Dienstag, 15. Mai 2018 von Rosalinde Conzelmann

Besuch bei den „Froschkindern“

Sehr gut gemacht, liebe Geislinger Feuerwehr! Am Wochenende haben mein Mann und ich bei unserer Radtour die Kinderstube der Gelbbauchunken besucht, die die Wehr, wie schon berichtet, ganz spontan und unbürokratisch vor dem Austrocknen gerettet hat. Das Wasser steht jetzt zehn Zentimeter hoch in dem Graben und die „Kinderschar“ tummelt sich in der Pfütze vor der Verdolung. Zwischen den schwarzen „Tupfen“ mit Füßchen und dem Schilfgras lugt schon der eine oder andere kleine Lurch hervor. Leider hat auch eine Ringelnatter die „Speisekammer“ entdeckt und sich bedient. Auch dieses Tier ist geschützt und gefährdet und hoffentlich nicht allzu gefräßig. Gut, dass ein Teil der Kaulquappen von Naturfreunden auch noch in andere Gewässer gebracht worden sind. Auch Jogger Dirk Müller, der die Rettungsaktion angestoßen hat, ist happy und sagt Danke. Er hofft, dass dieses Beispiel Schule macht.

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Donnerstag, 26. April 2018 von Rosalinde Conzelmann

Hausstand ist wieder komplett

Seit einigen Jahren schon ist ein Igel regelmäßiger Gast in unserem Garten. Im vergangenen Herbst haben wir ihn aber dann nicht mehr gesehen. Am Dienstagabend nun gab es eine schöne Überraschung: Meine beiden Katzen liefen aufgeregt durch die Beete, die Schnüffelnase am Boden. Den Grund dafür entdeckte ich dann beim genauen Hinschauen: Mama oder Papa Igel ist wieder da. Kugelrund blinzelte er oder sie mich ganz frech an, um dann unter den Tulpenblättern unterzutauchen. Ich stellte dann noch ein Schälchen mit Katzenfutter raus – ein kleiner Willkommensgruß für unseren alten, neuen Hausgenossen. Ich hoffe, dass er es dann auch war, der das Schälchen leer geschlabbert hat. Jetzt bin ich gespannt, ob er oder sie Lust auf eine Familiengründung hat.

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Donnerstag, 12. April 2018 von Rosalinde Conzelmann

Es gibt viele Chicos

Ein Staffordshire Terrier tötet in Hannover seine beiden Halter. Das als Kampfhund gelistete Tier soll eingeschläfert werden. Ein massiver Proteststurm setzt ein. Über 200 000 Tierschützer protestieren im Netz, 70 gehen für Chico sogar auf die Straße. Sie sagen, er hat den Tod nicht verdient, weil er acht Jahre lang von seinen Haltern unter unmöglichen, nicht tiergerechten Bedingungen gehalten wurde und keiner eingegriffen hat. Die Bestie ist also der Mensch, so die Argumentation. Es ist erstaunlich, wie sehr das Schicksal dieses Hundes, der zwei Menschen getötet hat, die Menschen umtreibt und in zwei Lager teilt. Ebenso, mit welch harten Bandagen die Argumente (vor allem im Netz) ausgetauscht werden.

Chico darf leben, das steht nun fest, die Tierschützer jubeln. Ich bin ein Tierfreund und achte jede Kreatur; diese Entscheidung aber bereitet mir Bauchweh. Chico kommt in eine spezielle Unterkunft, quasi ein Heim für schwere Fälle. Was ist, wenn er wieder zubeißt? Eine Garantie gibt es nicht. Denn just, als die „gute“ Nachricht durch die Medien geht, erschüttert eine weitere tödliche Beißattacke Deutschland: Im hessischen Bad König greift der Familienhund den sieben Monate alten Sohn an. Das Baby stirbt. Es ist wohl auch ein Staffordshire-Mischling. Auch er ein Fall von vorheriger Misshandlung? Zweifel und viele Fragen bleiben offen.

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Samstag, 10. März 2018 von Rosalinde Conzelmann

Jetzt gibt's kein Halten mehr

Ich mag den Winter auch deshalb, weil ich mich auf den Frühling freuen kann. Und der ist jetzt da! Nachdem ich mich die vergangenen Wochen beherrscht habe und um jede Gärtnerei und jedes Blümchen, das mich anlächelte, einen Bogen gemacht habe, weil die Pflanzen erfroren wären, gibt es jetzt kein Halten mehr. Ich kann es kaum erwarten, die bunten Frühlingsblüher ins Haus und in die Blumentöpfe zu holen. Die kleinen Tannenbäume bekommen einen neuen Platz im Garten und werden zarten Bellis, gemusterten Schachtelhalmblumen und natürlich den bezaubernden in allen Farben leuchtenden Hornweilchen weichen. Die dürfen sich dann zu den Schneeglöckchen und den Christrosen gesellen, die nachdem der Schnee weggetaut ist, auch im Garten ankündigen, dass der Frühling nicht mehr aufzuhalten ist.

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Freitag, 2. März 2018 von Rosalinde Conzelmann

Ein Herz für Stinker

Danke, liebe Autoindustrie! Da habt ihr mir ein schönes Ei gelegt. Als ich vor acht Jahren meinen Diesel gekauft habe, war ich davon überzeugt, dass ich die Umwelt schone. Von wegen. Jetzt gehöre ich zur Stinkerfraktion, bin eine Umweltsünderin und mein Auto ist nichts mehr wert. Und dabei hat es mich in den vergangenen acht Jahren stets zuverlässig begleitet wie kein anderes Auto zuvor. Nur vorgestern hat es wegen der Eiseskälte kurz schlapp gemacht. Es geht nicht nur um den Wertverlust, der natürlich sehr weh tut; es geht schlichtweg um Vertrauen, das verloren gegangen ist. Wie es nun weitergehen wird, weiß ja derzeit keiner. Aus diesem Grund verfalle ich nicht in Panik und werde meine „Dreckschleuder“ vorerst weiter fahren. Auch weil ich nicht einfach mal ein paar zehntausend Euro aus dem Ärmel schütteln kann, um ein neues, „sauberes“ Auto zu kaufen und die Prämie zu kassieren. Liebe Politiker, vielleicht solltet ihr einmal dran denken, dass es ganz viele Menschen gibt, die sich ihr Leben lang keinen Neuwagen leisten können und trotzdem nicht pauschal als Umweltsünder abgestempelt werden wollen.

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