Mittwoch, 23. September 2009 von Gudrun Stoll

Donnerwetter

Hat das Wetter tatsächlich Auswirkungen darauf, ob die Deutschen am Sonntag den Wechsel wählen, die große Koalition für weitere vier Jahre bestätigen oder sich auf Farbenspiele einlassen, die - eigentlich - zum Tabu erklärt wurden ?

In Bonn sitzt ein Wetterservice, der sich Donnerwetter nennt. Pünktlich zur Wahl haben dessen Fachleute das Wechselspiel zwischen Wetter und Wähler analysiert. Die erste Prognose lautet: Ob die Sonne scheint oder der Himmel grau trägt, habe keinen Einfluss auf die Wahlbeteiligung.

Nicht zu unterschätzen sei die Wetterlage aber in ihrer Wirkung aufs Gemüt des Wählers. Auf einen kurzen Nenner gebracht lautet die zweite These der Meteorologen: Bei schlechtem Wetter erhalte die bisherige Regierung schlechtere Werte als bei schönem Wetter. Das könne bis zu zwei Prozentpunkte ausmachen und bei knappem Wahlausgang durchaus entscheidend sein.

Die psychologische Erklärung wird gleich mitgeliefert. Lacht die Sonne vom Himmel, sehe die Welt gleich ganz anders aus und rücke auch die Politik in ein besseres Licht. Die Tristesse eines regnerischen Sonntags hingegen mache viele Menschen unzufrieden und traurig und nähre den Wunsch nach Veränderung.

So einfach funktioniert Politik ?

Welches Wetter wünschen Sie sich nun für den Wahlsonntag ?

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Mittwoch, 16. September 2009 von Gudrun Stoll

Eine Baustelle

Sind wir „dümmer“ als die Tübinger ? Beim Blick in die Statistik des Regierungspräsidiums fällt auf, dass im Zollernalbkreis mehr Schüler als in den anderen acht zum Regierungsbezirk gehörenden Landkreisen nach Klasse vier auf eine Hauptschule wechseln.

In Tübingen gilt die Devise: Hauptsache Abitur. Schon seit Jahren fällt der Nachbarkreis durch seine hohe Übergangsquote an die Gymnasium auf. 53 Prozent der Viertklässler wurden im neuen Schuljahr von ihren Eltern auf den Weg zur höheren Bildung gebracht. Sind die Tübinger intelligenter als die Albbewohner, samt und sonders in der Unistadt ? Oder gibt's für eine Professorenkind gar keine andere Alternative - egal ob tauglich fürs Gymnasium oder besser aufgehoben in einer Real- oder Hauptschule ? Fehlt es gar im Umkehrschluss bei uns an ausreichender Förderung ? Die Baustelle Bildung wirft viele Fragen auf. Es kann nicht allein am IQ liegen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Dienstag, 8. September 2009 von Gudrun Stoll

Echt genial. . .

Unsere Haushaltsgeräte werden immer intelligenter, konnte ich gestern im überregionalen Teil unserer Zeitung lesen. Die Japaner haben einen Kühlschrank entwickelt, der sich ganz und gar auf seinen Nutzer einstellt und in seinem sensorischen Gedächtnis sogar speichert, wann Frühstücksyoghurt und Vesper aus dem Fach geholt werden. In diesen Stunden schaltet er seine Leistung hoch, in der übrigen Zeit geht er auf Sparmodus. Echt genial. Macht das Leben einfacher und schont den Geldbeutel. Die japanischen Ingenieure nehmen uns sogar das Denken auf dem stillen Örtchen ab. Im Land der aufgehenden Sonne gehen sogar die Klodeckel automatisch hoch, sobald jemand die Toilette betritt.

Alles schön und gut. Aber wann kommt endlich eine Erfindung, die den Alltag wirklich erleichtert ? Zum Beispiel ein Roboter, der selbstständig bügelt und im Winter das lästige Schneeschippen abnimmt ? Sozusagen R2D2 de luxe. Für den Anfang wäre ich ja schon zufrieden, wenn die findigen Ingenieure einen DVD-Recorder entwickeln würden, der hält, was die Werbung verspricht: Einfach zu bedienen. . .

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Mittwoch, 26. August 2009 von Gudrun Stoll

Das Leben - eine Baustelle

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Kaum hat man sich an den Urlaub gewöhnt, ruft schon wieder die Arbeit. Das Tempo zieht an. Der September wartet gewohnheitsgemäß mit vielen Veranstaltungen auf, die Bundestagswahl beschert zusätzliche Termine.

Die Fahrt nach Stuttgart habe ich mir in diesen Ferien verkniffen. Bei diesen Temperaturen im Stau zu schmoren - nein danke. Stattdessen ging's Richtung Süden. Welche Ernüchterung. Auch die Fahrt in die Schweiz ist derzeit alles andere als ein Vergnügen. Die A 81: Eine Baustelle. Die Tunnelröhren bei Singen: Ein Sanierungsfall. Der Ausbau der A 4 zwischen Schaffhausen und Winterthur begeleitet mich seit Jahren bei Besuchen an der Limmat. Aber der Sommer 2009 hat auch Zürich und sein Umland in eine Welt verwandelt, in der selbst ortskundige Autofahrer nach Orientierung suchen müssen in einem schier unüberschaubaren Labyrinth an Umleitungen und Sperrungen.

Der Philosoph würde sinnieren: Das ganze Leben ist ein Baustelle. Der Schwabe sieht's pragmatischer: „S'isch halt überall gleich“. Gell. . .

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 1. August 2009 von Gudrun Stoll

Wachsam sein

Die Betriebsferien beginnen. Bei der Hektik der vergangenen Wochen hat ein jeder eine kleine Verschnaufpause verdient. Wegen der Schweinegrippe brauchen Sie auf den Urlaub nicht zu verzichten. Anstecken kann man sich überall. Dass kollektives Sangria-Trinken aus dem Zehn-Liter-Eimer Viren Vorschub leistet - man muss es nicht extra betonen. Nicht von ungefähr steht Mallorca auf der Liste jener Regionen mit der höchsten Infektionsrate.

Aber eigentlich wollte ich Reisenenden gemeinsam mit der Polizei einen ganz anderen Rat mitgeben, nämlich wachsam zu sein. Denn Diebe und Betrüger schlagen in der Reisezeit besonders gerne zu. Also: Bitten Sie Nachbarn, den Briefkasten zu leeren, räumen Sie Gartenmöbel in die Garage. Egal, ob Sie mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Pkw reisen: Tragen Sie Geld, Kreditkarten und Ausweise dicht am Körper. So haben Taschendiebe wenig Chancen. Vollbeladene Fahrzeuge versprechen potenziellen Dieben reiche und schnelle Beute - also auch beim Tanken alle Türen schließen. Seien Sie bei „Schnäppchen“ von so genannten fliegenden Händlern vorsichtig. Und glauben Sie nicht jede tränenreiche Geschichte, wenn Sie ein Landsmann um Geld bittet. Für Notlagen gibt es die Botschaft.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.