Donnerstag, 15. März 2018 von Holger Much

Kaffee mit dem Bruder des Idols

Die Welt ist manchmal so klein, man glaubt es nicht. Fast surreale Situationen, die einen natürlich völlig unvorbereitet treffen, können so entstehen. So ging es mir jüngst, als ich zwei Freunde zu Besuch hatte.

Die beiden, eine wunderbare Künstlerin sowie ihren Mann, kenne und schätze ich seit vielen Jahren. Nennen wir sie Klaus und Andrea. Man trifft sich immer wieder, sei es auf Ausstellungen oder privat auf einen Plausch. So war es auch diesmal. Es gab Tee, Kaffee und Kuchen, und wir redeten über Kunst und die Welt. Im Hintergrund lief Andreas Vollenweider. Der Schweizer Musiker ist bekannt für seine virtuosen Kompositionen auf der elektrischen Harfe. Und sein kongenialer Partner, zumindest auf den frühen Alben, war der Flötist Büdi Siebert, den ich ebenfalls sehr verehre.

„Ah, Vollenweider...“, sagte Klaus, und ich erzählte, wie sehr ich ihn, und auch seinen Flötisten Büdi Siebert verehre. Ich war noch mitten in meiner Lobpreisung, als beide grinsten und Andrea meinte: „Du weißt schon, dass Büdi der Bruder von Klaus ist?“ Ich war wie vom Donner gerührt. Da trinke ich seit Jahren Kaffee mit dem Bruder eines meiner größten Idole, und weiß es nicht.

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Dienstag, 27. Februar 2018 von Holger Much

Eisige Kälte macht froh

Irgendwo im tiefsten Sibirien, so meine ich irgendwann einmal in einer Fernsehdokumentation gesehen zu haben, ist es so kalt, dass man Wasser in die Luft sprühen kann, das dann wieder als funkelnder Eisregen langsam herniederrieselt. So bitter kalt ist es bei uns natürlich noch lange nicht. Aber dennoch richtig knackig kalt für unsere Gegend.

Diese ungewohnte Kälte ist daher gerade bei jedem Thema. Man mummelt sich warm ein, bibbert vor sich hin, und manches Auto orgelt ziemlich, bevor es sich entschließt, endlich anzuspringen. Aber die Kälte zaubert, und das ist das wirklich schöne dabei, ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen.

„Es ist zwar bitter kalt, aber es ist endlich hell“, erklärt ein Passant auf der Ebinger Marktstraße seine trotz Minusgraden blendende Laune. Endlich sähe man mal wieder strahlend blauen Himmel, endlich scheine wieder ungehindert die Sonne, und zwar direkt ins Herz hinein. Und das mache glücklich. Da darf es ruhig noch etwas länger so kalt sein.

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Samstag, 24. Februar 2018 von Holger Much

Krank sein bildet ungemein

Was man nicht alles lernt, wenn man krank ist, oder zumindest nicht ganz gesund, habe ich in den letzten Tagen gemerkt. Seit über vier Wochen laboriere ich an diesem Höllenhusten herum, den gerade irgendwie jeder Zweite mit sich herumzuschleppen scheint. Das ist natürlich weniger angenehm, vor allem, wenn das Gerassele in der Brust so gar nicht aufhören mag. Doch wie gesagt, kann Krankheit auch unglaublich zur Bildung beitragen und hat damit überaschenderweise auch unbestreitbar positive Seiten.

So habe ich außer unzähligen abenteuerlichen Rezepten mit Ingwer und Safran und Knoblauch oder Chili auch erfahren, dass es Manukahonig gibt. Und der soll wahre Wunder wirken bei allerlei Wehwehchen, bei Erkältungen und sogar äußerlich angewendet bei Verletzungen. Denn bei direktem Kontakt macht der Wunderhonig aus Neuseeland und Australien Keimen so richtig den Garaus.

Honigbienen machen das Wundergelee aus dem Blütennektar der Südseemyrte oder eben Manuka. Wichtigster Wirkstoff des sündhaft teuren Honigs ist das Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal, kurz MGO, das wohl auch in normalen Honigsorten vorkommt, im Manukahonig aber in extrem hoher Konzentration. Ich habe den Wunderstoff zu Hause, nehme jeden Morgen ein Löffelchen und siehe da – der Husten wird besser. Dumm nur, dass ich gelesen habe, dass der Honig die Bronchien gar nicht erreicht und daher gegen Husten nur bedingt wirkt. Egal. Manukahonig hilft. Der Glaube manchmal auch. . .

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Samstag, 17. Februar 2018 von Holger Much

Beherrschung fällt schwer

Die Sehnsucht wird übermächtig. Und es wird von Tag zu Tag schwerer, die Beherrschung zu bewahren. Die Beherrschung, die dazugehört, nicht jedes Primelchen zu kaufen, das irgendwo in der Auslage steht. Es zieht mich mit unwiderstehlicher Kraft in den Garten. Ich möchte graben und buddeln. Ich möchte das alte graue Laub wegrechen, das zarte Grün darunter endlich vom Schmutz und der eisigen Umarmung des Winters befreien und mit jedem Blümchen, das ich in die Erde pflanze, den milden Frühling ein kleines Stückchen mehr heraufbeschwören.

All das nicht zu tun kostet große Überwindung, ich gestehe es. Doch jeder Tag, der vergeht, nimmt mir etwas mehr von der Kraft, der Blumensucht zu widerstehen und endlich wieder Farben und Düfte im Garten zu genießen. Aber immerhin befinden wir uns im Endspurt. Dienstag, 20. März, ist Frühlingsanfang. Bis dahin schaffe ich es gerade noch.

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Donnerstag, 15. Februar 2018 von Holger Much

Immer noch Cowboys

Manche Dinge ändern sich scheinbar nie, und das har durchaus auch seine guten Seiten. Das dachte ich jüngst, als ich mich dienstlich in den Fasnetstrubel werfen musste.

Verkleiden ist und war schon immer eine faszinierende Angelegenheit für die Menschheit. Das schlüpfen in ein Kostüm, in eine andere Haut und damit das testen und Ausleben eines anderen, vielleicht mutigeren, heldenhafteren oder vermeintlich schöneren Ichs begeistert natürlich auch vor allem die Kinder. Und hier scheint so ein ganz klein wenig die Welt still zu stehen, ganz im positiven Sinne.

Denn wer sich die Verkleidungen der Kleinen so anschaut, der entdeckt auch heute noch die alten Klassiker, den Cowboy, die Prinzessin, den Ritter oder die Pippi Langstrumpf. Und die Kinder haben ihre helle Freude an diesen Kostümen. Das freut sogar so einen Verkleidungsmuffel wie mich, der ständig nur in seinem schwarzen Trauerflor herum rennt.

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