommt der Osterhase“, meinte sie und stimmte ein Liedchen für den Hoppelmann an.

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Freitag, 26. März 2010 von Rosalinde Conzelmann

Das Lächeln. . .

Ich habe kürzlich eine interessante wissenschaftliche Sendung im Radio gehört, bei der es um das Lachen ging. Lachen ist eine Reaktion auf eine Stimulation und wirkt, so sagt es der Volksmund, ansteckend. Außerdem, und das ist nun von vielen Seiten wissenschaftlich belegt, macht es glücklich, denn beim Lachen werden Endorphine produziert. Philosophisch betrachtet ist das Lachen „die Mimik des Geistes“. Das so genannte „Engelslächeln“, das bei Babys in den ersten Lebenswochen auftritt und die Eltern verzückt, ist nur ein Reflex, sagt die Wissenschaft. Fest steht auch, dass wir Menschen von Geburt an lachen können und es nicht erlernbar ist. Es gibt Wissenschaftler, die die Meinung vertreten, dass der Mensch der einzige Erdenbewohner ist, der lachen kann. Hier möchte ich nun einhaken. Ich vertrete da nämlich eine andere ganz aus meinem Leben gegriffene These. Ich kann es nicht beweisen, aber für mich steht fest: Mein Kater „Carmello“ kann lachen. Und nicht nur das, er lacht mich manchmal so gar aus! Ja, jetzt dürfen sie lachen und selbst entscheiden, ob das nur der verklärte Blick einer Katzenfreundin oder die nackte Wahrheit ist!

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Samstag, 20. März 2010 von Rosalinde Conzelmann

Unschlagbare Tulpen!

Schon seit Wochen hole ich mir den Frühling ins Haus und verteile in großen und kleinen Vasen Tulpen, damit wenigstens im Haus eine neue Jahreszeit anbricht und der Winter ins Abseits gerät. Dabei habe ich eine Beobachtung gemacht. Die Tulpe ist nicht nur eine elegante und robuste Blume, sondern auch eine sehr durstige. Deshalb kommt es bei mir immer mal wieder vor, das ich vergesse, Wasser nachzugießen und meine Tulpen hängen den Kopf. Aber wie! Und dann passiert das Erstaunliche: Ich gieße neues Wasser nach und schon wenige Stunden später recken die Blumen wieder ihre Köpfe in die Höhe. Zu meiner Freude unversehrt, gerade so, als ob nichts gewesen wäre. Tja, die Natur ist einfach unschlagbar und fördert Eigenschaften zu Tage, die uns Menschen manchmal guttäten.

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Mittwoch, 10. März 2010 von Rosalinde Conzelmann

Nie mehr „oben ohne“

Dieser Winter war ein Traumwinter für Wintersportler. Auch ich fahre gerne in die Berge zum Skifahren und genieße die kurzen sportlichen Auszeiten vom Alltag. Da ich nicht zu jenen „Pistensäuen“ gehöre, die die Abfahrten für eine Rennstrecke halten, frönte ich bislang meinem Hobby unbehelmt. Einzig eine Strickmütze oder ein Stirnband wärmte Kopf und Ohren. Nach dem Althaus-Unfall vor einem Jahr änderte sich das Bild auf den Pisten: Es begann eine wahre Helm-Hysterie. Ich gehörte nun zu den Exoten auf der Piste. Bei unserem jüngsten Skitrip ins Allgäu gingen wir auch auf Shopping-Tour in die Sportgeschäfte. „Probier doch mal“, schleppte mein Freund einen Helm an. Er zählte übrigens zu den ersten, die sich einen Helm gekauft haben – vor dem Althaus-Unfall, weil die Carver die Pisten gefährlicher gemacht haben. Schon der dritte Helm passte und sah sogar einigermaßen gut aus. Und da er auch noch reduziert war, wollte ich mir das Schnäppchen nicht entgehen lassen. Am nächsten Skitag reihte ich mich auf dem Nebelhorn in die Masse der Helmträger ein. Ich hab's nicht bereut. Ich kam bei einer Schussfahrt auf einen Stein und wurde ausgehebelt. Der Ski flog durch die Luft, ich prallte mit dem Gesicht auf die eisige Piste. Mein Helm hat das Schlimmste verhindert, ne Schramme an der Nase von der Brille war das einzige Malheur. Ich habe meine Lektion gelernt und fahre nie mehr „oben ohne“.

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