Freitag, 21. Januar 2011 von Rosalinde Conzelmann

Die Welt erschnuppern

Ist es Ihnen auch schon einmal aufgefallen, welche große Rolle Düfte und Gerüche in unserem Leben spielen? Wie süß riecht Babyhaut? Ein Duft, den nicht nur Eltern lieben, süß, aber nicht pappig und ganz fein. Wenn ich in meine Kindheit zurückgehe, „duftet“ es weiter: Unvergesslich der Schulmief nach Kreide, verschwitzten Kinderpullis und nach Gummi und Gebrauch riechenden Turnschuhen, der erst nachmittags beim „Rumspringa“ im kühlen Nass der Schlichem oder auf einer frisch gemähten Wiese vergessen war. Dann der Schwimmunterricht. Auf hundert Meter konnte man den Chlorgeruch riechen, der nach der Schulstunde dann auch noch eine ganze Weile in meinem Haaren saß.

Samstagnachmittag: Ein verlockender Duft weht durch die Küche. Wir freuen uns auf den Marmorkuchen, der noch im Ofen ist. Tags darauf, der Sonntagsbraten durchdringt in Teenagertagen das ganze Haus, das Wasser läuft einem im Mund zusammen. Zeit nach einer durchtanzten Nacht endlich aufzustehen.

Später im Beruf: Die strenge, seriöse Büroluft, schwer zu beschreiben, irgendwo zwischen Papier und Plastik. Nur Kaffeeschwaden dringen durch, mahnen zur kurzen Pause. Auch das Alter und Krankheiten haben ihren ganz eigenen Geruch, der einem zum Beispiel beim Zahnarztbesuch oder im Krankenhaus entgegenschlägt und sich sehr lange in der Nase hält. Sogar Häuser sind nicht duftresistent, besonders wenn sie älter sind und auch Tiere darin leben. Das Gemäuer verliert seinen ureigenen Geruch auch nicht durchs Putzen oder Lüften. Ja, sogar das Ausschlafen hat seinen Duftnote, weich und verletzlich riecht man nach dem Aufstehen. Meinen Lieblingsduft gibt es übrigens nur im Sommer, wenn die Rosen in meinem Gärtle in voller Blüte stehen. Da hat dann nur noch frisch gesägtes Zedernholz eine Schnupperchance!

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Donnerstag, 13. Januar 2011 von Rosalinde Conzelmann

2011 ohne Vorsätze

Wie halten Sie es mit den guten Vorsätzen? 2011 ist gerade mal 13 Tage alt und ich bin davon überzeugt, dass nicht wenige jener Zeitgenossen, die mit eisernen Vorsätzen ins neue Jahr gestartet sind, ihre Ziele schon wieder aus den Augen verloren haben. Gemäß dem salopp formulierten Motto, „was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“. Oder, weil es halt doch anstrengender ist, als man es sich vorgestellt hatte.

Vor allem dann, wenn die Vorsätze von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind, weil sie einfach zu hoch gehängt sind. Warum sollte ich im Januar das Rauchen aufhören oder mehr Sport treiben, wenn ich es in den Monaten zuvor nicht geschafft und vor mir hergeschoben habe. Und zum Abnehmen – der Dauerbrenner im Reigen der guten Vorsätze – braucht es auch kein Fixdatum. Aber man kann über die Feiertage noch mit gutem Gewissen über die Stränge schlagen. Weil ja im nächsten die angefutterten Pfunde wieder purzeln werden.

Ätsche-Gäbele, sag ich da nur. Denn dies ist eine Rechnung, die nicht aufgeht und allenfalls den Fitness-Clubs neue Kunden beschert. Aus diesen Gründen habe ich in meinem Leben die „guten Silvester-Vorsätze“ seit ein paar Jahren abgeschafft. Ich lebe gut damit, denn „vorsatzlos“ heißt nicht automatisch, dass alles im alten Trott weitergeht. Wenn ich mehr Sport treiben will, setzte ich es einfach dann in die Tat um, wenn ich dazu Lust habe! Und da ich im Sommer eh lieber Salat als Rinderbraten esse und so oft es geht aufs Fahrrad steige, erledigt sich auch das Abnehmproblem wie von selbst!

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Samstag, 18. Dezember 2010 von Rosalinde Conzelmann

Dann halt nicht

Wohl dem, der dieser Tage beim Schneeschippen auf funktionstüchtiges Werkzeug zurückgreifen kann! Schließlich ermöglicht der morgendliche Frühsport einen schwungvollen Start in den Wintertag und je besser das Werkzeug, desto geringer der Kraftaufwand. Als ich gestern morgen ins Geschäft gefahren bin, säumten Schneeschipper rechts und links der Gehwege meinen Weg. Warm eingepackt kämpften sie in den tanzenden Schneeflocken gegen die weißen Schichten unter ihren Füßen an. Das Bild war immer das gleiche, sich bückende Menschen, die Schneehaufen vor sich her schieben. Ein junger Mann allerdings nahm eine Außenseiterrolle ein: Er stand etwas ratlos am Straßenrand, den Stiel seiner Schippe hielt er in der Hand, das vordere Teil lag einige Meter weiter im Schnee. Ich musste grinsen, er hat gelacht und ist wohl dann zum Reklamieren gefahren.

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Donnerstag, 9. Dezember 2010 von Rosalinde Conzelmann

Mal kurz in die Zukunft sehen

Alle Jahre wieder nicht nur süßer die Glocken nie klingen, auch die Wahrsager, Kartenleger und Astrologen haben auf der Schwelle zu einem neuen Jahr Hochkonjunktur. Und sind wir mal ehrlich. Im Grunde genommen möchte doch jeder wissen, was das neue Jahr bringen wird. Liebe, Glück, Gesundheit, Familie und Beruf – das ist der Stoff aus dem (Lebens-)Träume gemacht sind. Die Realisten schütteln den Kopf. Sie halten sich lieber an Sprichwörter wie „das Glück gehört dem Tüchtigen“ oder „jeder ist seines Glückes Schmid“. Die Träumer dagegen sind sich sicher, dass es im nächsten Jahr ganz bestimmt mit der großen Liebe klappen wird, dass sie endlich im Lotto gewinnen werden oder dass auf unserer Welt Streit und Missgunst keine Chance haben. Antworten auf ihre Fragen bekommen weder Realisten noch Träumer. Wir machen uns an Silvester den Spaß und lesen uns entsprechend dem Sternzeichen das Jahreshoroskop vor, das ich nicht wegwerfe. Denn am Silvester darauf, wird in der selben Runde nicht nur das neue Horoskop vorgelesen, sondern auch ein Blick zurückgeworfen. Manchmal hat die Prognose wirklich ins Schwarze getroffen, manchmal hat überhaupt nichts gepasst. Aber das interessiert dann irgendwie keinen mehr so richtig. Schließlich ist die Frage, was das neue Jahr bringen wird, viel spannender! Ich würde folgende Variante bevorzugen: Nur eine Minute lang einen Blick in meine Zukunft werfen und dann alles wieder vergessen. Schließlich soll das Leben noch Überraschungen bieten.

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Freitag, 26. November 2010 von Rosalinde Conzelmann

Eiszeit?

Haben Sie es auch schon gehört? Es soll ein bitterkalter, langer Winter werden. Seit ein paar Tagen überschlagen sich die Medien mit den Prognosen: Von einem Jahrtausendwinter ist die Rede, eine Eiszeit steht uns bevor, heißt es sogar schon. Und dabei habe ich heute in einem gut geschützten Hauseingang noch Geranien gesehen. Unsinn, meinte ein Kollege, die können keine so weit reichende Wetterprognose machen. Durchaus möglich, meinte dagegen meine Freundin, die viel in der Natur ist und auf den Hundertjährigen Kalender schwört. Und meine Katzen gehen jetzt schon kaum noch aus dem Haus, ob die sich schon auf einen langen Winterschlaf einrichten? Alles Spekulation! Ich mag grundsätzlich den Winter schon und freue mich aufs Skifahren und den ersten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, aber auf ne Eiszeit habe ich keine Lust. Vorsorglich habe ich gestern schon unsere Holzvorräte begutachtet und das Heizöl abgecheckt. Man weiß ja nie. . .

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