Donnerstag, 12. April 2018 von Rosalinde Conzelmann

Es gibt viele Chicos

Ein Staffordshire Terrier tötet in Hannover seine beiden Halter. Das als Kampfhund gelistete Tier soll eingeschläfert werden. Ein massiver Proteststurm setzt ein. Über 200 000 Tierschützer protestieren im Netz, 70 gehen für Chico sogar auf die Straße. Sie sagen, er hat den Tod nicht verdient, weil er acht Jahre lang von seinen Haltern unter unmöglichen, nicht tiergerechten Bedingungen gehalten wurde und keiner eingegriffen hat. Die Bestie ist also der Mensch, so die Argumentation. Es ist erstaunlich, wie sehr das Schicksal dieses Hundes, der zwei Menschen getötet hat, die Menschen umtreibt und in zwei Lager teilt. Ebenso, mit welch harten Bandagen die Argumente (vor allem im Netz) ausgetauscht werden.

Chico darf leben, das steht nun fest, die Tierschützer jubeln. Ich bin ein Tierfreund und achte jede Kreatur; diese Entscheidung aber bereitet mir Bauchweh. Chico kommt in eine spezielle Unterkunft, quasi ein Heim für schwere Fälle. Was ist, wenn er wieder zubeißt? Eine Garantie gibt es nicht. Denn just, als die „gute“ Nachricht durch die Medien geht, erschüttert eine weitere tödliche Beißattacke Deutschland: Im hessischen Bad König greift der Familienhund den sieben Monate alten Sohn an. Das Baby stirbt. Es ist wohl auch ein Staffordshire-Mischling. Auch er ein Fall von vorheriger Misshandlung? Zweifel und viele Fragen bleiben offen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 10. März 2018 von Rosalinde Conzelmann

Jetzt gibt's kein Halten mehr

Ich mag den Winter auch deshalb, weil ich mich auf den Frühling freuen kann. Und der ist jetzt da! Nachdem ich mich die vergangenen Wochen beherrscht habe und um jede Gärtnerei und jedes Blümchen, das mich anlächelte, einen Bogen gemacht habe, weil die Pflanzen erfroren wären, gibt es jetzt kein Halten mehr. Ich kann es kaum erwarten, die bunten Frühlingsblüher ins Haus und in die Blumentöpfe zu holen. Die kleinen Tannenbäume bekommen einen neuen Platz im Garten und werden zarten Bellis, gemusterten Schachtelhalmblumen und natürlich den bezaubernden in allen Farben leuchtenden Hornweilchen weichen. Die dürfen sich dann zu den Schneeglöckchen und den Christrosen gesellen, die nachdem der Schnee weggetaut ist, auch im Garten ankündigen, dass der Frühling nicht mehr aufzuhalten ist.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 2. März 2018 von Rosalinde Conzelmann

Ein Herz für Stinker

Danke, liebe Autoindustrie! Da habt ihr mir ein schönes Ei gelegt. Als ich vor acht Jahren meinen Diesel gekauft habe, war ich davon überzeugt, dass ich die Umwelt schone. Von wegen. Jetzt gehöre ich zur Stinkerfraktion, bin eine Umweltsünderin und mein Auto ist nichts mehr wert. Und dabei hat es mich in den vergangenen acht Jahren stets zuverlässig begleitet wie kein anderes Auto zuvor. Nur vorgestern hat es wegen der Eiseskälte kurz schlapp gemacht. Es geht nicht nur um den Wertverlust, der natürlich sehr weh tut; es geht schlichtweg um Vertrauen, das verloren gegangen ist. Wie es nun weitergehen wird, weiß ja derzeit keiner. Aus diesem Grund verfalle ich nicht in Panik und werde meine „Dreckschleuder“ vorerst weiter fahren. Auch weil ich nicht einfach mal ein paar zehntausend Euro aus dem Ärmel schütteln kann, um ein neues, „sauberes“ Auto zu kaufen und die Prämie zu kassieren. Liebe Politiker, vielleicht solltet ihr einmal dran denken, dass es ganz viele Menschen gibt, die sich ihr Leben lang keinen Neuwagen leisten können und trotzdem nicht pauschal als Umweltsünder abgestempelt werden wollen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Dienstag, 20. Februar 2018 von Rosalinde Conzelmann

Mit Mieze nachts on Tour

Diese Fragen treiben jeden Katzenbesitzer um, der seine Mieze rauslässt. Wo hat der Stubentiger sein Revier? Wie weit sind seine Wege? Wo nur treibt er sich tagelang rum, wenn er wie vom Erdboden verschwunden ist? Dieser Tage gab es Antworten in einer interessanten Reportage, in der Katzenfreunde ihre Lieblinge mit einem GPS-Sender ausstatten ließen. Dabei kam Erstaunliches zu Tage. Kater Felix beispielsweise, ein sieben Kilogramm unkastriertes Schwergewicht, überquert regelmäßig nachts eine Schnellstraße. Er sitzt dann am Straßenrand und wartet bis kein Auto mehr kommt. Erst dann überquert er die gefährliche Trasse. Wilhelmine, eine gescheckte Diva, bevorzugt nicht Mäuse anstatt ihres Dosenfutters, wie ihre Familie vermutet. Nein, sie hat ein zweites Zuhause, wo ihr Edleres kredenzt wird. Der Besuch von Wilhelmines Frauchen war den „Adoptiveltern“dann richtig peinlich. Wilhelmine hat das Ganze eher kalt gelassen. Bis zu fünf Kilometern legen die Miezen bei ihrer nächtlichen Tour zurück. Dabei meiden sie den Kontakt zu Wildkatzen. Mal sehen, ob wir unsere roten Tiger Oskar und Fritz auch mal mit einem GPS-Sender ausstatten. Obwohl, im Grunde genommen, will ich gar nicht so genau wissen, wo die beiden sich bei ihren Streifzügen rumtreiben. Hauptsache, sie finden jederzeit den Weg nach Hause zurück.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Dienstag, 13. Februar 2018 von Rosalinde Conzelmann

Nicht ohne mein Handy

Popstars wie Alicia Keys und Guns N' Roses lassen seit Neuestem die Telefone ihrer Konzertbesucher versiegeln, weil es ihnen zu blöd ist, in Handys anstatt in leuchtende Fanaugen zu blicken und sie keinen Bock auf stümperhafte Videos haben, die dann in Facebook die Runde machen. Also ich finde, das mit dem Wegsperren ist eine richtig gute Idee. Denn mich nervt es als Zuhörer, wenn mein Konzertnachbar ständig das Handy zückt oder durch die Gegend schwingt. Irgendwie geht da der ganze Konzertgenuss flöten. Zu meiner Zeit kämpfte man sich bis vor zur Bühne und war glückselig, wenn man zweieinhalb Stunden lang Blickkontakt zu seinem Star hatte und dessen Show miterlebte. Keine Ablenkung, einfach nur Abtanzen und Feiern. Im schlimmsten Fall taten einem die Füße und der Rücken vom Stehen weh. Heute schmerzen die Arme vom langen Handy in die Höhehalten. Und mich nervt es auch, wenn ich selbst – in meinem Job als Reporterin Tagesgeschäft – zum Handy greifen muss. Weil man sich nur auf eine Sache richtig konzentrieren kann und ich mich als Störfaktor fühle. Obgleich das natürlich Blödsinn ist, weil es zwischenzeitlich ja so ist, dass der ohne Handy ein Exot ist. Mal sehen, wie sich die ganze Geschichte entwickelt. Ich bin dabei, wenn meine privaten Konzertbesuche wieder handyfrei werden.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.