Samstag, 1. August 2009 von Gudrun Stoll

Wachsam sein

Die Betriebsferien beginnen. Bei der Hektik der vergangenen Wochen hat ein jeder eine kleine Verschnaufpause verdient. Wegen der Schweinegrippe brauchen Sie auf den Urlaub nicht zu verzichten. Anstecken kann man sich überall. Dass kollektives Sangria-Trinken aus dem Zehn-Liter-Eimer Viren Vorschub leistet - man muss es nicht extra betonen. Nicht von ungefähr steht Mallorca auf der Liste jener Regionen mit der höchsten Infektionsrate.

Aber eigentlich wollte ich Reisenenden gemeinsam mit der Polizei einen ganz anderen Rat mitgeben, nämlich wachsam zu sein. Denn Diebe und Betrüger schlagen in der Reisezeit besonders gerne zu. Also: Bitten Sie Nachbarn, den Briefkasten zu leeren, räumen Sie Gartenmöbel in die Garage. Egal, ob Sie mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Pkw reisen: Tragen Sie Geld, Kreditkarten und Ausweise dicht am Körper. So haben Taschendiebe wenig Chancen. Vollbeladene Fahrzeuge versprechen potenziellen Dieben reiche und schnelle Beute - also auch beim Tanken alle Türen schließen. Seien Sie bei „Schnäppchen“ von so genannten fliegenden Händlern vorsichtig. Und glauben Sie nicht jede tränenreiche Geschichte, wenn Sie ein Landsmann um Geld bittet. Für Notlagen gibt es die Botschaft.

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Dienstag, 28. Juli 2009 von Gudrun Stoll

Donnerwetter!

Na also, das hat doch geklappt mit dem letzten Juliwochenende. Schönstes Sommerwetter, viele Fest, die Schulferien ganz nah, der Urlaub in Reichweite. So kann es mit dem August ohne Unterbrechung weitergehen.

Endlich kommt die Sommerkleidung zur Geltung, die seit Wochen im Schrank schlummert und nur darauf wartet, endlich einmal ausgeführt zu werden. Die Modebranche ist längst auf Herbst eingestellt: Die Schuhgeschäfte schaffen Platz für angesagte Ankle Boots und Stiefel, in den Shops hängt bereits die neue Kollektion der bekannten Labels. Lila bleibt, zum neuen Trend gehören außerdem Türkis und ein dunkles Orange. Um Farbeffekte braucht uns also nicht bange sein.

Aber hält das Wetter ? Wir sollten unbedingt den 10. August im Auge behalten. „Schöner Laurentiustag - trockener Herbst“ heißt es in einer alten Bauernregel. Ob sie stimmt ? Die Meteorologen von „Donnerwetter“ haben sich die Wetteraufzeichnungen einmal genauer angeschaut und kommen zum Ergebnis: In dieser einfachen Regel steckt viel Wahrheit. „Gibt es mehr Sonne als üblich im Zeitraum um den 10. August, dann werden mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 80 Prozent die Monate September bis November trockener als im Durchschnitt“, sagen die Experten vom Bonner Wetterdienst. Wir möchten es nur allzu gerne glauben.

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Dienstag, 21. Juli 2009 von Gudrun Stoll

Ausgebremst

Ich gehöre nicht zu den Rasern, die ihr Fahrzeug an die Leistungsgrenze bringen. Ich zähle zum Typ Autofahrer, der die Toleranzgrenze ausnutzt, sprich mit fast 60 Stundenkilometern fährt, wo 50 erlaubt sind. Überschlägig gerechnet, müsste also eine gute dreiviertel Stunde ausreichen, um von Albstadt nach Tübingen zu kommen. Zumal am späten Samstagnachmittag. Falsch gedacht.

Ich bin seit wenigen Tagen um die Erkenntnis reicher, dass Tübingen Autofahrer ausbremst, wo es nur geht. Die Ortsdurchfahrten von Ofterdingen und Dußlingen sind selbst am Wochenende ein Graus mit dem Stop-and-go-Verkehr, diktiert von Tempolimits, Ampeln und Blitzanlagen.

Die altehrwürdige Universitätsstadt erteilt Auswärtigen nicht allein in ihrem historischen Ortskern die Lektion, dass man im Zentrum der Lehre, der Forschung und des Geistes Fußgänger und Radler für die besseren Menschen hält. Auch wer die Route durch die kleinen Ortsteile im Tübinger Gürtel nimmt, muss auf der Hut sein. Die Tempi auf der Straße wechseln schneller als auf einem Notenblatt, in der Dichte der (gut getarnten) Blitzanlagen gereicht es der Stadt gewiss zu einem bundesweiten Spitzenplatz. Kurzum: Fünfviertel Stunden dauerte die Fahrt von der Alb an die Ammer. Und in den nächsten Tagen dürfte Post in meinem Briefkasten stecken. Von der Bußgeldstelle der Stadt Tübingen. Ausgebremst, geblitzt und frustriert habe ich nur noch eine Bitte: Die B 27 möge schnell kommen, in einem weiten Bogen um Tübingen herum. Wir auf der Zollernalb wissen Autos und gute Verbindungen zu schätzen - nach Stuttgart.

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Mittwoch, 15. Juli 2009 von Gudrun Stoll

Jetzt gehört alles mir. . .

Seit gestern gehen die Uhren anders. Nein, es geht nicht um die Wetterkapriolen, die durchaus Anlass geben, an die Einführung einersaisonalen Regenzeit zu denken. Seit gestern arbeiten Sie und ich in die eigen Tasche. Exakt um 8. 42 Uhr hat sich der Staat aus Ihrem und meinem Geldbeutel verabschiedet. Steuer- und Abgabeschuld sind für dieses Jahr beglichen. Rein rechnerisch. Denn auch im August und den Folgemonaten gibt es Lohn und Gehalt nicht brutto ausbezahlt. Schön wär's.

Der Bund der Steuerzahler hat den sogenannten Steuerzahlergedenktag symbolisch ausgerufen. Um die Höhe der Abgabenlast für Bürger und Betriebe bewusst zu machen. Die errechnete Quote liegt im Jahr 2009 bei 53,3 Prozent. Mehr als ein halbes Jahr haben wir also nur für Steuern und Sozialversicherungen gearbeitet. Da soll noch ein Politiker sagen, es reiche immer noch nicht.

Im Jahr 2008 waren wir etwas besser dran. Da kam die „Zeitenwende“ schon sechs Tage früher, am 8. Juli. In der Zehn-Jahres-Rückschau ist es aber immer Juni noch viel öfter Juli geworden, bis das hart erarbeitete Geld nur noch uns gehört hat. Wie gesagt rein rechnerisch. Beim Googeln habe ich gelesen, dass es den Österreichern nicht viel besser geht - auch sie schaffen in der Regel bis Mitte Juni für den Staat. Die Schweizer hingegen haben ihren Obolus im Normalfall schon Mitte April entrichtet. Könnte unser Bundesfinanzminister nicht mal nachfragen, wie das geht anstatt nur über schwarze Konten zu stänkern ? Er würde gewiss Sympathiepunkte sammeln. Auf beiden Seiten.

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Dienstag, 30. Juni 2009 von Gudrun Stoll

Lockruf der Wildnis

Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Nachrichten täglich in einer Redaktion eingehen. Es gilt zu sortieren und zu werten. Für den Leser. Denn was in seiner Gemeinde und im Kreis passiert, hat Vorrang. Manchmal geschehen aber auch in der Nachbarschaft Dinge, die müssen ganz einfach ins Blatt. Wie jene Nachricht, die gestern die Tuttlinger Polizei ins E-Mail-Postfach legte.

Da hat, man will's kaum glauben, gestern Nachmittag eine ausgewachsene Elefantenkuh Appetit auf eine frische Mahlzeit bekommen. Während sich die Leute vom Zirkus auf den Aufbau des Zeltes konzentrierten, machte sich die Elefantendame aus dem Staub, überquerte die B 311 und ließ sich die frischen grünen Blätter junger Bäume schmecken. Verständlich, dass nicht wenige Autofahrer einen gehörigen Schreck bekamen und die Polizei ausrückte, um den Dickhäuer einzufangen. Ausgerechnet noch die Leitkuh, deren Tun von der restlichen Herde neugierig verfolgt wurde. Alles ging gut - die Zirkusleute holten die ausgebüchste Dame zurück in ihr Quartier. Sollten Sie, liebe Leser, gestern im Verkehrsfunk vor einem Elefanten gewarnt worden sein - es war keine Ente.

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