Dienstag, 13. Februar 2018 von Rosalinde Conzelmann

Nicht ohne mein Handy

Popstars wie Alicia Keys und Guns N' Roses lassen seit Neuestem die Telefone ihrer Konzertbesucher versiegeln, weil es ihnen zu blöd ist, in Handys anstatt in leuchtende Fanaugen zu blicken und sie keinen Bock auf stümperhafte Videos haben, die dann in Facebook die Runde machen. Also ich finde, das mit dem Wegsperren ist eine richtig gute Idee. Denn mich nervt es als Zuhörer, wenn mein Konzertnachbar ständig das Handy zückt oder durch die Gegend schwingt. Irgendwie geht da der ganze Konzertgenuss flöten. Zu meiner Zeit kämpfte man sich bis vor zur Bühne und war glückselig, wenn man zweieinhalb Stunden lang Blickkontakt zu seinem Star hatte und dessen Show miterlebte. Keine Ablenkung, einfach nur Abtanzen und Feiern. Im schlimmsten Fall taten einem die Füße und der Rücken vom Stehen weh. Heute schmerzen die Arme vom langen Handy in die Höhehalten. Und mich nervt es auch, wenn ich selbst – in meinem Job als Reporterin Tagesgeschäft – zum Handy greifen muss. Weil man sich nur auf eine Sache richtig konzentrieren kann und ich mich als Störfaktor fühle. Obgleich das natürlich Blödsinn ist, weil es zwischenzeitlich ja so ist, dass der ohne Handy ein Exot ist. Mal sehen, wie sich die ganze Geschichte entwickelt. Ich bin dabei, wenn meine privaten Konzertbesuche wieder handyfrei werden.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Mittwoch, 17. Januar 2018 von Rosalinde Conzelmann

Suchen Sie was anderes!

Es ist jedes Jahr dasselbe Spiel mit den guten Vorsätzen. Derzeit bekomme ich es mehrfach wöchentlich hautnah zu spüren. Das Fitnessstudio, in dem ich trainiere, wird geradezu überrannt von Vorsatzwütigen, die alle gesünder leben und Pfunde verlieren wollen. Da heißt es in Stoßzeiten Schlange stehen an den Geräten und geduldig sein. Das ärgert mich natürlich, gleichzeitig bin ich gechillt, denn – auch das ist jedes Jahr dasselbe Spiel – in ein paar Monaten ist alles wieder wie es war und der Großteil der Powersportler ist von der Bildfläche verschwunden. Sind deshalb gute Vorsätze schädlich? Nein, meinte irgendein Professor jüngst im Radio. Scheitern sei nicht schlimm, wenn mann oder frau schlau damit umgehe. „Suchen Sie einfach etwas anderes, was zu Ihnen passt“, lautete sein Ratschlag für alle Aufgeber. Na also, doch lieber Walken in der freien Natur als Fitnessstudio oder einfach ein gutes Buch lesen. Ich wünsche allen viel Erfolg bei ihrer Kursänderung und freue mich über „Luft“ beim Trainieren.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Dienstag, 12. Dezember 2017 von Rosalinde Conzelmann

Entzauberte Stille

Der Zauber der stillen Tage – diesen Satz lese ich gerade öfter. Die stillen Tage, die uns auf Christi Geburt vorbereiten sollen. Die Adventszeit. Leider mache ich die Erfahrung, dass die stillen Tage gar nicht still sind. Vielleicht liegt es an meinem Beruf, denn hier herrscht in den letzten Tagen des Jahres vor allem eines: Hektik pur. Jeder Musikverein lädt noch zu seinem Jahreskonzert, jede Stadt hat einen Weihnachtsmarkt und die Verwaltungen wollen alle noch im alten Jahr den Haushalt einbringen. So hetzen ich und meine Kollegen von Termin zu Termin. Besinnlich wird es allenfalls, wenn bei einem Pressetermin ein Nikolaus auf dem Platz steht oder Bredle zum Kaffee gereicht werden. Schade eigentlich. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die (Weihnachts-) Stille, die uns allen so gut täte, längst entzaubert ist.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 25. November 2017 von Rosalinde Conzelmann

Glühwein im Winterfrühling

Ich mag die Adventszeit, liebe es, Haus und Garten zu dekorieren und freue mich immer auch auf die ersten Weihnachtsmärkte. Nachdem sich in der vorvergangenen Woche der erste Frost auf die verblühten Stauden gelegt hatte und wir an den ersten kalten Abenden vorm wärmenden Kaminfeuer saßen, bekam ich Lust auf Weihnachten, hatte aber keine Zeit, die Kisten auszupacken.

Die kleinen geschmückten Tannenbäume haben ihren Platz am Fenster aber schon bekommen. Und jetzt, wo der erste Advent vor der Tür steht, ist die Luft raus. Ist aber auch nicht verwunderlich. Wer will schon bei 18 Grad Mistelzweige und Tannenreisig drapieren? Da gehört einfach Kälte und Schnee dazu.

Ich werde trotzdem den wunderschönen Geislinger Adventsmarkt besuchen, dort

selbstgemachte Bredle kaufen, den ersten Glühwein trinken und mir Lust auf Weihnachten holen. Und wer weiß, vielleicht ist Frau Holle ja gnädig und schüttelt ihr Kissen heute über der Sonnenstadt aus. Angekündigt hat sie es ja schon. Und ich stürze mich auf meine Kisten.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Mittwoch, 18. Oktober 2017 von Rosalinde Conzelmann

Gartenpracht ohne Ende

Der Oktober neigt sich dem Ende zu und mein Garten ist noch nicht winterfest. Das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Aber ich bringe es einfach nicht übers Herz, Tabula rasa zu machen, weil ein Großteil der Stauden, wie Salbei und Phlox zum zweiten Mal erblüht ist. Sogar meine Erdbeeren machen einen zweiten Anlauf und tragen nochmals Früchte. Ebenso wenig geht den Geranien die Luft aus, auch wenn sie ein bisschen mitgenommen aussehen. Und meine Kräuter locken mit ihrem Duft immer noch Insekten an. Anstatt eines Kahlschnittes heißt es jetzt halt noch täglich gießen. Aber das macht mir in diesem Fall Spaß. Von mir aus kann Väterchen Frost noch eine Weile warten. Denn an Heidekraut und Gräsern kann ich mich noch den ganzen Winter sattsehen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.