Donnerstag, 9. Juli 2009 von Holger Much

Das Loriot-Prinzip...

Sie ist ein Klassiker. Und keiner hat sie so schön und treffend in Szene gesetzt wie der Altmeister des feinen Humors mit Nachbrenner – Loriot: Die Geschichte mit der Nudel. Es hat schon etwas faszinierendes, wie so etwas winzig Kleines, Banales wie eine Nudel, platziert an der definitiv falschen Stelle, auch die erhabenste Situation ins Lächerliche ziehen und und den würdevollsten Menschen zur Witzfigur degradieren kann. So wie mich zum Beispiel.

Erst vor wenigen Tagen bemerke ich, nachdem ich bei einer großen Vernissage in der Galerie Albstadt weilte, mit anderen Gästen parlierte und versonnen durch die - übrigens sehenswerte – Ausstellung wandelte, einen großen, hässlichen Fleck auf meiner Hose. Unübersehbar Frühstücksmüslidesaster.

Über einen dezenten mitfühlenden Hinweis wäre ich doch dankbar gewesen. Wirklich. Andererseits spricht das Schweigen meiner Mitmenschen vielleicht weniger von Schadenfreude als vielmehr von Großherzigkeit, wollten sie eventuell einfach den anderen Ausstellungsbesuchern eine kleine Freude gönnen. Das wiederum findet nun auch mein vollstes Verständnis. Und nächstes Mal esse ich Knäckebrot, bevor ich in die Galerie gehe.

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Mittwoch, 1. Juli 2009 von Holger Much

Da freut sich der Bürgermeister

Manchmal lernt man sogar als Journalist und Vater – und beide Gruppen wissen ja von Berufs wegen alles – noch etwas dazu. Im Urlaub saß ich gemütlich am Computer, während mein fünfjähriger Sohn Simon mit seinem besten Kindergartenfreund zusammen angeregt und lautstark mit ihren kleinen Holzzügen spielte.

Dabei schüttete man sich gegenseitig die jungen Herzchen aus und teilte die kleinen und großen Kümmernisse von Fünfjährigen. So klagte irgendwann der Freund, seine Mama sei strikt dagegen, dass er ein bestimmtes Spielzeug bekomme, welches er sich so sehr wünsche.

Doch auch kleine Männerfreundschaften gewähren Rat und Hilfe: „Du gehst“, empfahl Simon seinem Kumpel, „am besten zum Oberbürgermeister von Albstadt und fragst den. Denn, weißt Du, der Oberbürgermeister, der entscheidet alles. Alles! Der ist der Oberchef“. Der Freund war beeindruckt. Da wird sich unser Oberbürgermeister sicherlich freuen, das zu hören. Und wenn demnächst ein kleiner blonder Junge vor seiner Tür steht, weil er keine Dampflok bekommt, weiß er jetzt, was zu tun ist.

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