Samstag, 13. November 2010 von Rosalinde Conzelmann

Besser zweimal hinschauen!

Ein Satz einer Tierheimmitarbeiterin, die kürzlich im Radio über ihre Arbeit berichtete, hat mich beschäftigt. Sie erzählte, dass es im Tierheim viele ganz liebe Hunde gibt, die ihren Besitzern zu treuen Freunden werden und zufrieden und dankbar, vor allem aber pflegeleicht sind, weil sie ein schönes Zuhause gefunden haben. Allerdings seien dies auf den ersten Blick eher unscheinbare, oft struppige Tiere, mit denen optisch kein Staat zu machen ist. In der Regel bleiben diese „Netten“ deshalb auch in ihrem Quartier sitzen, während ein prächtiger Golden Retriever, ein drolliger Yorkshire Terrier oder ein schön gewachsener Schäferhund schnell einen neuen Besitzer findet. Der aber hat dann oft Theater, weil diese Tiere häufig neurotisch, kompliziert und schwierig zu erziehen sind. So. so. . . irgendwie hat mich das an die Menschen erinnert. Wie oft fallen wir auf wortgewandte Strahlemänner- und -frauen herein, die sich dann menschlich als Nullnummern erweisen, während der ruhige, unscheinbare Nachbar oder die eher bieder wirkende Mitsportlerin im Studio bei näherem Kennenlernen zu richtig dicken Freunden werden und es auch faustdick hinter den Ohren haben. Meine schmunzelnde Erkenntnis: Zweimal hinschauen, nicht nur im Tierheim, lohnt sich auf alle Fälle! Denn struppig ist nicht gleich struppig.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 5. November 2010 von Rosalinde Conzelmann

Einigeln?

Wie geht es Ihnen mit der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit? Ich habe das Gefühl, dass mit dieser einen Stunde der Sommer gnadenlos abgewürgt wurde. Ja, es war schon schön, dass ich am vergangenen Samstag eine Stunde länger schlafen durfte und es ist auch schön, dass es morgens früher hell ist. All das aber wiegt die kommenden, langen, dunklen Abende nicht auf: Es gibt viele Menschen, die gehen morgens bei Dunkelheit aus dem Haus und müssen wieder das Licht anmachen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen. Abgesehen davon, dass die Winterzeit müde und lähmend wirkt – zumindest signalisiert mir das mein Körper. Das Sofa übt nun wieder eine magische Anziehung auf mich aus und nur die Kerzen auf dem Tisch sind ein Lichtblick. Ich werde mich aber trotzdem nicht einigeln und habe ein gutes Rezept gegen den „Winterzeit-Blues“: Das Radio am besten gar nicht mehr ausschalten, denn die SWR 1-Hitparade ist besser als jeder Sommer und holt auch überzeugte „Couch-Potatoes“ runter vom warmen Plätzchen. Aufdrehen und mittanzen und es fällt gar nicht mehr auf, dass es draußen schon wieder dunkel ist!

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 16. Oktober 2010 von Rosalinde Conzelmann

Unzufrieden?

Am Samstag auf dem Markt habe ich den „Straßenträumer“, eine Zeitung für Obdachlose und Arbeitslose, gekauft. Erst gestern Abend bin ich dazu gekommen, die Zeitung zu lesen. Die Themen „Sozialfall Deutschland“ oder eine Betrachtung über die Zunahme der sozialen Armut in Deutschland haben mich berührt. Dazwischen funkelt aber auch Hoffnung auf: mit einem Mut machenden Leserbrief einer ehemaligen Obdachlosen, die darin ihre Geschichte erzählt, mit einer chinesischen Weisheit über das Geben und Nehmen oder einer fast unglaublichen, aber wahren Anwaltsgeschichte. Am meisten aber beeindruckte mich ein Bericht unter dem Titel „Straßenkampf – ein Experiment“. Darin wird erzählt, wie junge Gymnasiasten aus Köln in der Fußgängerzone bettelten. Ihre Mitschüler notierten diskret die Reaktionen der Passanten auf die „Bettler“. Die waren sehr unterschiedlich und erstaunlicherweise erzielte ein im Nikolauskostüm als unbeweglicher „Statuenmensch“ verkleideter Schüler das beste Spendenergebnis. Mein Gedanke: Es scheint offenbar für viele leichter zu sein, einem „stummen“ Maskierten zu geben als sich direkt mit dem Schicksal der offenbar verzweifelten jungen Menschen auseinanderzusetzen. Ich legte die Lektüre weg – die eigene Unzufriedenheit über alltägliche Nichtigkeiten war verflogen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Ich bin auch unzufrieden, aber mit den Gymnasiasten

Da spielen die die Helden für die Armen - wunderbar, so glauben die - dann aber wenn die nach dem Schulunterricht mit der Bahn heimfahren, drücken sie die Türen des Waggons zu, dass ältere Menschen nicht aussteigen können! Habe ich selbst am Bahnof Balingen erlebt. Als ich dann die zurück gedrückt hatte, haben die mir gedroht. Haben wir denn nicht wunderbare Gymnasiasten???
Am Blinger Bahnhof war eben keine TV kamera oder ein Journalist, aber in Köln gab es das.

Josef Bujtor am 17.10.2010 11:25:03

Antwort auf Ich bin auch unzufrieden, aber mit den Gymnasiasten

Lieber Herr Bujtor,

bitte lassen sie sich doch nicht zu einer solch schwachen Generalisierung verführen. Da ich jeden Tag den Zug in Balingen benütze, kann ich ihnen versichern, dass es sich bei dem von ihnen geschilderten Vorfall, auch wenn er zweifelsohne zu verurteilen ist, um einen Einzelfall handelt.

Für ihre Zukunft möchte ich ihnen noch ein Zitat an die Hand geben:

"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."

Dies ist ein Zitat des griechischen Philosophen Aristoteles. Er lebte von 384 bis 322 vor Christus.

Hans Wurscht am 18.12.2010 20:10:45

Antwort auf Antwort auf Ich bin auch unzufrieden, aber mit den Gymnasiasten

Ob Hans Wurst eine wirkliche Person ist, weiß ich nicht. Wen Hans Wurst eine Person ist, möchte ich dieser Person und allen Lesern sagen, das ist KEIN EINZEL Fall ist und ist auch nicht auf Blingen oder Deutschland begrenzt!!! Ich soetwas in allen Ländern, in denen ich auf meienm vielen Reisen war, erlebt habe. Ich bin inzwischen etwas gehbehindert geworden. Jeden Tag, wenn ich in einen Bus einsteigen oder austeigen will, schieben mich Menschen zur Seite. Das habe ich auch in vielen anderen deutschen und anderer europ. Städten erlbet. Selbst Aristoteles kann da nichts ändern. Im übrigen hatte er sogar recht.
Aber ich habe mein Schreiben vor 2 monathen wegegeschickt, warum kommt die Entgegenung esrst jetzt? Ich wünsche Ihnen, Hans Wurst und allen lesern ein fröhliches Weihnachtsfest auch der Red. des ZAK.

Josef Bujtor am 19.12.2010 09:49:59

Antwort auf Antwort auf Antwort auf Ich bin auch unzufrieden, aber mit den Gymnasiasten

Noch eine Frage Herr hans Wurst: Wo ist das griechenland des Aristoteles geblieben, also er hatte recht.

Josef Bujtor am 19.12.2010 10:06:06

(Unzu)Frieden

Lieber Herr Bujtor,

zunächst möchte ich mich bei ihnen ehrlich dafür entschuldigen, dass ich auf einen in der Tat recht alten Beitrag ihrerseits geantwortet habe. Bitte lassen sie mich dies kurz erklären: Ich habe am Samstag Abend ihren Beitrag zum ersten mal gelesen und sah mich auf Grund der einseitig gestalteten, stark generalisierten Anschuldigungen und der Tatsache, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch niemand darauf reagiert hatte, dazu gezwungen ihnen zu antworten.

Nun zur Erläuterung meiner Aussage: Jugendliche brauchen einen gewissen Freiraum. Dieser muss ihnen von anderen Teilnehmern der Gesellschaft, als eine Art Vertrauensvorschuss, entgegen gebracht werden. Das bedeutet nicht, dass ein Vorfall, wie den welchen sie beschrieben haben, ohne Widerworte hingenommen werden soll. Gleichwohl muss aber eine Toleranz gegenüber solchen Fehlern zugestanden werden, die auch sie in ihrer Jugend begangen haben. Zu dieser Toleranz gehört es zum Beispiel nicht einfach "zurück zu drücken", so wie sie es beschreiben, sondern als Vorbild zu agieren und eine solche Situation beispielsweise verbal zu lösen. Dies mag sich für sie jetzt sehr idealistisch anhören, aber bedenken sie bitte Folgendes: Ich bin seit meiner Geburt behindert. Normalerweise tue ich dies in der Öffentlichkeit nicht Kund, da ich gelernt habe mit den Umständen zu leben, auch ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Ich halte es an dieser Stelle allerdings notwendig dies zu erwähnen, da sie ebenfalls mit ihrer Behinderung argumentieren. Nun habe ich, im Gegensatz zu ihnen, immer und an jedem Ort äußerst positive Erfahrungen gemacht mit Menschen jeder Altersgruppe, jedes sozialen und kulturellen Hintergrundes, wenn man einfach auf sie zugeht, mit ihnen redet und vielleicht mit einigen wenigen Worten bittet Rücksicht zu nehmen, in solchen Situation wo dies nicht von alleine funktioniert.
Vielleicht möchten sie in Zukunft dies im Hinterkopf behalten.

Zu meinem Hintergrund:
Auch ich besuchte ein Gymnasium und habe dort eine umfassende Bildung im wissenschaftlichen, aber auch im sozialen Bereich erhalten. Dies hat mich zu einem mündigen Bürger gemacht, der Anschuldigungen und Generalverurteilungen die hier öffentlich ausgesprochen werden, nicht unkommentiert stehen lassen möchte. Ich hoffe sie haben Verständnis dafür.

P.S. Auch habe ich am Gymnasium gelernt, dass man seinen persönlichen Daten, sofern dies möglich ist, nicht ohne Weiteres im Internet veröffentlichen sollte. Auch dafür bitte ich sie um Verzeihung und Verständnis.

Hans Wurscht am 20.12.2010 11:18:54

Antwort auf Ich bin auch unzufrieden, aber mit den Gymnasiasten

Gymnasium = Bildungs-BVJ

beobachter am 03.11.2010 06:53:53

Antwort auf Antwort auf Ich bin auch unzufrieden, aber mit den Gymnasiasten

Herr beobachter, ich habe leider ihren kurzen aber zudreffenden Beitragt übersehen. Denn ich war verärgert mit den Verdrehern der Wahrheit. Diese Leute wurden in den Wohlstand hinein geboren und jetzt beschimpfen und schlagen ältere Leute auch noch zusammen! In dem Alter, in dem die ihre umfassende Bildung bekommen haben, war ich und hunderte andere damals junger Menschen, die noch auf der Alb leben, in einem KZ und 3 jahre und 5,5 Jahre in einem Zwangsarbeitslager, in meiner damals soziaistischen hemat. Diese Gymnasiasten wissen garnicht, was sie haben und deswegen demonstrieren die.

Josef Bujtor am 21.12.2010 00:35:56

Antwort auf Antwort auf Antwort auf Ich bin auch unzufrieden, aber mit den Gymnasiasten

Sehen sie Herr Bujtor, genau deshalb kann ich es nicht ertragen, wenn ältere Menschen über "die Jugend von heute" klagen. Früher war nicht alles besser und deswegen ist es ein großer Verdienst der Zeit und der Menschen nach dem zweiten Weltkrieg, dass sich die Jugend heute so frei entwickeln kann, wie sie es tut. Wenn sie nun diese Jugend anprangern, greifen sie genau die Menschen an die für Demokratie und Freiheit in Deutschland gekämpft haben. Ich denke nicht, dass sie das wollen.

P.S. Wenn sie "zusammen [...] geschlagen" wurden, dann ist dies ein Fall der Polizei und muss von ihnen unbedingt zur Anzeige gebracht werden. Ein öffentliches Forum ist dafür nicht der richtige Platz.

Hans Wurscht am 21.12.2010 08:10:59

Freitag, 1. Oktober 2010 von Rosalinde Conzelmann

Eine neue Einnahmequelle?

Seit Wochen schon steht in Heselwangen an verschiedenen Stellen eine mobile Geschwindigkeitsanzeige, die zeitweise überhaupt keine Lust hatte und beim Vorbeifahren schwarz blieb, dann wieder wie verrückt blickte und irgendwann dann auch funktionierte. Nicht nur zur Freude(?) der Autofahrer, wie ich eines Abends feststellen musste. „Hey, das ist ja super, ich hatte über 30 Stundenkilometer drauf“, hörte ich es von meinem Garten aus begeistert rufen. Ich blickt nach unten und sah drei Jungs mit ihren Fahrrädern staunend vor der Anzeige an der Bushaltestelle stehen. Flugs schwangen sie sich wieder auf ihre Räder, traten den Berg hoch in die Pedale und flitzen die höher liegende Straße wieder mit Karacho runter. Wer den Rekord dann gebrochen hat, weiß ich nicht mehr, weil ich ins Haus gegangen bin. Aber ich hätte eine Idee für eine neue Einnahmequelle: Der Landkreis sollte seine Messgeräte auch an Sportvereine vermieten.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Dienstag, 28. September 2010 von Rosalinde Conzelmann

Gefährlicher Ausflug

Die trüben Herbstabende bergen für unsere vierbeinigen, stacheligen Gefährten große Gefahren. Es ist derzeit wirklich kein schöner Anblick, wenn sie von Autoreifen zermalmt am Straßenrand liegen. Als ich in der vergangenen Woche gegen halb neun Uhr abends vom Sport heimgefahren bin, erblickte ich im Scheinwerferlicht auf der Straße in Höhe des Balinger Friedhofs drei kleine Kugeln. Ich bremste ab, fuhr einige Meter weiter und hielt an, um nachzuschauen, was es war. Schon beim Näherkommen sah ich, dass die „Kugeln“ sich bewegten: Es waren drei kleine Igelbabys, die seelenruhig auf der Straße trippelten, die Igelmama rannte quiekend um sie herum. Offenbar wollten die vier über die Straße. Zwischenzeitlich kamen weitere Autos, die ich kurzerhand zum Anhalten aufforderte, während ich mir überlegte, was zu tun ist mit der kleinen Igelfamilie, die in Lebensgefahr schwebte. Neben der Straße war ein verwilderter, umzäumter Garten. Dort habe ich erst die drei Kleinen, danach die Mama reingesetzt. Das ging ruckzuck und ohne Blessuren. Als ob die Tiere geahnt hätten, dass ich ihnen nichts Böses will, hielten sie ganz still in meiner Hand. Lächelnd fuhr ich nach Hause. Ich hoffe, dass „meine“ Igelfamilie ihr neues Zuhause mag und den Winter gut überstehen wird.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.